Früh aufstehen: Vergiss 9 to 5. Hoch lebe 5 to 9!

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Früh aufstehen

Über 15 Jahre lang war früh aufstehen die Hölle für mich; ich habe mich um 9 Uhr früh ins Büro begeben, den ganzen Tag herum gecheckt, Mails geschrieben, Meetings abgehalten, Konzepte geschrieben, Forecasts, Reports, war in Jour fixes, war gestresst, hatte gleichzeitig 5 Fenster am PC geöffnet, bekam aber bei keinem etwas weiter, schob die eine oder andere unbezahlte Überstunde und war am Abend jeweils sehr ernüchtert, wenn ich mir den Outcome vergegenwärtigte.

Ich hatte das Gefühl sehr viel gearbeitet, aber nicht viel weiter gebracht zu haben. Ich war ein Office-Zombie.

Offenbar ist dieses 9-5 Konzept (oder auch 6,7,8,9) nicht unbedingt immer das Beste.

Als ich dann das Hamsterrad verlassen hatte (hier der Ruf zum Abenteuer, wenn du nich im Hamsterrad läufst) um mich selbständig zu machen, wurde dieses System natürlich anfangs von mir weitergeführt.

“Machen ja alle so”

“Wird schon seinen Sinn haben”

“Geht ja nicht anders”

Doch irgendwann – und ich bin mir selbst sehr dankbar für diesen hellen Moment, habe ich mich gefragt:

Geht das nicht anders?

Geht das nicht einfacher?

Geht das nicht “besser”?

Eines kann ich dir vorweg verraten. Früh aufstehen war echt nicht meine Stärke. Ich konnte mich nur an die Schulzeit erinnern und die Tatsache, dass ich da immer früh morgens gelernt habe und die Ergebnisse besser waren als bei allen Nachtschichten.

Mein nächster Gedanke war naheliegend: Eigentlich könnte ich ja arbeiten, wann ich will und nicht wie alle anderen in festgesetzten Zeitfenstern.

Somit habe ich begonnen zu den absurdesten Zeit zu arbeiten. Wenn ich nachts um 2 aufgewacht bin und nicht schlafen konnte, arbeitete ich. Ich arbeite nach dem Abendessen und natürlich auch mal vor dem Frühstück.

Das Spannende: In meinem Schlafzimmer befindet sich kein Wecker, ja gar keine Uhr. Wenn ich aufwache und mich wach fühle, stehe ich auf. Ich habe noch nie verschlafen oder einen Termin verpasst. Mein Biorhythmus bekommt das schon hin. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich nicht aufstehen muss, sondern aufstehen will.

Weil ich Dinge tue, dich ich liebe und nicht um am Ende des Monats Schmerzensgeld dafür zu bekommen. Aber zurück zum frühen Morgen. Irgendwann bemerkte ich, dass morgens einfach wirklich viel weiter geht. Wie sieht also mein Morgen aus.

Das Morgenritual

Rund 70% der Woche wache ich zwischen 5 und 6 Uhr auf. Das passiert von selbst, einfach weil mein Körper weiß, dass so früh morgens einfach gute Dinge passieren. Er ist auf das positive Erlebnis geankert und will mehr davon.

Nicht wie viele andere gehe ich duschen oder mache mir mal einen Kaffee oder sonstiges was “man eben so früh morgens tut”. Nach 2-3 Minuten Bewegung, spiele ich ein paar Minuten Klavier (keine Sorge um meine Nachbarn, es ist ein e-Piano und somit benutze ich Kopfhörer) und dann gehe ich an die wichtigste Aufgabe des Tages.

Früh aufstehen: Das Wichtigste

Von Brian Tracy* bis Leo Babauta wird es von alle Dächern gepfiffen: Erledige das wichtigste oder mühsamsten ToDo zuerst.

Ich bin dazu übergegangen, mir vor dem schlafen gehen zu überlegen, was ich am nächsten Tag schaffen will.

Was erledigt wird, was als einziges ToDo übrig bleiben würde, wenn ich nur eine Sache am nächsten Tag erledigen könnte. Genau das mache ich sofort. Auf der Stelle. Gleich. Ist es eine Aufgabe von überschaubarer Länge (z.B. einen Blogartikel oder ein Kapitel eines Buches schreiben) wird die Aufgabe begonnen und nicht unterbrochen, bis sie fertig gestellt ist.

Ist die Aufgabe umfangreicher, definiere ich wie lange ich mich damit beschäftige. Der erste Schritt ist bei großen Projekten das Wichtigste. Und der wird getan.

Die Ruhe vor dem Sturm

Was das faszinierende daran ist: Niemand stört dabei. Das E-Mail Programm bleibt geschlossen, denn die Mails können auch erst um 9 Uhr gelesen werden, dass fällt niemand auf.

Das Handy bleibt still, keine Anrufe, keine SMS, kein Whatsapp. Facebook & Co sind noch im tiefen Dornröschen-Schlaf.

Das Fenster des Arbeitszimmers kann geöffnet werden und es bleibt still.

Die Stadt schläft größtenteils noch, weil sie nämlich fit sein muss, für den harten 9-5 Arbeitsstag.

Die Fokussierung

Wer schon einmal sich vom Schreckgespenst “Multitasking” lossagen konnte, und ein, zwei Stunden ohne jede Störung gearbeitet hat, weiß was das bedeutet. Fokussierung = gute Ergebnisse.

Multitasking ist ein Irrtum und bringt Menschen nicht dazu mehr zu leisten, sondern viel weniger und in schlechterer Qualität.

Die Ergebnisse, die nach nur einer Stunde völlig ungestörter Arbeit entstehen sind nicht vergleichbar mit den üblichen “ich-muss-doch-flexibel-sein-und-schnell-reagieren” Denken im Business-Alltag.

Früh morgens bedeutet das Fokus in Reinkultur. Und Ergebnisse, die sich wirklich sehen lassen können.

Die Zufriedenheit

Wie fühlst du dich, wenn du etwas Wichtiges erledigt hast, wenn ein Projekt abgeschlossen, ein fetter ToDo-Punkt von der Liste abgehakt ist?

Einfach gut.

Nur wird dies meist von der Tatsache getrübt, dass wir diese Sache lange vor uns hergeschoben haben und nun “endlich” erledigt haben.

Viel besser fühlt es sich an, wenn du um 8 Uhr morgens bereits das Wichtigste, Größte, Aufwändigste des Tages hinter dich gebracht hast. Der Tag kann kommen. Alles andere ist nur mehr ein Kindergeburstag dagegen.

Tiefe Zufriedenheit macht sich breit und eine Vorfreude auf den Tag, die ihres Gleichen sucht.

Nicht auf den Bus aufspringen

Wenn die Meute erwacht, gilt es nicht auf den Bus aufzuspringen. Ich behalte mir trotzdem den Fokus, schalte mein iPhone oft auf Flugmodus, lese nur 2x am Tag meine E-Mails und deaktiviere meinen Internetzugang, wenn ich Fokus brauche.

Die Welt kann warten, auch nach 9 Uhr.

Es ist ein großer Irrglaube, dass die Welt zusammenbricht, wenn wir nicht sofort antworten, reagieren, entscheiden oder handeln. Nein, die Welt steht noch.

Auch eine Stunde später. Oftmals haben sich dann auch Dinge, die kurz davor noch ein großes Drama waren, von selbst erledigt.

Feierabend statt Mittagspause

Hier braucht es nicht viel Erklärung. Mein “Feierabend” beginnt in den Sommermonaten um 14 Uhr.

Da ist alles erledigt und ich genieße das, was die anderen erst um 19 Uhr haben. Ein schöner Gedanke?

Dann versuche es einmal. Es geht auch, wenn du angestellt bist (Für Angstellte hab ich hier noch etwas, was dem Montag den schrecken nimmt). Einfach die Dinge, die Fokus brauchen und wichtig sind nachhause nehmen und morgens erledigen. Du wirst erstaunt sein, wie gechillt du ins Büro fährst.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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