Die 100 Stunden Woche – Ein kleiner Selbstversuch

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Seit heute 5 Uhr früh läuft ein klitzekleines Selbstexperiment. Ich habe vor, in einer Woche 100 Stunden zu arbeiten.

Das heißt von Montag 5 Uhr früh bis Freitag Mitternacht möchte ich die gesamte Zeit, die mir zur Verfügung steht, der Umsetzung von Projekten widmen (Zeit für Essen und Schlafen ausgenommen)

Hä? Was soll das? Ist das nicht Hamsterrad hoch 10? Warum tut er denn so etwas?

Die Motivation ist folgende:

Was kann man alles schaffen, wenn man sich wirklich fokussiert?

Der Satz “Dafür habe ich keine Zeit” ist ein Klassiker. Die Zeit ist es, die uns davon abhält, Dinge zu tun. Egal ob das nun das Erlernen einer neuen Fähigkeit ist, das Ablegen von “schlechten” Angewohnheiten oder das nebenberufliche Verlassen des Hamsterrades. Die Zeit macht dir stets einen Strich durch die Rechnung. Nur, was wäre, wenn du für eine bestimmte, gar nicht so lange Zeit alles an “Störfaktoren” ausblendest, die dich davon abhalten deinem Ziel näherzukommen. Das Wort “Störfaktoren” ist hier definitiv nicht korrekt, weil z.B. “Zeit mit der Familie”, “sportliche Betätigung”, oder “Hobbys nachgehen” auch darunter fallen würde. Sagen wir mal: Für eine bestimmte Zeit blendest du mal alles, ja ausnahmslos alles aus, was dich nicht deinem Ziel näher bringt.

Hand aufs Herz: Wenn du eine Woche lang keinen Sport machst, wirst du nicht sterben. Wenn du eine Woche lang keine Freunde triffst und nicht ausgehst, wirst du nicht vereinsamen. Wenn du eine Woche lang nicht shoppen gehst, wird dir nichts entgehen. Wenn du eine Woche lang keine Nachrichten konsumierst, wirst du nicht verdummen.

Die Metapher der “4 Stunden Woche

Viele kennen das Buch von Tim Ferriss*. Viele haben aber leider nur den Buchtitel gelesen. Es geht in der “4 Stunden Woche” NICHT um das Ziel nur 4 Stunden pro Woche zu arbeiten, sondern selbst die Macht über seine Zeit zu haben und zu entscheiden, wann man wie viel arbeitet. Die 4 Stunden Woche ist nur eine Metapher. Einerseits für das Verhältnis zwischen fokussierter, intensiver Arbeit und dem sogenannten Mini-Ruhestand (das Nicht-Arbeiten über eine längere Zeit hinweg, ohne dass das Einkommen beeinträchtig wird). Andererseits für das Verhältnis von absolutem und relativen Einkommen, also dem Zusammenhang zwischen aufgewendeter Zeit und dem Einkommen.

Die 100 Stunden Woche ist das Gleiche, wie die 4 Stunden Woche. Es ist eine Metapher dafür, was alles erledigt werden kann, wenn du in an einem bestimmten, von dir selbst definierten Ziel, WIRKLICH fokussiert arbeitest und das erledigst, was wichtig ist, damit du das erreichst, was du möchtest.

Für mich ist das Ziel, dir zu zeigen, was in einer Woche alles zu schaffen ist, wenn du nur Dinge tust, die dich wirklich weiter bringen. Und dass du das auch kannst. Sich ein paar Tage auszuklinken kann jeder. Es hängt nur davon ab, ob du es willst.

Noch was: Ich mache das auch, weil ich davon überzeugt bin, dass man als Trainer, Coach, Blogger etc. nur solche super-klugen Ratschläge von sich geben sollte, die man selbst (er)lebt und absolviert hat. Was leider nicht selbstverständlich ist.

Was ist also für die 100 Stunden Woche notwendig:


Weniger schlafen.

The small British kitten sleeps

Um 100 “Arbeitsstunden” in 5 “Arbeitstagen” (OMG, wie sehr ich diese Worte verabscheue) unterzubringen, braucht es ein niedrigeres Schlafpensum. Ich setze dafür den sogenannten polyphasischen Schlaf ein, d.h.,. Ich verkürze meine Kernschlafzeit auf ein Minimum und verteile über den restlichen Tag einige Kurzschlafphasen. Der Gedanke geht zurück auf Leonardo da Vinci. Seine Hardcore-Version davon (nämlich gar keine Kernschlafzeit, sonder nur kurze Schlafphasen) heißt “da Vinci-Schlaf”. Wenn du jetzt denkst, das sei nicht gesund: falsch. Es geht nicht darum, wie lange du schläfst, sondern wie lange du in einer Tiefschlafphase bist. Das ist mit kurzen Schlafphasen genauso zu erreichen. Der Star-Blogger Steve Pavlina hat das näher beleuchtet.

Echte Störfaktoren ausblenden.

Close up of a man using mobile smart phone

Handy, Social Media und Co wird auf ein Minimum reduziert. Das Mobiltelefon ist weitgehend auf Flugmodus und wird nur aktiviert, wenn ich es bewusst einsetzen möchte. Das Gleiche gilt für Facebook & Co. Der Großteil der Arbeitszeit wird ohne Web stattfinden. Die ToDo’s teile ich in offline und online auf und gehe nur ins Internet wenn notwendig.

Soziale Kontakte werden gekappt.

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Ja, für eine Woche gibt’s kein Ausgehen, keine Freunde treffen, kein “Party machen”. Das klingt für dich undenkbar, weil dir Familie und Freunde sehr sehr wichtig sind? Mir auch. Aber eine Woche werde sie alle ohne mich aushalten. Und man kann “Wiedersehen” feiern!

Die Ein-Stunden ToDo Liste

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Der Tag wird in Etappen von jeweils einer Stunde aufgeteilt. In dieser Stunde wird nur EINE Aufgabe erledigt und sonst nichts anderes. Wie du vielleicht weißt, funktioniert Multitasking nicht. Mehrere Dinge gleichzeitig oder parallel zu erledigen mag zwar supercool wirken, bringt aber so richtig schön nichts. Außer schlechtere Qualität beim Ergebnis. Und alles dauert länger.

Eine Zielsetzung

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Was soll alles erledigt werden? Was sind die großen Brocken? Was sind die Dinge, die ich seit langer Zeit aufschiebe? Was sind Must-haves und was sind Nice-to-haves in dieser Woche? Also ein klarer Fahrplan und ein noch klarerer Ergebnisplan durch die 100 Stunden Woche. Kurzum: Was soll danach alles erledigt und wirklich fertig sein?


Mein Anliegen ist klar:

Ich möchte dir zeigen, dass Fokus die Antwort ist. Wenn du das Hamsterrad verlassen möchtest, wenn du mit deiner Leidenschaft erfolgreich sein willst, wenn du den ersten Schritt zu deinem Ziel machen möchtest, dann ist der entscheidende Faktor der Fokus. Kurzfristiges ausblenden von allem, was dich momentan nicht weiter bringt und fokussieren auf das was getan werden will. Und diesen Fokus über eine bestimmte, von dir selbst definierte Zeit durchziehen.

Am Mittwoch wird es in meinem Podcast eine kleine Zwischenbilanz geben und ich erzähle euch, wie es mir geht. Heute in einer Woche komme ich dann mit dem Abschlussbericht: Was alles getan wurde und ob ich die 100 Stunden geschafft habe und das Vorhaben durchgezogen habe oder ob ich kläglich gescheitert bin.

Eines steht fest: Du bist diese Woche mir gegenüber echt im Vorteil. Deine “Arbeitswoche” hat ja NUR 40 Stunden.

Ergebnis der 100 Stunden Woche

(Anmerkung: Die beiden Artikel über die 100 Stunde Woche wurden zu einem zusammen geführt)

Wer es bis jetzt nicht wusste: Ich habe letzte Woche viel gearbeitet und wenig geschlafen. Nicht weil mir es jemand aufgetragen hätte, sondern aus freien Stücken habe ich die (fast) 100 Stunden Woche absolviert.

Die Reaktionen meiner Umwelt auf das Vorhaben 100 Stunden in 5 Tagen zu arbeiten und somit extrem wenig zu schlafen, weitgehend alle “Störfaktoren” auszublenden und sehr fokussiert zu arbeiten waren unterschiedlich. Von Kopfschütteln über “Na du hast Probleme” bist zu “sehr spannend” und “ich mag das auch manchmal so machen” gab es die gesamte Bandbreite. Wer meinen Podcast von vergangenen Mittwoch gehört hat, der weiß schon ein wenig, was ich so alles an positiven Aspekten erfahren durfte, vor alle was Fokussierung und Selbstmanagement betrifft. Die Arbeitsweise, die ich mir angeeignet habe, passt zu mir und bringt mich wirklich weiter. Auch habe ich wirklich viel erledigt und ich zähle das jetzt ohne Reihung oder Priorität auf:

  • 10 Blogartikel aufbereiten
  • 5 eBooks über Online Marketing Strategien & Co lesen (Speed Reading mit Hilfe der iPad App Quickreader).
  • 8 neue Blogartikel für MarkusCerenak.com
  • Launchplanung
  • Komplette inhaltliche Fertigstellung eines eCourses
  • inhaltliche Ausarbeitung eines Seminars
  • Absolvierung von nahezu zwei eCourses
  • komplette Redaktionsplanung für MarkusCerenak.com bis zum Jahresende
  • komplette Redaktionsplanung des Podcasts “Erfolg mit Leidenschaft” bis zum Jahresende
  • komplette Redaktionsplanung
  • umfangreiche Recherche & Testing-Arbeiten: Mitbewerber-Beobachtung, Online Marketing Strategien aus den USA, Werkzeuge und WordPress Plug-Ins, etc. (würde hier jetzt zu weit führen)
  • 5 Skype Meetings
  • Social Media Konzeption für ein neues Blogprojekt
  • 2 Skype Coachings
  • Neuorganisation der Ablage im Home Office

Weitere, völlig unnütze Fakten

  • Ich habe rund 25 Liter Tee getrunken, aber nur 3 Tassen Kaffee getrunken (lag aber daran, dass meine Kapsel ausgegangen sind und ich nicht einkaufen war (hätte zu viel Zeit gekostet)
  • Ich kann G.F. Händels Stück “The Arrive of the Queen of Sheba” nicht mehr hören, weil es als Schlaf-Reminder und Wecker fungiert hat.
  • Ich liebe meine Schlafmaske
  • Ich schreibe in der Wiese an einen Baum gelehnt am inspiriertesten (meiner Meinung nach)
  • Ich habe Freunde mit viel Verständnis (dazu gleich weiter unten)
  • Der Pizzalieferant spricht mich mit Vornamen an
  • Meine beiden Zeigefinger (ja, ich kann noch immer kein perfektes 10-Finger-System) haben eine leichte Hornhaut entwickelt.
  • Ich sehe nach wenig Schlaf nicht gut aus und bin zu eitel Vorher-Nachher-Fotos online zu stellen – obwohl von euch gewünscht 😉
  • Mein MacBook und die gesamte benutzte Software ist kein einziges Mal abgestürzt.

Das waren die guten Nachrichten. Jetzt zu den Schattenseiten:

Die ersten beiden Tage verliefen normal. Ich hielt mich an meinen Plan, arbeitete und schlief zu den vorgesehenen Zeiten und vor allem absolvierte ich die vorgesehenen Stunden. Am Mittwoch war ich am Nachmittag dermaßen im Flow, dass ich auf 2x 20 Minuten Schlaf verzichtete, was den gesamten Rhythmus gehörig aus dem Gleichgewicht geworfen hat. Der Donnerstag war dann echt nicht lustig.

Als erstens wollte der Körper auf Biegen und Brechen seinen Schlaf bekommen. Aufstehen um 4.30 war echt eine Challenge, der Vormittag war eine Gähnorgie. An Nachmittag stellte sich dann einerseits ein weiterer Flowzustand ein (ich schrieb 3 Blogartikel an einem Nachmittag) gleichzeitig litt meine soziale Kompetenz sehr darunter. Menschen, die mit mir in SMS- oder Chatkontakt waren (ja mir war plötzlich nach sozialer Interaktion), möchte ich in aller Form um Entschuldigung bitten. Mehr brauche ich dazu nicht sagen. Ich weiß jetzt eines: Schlafentzug wirkt persönlichkeitsverändernd. Nicht gerade positiv. Kurzfristig spielte ich sogar mit den Gedanken, das Ganze sein zu lassen. Die Sinnfrage kam auf. Fast parallel dazu kam aber der Satz “Mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause”. Also weitermachen. Produktiv war der Tag dann nicht mehr …

Freitag verlief wieder in normalen Bahnen, auch wenn mir klar war, dass ich bis Mitternacht die 100 Stunden nicht mehr erreichen würde. Ich habe dann aber losgelassen und diktierte mir selbst nicht mehr, die Stundenzahl einhalten. Ich schätze, dass es insgesamt so um die 94 Stunden gewesen sein sollten.

Fazit

Mit Fokussierung und Ausblendung für eine bestimmte Zeit erledigt man wirklich viel. Und das wiederum motiviert zum Weitermachen. So ein Pensum bekommst du sonst definitiv nicht hin. Und auch die Qualität kann sich sehen lassen. Es entwickelt sich ein Flow, der wirklich Großartiges hervorbringt. Aber Vorsicht: Nicht übertreiben! Mehr als 3 Tagen würde ich so etwas nicht mehr machen. Man beginnt liebevoll gesagt “seltsam” zu werden mit der Zeit. Auch wenn man das tut, was man wirklich seine Leidenschaft nennt. Aber eines steht fest: Ich werde so etwas wieder machen. Es ist sehr befriedigend zu wissen, was alles möglich ist, wenn man nur ein paar Tage lang konsuquent ist. Das ist nämlich die gute Nachricht für dich. Es braucht nur ein kurze Zeit an echter Konsequenz um den ersten Schritt zu machen und dadurch den Grundstein für dein Lifestyle Business zu legen.

 

14943922_m_Fotor1Ich gehe es diese Woche ein wenig langsamer an. Wenn du diese Zeilen liest, fahre ich gerade die Adria Magistrale entlang…

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

Dieser Artikel wurde am 14. Jul 2018 aktualisiert.

Produktivität einmal anders: Was man in einer Woche alles schaffen kann. Ein kleiner Selbstversuch in Zeitmanagement

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