Experiment (er)leben

Genuss erleben

Dieser Artikel ist einem ganz besonderen Thema gewidmet, einem Thema, dass ich in den letzten Jahren selbst vernachlässigt habe und dessen Anwesenheit ich sehr vermisse. Nämlich dem GENUSS.

Ich habe es zu meinem Ziel gemacht, mich in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten intensiv mit Genussmomenten zu befassen, welche ganz einfach, mit minimalem Aufwand in den Alltag von Jedermann und Jederfrau integriert werden können.
Und ich möchte dich, lieber Leser/liebe Leserin ganz herzlich einladen, an diesem Experiment teilzunehmen.

Der Anfang des Experiments

Hellhörig wurde ich erstmals, als ich unlängst einen Werbeslogan für die Vermarktung eines neuen Automodells las, in dem es hieß „Wir leben in einer Zeit, in der wir immer weniger davon haben“.

Als ich diese Worte wiederholt durchlas, bekam ich Gänsehaut. Die Gefühle, welche dadurch in mir ausgelöst wurden, waren mir ein Graus. Sofort fühlte ich mich getrieben, gehetzt, gestresst, unzufrieden und verspürte den Drang mehr zu wollen. Mehr HABEN zu wollen. Mehr SEIN zu wollen. Ein effizienteres Leben zu führen.

Und grundsätzlich ist dieser Gedanke ja gar nicht schlecht, die Umsetzung dessen und das Bild, dass ich dazu vor meinen Augen generierte, brachte mich jedoch in eine missliche Lage. Ich war unzufrieden mit mir und der Gestaltung meiner bisherigen Lebenszeit. Und dies augenscheinlich aufgrund einer einzelnen Werbung. Krass.

Natürlich war es nicht nur dieser eine Satz, der mich so unglücklich machte. Es war eine Summe aus tausend kleinen Faktoren, welche mich schon lange beschäftigten und mich dahin brachten, mein bisheriges Dasein immer öfter in Frage zu stellen.
Ich wusste, dass etwas grundlegend nicht in Ordnung war, hatte aber nicht die geringste Idee, wie ich diesen Umstand ändern sollte.

Das Resultat, dass ich heute daraus ziehe ist, dass dieser Werbeslogan Bullshit vermittelt. Ganz einfach. Es ist absoluter Blödsinn, dass wir heute weniger Zeit haben als in der Vergangenheit. Ein Tag hat immer noch 24 Stunden, eine Stunde beinhaltet noch immer 60 Minuten, eine Minute nach wie vor 60 Sekunden. So wie es war und so wie es voraussichtlich noch eine Ganze Weile bleiben wird.

Der Unterschied zwischen „Heute“ und „Gestern“ jedoch ist meiner Meinung nach, dass wir die uns verbleibende Zeit anders nutzen und uns zunehmend immer mehr mit unseren ach so wichtigen „To-Do“- Listen beschäftigen, weil wir glauben, etwas verpassen zu können, so wie wir unser Leben führen, weil wir glauben, etwas bestimmtes HABEN beziehungsweise etwas bestimmtes SEIN zu müssen, um von der Gesellschaft anerkannt zu werden. Und um endlich glücklich zu werden.

Erleben
StockSnap / Pixabay

Hamsterrad vs. (Er)leben

Wir schauen Filme und Serien, welche uns das perfekte Leben vorgaukeln, wir abonnieren Instagram Channels von berühmten Models, Sportler und Menschen, zu denen wir aufblicken und verfolgen diese akribisch tagtäglich, mit dem Ergebnis, dass uns unser eigenes Leben immer langweiliger und erbärmlicher vorkommt. Und unser Selbstwert sinkt.

Wir vergleichen uns mit Nachbarn, Freunden, Bekannten und steigen dabei meist schlecht aus. Und wenn auch nur ein kleiner Hauch von Ehrgeiz in uns steckt und wir nicht von vorn herein in Selbstmitleid versinken und resignieren, versuchen wir also auf den Zug mit aufzuspringen und der Welt ein Bild von uns zu zeigen, wie wir gerne wären.

Passender Artikel:  7 Dinge, die glückliche Menschen tun und die gar nicht schwer sind.

Wir versuchen uns interessanter zu machen durch Aktivitäten, welche wir ausüben, Besitztümer, welche wir kaufen und Themen, über welche wir sprechen, von denen wir eigentlich wenig bis keine Ahnung haben. Nur um davon abzulenken, was uns wirklich beschäftigt.

Uns reicht das Stück vom Kuchen nicht mehr, dass wir ohnehin unser Eigenes nennen können, nein, wir wollen ein größeres. Und wenn wir ein größeres bekommen, wollen wir gleich noch eins. So lange, bis wir nicht mehr können und uns selbst verfluchen, so viele Kalorien in uns hineingeschaufelt zu haben, dass es uns in Folge schlecht geht. Wir müssen uns eingestehen, uns überfressen zu haben und an einem Punkt angelangt zu sein, wo wir wieder einmal die Zeit zurückdrehen wollen, um das zweite oder wenigstens das dritte Stück abzulehnen und das folgende Unheil abwenden zu können. Ständig „Die Zeit zurückdrehen wollen“ ist ebenso ein Problem dass uns heute mehr beschäftigt denn je. Sätze wie „früher war alles besser“, „warum kann es denn nicht wieder wie damals sein“ begleiten uns Tag ein Tag aus. Genau deswegen. Weil heute „Heute“ ist, weil früher „Früher“ war. Punkt. Und das ist auch gut so. Nicht so gut ist allerdings, wie wir mit unseren Gedanken diesbezüglich umgehen.

Erleben
Pixabay at Pexels

Durch meinen eigenen Lebensstil in den vergangenen Jahren habe ich es fertiggebracht, das „Genießen“ zu verlernen. Und je mehr Gedanken und Mühe ich darauf verwendete, mir selbst einzureden, dass ich Freude in bestimmten Momenten und Situationen empfand, wo ich in Wirklichkeit nichts spüren konnte als eine Leere, desto weniger wurden die Glücksmomente, desto mehr Raum nahm die Leere ein.

Wie wichtig der Genuss ist

Leben und Genuss gehören für mich unweigerlich zusammen. Das Leben zu ERleben ohne dabei Genuss zu empfinden, ist nicht möglich. Existieren, klar, das geht schon. Tag für Tag in einer grauen Suppe aus Alltagsfrust, Unlust und Ärger herumzuschwimmen ebenfalls. Die meisten von uns haben gelernt, dass es wichtig ist, nach Außen ein Bild zu vermitteln, von einem Menschen, bei dem rundum alles in Ordnung ist. Und, dass die Antwort auf die wohl am Häufigsten gestellte Frage nach dem „Wie geht’s dir?“ stets mit einem „Gut“ beantwortet wird. Auch wenn das gar nicht der Fall ist.

 Ich denke, der Sinn des Lebens ist, Emotionen zu ERleben und gegebenenfalls auch zu teilen, sowohl die Positiven als auch die Negativen.

Es ist wichtig, dass wir wieder lernen zu fühlen und zu spüren, was wir wirklich wollen, brauchen und danach zu handeln. Es ist wichtig, dass wir wieder Bekanntschaft mit uns selbst machen und unsere Bedürfnisse und Wünsche an oberster Stelle positionieren. Es ist wichtig, dass wir uns darüber im Klaren werden, dass wir nicht auf der Welt sind, um zu funktionieren. Auch wenn uns das unsere Umwelt gerne glauben lassen würde.

Ich habe mich also auf die Suche nach dem Genuss gemacht. Und ich bin sehr erfreut, dass du mich dabei begleitest.
Auf den folgenden Seiten findest du Anregungen und Tricks, welche mir sehr dabei geholfen haben. Ob ich auf meiner Suche erfolgreich war? Welche Schlüsse ich daraus zog? Du wirst es noch erfahren… aber einstweilen wünsch ich dir viel Freude und hoffentlich einige schöne LeseGENUSSmomente.

Artikel von

Nina Habichler

Nina Habichler

Mit Fragen und möglichen Antworten rund um die Themenbereiche „Selbstbestimmtheit“, „Erleben“ und „Genuss“ beschäftigt sich Nina als Sozialpädagogin und Outdoorguide seit einigen Jahren sowohl beruflich als auch privat. Ihr Ziel ist es, den Tagen wieder mehr Leben einzuhauchen, den Lebenswert zu erhöhen und trotz der Hektik des Alltags ein Gefühl von Freiheit und Freude zu generieren. Ihre Freizeit verbringt sie gerne und großteils in der Natur und beschäftigt sich unter anderem mit Themen wie Psychologie, Nachhaltigkeit und „out-of-the-box“-thinking.

Eine Antwort

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Nina Habichler

Nina Habichler

Mit Fragen und möglichen Antworten rund um die Themenbereiche „Selbstbestimmtheit“, „Erleben“ und „Genuss“ beschäftigt sich Nina als Sozialpädagogin und Outdoorguide seit einigen Jahren sowohl beruflich als auch privat. Ihr Ziel ist es, den Tagen wieder mehr Leben einzuhauchen, den Lebenswert zu erhöhen und trotz der Hektik des Alltags ein Gefühl von Freiheit und Freude zu generieren. Ihre Freizeit verbringt sie gerne und großteils in der Natur und beschäftigt sich unter anderem mit Themen wie Psychologie, Nachhaltigkeit und „out-of-the-box“-thinking.

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