Abenteuer muss man planen. Dann muss man improvisieren

Abenteuer

Früher habe ich geglaubt, dass jeder Tag zu einem Abenteuer wird, wenn man das macht, was man wirklich liebt. Aber auch Abenteuer muss man erst planen, bevor man improvisieren kann. Denn am letzten Montag früh, hatte   ich keine Lust auf meine Arbeit. TATSÄCHLICH.

Nun ist das an einem Montag nichts, was nicht dieser oder jener auch kennen würde. Wenn er denn in einer Firma angestellt ist und seine Zeit gegen Geld verkauft. In einem 8 3/4 Stunden-Job gibt es vieles, auf das man auf einmal keine Lust mehr haben kann.

Aber ich? Ich bin doch aus diesem Hamsterrad ausgestiegen, um genau das zu tun, was ich immer wollte. Ich war doch immer ganz glücklich mit einem Stift und einem Buch und einem Text, den es zu entwerfen galt. Einen Gedanken, den ich noch schnell festhalten, ausformulieren und polieren konnte. Und all den anderen Dingen um diese Arbeit herum, die es dafür zu erledigen galt.

Aber an diesem Morgen hatte ich eben keine Lust. Ich schaute auf den weißen Bildschirm, der sich vor mir in alle Richtungen dehnte und mein Kopf war leer. Der Cursor blinkte ungeduldig und mir fiel absolut gar nichts ein. Kreativität kann man eben nicht erzwingen. Und was kann man schon über das Wandern und Bergsteigen schreiben. Man zieht einfach seine Schuhe an und geht los. Da muss man improvisieren, was sollte es da schon groß zu planen geben?

Ich hatte keine Lust aufs Schreiben. Und Punkt.

Zweifel an der eigenen Entscheidung

Und deshalbt zweifelte ich wieder einmal daran, ob ich tatsächlich die richtige Entscheidung getroffen habe. Vielleicht eigne ich mich doch nicht zum Einzelkämpfer. Vielleicht kann ich ja etwas anderes besser? Am Ende bin ich für jede getroffene Entscheidung selbst verantwortlich. Ist es nicht einfacher, ein Befehlsempfänger zu sein? Dann kann man für ein Scheitern immer auch die anderen verantwortlich machen.

So ganz unrecht ist dieser Gedanke natürlich nicht. Aber zur Verdeutlichung des Problems habe ich ihn natürlich auch ein wenig übertrieben. Und damit dieser Post sich nicht zu einer Katastrophe auswächst, improvisiere ich erstmal ein wenig und laufe eine große Runde um den Block. Dabei habe ich oft die besten Ideen und kann ungestört ein wenig nachdenken.

Ich liebe meine Arbeit. Ich habe sie mir selber ausgesucht, denn  Schreiben ist etwas, was ich wirklich gut kann. Woher dann diese Unlust? Mit dem Kopf in diesem Problem stolperte ich über den Bordstein und schlug mir das Knie ein. Zum Wandern hatte ich eben einfach die falschen Schuhe an. Und das half mir schließlich zu einer Erkenntnis. Ich war einfach nicht richtig vorbereitet auf diesen Auftrag.

Die Planung kommt vor dem Sprung

Ich war einfach so hinein gesprungen mit beiden Beinen. Sonst hat das auch immer ganz gut geklappt. Weil das Leben ein Abenteuer ist. Und wie das für den einen kleinen Auftrag gilt, so ist das auch mit der Entscheidung für ein Leben außerhalb des Hamsterrades.

Je größer das Abenteuer ist, desto besser muss man es planen. Wenn man auf einen Achttausender steigen will, dann sollte man eben nicht einfach so improvisieren. Das könnte wirklich gefährlich werden. Man sollte eine gute Idee haben, wohin man möchte und wie man dort hinkommt. Man sollte in etwa wissen, wie viel Zeit man für den Weg hat und mit welchen Gefahren man rechnen muss. Man sollte vorher ein wenig trainiert haben. Manchmal auch ein wenig mehr.

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Man sollte die richtigen Schuhe anhaben, damit man mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen bleiben kann, ein Seil vielleicht und einen Eispickel und einen Rucksack, in den man das ganze Zeug reinpacken kann.

Und das ist auch in etwa das, was man dabei haben sollte, wenn man sich aus dem Hamsterrad befreien möchte. Ein Ziel, das man in planbaren kleineren oder größeren Schritten erreicht. Einen Zeitrahmen für einzelne Aufgaben und einen Zeitrahmen für die erste Million (hm, kleiner Scherz am Rande).

Man sollte seinen Koffer mit Werkzeugen haben und wissen, was man damit anstellen kann.

Und schlussendlich sollte man auch eine ungefähre Vorstellung von den Fallstricken haben, die es gibt. Es gibt Schwierigkeiten, die man vorher aus dem Weg räumen kann.

StockSnap / Pixabay

Mit Zweifeln leben

Aber mit einem Teil der Probleme wird man manchmal einfach leben müssen. Das können Zweifel an der eigenen Leistung sein, Schwierigkeiten, sich zu organisieren oder einfach Probleme, die man nicht vorhersehen kann.

Also habe ich – dort auf dem Bordstein sitzend – meinen Plan für den Artikel geschmiedet. Dann bin ich nach Hause gehumpelt und habe mich noch einmal dran gesetzt.

Ich kann doch nicht bei jedem Problem immer ALLE meine Entscheidungen in Zweifel ziehen?

Für das große Abenteuer habe ich mich ja längst entschieden. Meinen Rucksack habe ich schon lange gepackt. Ich habe schon so oft Dinge geplant und dann improvisiert. Und ich bin schon seit einer Weile unterwegs.

Übers Wandern und Bergsteigen weiß ich zwar immer noch nicht so viel übers, aber ich habe schon einige Artikel geschrieben. Dieser Gedanke gleicht einem Seil, an dem ich mich festhalten kann. Es muss ja nicht der Achttausender sein. Zumindest nicht gleich. Dafür muss ich mich erstmal über die Steigeisen informieren, die man so auf dem Markt erwerben kann.

Mut zur Improvisation

Der Mut zu improvisieren, der Mut zur Lücke gehört einfach dazu. Das sind ganz genau die Dinge, die ein Abenteuer zu einem Abenteuer machen. Es ist spannend, interessant und bereichernd zu lernen, wie man von einem auf den nächsten Moment Entscheidungen trifft. Wie man Pläne an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen kann. Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Sonst wird der Koffer zu groß, den man mit sich herumschleppen muss. Und wenn der Koffer zu schwer ist, dann wird es auch schwierig, einfach los zu gehen.

Viele Probleme kann man erst dann lösen, wenn man sich bereits auf den Weg gemacht hat. Das klappt, wenn man sich nicht von den Zweifeln ausbremsen lässt. Wenn man sich auf die Erfahrung freut, die man machen wird. Die Erfahrung an der man letztendlich wächst. Und mit diesen Erfahrungen wird es das nächste Mal einfacher.

Am nächsten Wochenende fahre ich in die Sächsische Schweiz, um die Ecke. Ein bisschen bouldern. Das bedeutet, ohne Seil auf kleine Steine zu klettern. Training, um ein Gefühl für die Wand zu bekommen. Ein Gefühl dafür, wie es ist, wenn man klettert. Und wenn man wirklich runter fällt ist es nicht so schlimm. Ich glaube, genau so fühlt es sich an, wenn man seine Abenteuer erst plant und dann großzügig improvisiert.

Artikel von

Mirjam Hoff

Mirjam Hoff

Mirjam Hoff ist ausgebildete Betonwerkerin hat als Sekretärin, Projektassistentin, Qualitätsmanager, Tutor und in vielen anderen Berufen gearbeitet. Nach einige Jahre, die sie in den USA verbracht hat, wendete sie sich dem Schreiben zu. Sie hat inzwischen 4 Bücher veröffentlicht. Ihre Themen sind Balance und die Verantwortung für die eigene Situation zu übernehmen. Dafür findet sie in ihrer Arbeit als Autor viele Impulse.

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Mirjam Hoff ist ausgebildete Betonwerkerin hat als Sekretärin, Projektassistentin, Qualitätsmanager, Tutor und in vielen anderen Berufen gearbeitet. Nach einige Jahre, die sie in den USA verbracht hat, wendete sie sich dem Schreiben zu. Sie hat inzwischen 4 Bücher veröffentlicht. Ihre Themen sind Balance und die Verantwortung für die eigene Situation zu übernehmen. Dafür findet sie in ihrer Arbeit als Autor viele Impulse.

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