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Das etwas andere Hamsterrad: Alleinerziehend und erfolgreich

happy child and woman outdoor playing with soap bubble on meadow

Schon als junge Medizinstudentin wurde ich damit konfrontiert, dass ich immer viel arbeiten musste. Es war sozusagen normal und ich hinterfragte es damals auch nicht.

Viele Jahre lang arbeitete ich als Neurologin teilweise 50 Stunden in 3 Tagen. Und das war normal. Kannte ich meine Patienten wirklich? Eher nicht. Ich wusste ihre Laborwerte und ihre Befunde. Doch für den Menschen dahinter blieb sehr wenig Zeit.

Im Rahmen der Facharztausbildung und beim Wechsel in die Psychiatrie und Psychotherapie bemerkte ich zum ersten Mal, dass die Uhren auch langsamer ticken können. Ich hatte erstmalig Zeit für einen Patienten. Das war es, was ich wollte!

Mich faszinierte und begeisterte die Psychotherapie und so ebnete mir die Zusatzausbildung für die ärztliche Psychotherapie meinen ersten Schritt aus dem Klinik-Hamsterrad.

Zum Glück!

Denn dann bekam ich zwei wunderbare Töchter mit einem Mann, den ich sehr liebte.

Vor knapp drei Jahren war es dann leider aus. Er ging und ich saß mit zwei kleinen Mädchen alleine da. Wie sollte ich als alleinerziehende Mutter in die Klinik zurückkehren? Mit Nachtdiensten? Sehr schwierig umzusetzen.

Alleinerziehend und arbeiten?

Kurz vor der Trennung wurde ich in Teilzeit in einem psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgungszentrum angestellt. Diesen Arbeitgebern bin ich bis heute sehr dankbar, da sie mich durch die anfängliche sehr schwierige Zeit “getragen” haben.

Alleinerziehend und der Alltag

Anfang dieses Jahres fragte ich mich zunehmend, wie mein Leben denn nun weitergehen soll. Wie sollte meine neue Zukunft aussehen?

Ich liebe die Arbeit mit meinen Patienten und habe dort alle Freiheiten. Doch irgendetwas fehlte mir.

Die Zeit, die ich aktiv 1:1 arbeiten kann, ist begrenzt, da meine kleinen Kinder schon jetzt ausreichend lange in der Kita sind und mich brauchen.

Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass ich mein gesamtes Wissen und meine Neugierde nicht ausreichend lebe und sie “verpufft”.

Außerdem ärgerte ich mich zunehmend, dass ich trotz all meiner Ausbildungen es mir nicht mehr leisten konnte, mit meinen zwei Töchtern einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren.

So sollte es nicht weitergehen

Ich fing an, viel über Menschen zu lesen, sehen und hören, die trotz schwieriger Lebensumstände wieder erfolgreich wurden. Da haben mich vor allem “Tom Kaules” vom Erfolgspodcast, die YouTube-Videos von Veit Lindau und Markus´ Podcast beeinflusst.

Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe

Dieser Satz hat etwas in mir verändert.

Ich möchte neue Wege gehen und finde sie!

Der Start

Am 26.4.2014 während einer Autofahrt war der Name da. “Stark und alleinerziehend” war geboren. Ich spürte sofort das Potenzial in meiner Idee und meinem Projekt. Ich möchte Alleinerziehende unterstützen, einem Burnout vorzubeugen und wieder mit mehr Energie und Freude weiterzuleben.

Passender Artikel:  Ich will mein Leben ändern: 14 einfache Rituale, die dir dabei helfen

Meine Hürden

1. Technik

Im April dieses Jahres wusste ich nicht einmal, was “Wordpress” ist. Ich wusste nicht, wie man bei Facebook postet usw. Ich war der totale Laie.

Aber “Stark und alleinerziehend” ist meine Herzensangelegenheit. Und da mein “Warum ich das tue” so stark ist, lerne ich seit sechs Monaten, was “online” alles möglich ist. Ich höre viele Podcasts, lese viele Artikel und beobachte, was die “Großen” machen.

Außerdem habe ich den Kurs “Starte einen erfolgreichen Blog” von Markus und Jakob  absolviert. Dadurch wurde mir ganz viel Angst vor der Technik genommen und ich lernte Schritt für Schritt, was wichtig ist.

2. Zeit

Ich habe zwei kleine Kinder, einen Teilzeit-Job, Haushalt und mache alles alleine.

Seitdem ich blogge und podcaste, habe ich kein einziges Mal mehr Fernsehen geschaut. Ich kümmere mich abends ab 20:00 Uhr um meinen Blog und am Wochenende ca. 8 Stunden.

Alles, was ich tue, mache ich zu 60 %. Mehr geht nicht, da der Tag 24 Stunden hat.

So ein Projekt neben all den anderen Verpflichtungen aufzubauen, bedeutet eine Menge Disziplin und Zeit. Da bin ich ganz ehrlich!

3. Gedanken/Glaubenssatz

Der Gedanke, dass  “ich das alles nicht kann”, war zu Beginn sehr präsent. Dabei hat mir mein Mantra “Fange an, bevor du bereit bist” geholfen. Ich habe es auf einen Zettel geschrieben und neben meinen Schreibtisch gehängt.

Meine Erfolge/Entwicklung nach 6 Monaten online

Wenn man mir das vor sieben Monaten erzählt hätte … ich hätte es nicht geglaubt. Aber es ist doch einiges passiert.

  • Diesen Monat zum ersten Mal 10.000 Besucher auf meiner Webseite
  • Täglich viele, viele Mails von Alleinerziehenden
  • Einladungen zu zwei Fachkongressen und einem Vortrag
  • Meine erst 12 Podcast-Folgen wurden 7598-mal gehört
  • Drei Artikel über mein Projekt (Blog) in den Printmedien
  • Einige Interviews (Podcast) und Gastartikel online
  • Anfrage zu Kooperationen mit Online-Elternforen
  • Online-Beratung für Alleinerziehende (zu passenden Abendstunden)
  • 907 E-Mail-Abonnenten in meiner Liste
  • 1932 Fans bei Facebook 😉
  • eine Anfrage von einem sehr großen deutschen Buchverlag für einen Ratgeber, den ich schreiben darf 🙂

Fazit

Die letzten 6 Monate waren schon bis jetzt ein Riesengeschenk. Ich habe so viele liebe Menschen online kennengelernt und teilweise auch schon live getroffen.

Mein Wissen und meine Wahrnehmung außerhalb der medizinischen und therapeutischen Welt hat sich verhunderfacht.

Und Du?

Wenn du aufgrund vieler Verpflichtungen nicht sofort deinen Job aufgeben kannst und du aber über ein Wissen verfügst, wovon viele profitieren können, dann ist es möglich das online in die Realität umzusetzen.

Passender Artikel:  Nie zu spät für eine neue Herausforderung: Wie du das richtig anpackst

Auch mit Kindern!

Denn wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind bzw. Kindern gut.

Alexandra

 

9 Comments on “Das etwas andere Hamsterrad: Alleinerziehend und erfolgreich

Veronika Krytzner
26. November 2014 um 21:16

Liebe Alexandra

herzlichen Dank für den inspirierenden Artikel. Du hast unglaublich viel in kurzer Zeit bewegt. Wow! Ich freu mich von Herzen für dich und für dein tolles Projekt!
Was mich wirklich etwas beruhigt ist, dass dein Haushalt auch ein wenig leidet ;-). Ich habe gerade auch ein überschaubares Chaos.
Von Herzen liebe Grüße
Veronika

Anita
9. November 2014 um 19:05

Hallo Alexandra,
herzlichen dAnk für Deinen Artikel. Obwohl ich in den letzten Monaten und Jahren schon soviel als alleinerziehende geschafft habe, will mich der Satz „ich kann das nicht“ nach wie vor in die Knie zwingen. Unglaublich wie machtvoll eingebrannte Wörter sein können.
Ich möchte Dir zu Deinem Erfolg gratulieren und freue mich für Dich!!!
Herzliche Grüße,
anita

Alexandra Widmer
10. November 2014 um 9:34

Liebe Anita,

ja, solche Sätze kenne ich auch und sie zwingen ein oft in die Knie. Für mich bedeutet „stark“ sein aber auch „Schwäche“ zu zeigen und sich Unterstützung zu holen. Alles alleine zu bewältigen ist übermenschlich.

Alles Gute für Dich!
Alexandra

Alexandra Widmer
8. November 2014 um 21:06

Lieber Markus,

ich danke dir für deine Worte und wünsche dir viel Erfolg!

Viele Grüße Alexandra

Markus Spitzli
8. November 2014 um 8:41

Salut Alexandra

Ein sehr schöner Artikel. Es freut mich sehr zu lesen wieviel Erfolg du mit deiner Leidenschaft hast. Du scheinst sie wirklich zu leben und das freut mich für dich.
Übrigens finde ich dein Thema betreffend Burnout und Alleinerziehenden sehr wichtig. Ein sehr wertvoller Beitrag für die Gesellschaft.

Dein Artikel macht mir selbst Mut für meine Leidenschaft. 🙂

Lieben Gruss
Markus

Alexandra Widmer
7. November 2014 um 22:20

Liebe Sabine,

in meiner Beziehung habe ich vor allen die „allein erziehend“ waren, viel Abstand gehalten. Aus Angst, dass es mich trifft.

Dann musste es wohl so kommen…..

Tja, was soll ich sagen: Einfach geht anders-doch ich sehe es einfach nicht ein, mich dem äußeren Bedingungen so hinzugeben.

Ich teste

Man schafft mehr als man glaubt. Aber da ich ja zum Thema Burnout Prävention blogge, darf ich selbst immer ein Auge auf mich haben.

Ich weiß was es bedeutet, gar nicht mehr zu können. Trotz allen Wissens! Der Schmerz über den Verlust der Familie und dann aber „funktionieren“ zu müssen, haut die stärksten Menschen um.

Danke für deine Worte!

Und freue dich über deine Unterstützung!

Liebe Grüße Alexandra

Sabine
7. November 2014 um 21:34

Liebe Alexandra,
ich ziehe den Hut vor Dir.
Ich weiß was es heißt, mit einem kleinen Kind selbständig zu sein und habe dabei zum Glück meinen Mann und beide Omas zur Unterstützung. Und trotzdem ist es manchmal viel.
Gratulation zu Deinem Herzensprojekt und Deinem Durchhaltevermögen.
Hab eine gute Zeit
Sabine

Diana Grabowski
7. November 2014 um 14:48

Liebe Alexandra, mein Herz geht mir auf, wenn ich Deinen Artikel lese. Ich freue mich so, so sehr über Deinen Erfolg! Toll, was Du jetzt schon erreicht hast und noch alles erreichen wirst. Du machst so Mut mit Deinem Beispiel.

Ich bin zwar keine allein erziehende Mutter, dafür aber vielseitige Ideenheldin und da ist es für mich oft auch eine ganz große Herausforderung als Solo-Unternehmerin alles unter einen Hut zu bringen.

Danke für Deinen Mut und Deine Power,
Diana

Alexandra Widmer
7. November 2014 um 17:56

Liebe Diana,

vielen Dank für dein Feedback. Ich hoffe, ich kann ein paar Menschen inspirieren.

Nur manchmal darfst du nicht meine Wohnung sehen…..da herrscht dann Chaos ;).

Es ist glaube ich viel möglich und so schlimm es klingt, ist es diese Lebenssituation, die so viel Bewegung in gebracht hat.

Es darf einfach nicht sein, dass so viele Alleinerziehende in eine Erschöpfung rauschen und alle schauen zu.

„Solo-Unternehmer- sein“ hat in meinen Augen mit viel Liebe zum Thema, Durchhaltevermögen, Mut und Vertrauen in sich zu tun.

Wenn mir jemand vor 7 Monaten DAS hier erzählt hätte, hätte ich es nicht geglaubt.

Ich bin sehr dankbar!

Alles Liebe Alexandra

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Artikel von

Alexandra Widmer

Alexandra Widmer

Alexandra Widmer ist Ärztin, Psychotherapeutin, Mutter, Frau, Bloggerin, Podcasterin, Freundin und vieles mehr. Sie ist seit 3 Jahren alleinerziehend mit zwei Töchtern. “Diesen Job” machte sie zum allergrößten Teil allein. Sie hat keine Familienangehörigen in ihrer näheren Umgebung wohnen. Der Vater sieht die Kinder einmal wöchentlich.Sie möchte mit ihren Projekten Alleinerziehende unterstützen, einem Burnout vorzubeugen und wieder mit mehr Energie und Freude weiterzuleben. Und es ist ihr eine “Herzensangelegenheit”. Alexandra möchte einen neuen Blick schärfen, mehr Bewusstsein schaffen und die Position der Alleinerziehenden stärken. Du findest mehr auf www.starkundalleinerziehend.de

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

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