Abitur – Der erste Schritt ins Hamsterrad?

Abitur

Wir haben fertig! Ende Mai war es vollbracht! Ein weiterer Abitur-Jahrgang hält die Lizenz zur Intelligenz in den Händen!

Es war eine wirklich unglaublich intensive Zeit, für die Schüler, Lehrer und natürlich nicht zuletzt für die Eltern.

Aus dieser oftmals wie ich fand, wenig beachteten Sicht möchte ich heute gerne mal meine persönlichen Eindrücke schildern. Die meisten Eltern hoffen und bangen mindestens genauso mit, wie die Prüflinge selbst und haben dabei doch keinen wirklichen Einfluss auf das Geschehen. Sie unterstützen, trösten und bauen wieder auf. Versuchen die fleißigen Kids mit den Lieblingsgerichten und dem schmalen Grat zwischen Gesprächsbereitschaft  und  einem „du nervst“ bei Laune zu halten. Eine schier unlösbare Aufgabe. Eltern chauffieren die Kids bei Tag und Nacht, wenn keine Busse fahren, z. B. auch zu den unmöglichen Prüfungszeiten, usw.

Das Ganze gipfelt am Schluss in der nervenaufreibendsten halben Stunde der gesamten Schulzeit!

Warten am Telefon, auf „den“ Anruf oder besser hoffentlich keinen Anruf.

Es kam kein Anruf, das  Abitur war bestanden! J

Bei der Abi Feier griff der Elternbeirat das Thema Eltern auf und schlug in seiner Rede vor, dass ja nun wir Eltern mal dran wären, einen Abend in der bevorzugten Feier Location der Kids zu verbringen und sie dann mitten in der Nacht, leicht alkoholisiert anzurufen, sie können uns abholen. Danke für den prima Vorschlag! Doch leider kam es bisher nicht dazu.

Die Abi Mottos waren auch in diesem Jahr wieder mal mehr, mal weniger kreativ.

Von DAS WARS, im STAR WARS Design, über Abicetamol, der Schmerz hat ein Ende, bis hin zu Abios Amigos – 12 Jahre Siesta und jetzt Fiesta. Wobei das Letztere, wie bitte?! 12 Jahre Siesta??? Die vergangenen 12 Jahre, vor allem die letzten 8 habe ich irgendwie ganz anders in Erinnerung…

Womöglich trügt mich meine Wahrnehmung?!

Aber es war ja geschafft.  Die wohlverdiente Fiesta erfolgte häufig und ausgiebig, zumal sich zum bestandenen Abitur und dem dazugehörigen Ball, noch zahlreiche 18. Geburtstage und bestandene Führerscheinprüfungen, sowie berühmt, berüchtigte Abi Fahrten gesellten.

Viele schöne Reisen, Kurztrips und Ausflüge wurden unternommen. Das wohlverdiente Lotterleben, endlich nicht mehr lernen! Lange feiern, lange schlafen, nachdem die Last und der Druck der Prüfungsangst endlich abgefallen waren.

Abitur
Free-Photos / Pixabay

Was für ein geiles Gefühl! Endlich 18, erwachsen, Abi, Führerschein, die Welt gehört uns!

Viele Leser werden sich vielleicht noch zurück erinnern und sich gut in dieses Gefühl hineinversetzen können.

Und nun? Wie geht’s denn jetzt weiter?

Einige hatten ihre Studien- und Ausbildungsplätze schon sicher und konnten nun eine längere Auszeit genießen, andere haben von vornherein eine längere Auszeit geplant, manche möchten erstmal  jobben und wenige hatten noch gar keinen Plan.

Was mir in dieser Zeit besonders auffiel war, den Glückwünschen und Nachfragen schlossen sich unisono Worte wie: „Genieße die freie Zeit“, „So viel freie Zeit am Stück wirst du bis zur Rente nicht mehr haben“, oder richtig häufig auch

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“

Ich weiß ja, das war alles nur gut gemeint, aber mal ehrlich Leute,  mir hätte das Angst gemacht!!!

Aber waren das nicht genau auch die Worte, die wir schon damals zu hören gekriegt haben?

Passender Artikel:  Was ich glaubte, sein zu müssen

Warum eigentlich, hat kaum einer mal was Motivierendes  gesagt wie:

„Das wird bestimmt ganz toll!“, „Ab jetzt kannst du ordentlich was bewegen“, „Du wirst jede Menge Spaß haben!“

Traurig eigentlich… Empfinden denn so viele ihren Alltag wirklich so trostlos?

Bis jetzt überwiegt in unserem Fall, zum Glück das Positive und ich drücke ganz feste die Daumen, dass das recht lange so bleiben wird!

Hamsterrad hin, Hamsterrad her, gegen eine solide Ausbildung ist doch erst mal nichts einzuwenden

Und wahrscheinlich muss man auch erstmal länger in der Tretmühle gesteckt, und sie als solche empfunden haben, um dann auch nach Alternativen zu suchen, diese ernsthaft ins Auge zu fassen, um sie letztendlich auch genießen zu können.

Vielleicht trifft der ein oder andere ja auch direkt auf seinen Traumjob und ist und bleibt zufrieden  mit dem was er tut und der daraus resultierenden Work Life Balance. Und wenn nicht, gibt es noch so viele andere Möglichkeiten und einige Anregungen und Tipps liefert ja auch Markus Cerenak auf dieser Seite.

Aber erstmal genießt doch bitte auch diese magische Zeit. Ja, magisch, so empfinde ich es zumindest.

Denn jedem Anfang wohnt doch bekanntlich ein Zauber inne!

In diesem Sinne, wünsche ich allen Berufs- und Studienanfängern einen guten Start in eine spannende, erfolgreiche und abwechslungsreiche Zukunft, die dem möglichst nahe kommt, wie ihr euch das vorgestellt  habt und zolle auch allen Eltern Respekt, dass sie die Kids bis hierhin gebracht und immer unterstützt und begleitet haben.

Das hört hier zwar noch lange nicht auf, aber es wird weniger und das schafft uns Eltern in Zukunft ein paar Freiräume mehr.

Freiräume? Wozu denn eigentlich?

Zum Beispiel  zum Reisen: RiRaReiseblog  😉

Viele Grüße, €[email protected]

Ein Artikel von Manuela Stockmann

Artikel von

Manuela Stockmann

Manuela Stockmann

Eine eigentlich klassische Hamsterradlaufbahn. Schule, Ausbildung, Beruf (unter anderem als kfm. Angestellte in einer Immobilienfirma, Bankangestellte). Bewusster Wechsel in Teilzeit, um mehr Zeit und vor allem noch Energie für Familie, Freunde, Hund und Hobbies zu haben. Nach Eltern(aus)zeit Rückkehr in das Hamsterrad. Unter anderem Schwerpunkt Seminarorganisation, später Assistenz und Office Management. Mit der Zeit kam die Kreativität: Grundkurs HTML/CSS Programmierung, ehrenamtliche Unterstützung einer Familienwebseite im Internet (HTML), sowie Betreuung von Grundschulkindern im Antolin Lese Lernprogramm am PC. Verfassen von Kurzgeschichten und Artikeln. Aufbau einer nicht kommerziellen Internetseite, mein kleiner RiRaReiseblog, in dem ich über persönliche Erlebnisse und Eindrücke von einigen schönen Flecken dieser Welt und dem für mich schönstem Hobby überhaupt schreibe. Die Sprachkenntnisse in Englisch, sowie Grundkenntnisse in Französisch, Italienisch und Niederländisch haben bisher ausgereicht, um an den besuchten Zielen in der Welt zurechtzukommen. Des Weiteren mag ich alles, was man am, im und auf dem Wasser tun kann.

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Manuela Stockmann

Manuela Stockmann

Eine eigentlich klassische Hamsterradlaufbahn. Schule, Ausbildung, Beruf (unter anderem als kfm. Angestellte in einer Immobilienfirma, Bankangestellte). Bewusster Wechsel in Teilzeit, um mehr Zeit und vor allem noch Energie für Familie, Freunde, Hund und Hobbies zu haben. Nach Eltern(aus)zeit Rückkehr in das Hamsterrad. Unter anderem Schwerpunkt Seminarorganisation, später Assistenz und Office Management. Mit der Zeit kam die Kreativität: Grundkurs HTML/CSS Programmierung, ehrenamtliche Unterstützung einer Familienwebseite im Internet (HTML), sowie Betreuung von Grundschulkindern im Antolin Lese Lernprogramm am PC. Verfassen von Kurzgeschichten und Artikeln. Aufbau einer nicht kommerziellen Internetseite, mein kleiner RiRaReiseblog, in dem ich über persönliche Erlebnisse und Eindrücke von einigen schönen Flecken dieser Welt und dem für mich schönstem Hobby überhaupt schreibe. Die Sprachkenntnisse in Englisch, sowie Grundkenntnisse in Französisch, Italienisch und Niederländisch haben bisher ausgereicht, um an den besuchten Zielen in der Welt zurechtzukommen. Des Weiteren mag ich alles, was man am, im und auf dem Wasser tun kann.

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