Digitalisierung als Chance?

Digitalisierung

Wir Menschen mögen Veränderungen nicht so gerne und viele von uns wünschen sich, dass alles so bleibt wie es ist. Gerade dann, wenn wir uns gut fühlen und in einem angenehmen Umfeld leben. Und doch ist das Leben ein stetiges Auf- und Ab.

Nichts bleibt ewig wie es gerade ist. Nicht die Beziehungen die wir führen, unsere Persönlichkeit entwickelt sich immer weiter, die Natur verändert sich permanent. Unsere Kinder bleiben nicht ewig klein und wir bleiben auch nicht ewig jung. Auch wenn die Werbung uns das oftmals einzureden versucht.

Veränderungen gehören einfach zum Leben dazu.

Die meisten dieser Veränderungen geschehen ohne größeres Aufsehen und werden von uns (meist) akzeptiert. Es ist halt einfach so!

Dann wiederum gibt es Veränderungen im Leben, auf die wir keinen Einfluss haben. Die voranschreitende Digitalisierung ist so ein Bereich, der vielen Menschen mit Sorge in die Zukunft blicken lässt. Die rasanten technischen Entwicklungen betreffen uns alle. Keine(r) ist davon ausgenommen, niemand kann sich dem Wandel entziehen. Und das ist sicherlich eine große gesellschaftliche Herausforderung.

In den Medien & Politik wird viel über Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Roboter in der Pflege usw. berichtet. Veränderungen in allen Lebensbereichen stehen uns bevor. Speziell für die etwas älteren Damen und Herren (ich zähle mich da auch dazu), kann es eine große Herausforderung sein. Wir sind in einer ganz anderen Zeit groß geworden.

Als Kinder sind viele von uns noch auf Bäumen geklettert. Wir haben im Wald Indianer gespielt und trafen uns noch mit Freunden im realen Leben. Wir sind ohne Handy und Computer ganz gut zurecht gekommen. Im Laufe der Zeit hat sich aber in technologischen Belangen sehr viel getan. Und die Entwicklung geht weiter und weiter. Das bedeutet aber auch Veränderung in vielen Bereichen des Lebens.

Nun haben wir die Möglichkeit über die technischen Errungenschaften im Alltag- und Berufsleben zu schimpfen, sich dagegen wehren zu wollen, nicht mitmachen und lieber den Kopf in den Sand stecken zu wollen. Aber macht das wirklich Sinn?

Ich selbst durfte bereits meine Erfahrungen mit dem digitalen Wandel machen.

Meine Geschichte….

Im Dezember 2018 beendete ich meine berufliche Tätigkeit in der Reisebranche. Unser Familienbetrieb wurde vor mehr als 31 Jahren gegründet, ich selbst war 17 Jahre ein Teil davon. So wie in vielen anderen Bereichen auch, ändert sich durch die Digitalisierung gerade sehr viel in dieser Berufssparte.

Es gab für mich im Vorjahr viele Momente der Angst und Sorge als mir so richtig bewusst wurde, dass sich in unserem Betrieb ein Umbruch ankündigte. Ich hatte viele schlaflose Nächte hinter mich gebracht und auch so manch Träne vergossen. Mir wurde nach und nach aber klar, dass es keinen Sinn machte, sich gegen etwas zu wehren bzw. anzukämpfen, dass nur Kraft und Energie kostet und letztendlich auch nicht wirklich etwas bringt. Mir wurde bewusst, die Zukunft geschieht, ob ich nun mitmache oder nicht.

Erste Anzeichen der Veränderung hat es bereits sehr viel früher gegeben. Die Reisebranche (Reisebüro) hat sich nicht von Heute auf Morgen geändert. Der Umbruch hat sich im Nachhinein betrachtet schon viel früher abgezeichnet aber wie das halt oft so im Leben ist… Ich wollte es zu Beginn nicht wahrhaben und dachte mir, dass es schon nicht so schlimm kommen würde. Wer weiß, vielleicht würde der Wandel auch irgendwie an mir vorbeigehen. Dem war nicht so! Und so musste ich eine Entscheidung treffen….

Auf die ungewollte Veränderung wütend sein oder über die Digitalisierung zu schimpfen, konnte ich auch nicht. Hatte ich doch bereits selbst schon Reisen und auch Flugtickets über diverse Online Plattformen gebucht. Auf wen sollte ich da böse sein? Wie oft hatte ich schon Bücher über Amazon bestellt und damit auch den stationären Buchhandel geschwächt. Ich musste mich hier selbst an die Nase fassen! Das Kundenverhalten hat sich verändert. Das musste ich akzeptieren und mit der Zeit erkannte ich dann auch die Chancen dieser Veränderung.

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kaboompics / Pixabay

Ein weiteres Bespiel persönlicher Veränderung….

Vor 12 Jahren war ich von einem Burnout betroffen. Das hat mein komplettes Leben auf den Kopf gestellt! Kein Stein blieb auf dem anderen! In den vielen Jahren in denen sich mein Burnout aufbaute, hatte ich nicht die Kraft, etwas an meiner misslichen Lage zu verändern. Mir ging es immer schlechter und schlechter. Ich war in einer Negativspirale gefangen und hätte damals auch nicht gewusst, wie ich da wieder rauskommen sollte. Prävention hätte zu diesem Zeitpunkt nicht gefruchtet, da ich für guten Zuspruch nicht zugänglich war. Der erste Schritt in die Veränderung war erst dann möglich, als der Leidensdruck zu groß wurde und ich nach dem Körperlichen und Seelischen Zusammenbruch zum Handeln gezwungen wurde.

In dieser Zeit hatte ich wirklich alles verloren, was mir wichtig war. Familientraum zerplatzt, Ehe geschieden, Job verloren. Ich musste mein gewohntes soziales Umfeld verlassen und mein Sohn (damals 9 Jahre alt) gab sich die Schuld an meinem Stress. Schlimmer ging`s echt nimmer….

Aber ich habe diese, wenn zu Beginn auch negative Veränderung im Laufe der Zeit als eine Möglichkeit zum Neuanfang gesehen. Die Chance auf ein besseres, gesünderes, zufriedeneres Leben ergriffen.

Ich habe mein Leben hinterfragt, viel Zeit in mich investiert um wieder zu Kräften zu kommen. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Ich wusste, dass ich wieder gesund werde. Für mich und meinen Sohn. Meine Erfahrungen und mein Blick auf die Welt, den ich seit diesem emotionalen Tief habe, beeinflussen noch heute meine privaten und beruflichen Entscheidungen.

Was ich aus diesen beiden einschneidenden Veränderungen in meinem Leben gelernt habe….

Der rasante technologische Wandel, die bevorstehenden Veränderungen in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt machen mir keine Angst mehr. Jede(r) einzelne von uns hat die Möglichkeit, diese Veränderung als Chance zu nutzen. Als Chance für etwas Neues. Ich denke, ich bin ein sehr gutes Bespiel dafür! Wenn sich meine berufliche Situation nicht so dramatisch verändert hätte, könnte ich heute keinen Gastartikel für Markus schreiben. Ich hätte ganz einfach nicht die Zeit dafür und diese Chance durch den Trubel des Alltags, nicht wahrgenommen! Meine Leidenschaft (das Schreiben), nicht so schnell leben können. Bereits vor mehr als 2 Jahren wollte ich einen Blog starten, aber durch die Tätigkeit im Reisebüro war das einfach nicht möglich. Mir fehlten die Zeit und auch die nötige Energie dazu.

Heute kann ich mir die Zeit nehmen und es ist mir wirklich eine sehr große Ehre, auf meinem „Lieblingsblog“ einen Gastartikel veröffentlichen zu dürfen!

Was ich dir gerne mitgeben möchte….

Bitte denke daran, dass jede Veränderung auch etwas Positives mit sich bringt. Auch wenn es zu Beginn nicht danach aussieht! Viele Menschen sind nach Krisen gestärkt ins Leben zurück gekehrt!

Suche dir Dinge, die dir Kraft und Hoffnung geben! Ich z.B. lese sehr gerne Bücher über Menschen, die schwierige Situationen gemeistert haben. Ich höre gerne Podcasts und hole mir damit Kraft und Energie. Ich habe dann immer das Gefühl, auch meine Probleme gut bewältigen zu können.

Frage dich, was du heute schon tun kannst um mit den rasanten Veränderungen gut umgehen zu können. Musst du bestimmte Dinge loslassen? Dir neues Wissen aneignen?

Was wäre der erste Schritt, den du heute schon gehen kannst?

Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht auch im Wandel der Zeit deinen Weg zu gehen! Wir haben mehr Möglichkeiten denn je uns beruflich und als Gesellschaft zu verändern. Nutzen wir doch die Chancen, die sich uns mit der Digitalisierung bieten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diesen Weg ein Stück gemeinsam gehen!

Alles Liebe,

Ein Artikel von Silvia Ninaus

Artikel von

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus beendete 2018 nach fast zwei Jahrzehnten ihre selbständige Tätigkeit in der Reisebranche. Nun befasst sie sich mit den Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf Alltag- und Arbeitsleben und den Umgang mit Veränderung. Vor 12 Jahren war sie selbst von einem Burnout betroffen und hat damals alles verloren, was ihr wichtig war. Wie sie aus diesen beiden einschneidenden Erlebnissen wieder Kraft und Mut für den Neubeginn fand, möchte sie nun gerne weitergeben. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam Richtung Zukunft“.

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Silvia Ninaus

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus beendete 2018 nach fast zwei Jahrzehnten ihre selbständige Tätigkeit in der Reisebranche. Nun befasst sie sich mit den Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf Alltag- und Arbeitsleben und den Umgang mit Veränderung. Vor 12 Jahren war sie selbst von einem Burnout betroffen und hat damals alles verloren, was ihr wichtig war. Wie sie aus diesen beiden einschneidenden Erlebnissen wieder Kraft und Mut für den Neubeginn fand, möchte sie nun gerne weitergeben. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam Richtung Zukunft“.

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