Ausschalten oder Abschalten, das ist hier die Frage!

Abschalten

Heute Morgen habe ich mich wieder ertappt!

Ich hatte es eilig und beantwortete einige Whatsapp-Nachrichten kurzerhand mit ein paar Herzchen-Augen-Smileys. Anschließend überflog ich meinen Facebook-Account und verteilte noch zügig ein paar „Like-Daumen“. Sticker sind praktisch, witzig und vor allem schnell.

Schnell zu sein ist IN, und wichtig in einer Welt der Schnell-Denker, Speed-Leser, Sofort-Käufer, und „Last-Minute-Angebote-Sammler“.

Unsere Hamsterräder haben sich längst an unsere eigene Geschwindigkeit angepasst. Unsere PCs und Handys brauchen High-Speed-Verbindungen, an der Supermarkt-Schnellkasse scannen wir unsere Artikel selbst, denn wir alle sind ungekrönte Alltags-Hochleistungs-Sportler geworden.

Wir antworten spontan – und oftmals ohne große Überlegung. Wir reagieren in kürzester Zeit auf alles und jeden. Wir sind Maschinen in permanentem Online- und Live-Modus.

Nachdenken und „sich-Zeit-lassen“ ist out.

Unsere Multi-Tasking-Fähigkeiten sind Grund-Voraussetzung für unsere Jobs und unser ganzes Leben.

Wir mutieren zu Helikopter-Mamas, sind fliegende Event-Manager und Vollzeit-Akteure. Unsere Kosmetik beinhaltet Anti-Aging-Booster und Time-Control-Zutaten.

Unsere Nahrungs-Mittel (von Lebensmitteln kann man gar nicht mehr reden) nennen sich Fix-Produkte, unser Kaffee kommt per Knopfdruck in den To-Go-Becher.

Wir haben gelernt, schneller zu schlafen, nebenbei zu essen und viel produktiver zu arbeiten.
Aber wir haben verlernt, in Balance zu leben.
(Cay von Fournier)

Jegliche Orientierung wird von Navigationsgeräten übernommen, und da wir während der Autofahrt dank Freischaltungs-Blue-Tooth auch noch telefonieren können, „nutzen“ wir die Zeit, um mal nebenher etwas „Wichtiges“ zu erledigen. Wir lassen uns von unseren vollautomatisierten Kalendern an Geburtstage erinnern. Wir leben von Maschinen und sind selbst zur Maschine geworden.

Während meine Finger mit Hochleistungsgeschwindigkeit über die Tastatur sausen, spüre ich, wie sich meine Gedanken überschlagen und schon beim nächsten Satz sind, noch bevor ich einen Punkt unter den aktuellen Satz gesetzt habe.

Wir sind überall und ständig „in Fahrt und sind immer dort, wo wir gerade nicht sind. Präsenz ist das Zauberwort. Da sein ist out.

Doch wann sind wir wirklich präsent? Für einen Moment lang denke ich über das Wort Präsent nach. Präsent sein, heißt in der Gegenwart zu sein. Ein Präsent ist ein Geschenk.

Während ich diesen Text schreibe, spüre ich, wie die Hektik in mir hochkriecht und mich stresst!

Dabei bin ICH doch DIE Dipl. liz. Antistresstrainerin® und als genau diese ist es mein Job, dich und deinen Alltag zu entschleunigen.

Aber weißt du was? Manchmal bin auch ich gestresst.

Gott sei Dank! Denn nur so bin ich noch näher an dir dran. Nur so kann ich all das nachvollziehen, was meine gestressten Klienten in meine Seminare mitbringen!

Immer wieder werde ich gefragt: Hat eine Antistresstrainerin® auch Stress? Und was macht sie, wenn sie so richtig in Stress kommt? Wie entschleunigt sie ihren Alltag, wenn’s mal richtig stressig wird? Vielleicht durch

To-Do-Listen? Nein, das wäre zu banal. To-do-Listen sind einfach nur To-STRESS-Listen. Oder gibt es da draußen jemand, der – wie ich – eine entspannende TO-BE-Liste führt?

Vielleicht durch

Spaziergänge und Tai-Chi? Nun, Tai-Chi trainiert tatsächlich unsere Achtsamkeit und ist, wie ein erholsamer Spaziergang auf Wolken. Aber mal ganz unter uns: Welche wirklich gestressten Menschen haben tatsächlich Zeit für Wolken-Spaziergänge und Nerv für langsame Bewegungen?

Ach ja, bestimmt macht sie

Meditation und Atem-Übungen! Total genial. Vorausgesetzt, man erinnert sich mitten in der Stress-Phase an die Übung! Aber ganz ehrlich, welcher tobende Chef ist „amused“, wenn ihn seine Mitarbeiter im Meeting erst mal tiiiiiief an-atmen 😉

Passender Artikel:  Stressabbau - 10 hilfreiche Alltagstipps von Startrainer Christian Bischoff

Was kann ich dir also bieten, das wirklich funktioniert?

In all den Jahren meiner Trainer-Tätigkeit habe ich unendlich viele Coachings durchgeführt. Ich habe unzählige Ideen und Ansatzmöglichkeiten entwickelt, die alle auch alltagstauglich und gut umsetzbar sind. Und doch wurde mir im Lauf der Jahre klar: Das allein genügt in unserer immer hektischeren Zeit nicht mehr.

Wenn du mich also fragst, was wirklich, ganz ehrlich, und so richtig nachhaltig funktioniert, dann habe ich nur eine Antwort:

Und die heißt „AUSZEIT“.

Ja, ich sehe schon dein Augenbrauen-Runzeln. „Auszeit!“ dafür habe ich gar keine Zeit! Aber ich höre deine Seele antworten: Schade, das hätte uns gutgetan.

Und ja, ich spüre deinen Widerstand. Auszeit? Dafür habe ich gar kein Geld. Und ich sehe dich in den nächsten Gratis-Online-Kurs klicken. Kostenlos und vor allem unverbindlich. Aber ich höre deine Seele antworten: Schade, ich hätte es mir so sehr gewünscht, einfach mal richtig abzuschalten.

Aber es ist wie mit vielen Dingen, von denen wir glauben, dass sie nicht gehen. Bis wir es einmal versucht haben.

Was ist es, was du wirklich brauchst? Kostenlose Unverbindlichkeit, bequem von zuhause aus?

Ich verstehe dich gut, lange Zeit habe auch ich meine innere Stimme überhört. Auch meine Hamsterräder liefen automatisiert weiter, ohne mich zu fragen. Bis das Leben einen Ausschalter drückte. Da wusste ich: Jetzt ist es höchste Zeit, eine geführte Pause einzulegen.

Heute begleite ich seit 20 Jahren Menschen, die am selben Punkt stehen, wie ich damals. In meinen Kloster-Auszeiten lernen Menschen, den Ausschalter selbst zu betätigen, bevor es das Leben tut. Sie lernen, wieder auf ihre innere Stimme zu hören und das Präsent des Lebens wahrzunehmen.

jplenio / Pixabay

Warum ist ein persönliches Auszeit-Wochenende so wertvoll?

Eine Auszeit ist eine komprimierte Zeitspanne, in der du tatsächlich „abschalten“ kannst. Und das meine ich wortwörtlich. Abschalten bedeutet nicht auf Standby-Modus zu sein, Abschalten bedeutet: Aus. Stopp. Punkt.

Schon allein die bildliche Vorstellung, dass jedes meiner Hamsterräder einen Aus-Schalter hat, den ICH betätige, lässt mich ruhiger werden.

Ein echtes Abschalten lässt dich aus deiner Highspeed-Programmierung in einen „Freischaltungs-Modus“ wechseln.

Eine echte Auszeit sorgt dafür, dass du von deinem Stresslevel-Modus in einen Freiheits-Modus wechselst.

Sie ist pure Entspannung für dich, weil du vom Funktionier-Modus in einen inspirierenden „Was-will-ich-wirklich-Modus wechselst.

Echte Auszeiten haben deutlich mehr Qualität als Online-Kurse über Entspannung und Achtsamkeit. Ich persönlich mag das ganze Online-Gedöns– wohlgemerkt in meiner Freizeit – sowieso nicht (mehr)! Sie kleben meinen Hintern noch fester auf meinen Schreibtisch-Stuhl und halten mich an genau dem Ort, der mir ohnehin den ganzen Tag Stress verursacht.

Echte Auszeiten lenken dich nicht einfach nur ab, sondern lenken deine Aufmerksamkeit auf deine Lebendigkeit und Tiefe. Sie nähren deine inneren Kraft-Quellen, die auch ohne Bluetooth-Verbindungen und WLANs funktionieren.

Es tut so gut, für das Präsent des Lebens präsent da zu sein. Du wirst staunen, was dir das Leben zu erzählen hat, wenn du es endlich einmal auspackst.

Während ich diese letzten Sätze schreibe, spüre ich:

Jetzt ist sie wieder da, meine Ruhe, meine Gelassenheit, meine Hoffnung und meine Freude und ich höre meine Seele sagen:

Herzlich willkommen, schön dass du da bist, ich bin auch da!

Und genau das möchte ich auch dir zeigen. Ein echtes, pures Auszeit-Wochenende mitten im Alltag. Weil DU WICHTIG BIST!

Herzliche Grüße

Silke

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

2 Antworten

  1. Danke, liebe Silke, für diesen inspirierenden Text!
    „To-do-Listen sind einfach nur To-STRESS-Listen. (…) – eine entspannende TO-BE-Liste …“
    Dein Satz bringt mich zum Nachdenken.
    Viele Entschleunigungsübungen und -Angebote werden eingesetzt, damit man danach noch besser FUNKTIONIEREN kann und soll. Das ist doch eigentlich der erste falsche Gedanke. Wirklich ICH-BIN zu erlauben, heißt auch, nichts mehr beweisen zu müssen, nichts zu leisten (auch nicht perfekt entspannt sein) und nichts Optimierendes von sich verlangen. Sich selber neu denken, das ist spannend. Ich geh´ dann mal, ganz bei mir sein 🙂
    Herzliche Grüße
    Elke Weigel
    Diplom-Psychologin und Tanztherapeutin

  2. Danke, liebe Silke für diesen wichtigen Blogpost. Mir gelingt es mit den Jahren immer besser fahrt raus zu nehmen. Bewusst zu leben und mir immer mehr Auszeit zuzugestehen. Es ist so spannend wie mir mein Körper und meine Seele dankt. Und ja nur so ist es mir Möglich ein Geschenk für meine Mitmenschen zu sein.
    Alles Liebe
    Annette

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

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