So wird dein Blog weise – 7 Schritte wie Zitate mehr Leser anziehen

Was haben eine Rede zum 50. Geburtstag, politische Diskussionen und Blogartikel gemeinsam? Abhängig vom Verfasser entweder das Produzieren von extrem viel heißer Luft oder auch den sehr intelligenten Einsatz von Zitaten.

Unglaublich viele weise Menschen haben in den letzten Jahrhunderten unglaublich viele kluge Dinge von sich gegeben.

Von Shakespeare bis Karl Lagerfeld ist, von Goethe bis Woody Allen von Wilhelm Busch bis George W. Bush (O.K. vielleicht weniger weise, aber trotzdem unterhaltsam) gibt es eine unüberschaubare Anzahl an Sätzen, wo wir uns denken:

Wow, den Sager (österreichisch für „Spruch“) sollte ich mir merken, und wenn es passt, einsetzen.“

oder auch

„Das hätte ich gerne geschrieben. Das klaue ich mir mal …“

Seit jeher werden Zitate eingesetzt, um einer Geschichte mehr Profil zu verleihen. Es geht um Bestätigung des Geschriebenen, um „direkte Rede“, um Originalität.

Ob Autor, Journalist, Blogger, Redner, Trainer oder Moderator. Die richtigen Zitate verleihen deiner Botschaft Kraft und Gewicht und (das ist für uns Blogger interessant) finden leicht weitere Verbreitung. Denn:

So ein paar grundgelehrte Zitate zieren den ganzen Menschen. – Heinrich Heine

Das Schöne ist: Du machst dich dadurch sehr leicht als Blogger herausragend. Weil nicht nur deine Artikel damit für die Leser interessanter werden, sondern der Leser dadurch immer wieder gern zu dir zurück kommt:

„Wie war noch mal der Blog mit den ganzen coolen Zitaten? Denn sollte ich mir jetzt endlich abonnieren“

Hier nun ein paar Schritte, wie du diese Technik einsetzen kannst

Denn:

Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun. Mao Tse-tung

Schritt 1: Lege dir ein Archiv für deine Zitate an

Ich gebe es zu, ich sammle Zitate, wie der Blöde. Ich habe Bücher mit Zitatsammlungen, mein Kindle ist voll mit Zitate und Sprüche-eBooks, in Evernote stapeln sich die Links zu Zitate-Webseiten und sobald ich ein grafisch schön aufbereitetes Zitat sehe, mache ich einen Screenshot.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich verstanden habe, dass nur sammeln wenig bringt, wenn du nicht ein System hast, die richtigen Zitate auch wieder zu finden und sich dadurch auch adäquat einsetzen kannst. Das heißt: Überlege dir ein System, wo du deine Zitate sammelst.

Bei mir ist das wie gesagt die Notizverwaltung Evernote. (Wenn du wirklich lernen willst, wie du damit umgehst, dann hier*)

Für mich gilt nämlich nicht:

Wer Ordnung hält ist nur zu faul zu suchen. Das Genie beherrscht das Chaos.

Schritt 2: Finde passende Zitate oder auch umgekehrt

Wie gesagt solltest du so organisiert sein, dass du für dein jeweiliges Artikel-Theme deine Zitate schnell bei der Hand hast und nicht länger nach „coolen Sprüchen“ suchst, als du Artikel schreibst.

Es geht aber auch umgekehrt.

Denn mich hat schon das eine oder andere Zitate zu einem kompletten Blogartikel inspiriert. Heißt für mich, dass ich, was Zitate betrifft in beide Richtungen denken muss. Ein Zitat hat durchaus schon die eine oder andere Schreibblockade überwinden lassen. Pablo Picasso sagte mal zum Thema „von anderen inspirieren lassen“

Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen.

Schritt 3: Überlege, wie du die Zitate einsetzt

Wichtig ist, dass dein Zitat wirken kann. Überlege dir, wo es in der Dramaturgie deines Artikels hinpasst, ihn auflockert, deine Thesen untermauert, Abwechslung bringt oder auch den Text strukturiert. Du kannst mit einem Zitat starten oder wie Leo Babauta es immer wieder empfiehlt, mit einem starken Zitat enden. Variiere am besten von Artikel zu Artikel, damit es für deine Leser nicht vorhersehbar wird.

Manchmal reicht aber auch schlicht und ergreifend das Zitat an sich, um Aufmerksamkeit zu erregen:

Menschen die langsam fahren sind hässlich und haben ansteckende Krankheiten. – Ayrton Senna

Schritt 4: Visualisiere die Zitate

Hier ist nun Kreativität gefragt. Ob du das Zitat als Bild einsetzt, als Zitat in deinem Text hervorhebst oder andere Wege findest es outstanding zu machen, bleibt dir überlassen.

Eines ist nur wichtig: Achte darauf, dass es nicht in deinem Text untergeht. Idealerweise bringt das Zitate den Leser dazu hängen zu bleiben, wenn der Text nur überflogen wird. Hier ein Beispiel:

SC_Der Großteil der Menschen ist wie Robinson Crusoe. Sie warten auf Freitag

Experimentiere einfach mit den verschiedenen Möglichkeiten die Zitate visuell zu präsentieren. (In meinem Online Kurs „Lass Bilder sprechen“ lernst du schnell und einfach, wie das geht)

Schritt 5: Vergiss die Quelle nicht

Wichtig. Sicherheitshalber dreimal checken von wem das Zitat ist. Die rechtlichen Aspekte sind da eher nebensächlich, weil sich vermutlich Aristoteles nicht beschweren wird, wenn du ihm ein Zitat von Sokrates unterjubelst, aber es ist schlicht und ergreifend peinlich. Außerdem verleiht es einem Zitat noch zusätzlich Kraft, wenn klar wird, wer es gesagt oder geschrieben hat.

Das funktioniert ja sogar in der Werbung:

Wer hat’s erfunden? – Die Schweizer.

Schritt 6: Lass es viral werden

Das WordPress Plugin „Click to Tweet“  kann dir helfen das Zitat und somit deinen Artikel ein wenig mehr durch die sozialen Netzwerken wandern zu lassen. (Guck mal hier bei Kollegin Christina Emmer vorbei, wie so etwas im Text aussieht)

Schritt 7: Drücke deinen Stempel auf

Die hohe Kunst des zitieren ist das Individualisieren, also es ein wenig zu verändern, sodass er erkennbar bleibt, aber sich der Sinn, die Aussage oder Intention verändert. Du kannst ein bekanntes Zitat oder Sprichwort zu verändern:

Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Keller umziehen.

(Ursprünglich im Volksmund ein wenig anders bekannt)

Oder ein Zitat für dich und dein Thema nutzen, wobei offensichtlich wird, dass das kein Originalzitat ist:

Blogge nur wie du reden würdest, und so wirst du einen guten Blog schreiben. – Johann Wolfgang von Goethe

Noch eines zum Schluss: Auch Blogger freuen sich, wenn sie zitiert werden. Vor allem über den Backlink. Zitierst du schon?

2017-03-06T14:25:50+00:00 9 Februar, 2016|

9 Kommentare

  1. Ronja 9. Februar 2016 um 11:55 Uhr- Antworten

    Hey Markus,

    cooler Einstieg! 🙂

    Bei Zitaten kommt es echt sehr drauf an. Manche sind mega stark und können uns ganz tief wachrütteln. Andere sind einfach ausgelutscht und nerven so sehr, dass man gar nicht mehr weiter lesen will.

    Zu viele Zitate in einem Artikel nerven auch total und verlieren ihre Wirkung. Zitate müssen alleine stehen und genau richtig sein.

    Liebe Grüße,
    Ronja

  2. Christina Emmer 9. Februar 2016 um 17:03 Uhr- Antworten

    Hi Markus,

    ich liebe Zitate auch sehr und sammle sie auch. Leider bin ich da noch nicht so gut organisiert, aber dafür habe ich eine Lieblingsseite (http://www.aphorismen.de/) auf der ich fast immer fündig werde.

    Für meine Twittersprüche allerdings bemühe ich mich, mir die Zitate selbst zu überlegen. Jemand hat mal geschrieben (leider weiß ich den Autor hier nicht mehr, ich glaube es war ein amerikanischer Blogger), dass ein Absatz keinen wirklich relevanten Inhalt enthält, wenn ich ihn nicht in einen wirklich guten Twitterspruch packen kann. 😉

    Naja, das gelingt mir auch nicht immer, aber ich finde es eine gute Richtlinie, nicht zuletzt für die Qualität von Artikeln selbst. 🙂

    Und danke für die Erwähnung!

    Liebe Grüße
    Christina

    PS:
    Die meisten Zitate kommen von einem Kerl, der Unbekannt heisst. Wer immer das sei … er muß viel Zeit haben.
    (Unbekannt)

    • Daniel Mulec 11. Februar 2016 um 23:02 Uhr- Antworten

      Genial, liebe Christina, musste die Seite gleich zu meinen Favoriten hinzufügen 🙂

      Persönlich werde ich ab jetzt auch viel mehr Zitate einsetzen, und Clicktotweet hat es mir auch sehr angetan. Gibt es dafür auch ein facebook relevantes Pendant?

      Liebe Grüße aus Cork,
      Daniel

  3. Carola 9. Februar 2016 um 19:58 Uhr- Antworten

    Lieber Markus

    Wie bei allem ist es auch bei Zitaten eine Frage der Vorliebe, manche mögen es, manche nicht. Manche finden es dämlich und unterstellen sich an etwas festzuhalten, andere sehen Zitate als Inspiration und Anregung zum Nachdenken und Buddha sagte schon „wir werden was wir denken“.

    „Man kann den Menschen nichts lehren, man kann ihnen nur helfen, es in sich selbst zu finden.“ (Galileo Galilei) und dabei kann die Reflektion über Zitate äußerst hilfreich sein und manchmal natürlich auch eine Hilfestellung und ein Strohhalm zum Anhalten sein, denn „Im Unterschied zum Schach, geht im Leben, das Spiel nach dem Schachmatt weiter“ (Isaac Asimov) und letztendlich, hilft es nicht, schadet es auch nicht, denn „Wer andauernd begreift, was er tut, bleibt unter seinem Niveau“ (Martin Walser).

    Ich persönlich mag Zitate und ein paar habe ich auch schon von deiner Homepage gestohlen, denn da halte ich es nach dem gerade auf deiner HP gelesenem Motto „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen“! 🙂

    Und mein Lieblingszitat möchte ich nun natürlich auch nicht vorenthalten, „to live is the rarest thing in the world. most people exist, that is all“ (Oscar Wilde)

    Liebe Grüße, Carola

  4. Sylvia Grotsch 10. Februar 2016 um 0:48 Uhr- Antworten

    Die Erben von Karl Valentin haben echt hingelangt, als jemand ein Zitat vom Meister veröffentlicht hat. Man darf nicht immer alles, was ein anderer sagt, hernehmen. Es gibt zeitliche Grenzen, wie lange jemand tot sein muss, bevor seine Worte Allgemeingut werden.

    Ich mag Zitate sehr, wenn sie nicht abenudelt werden und sich der Autor Mühe gegeben hat, wirklich etwas Passendes zu finden.

    Herzlich

    Sylvia Grotsch
    Sylvia Grotsch

  5. Sebastian Riehle 10. Februar 2016 um 9:21 Uhr- Antworten

    Hallo Markus,

    vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Mit Zitaten können wir etwas von der Expertise oder dem Image des Autors auf uns abfärben. Damit können wir unsere Werte transportieren und weiter an unserer Online-Persönlichkeit feilen.

    Besonders im Social Media Bereich sind Zitate-Postings sehr erfolgreich. Das kann wahrscheinlich fast jeder in seinem eigenen Newsfeed bestätigen.

    Schließlich ist es leicht verdauliche Unterhaltung. Das funktioniert in Social Media am Ende besser als pädagogisch wertvolle Inhalte.

    Ich habe kürzlich auch einen ausführlichen Artikel zum Thema geschrieben. Darin lege ich dar, warum Zitate so gut funktionieren und wie sie erfolgreich in Social Media zum Einsatz gebracht werden.

    Ich erlaube mir, den hier bei Dir als Ergänzung zu teilen, weil er so gut zu Deinem Thema passt: http://socialmedia-doktor.de/facebook-zitate-warum-sie-erfolgreich-sind-und-wie-du-sie-schnell-und-einfach-zum-einsatz-bringst/

    „Man soll nie vergessen, dass die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.“ *Adolph Freiherr von Knigge

    Beste Grüße
    Sebastian

  6. Jörg 10. Februar 2016 um 11:32 Uhr- Antworten

    Hallo Markus,

    wieder mal ein spannender Artikel. DANKE dafür. Ich stimme Dir zu, auch wenn ich es noch viel zu selten nutze. Der gekonnte Einsatz von Zitaten bringt unheimliche Vorteile mit sich und kann zu einem echten „Dosenöffner“ werden.

    Ich habe aber ein Frage: Wenn ich ein Zitat verändere, so wie Du das hier auch in Schritt 7 vorschlägst, wie mache ich dann die Quellenangabe?

    In etwa so:
    (leicht geändertes Zitat von …..)

    DANKE für ein Feedback!

    Gruß Jörg

    • Markus Cerenak 10. Februar 2016 um 12:03 Uhr- Antworten

      Hi Jörg, ja einfach klar machen, dass es von dir modifiziert wurde. „Frei nach XY“ geht auch

  7. Lita Haagen 16. Februar 2016 um 13:18 Uhr- Antworten

    Danke für den inspirierenden Artikel!

    Eine weitere sehr kreative Idee, Zitate einzusetzen, fand ich bei Marc Uwe Kling in „Känguru-Offenbarung“
    Er ordnet die Zitate absichtlich falsch zu. Sehr witzig!
    Live Lesung:
    https://youtu.be/kelqsUjsr0k
    nachlesen:
    http://die-kaenguru-chroniken.wikia.com/wiki/Falsch_zugeordnete_Zitate

    Viel Spaß!
    Lita

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