Die Frage aller Fragen

Es ist irgendwie die Frage aller Fragen. Was will ich? Was ist meine Bestimmung, meine Mission? Habe ich eine Aufgabe? Worauf möchte ich am Ende des Lebens mit Stolz zurückblicken? Was möchte ich hinterlassen?

Daraus folgt natürlich eine weitere Frage: Gibt es etwas, das mir Spaß macht, wofür ich mit Leidenschaft brenne, womit ich erfolgreich sein und damit gutes Geld verdienen kann? Muss es sein, dass wir unser ganzes Leben lang etwas tun, das uns keinen Spaß macht, nur, um am Wochenende oder im Urlaub das zu tun, was uns wirklich Spaß macht?

Wäre es aber so absurd, das zu tun, was uns Spaß macht, um damit Geld zu verdienen, anstatt mit etwas, was uns über weite Strecken hinweg langweilt und unsere Zeit vergeudet, um lediglich auf das Wochenende oder den Urlaub hinzuarbeiten? Wenn ich am Dienstag im Radio höre, dass das Wochenende schon in greifbarer Nähe ist und ich auf Facebook lesen darf, dass es für manche nur mehr 9.000 Tage bis zur Pension sind, dann stelle ich mir ernsthaft die Frage, was mit uns los ist. Ist es tatsächlich eine gute Idee, den Großteil deiner Zeit daran zu denken, wann endlich die Freizeit kommt? Ist es wirklich klug, nicht jede Sekunde deines Lebens genießen zu können, nur weil du gerade etwas tust, was du „musst“?

Ich mag den Gedanken, Geld mit etwas zu verdienen, das mir Spaß macht.

Meine Anforderungen sind dabei hoch. Es soll mir nicht hie und da Spaß machen. Es soll nicht „ganz okay“ sein und ich hasse die Aussage „Momentan ist es im Job gerade ein wenig mühsam“. Für jedes „MOMENTAN“, welches ich mir anhören durfte, hätte ich gerne einen Euro. Ich wäre reich.

Ich weiß schon, was jetzt kommt: „Natürlich wäre das schön, aber man kann es sich halt nicht immer aussuchen!“. Für mich steht eines fest: Mit dieser Einstellung kannst du es dir tatsächlich nicht immer aussuchen.

Hast du jedoch den Mut, das zu tun, was deine Leidenschaft ist, dann kannst du es dir immer aussuchen. Und du wirst Arbeit nie wieder als Arbeit empfinden.

Hier liegt aber das große Problem. Was ist meine Leidenschaft? Wie finde ich das, was mich wirklich begeistert, was mich jeden Tag aufs Neue aus dem Bett springen lässt und mich im Flow hält? Wie finde ich die Sache, die mich begeistert?

Das größte Problem scheint zu sein, die eigene Leidenschaft zu finden. Zu sagen: „Das ist mein Ding! Das will ich tun. Das ist für mich bedeutsam und für andere auch. Darin liegt mein Herzblut und meine Begeisterung.“

Immer wieder drehen sich die Fragen meiner Leser um diese eine Sache. Auch in meinen Seminaren und in Gesprächen mit Menschen kommt immer wieder: „Ja, du hast deine Leidenschaft gefunden. Sei froh darüber. Das kann nicht jeder“. Ich denke, das kann DOCH jeder. Sechs Schritte, die dir neue Sichtweisen bringen:

1. Sieh die Jagd nach deiner Leidenschaft als Spaß, als spannendes Abenteuer

Nur selten erleben wir in unserem Alltag wirkliche Abenteuer. Oder besser: Wir lassen es nicht zu, das Leben wie eine täglich neue Welt zu entdecken. Gewöhne dich an den Gedanken, dass die Suche nach deiner Leidenschaft wirklich spannend wird. Und vor allem mache dir eines klar: Sobald du deiner Leidenschaft folgst, wird dein Leben nie wieder so sein wie davor. Lass dich darauf ein und mache den ersten Schritt aus deinem Hamsterrad.

Klebe ein Post-it mit dem Wort „Abenteuer“ an deinen Badezimmerspiegel und lasse morgens für nur eine Sekunde ein wenig Abenteuer im Kopf zu.

2. Genehmige dir Ruhe

Wir leben in einer Gesellschaft, in der „Nichtstun“ einer Todsünde gleichkommt. Wir müssen produktiv sein, etwas leisten, weiterkommen. Ich bemerke es an allen Ecken und Enden, dass Menschen um mich herum kaum etwas tun, das kein Ergebnis bringen soll. Immer muss unser Tun zu einem Ziel führen – ein unbewusster Druck, gut zu sein, seine Leistung zu bringen, den Erwartungen zu entsprechen, schwingt immer mit. Und somit auch das schlechte Gewissen, wenn man nichts tut. Verstehe, dass der Weg zu deiner Leidenschaft nur über innere Ruhe funktioniert. Nur dann, wenn der Kopf Schritt für Schritt frei wird, kann Neues entstehen. Ruhe kommt auf einfachste Weise zustande: Indem du Störfaktoren eliminierst. Es gibt gar nicht so viele: Andere Menschen, das Mobiltelefon und das Internet. Distanzierst du dich für eine bestimmte Zeit von diesen drei Störfaktoren, hast du bereits den wichtigsten Schritt gemacht.

Zähle an einem Tag die wenigen Momente, in denen du ungestört bist.

3. Nimm dir 24 Stunden Auszeit

Am Besten ist, wenn du der Suche nach deiner Leidenschaft wirklich Bedeutung gibst, indem du dich eine bestimmte Zeitspanne lang ausschließlich diesem Thema widmest. Wichtig ist, dass du dich nicht selber unter Druck setzt und glaubst, du musst nun in 24 Stunden die Antwort haben. Musst du nicht. Es geht vielmehr darum, dir selbst klarzumachen, dass deine Leidenschaft es verdient hat, Zeit zu bekommen.

Nimm deinen Kalender zur Hand und definiere die 24 Stunden Auszeit. Informiere deine Familie und Freunde, dass du an diesem Tag nicht erreichbar bist. Buche ein Hotelzimmer für diesen Tag und:

4. Ändere deine Geschichte

Es gibt Dinge, die passieren uns immer wieder. Daraus resultieren Sätze wie „Das hab ich noch nie gekonnt“ oder „Das ist einfach nichts für mich“. Vermutlich fallen dir spontan ein paar Dinge ein, die du über dich diesbezüglich denkst. Nennen wir es mal deine „Themen“. Mache dir die Muster klar, also das, was wie ein Boomerang einfach immer wieder auftaucht.

Schreibe deine „Themen“ nieder. Nimm dir dann eine typische „Das kann ich nicht“-Situation her und stelle sie dir einmal komplett anders vor. Nur in deiner Phantasie endet der geistige Film mal mit einem Happy End.

5. Konsultiere deine Ängste

Einer meiner ersten Coaches und Mentoren hat einen Satz zu mir gesagt, der mich sehr geprägt hat: „Vielleicht sind die Dinge, wovor du am meisten Angst hast, genau das, was du am besten kannst.“ Er hatte Recht. Ich hatte viele Jahre meines Lebens Angst, vor Menschen zu sprechen. Jetzt bin ich Trainer und halte Vorträge.

Mach dir klar, was für dich gar nicht geht, das, was du schon immer vermieden hast, und schreibe eine kleine Liste davon. Dann denke daran, was passieren würde, wenn du genau das tust.

6. Hürden bedeuten, du bist auf dem richtigen Weg

Wenn bei all diesen Gedanken tausend Zweifel in deinem Kopf auftauchen, dann weißt du eines: Das ganze Thema ist dir nicht gleichgültig. Es beschäftigt dich und es bringt dein Blut in Wallung. Würdest du nicht zweifeln und Hirngespinste in deinem Kopf erzeugen, wäre es dir gleichgültig. Gratulation, du bist auf dem richtigen Weg.

Freue dich, dass du zweifelst. Schreib alle Zweifel nieder.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

(14) Kommentare

Deine Antwort
Teilen11
Pin39
Twittern
50 Shares