Berufliche Neuorientierung: Jobwechsel, Veränderung oder Neuanfang?

Berufliche Neuorientierung

Vor einigen Jahren hatte ich einen normalen Hamsterradjob in einer Werbeagentur. Um ehrlich zu sein, wer schon jemals in einer Werbeagentur gearbeitet hat, weiß, dass es sich nicht um einen “normalen” Hamsterradjob handelt, aber egal.

Ich war damals als Account Assistant auch für die Automarke Alfa Romeo zuständig und ich kann mich sehr gut an einen Radiospot erinnern, der mich bis heute immer wieder begleitet. Der Text lautete ungefähr so:

Heute kündige ich meinen Job.
Es war ja ganz nett hier.
Ich habe gut verdient, freundlicher Chef,
nette Kollegen, schönes Büro.

Aber leider …
(im Hintergrund hört man das Starten eines Motors)

… viel zu nah an meiner Wohnung!

Mit diesem Spot wurde mir schon damals klar, dass offensichtlich neben Geld andere Dinge auch wichtig sein können, wenn man “arbeitet”.

Die tiefe Stimme des Werbesprechers, die “Heute kündige ich meinen Job …” sagte, begleitete mich seitdem.

Es hat dann bei mir lange gedauert, den Schritt zu machen: eine berufliche Umorientierung steht an!

Vermutlich, weil es so viele Argumente gibt, ganz brav im Hamsterrad zu bleiben, bevor du an einen Neuanfang denkst.

Stelle dir nur kurz die folgenden Fragen:

  • Was motiviert mich für meinen Job?
  • Was finde ich wirklich großartig daran, so großartig, dass ich es auch tun würde, wenn ich kein Geld dafür bekommen würde?
  • Wann habe ich mich das letzte Mal auf etwas im Job gefreut?
  • Gibt es andere Gründe außer Geld, warum ich meinen Job mache?

Natürlich! Es gibt viele andere Gründe, warum du deinen Job machst. Es geht nicht nur ums Geld!

Höre zu diesem Thema in eine meiner Podcast Episoden rein:

Podcast: Warum es so wichtig ist, etwas Bedeutsames zu tun

In dieser Episode bin ich nachdenklich und philosophiere ein wenig darüber, warum der Wecker ein Symbol des Bösen ist und wie wichtig es, ist, dass du dir bei einem Jobwechsel die Sinnfrage stellst.

Und warum es bei deinem persönlichen Erfolg und bei beruflicher Umorientierung nicht nur um deine Selbstverwirklichung geht.

Rechtsklicken und “Speichern unter” um die Datei runter zu laden.

Ich denke, dass es neben den monatlichen Schmerzensgeldzahlungen tatsächlich noch einige gute Argumente für den normalen Job (oder gegen einen Jobwechel) gibt. Auch wenn du dir manchmal denkst: Ich kann nicht mehr!

Oder doch nicht?

Berufliche Neuorientierung: Was dich momentan noch davon abhält:

Was sind also die Gründe, warum du in deinem Job bleibst, auch wenn du unzufrieden bist?

1) Um Karriere zu machen

Du willst die Karriereleiter nach oben. Du willst aufsteigen, einen Posten in der Chefetage haben, großes Büro, Dienstwagen, das volle Programm. Stelle dir mal vor, du bist ganz oben angelangt und würdest noch immer das selbe verdienen wie jetzt auch. Hm … Geht es also doch ums Geld?

berufliche Neuorientierung - Ich bin der Beste!

sasint / Pixabay

2) Um sich zu beweisen

Es geht darum, dem Chef zu zeigen, was du drauf hast. Dem Kollegen, der in jedem Meeting mobbt, endlich mal zu beweisen, dass du es kannst. Du willst einfach eine echte Glanzleistung hinlegen und jedem zeigen, dass du stets unter deinem Wert verkauft wirst.

Stell dir vor, dein Chef hat es mitbekommen und gibt dir jetzt die großen Projekte mit Verantwortung. Er ist stolz auf dich. Dein Kollege respektiert dich und die ganze Firma weiß: Du bist einfach ein geiler Typ. Aber: Gehaltserhöhung gibt es keine. Hm … noch immer motiviert? Gehen dir manchmal die Worte „Ich kann nicht mehr“ durch den Kopf?

3) Um Herausforderungen zu meistern

Dir ist herzlich egal, was andere von dir halten. Es geht dir einfach darum, dich selbst weiterzuentwickeln, dich zu pushen und echte Hürden zu meistern. Verdammt stolz bist du, wenn du wieder einmal ein Projekt perfekt abgewickelt hat.

Aber den fetten Jahresbonus bekommt nur der Kollege, der zwar den ganzen Tag in der Nase bohrt, aber schon fünf Jahre länger in der Firma ist. Hm … Schön langsam nervt dann doch das Wort “Herausforderung”.

Nur was tun, wenn ich unzufrieden im Job bin? Den Mut, einfach so zu kündigen, bringe ich nie auf!

Das musst du auch nicht. Nicht gleich. Ich verstehe das nur zu gut. Bei mir war der Weg auch lang, mit vielen Umleitungen, steinig, oft habe ich den Beruf gewechselt und manchmal bin ich denselben Weg immer wieder gegangen.

Doch in mir blieb der Satz “Heute kündige ich meinen Job …”. Er stand für mich quasi symbolisch für Freiheit und die Möglichkeit, das zu tun, was ich wirklich liebe und was für mich Bedeutung hat.

Ich bin ein großer Fan von symbolischen Handlungen. Mich bringen solche Aktionen immer zum Nachdenken. Ich sehe die Dinge dann anders und kann mich in die kommende, veränderte Situation leichter hineinversetzen!

Markus, was meinst du bitte mit “symbolischer Handlung”? 

Ganz einfach: Schreibe noch heute …

Dein Kündigungschreiben

Ja. Setze dich heute Abend hin, öffne ein Word-Dokument und verfasse dein Kündigungsschreiben. Ganz ordnungsgemäß und korrekt. Mit Absender, Adresse, Anrede, Text und Unterschrift.

Als Kündigungsdatum setzt du den Termin ein, an dem glaubst, bereit und fähig zu sein, dein Hamsterrad zu verlassen. Bedeutet: Du schaffst dir mit diesem Schreiben ein starkes Symbol, das dich ab jetzt begleitet. Begleitet auf dem Weg aus dem Hamsterrad hin zu dem, was deine Leidenschaft ist.

Wie Wehr- oder Präsenzdiener, die jeden Tag zählen, bis sie abrüsten dürfen oder Kinder, die Tage bis Weihnachten zählen, hast du ab jetzt deinen persönlichen Hamsterrad-Exit-Countdown.

berufliche Neuorientierung - Kündigungsschreiben

rawpixel / Pixabay

Drucke das Word-Dokument aus, unterschreibe es und lege es in deine Dokumentenmappe, wo sich auch Diplome, Arbeitszeugnisse, Geburtsurkunde & Co aufhalten. Dieses Dokument ist nämlich mindestens genauso wichtig.

Sei erstaunt, wie anfänglich es dir schwer fallen wird, diese “symbolische” Handlung zu setzen (kündigen ohne neuen Job ist ja nicht so einfach) und wie anders es sich danach plötzlich anfühlt, am Montag ins Büro zu gehen. (Klicke hier wenn du ein paar „schlagende“ Argument um deine Arbeit zu kündigen brauchst.)

Niemand muss das wissen. Es ist dein kleines Geheimnis, das du durchziehen kannst, wenn du bereit dazu bist.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch es verdient hat, das zu tun, was seine/ihre Leidenschaft ist. Es gibt keinen Grund, in unserer Gesellschaft nur einen Tag etwas zu tun, was du nicht willst oder sogar hasst.

Es ist dein Leben. Gehe keine Kompromisse ein. Oder mit den Worten von Steve Jobs:

Your work is going to fill a large part of your life,
and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work.

And the only way to do great work is to love what you do.

If you haven’t found it yet, keep looking, and don’t settle.
As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.

Hier das ganze als Video, gleich noch motivierender für deinen beruflichen Neuanfang:

Berufliche Neuorientierung als Neuanfang

Wenn es um berufliche Neuorientierung geht,  dann sind oftmals ganz viele Dinge am Radar. So glauben die meisten. Man ist ja einfach “offen für Neues”.

  • „Ich mache jetzt mal was völlig anderes“
  • „Jetzt möchte ich mal in eine andere Branche wechseln“
  • „Es ist jetzt wirklich Zeit für eine neue Herausforderung

Und was es da noch so an Worthülsen gibt.

Denn wenn du auch zu den typischen Angestellten (den Hamsterradlern) gehörst, dann kommt das Thema „Selbständig machen“ gar nicht auf die Agenda.

Meistens weil es ein komplett falschen Bild von Selbständigkeit gibt und sich auch ganz viele Mythen und Missverständnisse darum ranken.

Es geht oft darum, dass für die Selbständigkeit etwas fehlt (Geld, Wissen, Fähigkeiten, Sicherheit) oder du Angst vor dem Scheitern hast

Erkennst du dich ein wenig wieder?

Ich möchte ja nicht sagen, das Selbständigkeit für jeden der Weisheit letzter Schluss ist. Und schon gar kein Allheilmittel, wenn du unzufrieden im Job bist.

Aber wenn du vor einer beruflichen Neuorientierung stehst, lass uns doch mal gemeinsam die Mythen rund um Selbständigkeit ein wenig demontieren

1. Selbständig sein bedeutet „lange Arbeitszeiten“.

Viele Menschen, die für sich selbst arbeiten, arbeiten lange und viel. Was aber viele Angestellte nicht verstehen ist: Es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Sie lieben einfach, was sie tun.

Und dann kommt noch ein Aspekt hinzu. Wenn du ein Online Business aufbaust, kannst du auf passive Einkünfte setzen.

Einfach erklärt: Du baust ein System auf, dass Online ohne dein zutun funktioniert und wo viele Teile automatisiert sind (Blog, Social Media, Werbung, Newsletter, Verkaufsprozess etc)

Dann ist das einmal Arbeit und dann muss die „Maschine“ nur mehr am Laufen gehalten werden.

(Wenn du gerade keine Plan hast, wovon ich hier spreche, dann hole dir ein paar Infos rund um das Thema Online Business starten)

2. Angestellt zu sein, ist weniger riskant.

Mitarbeiter werden ständig entlassen. Welchen Angestellten graut nicht vor dem Begriffen „Umstrukturierung“, „Stellenabbau“, „Neues Organigramm“ oder „Prozessoptimierung“.

Denn das heißt auf deutsch: Jobs wackeln

Während meiner Angestellten-Zeit hatte ich viele Gefühle, aber „Sicherheit“ war nicht dabei.

Und wenn du ganz ehrlich zu dir bist, dann weißt du selbst wie „sicher“ dein Job ist.

berufliche Neuorientierung - alles auf eine Karte setzen

Cukierek / Pixabay

3. Eine berufliche Neuorientierung in Richtung “Selbsträndigkeit” bedeutet, alles auf eine Karte zu setzen.

Wenn du ein Angestellter sind, wie viele “Kunden” darfst du verlieren, um deine Gehaltsscheck zu verlieren? Meistens nur einen: deinen Chef oder dessen Chef. Und meistens hast du keinerlei Einfluss darauf

Meine Geschäftsmodell sind digitale Produkte. Und ich habe nichts einen Kunden, sondern tausende. Und noch mehr potentielle Kunden, nämlich meine täglichen Leser. Somit ist es völlig unwahrscheinlich, dass sich auf einen Schlag all meine Leser und Interessenten verliere.

4. Das ist gleichbedeutend mit Stress.

Wenn du für dich selbst arbeitest, kannst du eine beliebige Arbeitsumgebung schaffen, die du auswählst. Du beschließt, wann wo, mit wem und woran du arbeitest. Du hast die Kontrolle.

Negativer Stress entwickelt sich, wenn du etwas tust, was du nicht willst. Oder wenn du mit Druck konfrontiert bist, also Regeln von anderen einhalten oder dich absurden Deadlines unterwerfen musst.

Nichts davon gibt es in der Art von Selbständigkeit, von der ich spreche.

5. Selbständig zu sein ist einsam.

Also ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich war in meinen verhassten Hamsterrad-Jobs wahrlich einsam. Und zwar viele Stunden täglich.

Ich sage nicht, dass ein Online Business zu den geselligen Business-Formen gehört (da bist du mit einer Bar besser dran), aber du hast die Kontrolle, wie schon oben erwähnt.

Mit mehr Flexibilität kannst du deinen Terminplan oft an dein soziales Leben anpassen.

6. Selbständigkeit bedeutet, selbst & ständig.

Ein alter und hartnäckiger Mythos. Während du zwar derjenige bist, der dafür sorgen muss, dass alles erledigt wird, bedeutet das nicht, dass du alles selbst machen musst.

Für mich das beste Beispiel: Ich habe keinen Plan von Buchhaltung & Steuerzeugs. Deswegen habe ich diesen Bereich ab dem ersten Tag ausgelagert. An jemand der das besser kann, weniger Fehler macht und vielleicht sogar Spaß dran hat.

Klingt einfach. Ist es auch.

7. Es ist kompliziert, ein eigenes Unternehmen zu führen.

Ja, es gibt einiges zu lernen, aber nichts davon ist kompliziert.

Um ein Online Business wie das meine zu führen, brauchst du keinen BWL-Abschluss.

Es ist keine Atomwissenschaft. Denn viele vergessen einen Aspekt: Wenn es DEIN Projekt ist, dann macht es dir Spaß für DEIN Projekt neuer zu erleben.

Und wenn du da deinen schnellen Weg gehen willst, zeige ich dir gerne, wie ich dir dabei helfen kann.

8. Ohne viel Geld kann man kein Unternehmen gründen.

Das hängt in hohem Maße vom Geschäft ab. Eine Website und Hosting kann weniger als  100,- Euro pro Jahr kosten. Ihr Festnetz- oder Mobiltelefon ist bereits als Teil Ihrer monatlichen Ausgaben bezahlt.

Es gibt viele kostengünstige Möglichkeiten, ein Unternehmen zu gründen und zu vermarkten.

Der beste Weg dazu (so habe ich das auch gemacht) ist einen eigenen Blog zu starten. Das kostet fast nichts und du gründest damit deine eigene kleine, feine Werbeagentur.

Ein Blog kann für dein zukünftiges Business mehr tun als du glaubst. (Hier mehr)

Lass dich nicht von einem Haufen Mythen davon abhalten, bei deiner beruflichen Neuorientierung auch mal das Thema „Selbständigkeit“ ins Auge zu fassen..

Du kannst ja sogar mal nebenberuflich starten und dann Schritt für Schritt aus deinem Hamsterrad aussteigen. Dann wenns klappt.

Jetzt, wo du beginnst das Thema ein Stück weit anders zu sehen geht es deinen nächsten Schritt.

Wenn du aus dem Hamsterrad raus willst, dann brauchst du einen Plan und den habe ich für dich: Meine Hamsterrad Exit-Strategie.

 

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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