Warum das Angestelltendasein immer unsicherer wird…

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Sicherheit ist eine Illusion! Als Selbstständiger weißt Du das.

Was kann in einem Business nicht alles passieren: Der scheinbar zu 100 % sichere Auftrag geht am Ende doch an Deinen Wettbewerber. Oder die totsichere Marketingstrategie funktioniert bei Deinem Business überhaupt nicht.

Sowas passiert. Als Selbstständiger lernst Du allerdings damit umzugehen. Du stellst Dich darauf ein, dass nichts sicher ist.

Habe Optionen!

Wie? Ganz einfach. Du setzt nicht alles auf eine Karte. Du achtest darauf, immer Optionen zu haben.

Du baust Dein Business so auf, dass Du nie nur von einem Kunden abhängig bist. Du siehst zu, dass Du mit keinem Kunden mehr als 10 % Deines Umsatzes machst. Kommt der scheinbar 100 % sichere Auftrag doch nicht rein, ist das nicht tragisch. Du hast ja noch viele weitere Kunden.

Du probierst viel aus. Wenn etwas nicht funktioniert, dann lässt Du es und probierst etwas Neues. Wenn die von allen Experten gehypte Marketingstrategie für Dein Business doch nicht funktioniert, dann setzt Du halt eine andere Marketingidee um.

Als Selbstständiger bist Du sehr flexibel und nicht an Jahrespläne gebunden. Gerade im Internetbusiness bekommst Du schnelles Feedback vom Markt. Du passt Dich schnell an und veränderst Deine Strategie. Scheitern tust Du nur, wenn Du nicht mehr aufstehst.

Sicherheit ist eine Illusion – und als Selbstständiger lernst Du schnell damit umzugehen. Nach einiger Zeit hast Du zwar keine 100 % Sicherheit für Dein Business, aber Du lernst das Risiko einer totalen Pleite auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Sicherheit des Angestellten?

Mir sagen viele Angestellte häufig, sie könnten nicht mit der Unsicherheit als Selbstständiger umgehen. Sie bräuchten die Sicherheit des Angestelltendaseins. Sie bräuchten die Sicherheit des monatlichen Gehalts auf ihrem Konto.

Sicheres Gehalt? Auch als Angestellter ist Sicherheit eine Illusion! Ich will Dir das im Folgenden verdeutlichen:

Nach Deiner Ausbildung fängst Du normalerweise direkt zu arbeiten an. Du bist in der Regel zwischen 20 und 25 Jahre alt –  je nachdem ob Du eine Lehre oder ein Studium absolviert hast. Du arbeitest fleißig die ersten Jahre in Deinem Job, Deinem Hamsterrad. Vielleicht wechselst Du nach einigen Jahren zu einem anderen Unternehmen. Vielleicht steigst Du auch die Karriereleiter auf und wirst Gruppenleiter, vielleicht sogar Abteilungsleiter.

Und dann mit 40 glaubst Du fest im Sattel zu sitzen. Vielleicht hast Du Dich sesshaft gemacht und hast Dir ein Haus gekauft. Das konntest Du natürlich nicht bezahlen. Also hast Du einen Kredit aufgenommen. Ist ja alles kein Problem. Schließlich hast Du einen festen Job mit sicherem Einkommen, oder?   

Als Angestellter hast Du nur einen Kunden!

Das Problem ist: Du hast nur einen einzigen Kunden: Deinen Chef. Von ihm bist Du zu 100 % abhängig. Wenn Dein Chef der Meinung ist, dass Du Deinen Job nicht gut machst, dann war's das mit der Sicherheit.

Das ist häufig nicht so schlimm, wie es sich anhört, wenn Du im Alter zwischen 25 und 40 bist. Wenn Du es früh genug merkst, dann wechselst Du eben den Job.

Aber nehmen wir mal an, Du hast die 40 überschritten. Du willst gar nicht wechseln. Schließlich hast Du ein Haus in der Nähe Deiner Firma gebaut. Deine Kinder gehen hier zur Schule. Dein Partner hat auch in der Umgebung einen gute Job gefunden. Du willst nicht weg, aber Du musst.

Dein einziger Kunde – nämlich Dein Chef – ist der Meinung, dass du keinen  guten Job mehr machst. Das ist unschön, aber Du kannst nichts daran ändern. “Der Ober sticht den Unter!” Du musst Dir einen neuen Job suchen. Den bekommst Du aber sehr wahrscheinlich nicht in der Nähe, sondern irgendwo 400 km entfernt. – Du meinst, daß wäre nicht gerecht? Ja, mag sein, aber das Leben ist kein Ponyhof.

Mit zunehmenden Alter wird Dein Job unsicher!

Noch viel schlimmer wird es, wenn Du die 50 überschritten hast. Nehmen wir an, Du warst die letzten 20 Jahre angestellt bei einem gutgehenden großen Unternehmen. Jetzt wechselt Dein Chef. Mit Deinem früheren Chef kamst Du gut aus, aber der ist jetzt in Rente gegangen.

Der Neue hingegen ist 35 Jahre alt und könnte damit fast Dein Sohn sein. Er will alles anders haben und machen. Da Du diesbezüglich eher zurückhaltend bist, schätzt er Dich nicht sonderlich. Er wird versuchen, Dich loszuwerden. Du bist über 50, musst aber noch bis 67 arbeiten, bevor Du in Rente gehen kannst.

Aber mit über 50 wird es verdammt schwer noch einen neuen Job zu finden – vor allem wenn Du seit 20 Jahren im gleichen Unternehmen gearbeitet hast. – Sicherheit als Angestellter? Das ist mit Sicherheit mit zunehmendem Alter eine Illusion!

Es ist schon fatal: Das Bedürfnis nach Sicherheit nimmt mit dem Älterwerden zu. Die tatsächliche Sicherheit eines Angestellten nimmt aber ab, je älter er wird.

So schaffst Du Dir als Angestellter Optionen!

Was tun? Ich denke, jeder sollte darauf achten, sich langfristig Optionen zu schaffen und mit zunehmendem Alter nicht alles auf eine Karte zu setzen – sprich auf Gedeih und Verderb von einem Chef abhängig zu sein!

Jeder sollte sich die Frage beantworten: Was mache ich, wenn ich meinen Job verliere? Mit welchen Deiner Hobbies, Deiner Stärken oder Deiner Leidenschaften könntest Du dann Geld verdienen? Das solltest Du allerdings nicht erst dann machen, wenn Du Deinen Job verlierst.

Das Faszinierende heutzutage ist: Um zu testen, was als Business funktioniert, brauchst Du für viele Geschäftsideen weder viel Geld noch musst Du Deinen jetzigen Job kündigen. Du musst nur Zeit investieren, also einen Teil Deiner Freizeit.

Gerade durch das Internet gibt es heutzutage eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich auszuprobieren und sich neben dem Job etwas aufzubauen. Hier mal einige Beispiele:

  • Du kannst einen Blog über Dein Lieblingsthema schreiben.
  • Du kannst ein Buch schreiben und auf amazon verkaufen.
  • Du kannst über Deine Leidenschaft podcasten.
  • Du kannst Kurse bei der Volkshochschule geben.
  • Du kannst auf Flohmärkten oder bei E-Bay Sachen verkaufen!

Meist wirst Du damit erst mal kein oder nur wenig Geld verdienen, aber darum geht es zu Beginn nicht. Es geht darum, zu lernen, was funktioniert und was nicht. Es geht darum, sich auszuprobieren und über die Zeit nebenher etwas aufzubauen, was Dir Spaß macht und mit der Zeit auch Geld abwirft. Du erschaffst Dir eine Option Geld zu verdienen für den Fall, dass Du Deinen Job verlierst.

Nicht jeder muss sich selbstständig machen!

Es kann ja durchaus sein, dass Dir Dein Job Spaß macht und Du keine Probleme mit Deinem Chef bekommst. Wunderbar. Dann musst Du ja auch nicht in die Selbstständigkeit wechseln und kannst einfach eine berufliche Neuorientierung wählen. Aber zumindest hast Du Dir ein Sicherheitsnetz aufgebaut, in das Du fällst, wenn der schlimmste Fall eintritt.

Wichtig ist: Bau Dein Sicherheitsnetz frühzeitig auf, nicht erst, wenn Du es brauchst.


Ein Gastartikel von Bernd Geropp

Bernd Geropp ist Geschäftsführercoach und Führungstrainer in Aachen. Er hilft seinen Kunden dabei, selbstständige und eigenverantwortliche Mitarbeiter zu führen. Mit seinem Blog www.mehr-fuehren.de und seinem Podcast: “Führung auf den Punkt gebracht” hilft er Unternehmern und Führungskräften mehr zu führen und weniger zu managen.

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