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Warum wir mehr können, als wir denken.

Multipotential

Ich denke, dass die meisten Menschen sich zu wenig zutrauen. Was hält uns denn am allermeisten davon ab, unserer Begeisterung zu folgen und das zu tun, was uns Spaß macht und was wir nicht als Arbeit empfinden? Die Zweifel. Die Angst vor dem Scheitern. Die klugen Ratschläge der eigenen Vernunft oder, noch schlimmer, die noch klügeren Ratschläge von Menschen, die es vermeintlich gut mit uns meinen. Denn:

Ich kann doch nicht einfach etwas völlig anderes machen als ich gelernt oder studiert habe. Wer nimmt mich denn ernst? Ich habe mich für diese Sache entschieden und das muss ich jetzt eben durchziehen.

Irgendjemand, und ich denke ein nicht sonderlich kluger Mensch, hat einmal die Behauptung aufgestellt, dass man sich auf eine Sache konzentrieren muss.  Nur dann wird man richtig gut. Verzettle dich nicht mit tausend anderen Interessen, sonst wirst du nie etwas ordentlich machen und keinen Erfolg haben.

Entschuldige bitte meine Ausdrucksweise, aber das halte ich gelinde gesagt für gequirlte Scheiße. Nur weil ich mich einmal für einen Job, für ein Studium entschieden habe, muss ich das jetzt mein ganzes Leben machen? Wo ist der Strick?

Wir Menschen sind ein Ich-Konzern. Wir haben viele verschiedene Fähigkeiten. Wir kennen uns in verschiedensten Bereichen aus. Lernen schnell, wenn uns etwas interessiert, und werden schnell Experten in etwas, das uns begeistert.

Wenn die Firma Yamaha Motorräder und Klaviere produziert, nennt man das Portfolioerweiterung. Warum, verdammt noch mal, dürfen wir Menschen nicht mehrere Dinge gut können? Warum müssen wir tagein und tagaus in einem Bereich, in einer Branche, in einem Beruf unterwegs sein?

In den letzten Jahren verdiente ich meinen Lebensunterhalt unter anderem:

  • Mit dem Halten von NLP-Seminaren
  • Mit dem Verkauf von digitalen Produkten zum Thema Persönlichkeitsentwicklung
  • Mit der Entwicklung von Social-Media-Strategien für KMUs
  • Mit Online Marketing Consulting
  • Als DJ
  • Als Werbetexter
  • Mit Stilberatung für Männer
  • Als Coach für Medientraining und Verhalten vor der TV-Kamera
  • Mit Affiliate Marketing

Und ich weiß, dass ich in jedem Bereich gut bin. Das heißt aber nicht, dass ich ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom habe oder zu wenig Konsequenz, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Das heißt nur, dass ich das klassische Gegenteil des so hochgejubelten High Potential bin. Nämlich ein Multipotential. Das Wort ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Barbara Sher schreibt in ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“* von sogenannten Scannern oder Multipotentials.

Ich selbst hatte jahrelang ein schlechtes Gewissen, dass ich so viele verschiedene Dinge tun will und nicht nur mit einer Sache mein Geld verdienen möchte. Erst als ich auf den Blog »Puttylike« von Emilie Wapnick (auch eine bekennende Multipotenial) gestoßen bin, wurde mir klar, dass ich nicht allein bin. Dass es o.k. ist, mehrere Dinge gut zu können und zu wollen, sich für die verschiedensten Bereiche zu interessieren und vor allem, dass es absolut o.k. ist, seine Meinung zu ändern, und das, was man jahrelang gemacht hat und nicht mehr sonderlich prickelnd findet, einfach zu lassen und mit etwas Anderem, Neuem oder Zusätzlichem erfolgreich zu sein.

Artikel von

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

14 Comments on “Warum wir mehr können, als wir denken.

Raffaele
7. November 2018 um 7:56

Hallo Markius

Toller Artikel.

Wollte etwas schreiben, habe aber gerade gesehen dass mehrere Personen schon vor 5 Jahren alles schon geschrieben haben.

Daher die Frage:

Wie stehst Du heute bach 5 Jahren zu diesem Beitrag?

Sind weitere Tötugkeiten hinzugekommen oder hast Du die Prijektpalette reduziert?

Antworten
Lilo
16. November 2014 um 19:23

Danke Markus!

Das war heute genau das Thema, um das sich mein Denken drehte wie ein feuchter Wurm in knallheißer Sonne. Du kannst keine zwei differenten Themen parallel machen. Geht nicht, wegen *Geht nicht*. Hach, war mal wieder genau auf die 12, Markus, nochmal Danke!

PS: Ach ja….*Geht nicht, gibt´s nicht* (Richard Branson/Virgin Group)

Grüße von Outerspace

Lilo / Lea Skywalker

Antworten
Kay
29. September 2014 um 20:16

Hallo Markus,

ich finde es auch seltsam, dass manche Menschen immer nur ein Ding machen und das ihr ganzes Leben lang. Das konnte ich noch nie. Selbst bei Sachen, die mir Spaß machen, brauch ich nach `ner Weile Abwechslung.
Leider ist es in unserer Gesellschaft tatsächlich so, dass man möglichst spezialisiert sein muss, um gute Kohle zu verdienen.
Und was mir bei dir auffällt: (Fast) alle deiner oben aufgeführten Tätigkeiten haben mit sprechen, lehren und sich selbst darstellen zu tun.
Vielleicht gibt es doch so eine Art „roten Faden der Persönlichkeit“, der sich durch das Leben zieht, so dass man im Prinzip doch immer das Gleiche macht. Auch wenn es anders erscheint, ähnelt es sich doch.
Was meinst du zu dieser These ?

Antworten
Tanja
6. Oktober 2013 um 22:38

Hallo Markus,

wie Du mir mit diesem Artikel aus der Seele sprichst!

Ich habe selbst schon vor Jahren die Lust auf meinen studierten Beruf verloren. Und seitdem viele Jahre meines Lebens damit verbracht, nach DEM EINEN Job oder DEM EINEN Thema zu suchen, der bzw. das mich bis an mein Lebensende begeistert. Ich habe mich mit vielen Dingen beschäftigt, viele Dinge ausprobiert. Und wenn ich dachte „jetzt habe ich es gefunden, jetzt weiß ich, wie es weitergeht!“ hielt meine Begeisterung immer nur für eine relativ kurze Zeit. Und dann hat mich was Neues fasziniert.

Unterschwellig habe ich immer gedacht, mit mir stimmt irgendwas nicht. Ich kann mich einfach nicht auf ein Ding konzentrieren. Mittlerweile gewöhne ich mich an den Gedanken – übrigens auch dank Barbara Sher und dem von Dir erwähnten Buch – dass absolut gar nichts falsch an mir ist! Dass ich keinen Mangel habe (beispielsweise an Disziplin, um einfach mal bei einem Thema bleiben zu können), sondern im Gegenteil eine Gabe habe! Ich liebe allein schon die Einleitung zu diesem Buch! 🙂 Und dass ich DAS EINE nie finden werde – weil es das für mich nämlich gar nicht gibt! Dafür bin ich einfach zu vielseitig.

Mittlerweile verbinden sich auch immer mehr Dinge miteinander, die vorher zwar einzeln gesehen gut und schön waren, die sich langsam aber auch zu einem Gesamtpaket schnüren lassen. Und zwar einem, von dem auch andere Menschen was haben. Und genau das war schon immer mein Wunsch!

Alles Liebe und weiterhin tolle inspirierende Artikel!
Tanja

PS: Dies war übrigens meiner erster Blogkommentar ever!

Antworten
markus cerenak
7. Oktober 2013 um 13:00

hi tanja
danke für deinen kommentar. mich freut es ehrlich, wenn sich menschen zu wort melden. noch mehr wenn es der erste kommentar ist!
lg m

Antworten
Tim "Greatim"
3. Oktober 2013 um 3:30

Wow, Markus, du sprichst mir aus der Seele mit diesem Artikel!

Auch ich habe lange Zeit hier und da etwas gemacht und bin teilweise immer noch dabei, mich gegenüber Bekannten und Familie gegen die Sprüche zu behaupten.

Auf meiner Webseite habe ich erst kürzlich meine „Lösung“ beschrieben – vielleicht ist das ja auch etwas für andere Menschen, die viele Ideen gleichzeitig haben:

Ich habe viele meiner Services nun unter einer einzigen Brand zusammengefasst und verbinde den Vertrieb einer genialen Produktreihe (und den daraus erfolgenden Provisionen) mit der daraus resultierenden Hilfe, die ich den Menschen anbiete.

Vor allem kann diese Dinge heutzutage JEDER sofort starten: Ebooks bei Amazon veröffentlichen, Musik verkaufen, Bilder malen und als Kalender o.ä. verkaufen, oder einen Blog mit Paywall machen….

Es ist unglaublich traurig, dass viele Menschen einfach rumsitzen und behaupten „wenn das so einfach wäre, würde es ja jeder machen“.

Fakt ist: Nein, es würde nicht jeder machen.

Denn dazu müsste man sein bisherigen Lebenslauf ja verändern.

Aber Lotto spielen. Das ist einfach, nicht wahr?

Und wie viele Millionen Menschen gehen Lotto spielen. Viele. Bescheuert!

Das sind dann bestimmt dieselben Leute, die meckern, wenn ein Ebook für 15 Euro nicht genau die rote Alle-Probleme-Weggepustet-Pille enthielt, die sie sich erhofft hatten.

Leider versperren sich allzuviele schlichtweg den Weg zum Erfolg mit dieser armseligen Denkweise.

Lösung: Machen. Sofort mit den Träumen anfangen und ALLES für möglich halten.

Wie, gibt es etwa Ideen, für die manche einen für verrückt halten? Mal nachdenken…

…ähm, wie war das gleich mit den Flugzeugen vor 346 Jahren?

Richtig, die gab es damals noch nicht (zumindest auf der Erde).

Und was wäre passiert, hätte jemand von so einer Idee geredet? Er wäre verbrannt worden.

Das iPhone? Vor 34 Jahren? Gab es etwa auch noch nicht? Ups.

Frohe Ideen-Umsetzung, egal wer dich für verrückt hält – in 10, 20 Jahren nimmt irgendwer DEINE Idee als Beispiel in solchen Kommentaren 😉

Beste Grüße

Tim

Antworten
markus cerenak
4. Oktober 2013 um 8:00

hi tim
danke für deine worte, die ich zu hundert prozent unterstützen kann!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
helmut karas
2. Februar 2013 um 17:26

lieber markus, herzlichen dank für deine beeindruckenden statements. es macht spaß, sich auf deine sicht einzulassen. ich teile deine meinung zum ich-konzern, obwohl mir der begriff konzern fast zu negativ besetzt ist für dieses befreiende lebensbejahende gefühl der verwirklichung.
lass es dir gutgehen!
helmut

Antworten
markus cerenak
5. Februar 2013 um 13:41

danke für dein feedback, ich-konzern heißt für mich einfach, dass jeder mensch viel mehr in sich vereinigt als er glaubt und jeder mit vielen dingen erfolgreich sein kann. wie ein konzern eben 😉 an sich sind wir ja alle dann frei(heit)schaffende 😉

Antworten
Ulrich Kopetzki
29. Januar 2013 um 23:27

Lieber Markus,
sitze mit Ralph in Zürs bei Schokladensoufflé und schmökere durch deinen Blog…
Cooles T. Ferris-Zitat!
Liebe Grüße
Ulrich

Antworten
Markus Cerenak
30. Januar 2013 um 7:10

na dann – lasst es euch gut gehen 😉

Antworten
Marko Hamel
27. Januar 2013 um 0:23

Lieber Markus,

Ich mag das Wort Portfolioerweiterung 🙂 und ich bin davon überzeugt, wenn eine gute Strategie dahinter steckt, kann sie auch im Hauptgeschäft zu besseren Ergebnissen führen.

Die von Dir beschriebenen vielseitigen Tätigkeiten und Interessen einer Person bzw. Ich-AG führen erst zu einer stimmigen Komposition der eigenen Persönlichkeit. Das ist genau wie bei einem Konzert. – Auch hier wäre es ziemlich langweilig, wenn der Komponist beim zusammenstellen, einzig und allein ein Instrument gewählt hätte, anstatt auch zu schauen, welche Möglichkeiten es noch gibt, etwas wahrhaft Stimmiges und Interessantes zu erschaffen.

Danke für den Artikel, das Thema wird immer spannender für mich.

Marko

Antworten
Jakob
25. Januar 2013 um 13:49

Hey Markus,

danke für den tollen Artikel!

Viele sehen Vielseitigkeit als Chance und sind extrem gut in all den Dingen. Ich denke trotzdem, dass es immer mehr Leute gibt, die alles „können“ wollen – aber dann mit nichts ordentlich enden.

Vielseitigkeit ist gut, aber bitte trotzdem mit Kompetenz dahinter. Hat uns das Internet nicht schon genug „vermeintliche“ Experten beschert, die dieses Thema missinterpretieren?

LGJ ähm Liebe Grüße,
Jakob

Antworten
Markus Cerenak
25. Januar 2013 um 13:59

lieber jakob,
ich bin ganz deiner meinung. das wort „experte“ ist nicht zuletzt aufgrund der massenmedien, die pausenlos „expertenmeinungen“ zitieren, ein wenig überbeansprucht.

besonders im internet gibt es zuviele experten. was aber nicht heißt, dass nicht jeder in mehreren bereichen gut sein kann.
ich denke, es ist die persönliche herangehensweise, die das was du tust zu etwas bedeutendem macht.

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Markus Cerenak

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