Vom Quizbox-Weltmeister zum Top-Speaker

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In den letzten zwei Jahren hat sich in meinem Leben vieles auf den Kopf gestellt, glücklicherweise alles im positiven Sinne. Die größte persönliche Entwicklung habe ich genommen, als ich mich dazu entschloss, beim Casting für die TV-Show „Quizboxen“ teilzunehmen.

Was ist Quizboxen?

Quizboxen ist eine Show von und mit Stefan Raab, die von 2012 bis 2013 live auf Pro7 lief. Zwei Kontrahenten einer „Gewichtsklasse“ haben in insgesamt zehn Runden abwechselnd gegeneinander geboxt und Quizfragen beantwortet. Der Sieger musste in der nächsten Live-Show seinen Titel verteidigen.

Zum Zeitpunkt des Castings war ich 1,5 Jahre beim Fitness-Boxen. Dann kam die Zusage von der Casting-Agentur, dass ich als Kandidat für das Leichtgewicht ausgewählt wurde.

Das Box-Training, die Vorbereitung auf die Quiz-Fragen und der steigende Erfolgsdruck haben mich körperlich, seelisch und mental an meine Grenzen gebracht. Trotzdem hab ich es als einziger geschafft, alle fünf Kämpfe zu gewinnen. Bei aller Freude über den Gewinn war ich nach dem letzten Kampf auch erleichtert, dass ich eine kleine Auszeit gönnen konnte. Mit dem Geld auf dem Konto und den Titel Quizbox-Weltmeister hab ich überlegt, wie es beruflich weitergehen soll…

„Mensch Christoph, lass dich wieder anstellen und alles wird gut. Finanziell ausgesorgt hast du ja!“ 

Es gab einige Personen in meinem Umfeld, die mir diesen Rat gegeben haben. Selbstständig hab ich mich 2011 gemacht. Damals habe ich meinen Job als Maschinenbau-Ingenieur gekündigt, um mich als Schnelllese-Trainer und Fitness-Coach selbstständig zu machen. Es war sehr riskant und die ersten Monate meiner Selbstständigkeit waren finanziell sehr, sehr anstrengend.

In meinem Kopf tauchte also immer wieder diese Frage auf: „will ich weiterhin selbstständig sein und investiere in den beruflichen Neustart oder lass ich mich anstellen?“

Keine einfache Entscheidung…

Durch das Quizboxen kamen Interview-Anfragen und Angebote für Vorträge, in denen ich nachfolgende Fragen beantworten sollte:

  • Wie hast du dich jeden Tag motiviert?
  • Wie bist du mit dem Schmerzen, der Aufregung, der Angst umgegangen?
  • Kannst du nicht mal unseren Mitarbeiter zeigen, wie man Projekte durchzieht?
  • Was hast du anders gemacht? Schließlich hast du als Einziger alle fünf Kämpfe zu gewinnen?

So kam es, dass ich meine ersten Vorträge als Redner gehalten habe. Das Thema Motivation hatte ich in meiner Trainr-the-Trainer Ausbildung und den SpeedReading-Seminaren. Zusätzlich dem Inhalt habe ich noch Fotos vom Quizboxen gezeigt. Die Resonanz auf die ersten Vorträge waren ganz unterschiedlich: von „geiler Vortrag“ bis „zu selbstdarstellerisch“ war alles vertreten. Ich habe mir deshalb professionelle Unterstützung geholt, um den Vortrag zu optimieren.

Es hat Wochen und Monate gedauert, bis ich mir selber im klaren darüber war, was ich wirklich will. Ich habe mich für einen beruflichen Neustart entschieden, und zwar als Vortragsredner oder neudeutsch Speaker.

Auch wenn gerade viele andere auf den Redner-Markt drängen, die Konkurrenz groß ist und es lange dauert, bis Aufträge hereinkommen. Ich hab es trotzdem gemacht. Die Entscheidung wurde zugegebenermaßen dadurch erleichtert, dass ich ein finanzielles Polster hatte. Einen Großteil meines Gewinns habe ich deshalb in den Aufbau des Redner-Business gesteckt und habe mich von Profis beraten lassen.

Ich hab im letzten Jahr viel gelernt, meine Lernkurve ging steil nach oben. An dieser Stelle möchte ich dir gerne einige meiner Erfahrungen an Dich weitergeben.

1.Triff eine Entscheidung

Klar hört es sich toll an, wenn jemand erzählt, dass er mit seinem Blog, Seminar oder Vortrag mehrere Tausend Euro verdient. Was hierbei leider schnell übersehen oder verdrängt wird ist die Tatsache, dass es bis zu diesem Ziel ein langer steiniger Weg war.

In meinen Vorträgen und Seminare erzähle ich das immer aus meiner Erfahrung mit dem Quizboxen. Sowohl beim Quizboxen als auch im Business haben wir auf dem Weg zum Ziel mit Rückschlägen zu kämpfen. Das ist völlig normal und jeder, der schon mal ernsthaft ein Ziel verfolgt hat, kennt die Situation. Nur was macht der erfolgreiche Boxer oder Unternehmer jetzt anders? Er hat sich im Vorfeld mit den Risiken und Rückschlägen beschäftigt, behält in der brenzligen Situation den Fokus und agiert flexibel statt mit aller Gewalt den eingeschlagenen Weg „durchzuboxen“.

Frag dich ehrlich, ob du langfristig bereit bist, Rückschläge in Kauf zu nehmen? Bist du bereit Zeit, Geld und deine ganze Kraft zu investieren? Willst du das wirklich?

2. Du brauchst Profis 

Lass dir Zeit mit dieser Entscheidung. Und wenn du eine Entscheidung getroffen hast, dann setz deine Idee auch um und hole Dir unbedingt von Anfang Unterstützung. Mein Tipp: gib einmal viel Geld für wenige Berater aus.

Ich habe für die Erkenntnis viel Geld ausgegeben. Denn ich habe viel Geld für viele Berater gehört. Jeder Einzelne bringt andere Ansätze und Ideen ins Spiel. Mein Fehler war, diese nicht zu hinterfragen. Ich hab es mir viel zu leicht gemacht, in dem ich mir gedacht habe: „Die werden schon Recht haben!“ Dabei habe ich übersehen, dass das, was bei dem jeweiligen Berater funktioniert hat, nicht bei mir erfolgreich sein muss. Schlussendlich musst Du also für Dich selbst abklären, ob der Vorschlag/die Idee zu Dir passt – oder eben auch nicht. Beschäftige Dich nur mit dem, was Du wirklich willst.

3. Positionierung

Egal ob Seminar, Vortrag oder Blog-Business. Wenn wir unsere Fähigkeiten als Dienstleistung verkaufen wollen, bringen wir immer auch unsere Persönlichkeit mit ein.

Deshalb müssen wir uns diese Fragen beantworten:

  • Über welches Thema kann ich stundenlang reden?
  • Wofür werde ich im Freundeskreis um Hilfe gebeten?
  • Was begeistert mich, was kann ich richtig gut und wo brauche ich Unterstützung?
  • Welches Problem kann ich mit meinen Stärken für andere lösen, d.h. welchen Nutzen kann ich bieten?

Das hört sich einfach und logisch an. Den Blick nach innen zu richten und Antworten zu finden ist aber ein längerer Prozess. Manchmal hilft Reisen, manchmal Meditation und manchmal Boxen. Ja, richtig gelesen. Beim Boxen kann man nicht lügen. Das hab ich selbst an mir erfahren und sehe es bei meinen Seminar-Teilnehmern: wenn man unter Druck gerät, kommt die Persönlichkeit zum Vorschein. Plötzlich spürt man sich selbst und beginnt, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu reflektieren.

Wenn du also mit deiner Leidenschaft Geld verdienen möchtest, dann beantworte zuerst die obigen Fragen – entweder alleine oder noch besser mit fremder Hilfe.

Fazit

Dieses Zitat von Hermann Hesse hat mich zu meiner Selbstständigkeit (und tut es auch heute noch) ermutigt. Ich hab es ausgedruckt und über meinen Schreibtisch gehängt. In schweren Zeiten hat mir das Hoffnung und Zuversicht geschenkt.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.“

Wenn wir etwas Neues anfangen wollen, müssen wir das Alte hinter uns lassen, dem Neuen eine Chance geben und uns auf neue Erfahrungen einlassen. Wenn der Weg auch lang und steinig ist. Wenn dein Herz „ja“ sagt, dann probier es aus.

Die Benefits sind unglaublich: neue Menschen, neue Ideen, mehr Selbstbehauptung und das herrliche Gefühl, sein eigenes Ding durchzuziehen. Dieses Gefühl lässt jede Enttäuschung, die Dich auf diesem Erfolgsweg begleitet hat, schnell vergessen.


Ein Gastartikel von Christoph Teege

Christoph Teege “sieht aus wie ein Messdiener, kämpft aber wie der Teufel.” (Pro7).  Er ist Redner, Maschinenbau-Ingenieur und Lehrbeauftragter an der Universität Köln, der Hochschule Hannover sowie der   Hochschule Hildesheim. Er ist der Erfinder und Entwickler der Selbstbehauptungs-Strategie und zeigt Privatpersonen, Führungskräften und Unternehmern, wie mit weichen Bandagen© die Ziele erreicht werden können.  Der “Kämpfer mit Herz” (Bayern 3) sagt: “Harte Bandagen gehören in den Boxring und nicht in die Wirtschaft.”

www.Christoph-Teege.de

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