Die eine Stunde, die alles verändert.

Ich habe auf meinem MacBook das Gratis-Tool “Rescue Time” installiert. Dieses Programm tut nichts anderes, als zu protokollieren, womit ich am Laptop meine Zeit verbringe (gibt's auch für Windows). Und ich sage dir eines: Es ist ernüchternd. Es ist ernüchternd, wie wenig Zeit in die wirklich wichtigen Dinge fließt und wie schnell eine Stunde mit Unnötigem vergeudet wird.

Das viele Feedback, das ich von euch allen bekomme (unter anderem auch durch die große Leserumfrage, gleich mitmachen!) zeigt mir, dass viele etwas verändern wollen. Viele von euch wollen das Hamsterrad verlassen. Viele wollen ihre Leidenschaft finden, Schritt für Schritt aus dem Job aussteigen, sich nebenbei etwas aufbauen, erfolgreich sein mit dem, was sie gerne tun.

Und es gibt viele Gründe, warum du noch nicht begonnen hast, die Exitstrategie aus dem Hamsterrad umzusetzen. Die Liste der Erklärungen, Argumente und Rechtfertigungen ist lang und über weite Strecken auch sehr plausibel.

  • Natürlich brauchst du finanzielle Sicherheit.
  • Natürlich musst du wissen, was deine Leidenschaft ist.
  • Natürlich musst du sicher sein, das Richtige zu tun.
  • Natürlich musst du das unternehmerischen Wissen haben.
  • Natürlich musst du einen Plan haben.
  • Natürlich gibt es tausend Dinge, die dich berechtigterweise vom ersten Schritt abhalten.

Wer mich und meine Texte kennt, der weiß, dass ich ein Fan von “Einfachheit” bin. Jetzt werden viele denken:

“Wie soll ich mir so einen wichtigen Schritt einfach machen? Tausende Fragen schwirren in meinem Kopf herum und ich weiß nicht, womit ich starten soll. Ich weiß nicht, was meine Leidenschaft ist, ich bin mir einfach nicht sicher. Ich traue mir nicht zu, dass ich das finanziell hinbekomme. Ich habe keinen Plan, wie ich meine Leidenschaft zu Kohle machen soll. Ich habe keinen Tau von Selbstmarketing und ich bin schon gar kein guter Verkäufer. Und überhaupt kenne ich mich mit dem Internet und dem ganzen technischen Schnick-Schnack viel zu wenig aus, um mich dann online zu vermarkten.
Markus, gib mir doch konkrete Tipps! Gib mir Ratschläge, die ich sofort 1:1 umsetzen kann. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.”

Ja, ganz am Anfang ist die Fragezeichen-Wolke eine sehr große. Und hier ist nun Einfachheit oder Minimalismus der richtige und einzige Zugang.

Ich nenne es die “Ein-Stunden-Strategie”:

Die erste Stunde

Nimm deinen Kalender zur Hand und mache einen Termin mit dir selbst aus. JETZT! Er dauert eine Stunde. Du musst dich dafür nicht vorbereiten, brauchst keinen Meetingraum organisieren, keine verschiedenen Terminoptionen abstimmen oder dich darum kümmern, dass alle kommen. Du hast einen Termin mit dir selbst, der höchste Priorität hat. Das heißt, dass du in dieser Stunde (egal ob am Abend, tagsüber oder am Wochenende) folgende Regeln einhältst:

  • Du verschiebst diesen Termin nicht und du hältst die eine Stunde ein.
  • Du bist alleine und wirst in dieser Stunde von niemand gestört. VON NIEMAND.
  • Du schaltest dein Handy ab. Nein, nicht auf lautlos. Nicht auf “Nicht stören”. Nicht auf Flugmodus.
    DU SCHALTEST ES AB.
  • Du nimmst Papier und Bleistift.

Du machst einen Vertrag mit dir selbst, in dem du niederschreibst, was du vorhast: Leidenschaft finden, kündigen, nebenberuflich etwas aufbauen, Hamsterrad verlassen oder was auch immer.

Du datierst und unterschreibst diesen Vertrag und legst ihn in deine Dokumentenmappe zu Geburtsurkunde, Zeugnissen & Co.

Eine Stunde pro Woche

Nachdem du die “die erste Stunde” erledigt hast, nimmst du deinen Kalender und machst aus dem einen Termin mit dir selbst für den kommenden Monat vier, also einen pro Woche. Die Regeln bezüglich der Störfaktoren gelten auch hier. Die Termine sind fix und werden nicht verschoben oder gekürzt. In diesen vier Terminen

  • machst du ein paar kleine Schritte. (hier bekommst du den Gratis-Kurs)
  • definierst deine Leidenschaft.
  • konkretisierst alle offenen Fragen, also alles was du noch brauchst und klären muss um zu starten

Du brauchst die Fragen nicht beantworten, sondern nur eine Übersicht schaffen, was es alles noch zu klären gilt.

Der Schritt 2, also die eine Stunde pro Woche, kann ein paar Monate laufen oder nach einem Monat beendet sein. Das liegt an dir. Bleib nur bei deinem Jour fixe mit dir selbst. Nimm dir Zeit, die kleinen Schritte zu machen, deine Leidenschaft zu definieren und die offenen Fragen auszuarbeiten.

Eine Stunde am Tag

Sobald es kein Problem mehr ist eine Stunde die Woche für deine Leidenschaft abzuzweigen und alles geklärt ist, machst du den nächsten Schritt. Du definierst eine Stunde am Tag um dich Schritt für Schritt jeder offenen Frage zu widmen.

  • Du brauchst Know-How, wie du dich selbst vermarktest?
  • Du brauchst finanziellen Rückhalt?
  • Du kennst dich nicht aus, wie man eine Webseite macht?
  • Du zweifelst an deinen Fähigkeiten?
  • Du weißt nicht, woher deine Kunden kommen sollen?

Widme dich pro Stunde einer deiner Fragestellungen. Finde Optionen, Möglichkeiten zur Lösung, Menschen, die du zur Unterstützung konsultierst etc, also alle möglichen Quellen, die dir bei der Klärung helfen können.
Und wenn eine Stunde nicht ausreicht, dann nimm dir noch eine. Und noch eine. Widme dich aber immer nur EINER Frage und arbeite solange an Antworten und Lösungsmöglichkeiten, bis die Frage für dich befriedigend geklärt ist. Dann mach weiter.

Es ist eine Tatsache, dass viele Unsicherheiten, viele Zweifel, viele Fragen nur deswegen in deinem Kopf so stark manifestiert sind, weil du dich ihnen nicht fokussiert, konzentriert und ohne andere Störungseinflüsse widmest und dir nicht die Zeit nimmst sie auf diese Art und Weise zu beantworten.
Nicht weil du etwas nicht weißt oder kannst, bleibt die Frage in deinem Kopf offen, sondern nur weil du ihr nicht die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit schenkst. Nach ein paar Wochen mit der “Ein-Stunden-Strategie” hast du einen sehr konkreten Plan, was du alles tun musst.

Ich verspreche dir: Sobald du die “Ein-Stunden-Strategie” anwendest und konsequent durchziehst, wirst du erstaunt sein, wie schnell sich der Nebel lichtet und konkrete Maßnahmen übrig bleiben.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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