Erfolg macht nicht glücklich. Es geht einfacher.

Unsichtbare Hamsterräder Teil 2

erfolg macht nicht gluecklich

Das Geld nicht glücklich macht, das hat sich rumgesprochen.

Auch wenn es nach wie vor viele „So verdienst 103.567,32 Euro im Jahr“ Parolen gibt, werden die Strategien jetzt perfider.

Man erzählt uns nicht mehr den ganzen Tag, das wir reich werden sollen.

Denn nur darauf springen wir nicht mehr so leicht an.

Man erzählt uns jetzt, dass wir erfolgreich werden sollen.

Denn wenn du erfolgreich bist, dann ist alles gut.

Dann kannst du tun, was du willst.

Und dann, ja dann wirst du glücklich sein.

Die täglichen Lügenstorys rund um den Erfolg

Erfolgreiche Menschen sind immer glücklich, sie können sich alles leisten, sind selbstbestimmt, haben den besten Sex und sie kacken Goldnuggets.

Manchmal kommt es mir so vor, als ob man uns genau das verkaufen will, damit wir uns dem hehren Endziel „Erfolg“ uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf Verluste widmen können.

Damit hier nicht der falsche Eindruck aufkommt.

Ich bin nicht für eine Gesellschaft ohne Leistung.

Ich mag Erfolg.

Ich mag an meinerm Erfolg arbeiten. Und ich mag meinen Erfolg genießen.

(Kleiner Tipp, wenn du den Weg zum Erfolg lieber hast, also den Erfolg selbst, dann klappts auch.)

Ich glaube auch nicht, dass man nur ganz, ganz, ganz fest wünschen muss, oder dem Universum eine Whatsapp-Nachricht schicken muss, damit man erfolgreich wird.

Ich glaube, dass man für den eigenen Erfolg etwas tun muss.

Ich glaube, dass das aber nicht um jeden Preis sein sollte.

Und schon gar nicht, wenn man die falschen Erfolgs-Götzen anbetet.

Ich glaube, dass Erfolg für dein Lebensglück den selben Stellenwert hat, wie ein wenig Schokosträußel auf dem Sahnehäubchen deines Kaffees.

Total super, aber kein elementarer Bestandteil.

Warum?

erfolg freiheit

Weil Erfolg kaum Glücksfaktoren liefert (später dazu mehr) und uns eher Lügenstorys darüber erzählt werden:

Die „Erfolg = Freiheit“-Lüge

Wer erfolgreich ist, lebt selbstbestimmt, so glauben viele.

Es ist aber eher umgekehrt. Erfolg hat im Lieferumfang viele Begleitumstände, die dazu führen, dass du oftmals weniger über dein Leben entscheiden kannst. Natürlich kann der Erfolg dir Freiheiten geben, aber nur dann, wenn du – während du am Erfolg arbeitest – auch gleichzeitig die Selbstbestimmung einplanst.

Die „Erfolg = Geld“-Lüge

Wer erfolgreich ist, verdient viel Geld.

Wenn man diesen Satz liest und ein wenig den Hausverstand walten lässt, wird jedem klar, dass das nicht so einfach ist. Denn um aus Erfolg auch Geld zu machen brauchst du andere Eigenschaften und Fähigkeiten als für den Erfolg selbst.

erfolg entspannung

Die „Erfolg = Entspannung“-Lüge

Gehört ein wenig zum ersten Punkt. Erfolg führt oftmals dazu, dass man mehr Erfolg will. Sicher aber führt es dazu, dass man das Erreichte nicht verlieren will (Gehört übrigens zu den größten Ängsten von erfolgreichen Menschen.)

Immer mehr Erfolg wollen oder verzweifelt am bestehenden Erfolg festhalten, klingt nicht sonderlich entspannt, oder?

Die „Erfolg für Jedermann“-Lüge

Nachdem es uns ja tausende Bücher und noch mehr Blogartikel sagen, wird es ja wohl stimmen: Jeder kann erfolgreich sein.

Das stimmt. Aber eben nur bedingt. Denn worin und wobei ist die Frage.

Nein, nicht jeder kann im Business erfolgreich sein. (Und wie du aus diesem Artikel weißt, kann auch nicht jeder alles erreichen)

Mit dieser Erfolgslüge wird unheimlich viel Geld gemacht. Es gibt viele Erfolgsgeschichten, die man uns als Beweis dafür vor die Nase hält. Ja, das sind tatsächlich viele.

Niemand spricht aber über die, die es in bestimmten Bereichen nicht geschafft haben. (Das wäre ja nicht so Tschakka-motivierend, deswegen lassen sie das lieber.)

Geld glücklich erfolg

Exkurs: Wie viel Geld braucht man zum glücklich sein?

Auch wenn Geld nicht mit Erfolg gleichzusetzen ist, schauen wir uns nur kurz an, welchen Stellenwert die Kohle hinsichtlich unseres Glücks einnimmt.

Diverse Studien aus den verschiedensten Ländern beweisen es. Ab einem monatlichen Einkommen von 5000 Euro tut sich, was das Glücksempfinden betrifft, nicht mehr viel.

Damit sind die notwendigsten Bedürfnisse gesichert und die Unterschiede werden marginal.

Sobald es mehr wird kannst dir dadurch einfach mehr materielle Dinge leisten, die aber – niemand ist darüber noch überrascht – einfach nicht zufrieden und glücklich machen.

Ich weiß, 5000 Euro im Monat ist für viele Menschen viel Geld. Und dieser Betrag ist sicher ein Stück weit vom europäischen Durchschnittseinkommen entfernt. Aber dieser Betrag ist nicht unerreichbar. (Die Versprechen, die man oft auf Facebook & Co liest und die mit absurden Summen um sich werfen, sind es schon)

Die wahren Glücksfaktoren

Spannderweise ist es so, dass bei den diversen Studien, die es rund um Glück gibt, das Thema Erfolg nicht aufftaucht.

Vielmehr sind es Faktoren, die entweder völlig außerhalb unserer Einflussnahme stehen oder es sind Punkte, die relativ einfach zu erreichen wären, wenn man sich nur darum kümmern würde (anstatt dem ganzen Tag dem Erfolg nachzulaufen)

Gesundheit

Klar, dass das ein wichtiger Faktor ist. Ein Faktor aber, auf dem wir nur wenig Einfluss haben und das nur langfristig.

Sicherheit

Wenn du täglich mit Kriminalität, Gewalt oder anderen sozialen Unsicherheiten in deiner Umgebung zu tun hast, stellt sich kein Glück ein. Ein Faktor, der nur durch Veränderung des Lebensmittelpunktes zu verändern ist.

Beziehungen

Vermutlich der Faktor, der am glücklichsten macht und auf den wir den meisten Einfluss haben – wenn Partnerschaft, Familie und Freundeskreis passt, dann kommt das Glück postwendend.

Leben mit Sinn

Wenn du treuer Leser bist, dann wirst du jetzt rechnen, dass ich mit Berufung und Co daherkomme. Darum geht es aber nicht. Viele Menschen finden ihren Lebenssinn abseits ihrer Berufung, ja sogar abseits von Selbstverwirklichung. Auch hier dürfen wir mal unsere Leistungsvorstellungen überdenken und erkennen, dass Sinnvolles in unserem Leben viele Gesichter haben kann.

Dankbarkeit

Wer dankbar ist für das, was er hat, ist glücklicher. Punkt. Wer liebt, was er hat und hat, was er liebt und all das Tag für Tag zu schätzen weiß, der misst dem Erfolgshamsterrad die notwendige, überschaubare Bedeutung bei.

Einstellung zum Leben

Eine positive Grundhaltung ohne rosa Brille ist ein Glücksgarant. Es ist nicht immer alles super im Leben. Manchmal ist es auch gehörig scheiße. Wer das akzeptiert und nicht erstaunt, traurig und verbittert ist, dass das Leben nicht nur auf der Überholspur, sondern auch mal am Pannenstreifen stattfindet, der ist zufrieden und auch glücklich.

Gemütlichkeit & Geborgenheit

Mal ganz ehrlich: Wenn es draußen stürmt und schneit und es saukalt ist, wer ist dann nicht bei einem heißen Kakao, in eine Decke gehüllt und ein gutes Buch lesend glücklich? (Auch wenn es viele Erlebnis- und Andrenalin-Junkies erstaunen mag: Langsamkeit und Gemütlichkeit macht glücklicher und zufriedener als Vollgas.)

Glücklich sein kannst du nicht nur lernen, du kannst es dir auch Schritt für Schritt erarbeiten.

Ich wiederhole es nochmal – weil ich schon die Unkenrufe höre: Das ist kein Manifest gegen den Erfolg oder gegen eine berufliche Selbstverwirklichung.

Dieser Artikel soll nur ein wenig die Prioritäten zurecht rücken. Er soll dich beflügeln, nicht nur hart an deinem Erfolg, sondern auch entspannt an deinem Glück zu arbeiten.

Ist gar nicht so schwer.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

(2) Kommentare

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