3 Vorteile deiner bewussten Endlichkeit

endlichkeit

Wir alle werden einmal sterben. Punkt. Dem kann selbst ich nichts mehr hinzufügen. Denn es ist die einzige unverrückbare Wahrheit in unser aller Leben. Aussuchen wann und wie, das können wir leider nicht. Nein, selbst bei einem Suizid ist das nicht wirklich frei gewählt…. Schön finde ich die Vorstellung, dass Du und ich durch diese Tatsache verbunden sind. Vor dem Tod sind nämlich alle Menschen gleich.

Den Gedanken an unser Ableben schieben wir gerne weit von uns. Ausserhalb unseres Wahrnehmungsfelds wartet er also brav in der hintersten Realitäts-Ecke darauf, von uns beachtet zu werden. Doch wie das so ist mit versteckten Winkeln, bilden sich dort gerne Schatten. In denen sich Fantasiegebilde mit dem Staub verbinden und sich immer weiter ausdehnen. Was Du nicht erkennen und einordnen kannst, macht in der Regel in Stunden der Einsamkeit gerne Radau. Diese Tatsache ist Dir vielleicht besser bekannt als Angst vor dem Tod. Dem Ausgeliefertsein, der Zeit danach, um unsere Liebsten. Wir wissen schlicht nicht, was uns da erwartet. Aber die Sorgen im Zusammenhang mit dem Sterben können sich trotz ihrem Leben in der hintersten Ecke doch ganz schön ausbreiten und massiv viel Raum einnehmen.

Prokrastination des Todes

Deine Endlichkeit ignorieren zu können, ist im wahrsten Sinne eine Illusion. Mir persönlich ist nämlich kein Fall bekannt, in dem jemand dadurch für immer am Leben geblieben ist. Besser bekannt im Zusammenhang mit ihr, sind mir jedoch Ängste und Sorgen, irrationale Handlungen und verdrängte Gedanken und Gefühle. Du und ich wissen beide, dass sich lange Verdrängtes immer irgendwann seinen Weg sucht. Und ihn findet. Meistens in unangenehmer Form und im dümmsten Moment. Solltest Du einmal sterben, und ich kann Dich nur warnen: Das wirst Du, leiden Deine Angehörigen durch dieses Verhalten gleich mehrfach. Wenn Du nämlich Deinen Tod verdrängst und Dir diesbezüglich keine Gedanken machst, wird sich Deine Familie eines Tages mit unbeantworteten Fragen konfrontiert sehen. Muss plötzlich Entscheidungen treffen, welche sie orientierungslos zurücklassen. Und vielleicht Zeit vermissen, um über Deinen Verlust trauern zu können.

Offene Fragen rund um Deine Wünsche kurz vor oder nach dem Tod, stellen eine echte Herausforderung dar. Besonders, wenn zu Lebzeiten darüber weder gesprochen noch etwas verschriftlicht wurde. Ein wichtiger Punkt kann beispielsweise Deine Beerdigung darstellen. Na gut, ehrlicherweise fängt es bereits damit an, wie Du sterben möchtest. Viel beeinflussen kannst Du da zwar ehrlicherweise kaum. Auf jeden Fall hast Du aber im Vorfeld die Möglichkeit zu entscheiden, worauf Du gerne verzichten möchtest. Diese Gedanken zuzulassen, kostet Dich zu Lebzeiten erstmals Energie, Zeit und Raum. Deinen Bedenken diesbezüglich gebe ich absolut recht.

Endlichkeit
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Am Ende zählt die Liebe

In meinem Artikel möchte ich jedoch weder die negativen Punkte ewig wiederkäuen, welche ein unvorbereiteter Tod mit sich bringen kann, noch Dir schlechte Gefühle bereiten. Also widmen wir uns der Frage, was Du durch die Konfrontation mit Deiner Endlichkeit für Dein weiteres Leben gewinnen kannst?

Es sind einige Aspekte, welche sich in Deinem Leben nach der Beschäftigung mit den Fragen rund um Sterben und Tod verändern können. Lange habe ich mit mir gerungen, welche Punkte ich hier beleuchten möchte. Durchgesetzt haben sich diese Drei, denn bekanntlich haben dies ja alle guten Dinge gemeinsam:

1. Die Meinungen anderer, sind die Meinungen anderer

Ja, ich weiss. Du bist bereits jetzt davon überzeugt, dass andere Meinungen keinen Einfluss auf Dich und Dein Handeln haben. Schau hier gerne nochmals genauer hin. Eventuell siehst Du vielleicht doch Momente oder Erlebnissen, in denen Du Dich zuerst gefragt hast, wie Dein Umfeld auf Dich reagieren wird? Diese Gedanken verhindern gerne mal, dass Du das Leben führst, welches Du Dir wünschst. Dir ist jedoch spätestens nach der Lektüre meines Artikels bewusst, dass Deine Zeit hier limitiert ist. Aus diesem Grund kann es nur helfen, wenn Du von diesem Vorteil profitierst.

Meine Erfahrung:

Komplett befreit, bin ich noch nicht. Denn mir Gedanken zu machen, über das Denken anderer Menschen, ist tief in mir verwurzelt. Aber in Verbindung mit meinem erhöhten Bewusstsein für die Endlichkeit, setze ich heute vieles in Relation. «Wird diese Situation für mich auf dem Sterbebett von Bedeutung sein?» Diese Frage begleitet mich ganz oft und hilft mir dabei, mich deutlich weniger zu ärgern, stressen oder verunsichern zu lassen. Diese verstärkte Gelassenheit hat einen unglaublich positiven Einfluss auf mein Leben. Nach mehreren Verlusten habe ich mich diesen existenziellen Fragen gestellt und kann bestätigen, dass die Auseinandersetzung zwar äusserst anstrengend und teilweise auch substanziell war.  Mein Leben dadurch jedoch wesentlich einfacher und angenehmer wurde.

Passender Artikel:  Selbsterkenntnis: 5 grausame Wahrheiten, die du über das Leben wissen musst

Kommen wir damit zu Punkt:


2. Deine Umsetzungskraft wird erhöht

Indem Du Klarheit über die Qualität Deiner Lebenszeit gewinnst, verliert Deine Kompromissbereitschaft wesentlich an Substanz. Dir immer wieder vor Augen zu führen, dass Deine Selbstbestimmung wohl einmal enden wird, unterstützt Dich aktiv bei der Entscheidung, welche Erinnerungen Dich auf Deinem letzten Weg begleiten. Dadurch bist Du der Gestalter Deines Lebens und weder fremdgesteuert noch irgendwelchen «Furzideen» ausgeliefert. Es sei denn, sie sind deine Eigenen. Gerade im Hamsterrad fühlen wir uns ab und an fremd fehl am Platz. Wenn Du jedoch die Fäden wieder in die Hand nimmst, können sich diese Gefühle schlagartig reduzieren.

Meine Erfahrung:

Letztens analysierte ich mit Freunden die Frage nach dem Sinn des Lebens. Abschliessend beantworten konnten wir diese alle (noch) nicht. Ob dem Leben eine tiefere Wahrheit zugrunde liegt oder nach dem Tod alles für immer endet, spielt für mich keine Rolle. Bis dahin möchte ich jedoch eine möglichst geniale Zeit erleben. Andere Menschen inspirieren und sie auf ihrem Weg unterstützen. Schöne Begegnungen geniessen, die Beteiligten gleichermassen bereichern. Die wundervolle Natur wahrnehmen und zu ihr Sorge tragen. So viele Kleinigkeiten, welche Grosses bedeuten.

3. Deine Gesundheit als wertvollstes Investment

Du erinnerst Dich an das Gebilde aus Staub und Schatten? Wie sich dieses mehr und mehr ausbreitet, je weniger Beachtung es erhält? Je länger Du wartest, desto grösser der Aufwand, um es wieder schrumpfen zu lassen? Zunehmender Druck ist unangenehm. Sei dies, wenn die Hose zwickt, weil sie in der Wäsche eingegangen ist. Oder wenn Dein Raum für Freiheit durch die Schattengebilde immer kleiner wird. Ein Druckgefühl ist natürlich durchaus ertragbar. Sogar über längere Zeit. Ob es aber Deiner Gesundheit über kurz oder lang gut tun wird, stelle ich an dieser Stelle provokant in Frage. Nicht nur im Rahmen von erhöhtem Blutdruck kann sich die Gesundheit bemerkbar machen, wenn wir ein Leben führen, welches uns schadet und den persönlichen Werten widerspricht. Über die Folgen von erhöhtem Blutdruck werde ich hier keine Worte verlieren. Diese sind bestens bekannt, wenn auch nicht unbedingt dafür, Dein Leben akut zu verlängern. Leider ist diese Krankheit nicht die Einzige, welche in unserer Gesellschaft immer mehr Opfer fordert. Sterben müssen wir alle, doch das Leben aktiv zu verkürzen halte ich für keine erstrebenswerte Fähigkeit. Gelassenheit, innere Ruhe und das Loslassen von schädigenden Verhaltensmustern, kann dazu beitragen, Deine Gesundheit zu erhalten. Denn eines ist sicher: Ängste zu verdrängen ist ungesund.

Meine Erfahrung:

Bis vor einigen Jahren war ich oft sehr gestresst. Mein Perfektionswahn und das Festhalten an ungesunden Mustern, tat mir eher weniger gut. Bereits Anfang Zwanzig verschrieb mein damaliger Arzt mir blutdrucksenkende Mittel. Weder die Einnahme dieser noch der Grund für ihre Verschreibung, fühlten sich besonders angenehm an. In meinem Leben änderte sich viel, allem voran meine Einstellung dazu. Irgendwann im Laufe der Zeit bemerkte ich, dass ich die Einnahme über einen längeren Zeitraum vergass. Glücklicherweise waren die Beklemmungen und das spürbare Rauschen jedoch verschwunden. Manchmal warnt es mich bis heute davor, in alte Verhaltensweisen zurück zu fallen. Und selbstverständlich ist mein Arzt über die Tatsache informiert, dass ich meine Tabletten jetzt weglasse. Es bestätigt mich jedoch in meiner Überzeugung, dass ich selbst für meine Gesundheit verantwortlich bin. Diesem Umstand versuche ich immer mehr Sorge zu tragen und geniesse jeden Tag ohne Krankheit und voller Leben.

Heute beende ich diesen Artikel schlicht und ergreifend mit meinem Nachtrag. Denn diese eine Frage kann Dein Leben nachhaltig verändern.

P.S.: Was wäre, wenn Du jetzt gehen müsstest?

Bis dahin wünsche ich Dir ein geiles Leben
Sabrina

Artikel von

Sabrina Steiner

Sabrina Steiner

Meine langjährige Laufbahn im Schweizer Gesundheitswesen brachte mich nach unzähligen Jahren endgültig an meine persönlichen Grenzen. Denn meine persönlichen Werte stimmen absolut nicht mit den Grundsätzen der gesundheitspolitischen Ansätze im Umgang mit Krankheit überein. Klar ergriff ich im Hintergrund Massnahmen, um andere Ansätze leben zu können. So habe ich mich bereits vor Jahren als Bachblütenberaterin ausbilden lassen. Bei eigenen Symptomen griff ich stets dankbar und teilweise auch ergänzend zur Schulmedizin auf andere Möglichkeiten zurück. Aber ich blieb meinem Hamsterrad treu und wurde nach «Ausbruchsversuchen» immer wieder rückfällig. Als 2015 ganz plötzlich meine Mutter verstarb und ich nur ein Jahr darauf meinen Schwiegervater nach kurzer schwerer Krankheit bei seinen letzten Wochen auf Erden begleiten durfte, wurde mir die Endgültigkeit unseres Lebens bewusst. Die Konsequenz war meine Kündigung, denn das Leben ist zu kurz und einzigartig für schlechte Kompromisse. Meine Zeit und Ressourcen nutze ich nun, um Synergien zwischen Menschen und Wissen zu nutzen, das gesellschaftliche Tabuthema Tod zu durchbrechen, Menschen in Zeiten von Verlusten zu unterstützen sowie die Endlichkeit unseres Lebens in ein anderes Licht zu rücken. Damit das Bewusstsein für ein gesundes Leben in einer gemeinsamen Gesellschaft immer grösseren Anklang findet.

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Sabrina Steiner

Sabrina Steiner

Meine langjährige Laufbahn im Schweizer Gesundheitswesen brachte mich nach unzähligen Jahren endgültig an meine persönlichen Grenzen. Denn meine persönlichen Werte stimmen absolut nicht mit den Grundsätzen der gesundheitspolitischen Ansätze im Umgang mit Krankheit überein. Klar ergriff ich im Hintergrund Massnahmen, um andere Ansätze leben zu können. So habe ich mich bereits vor Jahren als Bachblütenberaterin ausbilden lassen. Bei eigenen Symptomen griff ich stets dankbar und teilweise auch ergänzend zur Schulmedizin auf andere Möglichkeiten zurück. Aber ich blieb meinem Hamsterrad treu und wurde nach «Ausbruchsversuchen» immer wieder rückfällig. Als 2015 ganz plötzlich meine Mutter verstarb und ich nur ein Jahr darauf meinen Schwiegervater nach kurzer schwerer Krankheit bei seinen letzten Wochen auf Erden begleiten durfte, wurde mir die Endgültigkeit unseres Lebens bewusst. Die Konsequenz war meine Kündigung, denn das Leben ist zu kurz und einzigartig für schlechte Kompromisse. Meine Zeit und Ressourcen nutze ich nun, um Synergien zwischen Menschen und Wissen zu nutzen, das gesellschaftliche Tabuthema Tod zu durchbrechen, Menschen in Zeiten von Verlusten zu unterstützen sowie die Endlichkeit unseres Lebens in ein anderes Licht zu rücken. Damit das Bewusstsein für ein gesundes Leben in einer gemeinsamen Gesellschaft immer grösseren Anklang findet.

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