Falscher Job – was tun?

falscher Job

Sabine, eine Freundin von mir, hat  – nach außen hin – alles erreicht.

Eine tolle Karriere in einem Mittelständischen Unternehmen, zwei gesunde Kinder, ein netter Mann mit dem sie ein Haus gebaut hat. Drei mal Urlaub im Jahr und schöne Kleidung im Schrank. Und für den ein oder anderen zusätzlichen Luxus reicht es auch.

Trotzdem ist sie unglücklich und ihrem Mann geht es nicht viel besser.

Sie sagt: „Ich weiß, dass ich dankbar sein sollte. Ich hab eine super Ausbildung bekommen und habe etwas daraus gemacht. Was stimmt mit mir nicht? Ich habe doch alles? Vielleicht liegt es an mir? Aber ich empfinde zunehmend Leere.“

Geht es dir wie Sabine?

Du wachst am Morgen auf und die Gedanken kreisen schon. Dein Job bereitet dir nur Frust aber keine Befriedigung, geschweige denn Begeisterung.
Du schleppst dich von Feierabend zu Feierabend und von Urlaub zu Urlaub.

Am Abend bist du meistens ausgelaugt und frustriert und hast Sonntags Mittags schon wieder schlechte Laune, weil bald wieder Montag ist.

Dir wird klar:

Du steckst im falschen Beruf fest. Und jetzt?

Du hast innerlich schon gekündigt aber keine Ahnung, wie es weitergehen soll, denn du bist zwar unglücklich im Job aber siehst keine Alternative.

Du weißt, dass du etwas ändern musst aber drehst dich im Kreis und weißt nicht wo du anfangen sollst?

Wie sollst du nur einen Beruf finden, der dir Spaß macht?

Mit zunehmender Reife stiegt die Sehnsucht nach persönlicher und beruflicher Selbstverwirklichung der Wunsch nach einem tieferen Sinn in Arbeit und Leben wird größer. Wie aber enden so viele unglücklich, wenn sie doch einen gut durchdachten Plan für eine sorgfältig umgesetzt haben?

Erfolgreiche Karriere und trotzdem unglücklich.

falscher Job
lukasbieri / Pixabay

Was lief da schief?

Auf einer Skala von 1-10 (1 = Urgh, 10 = total zufrieden), wie sehr magst du deinen Job? Was fehlt um auf eine 10 zu kommen?

Falls du kurz vor 10 bist: Herzlichen Glückwunsch. Falls nicht:

Fangen wir mal damit an, wie du im falschen Beruf gelandet bist.

Der Prozess beginnt früh und wird von externen und internen Erwartungen, Einschränkungen unseres Bildungssystemen und anderen Faktoren beeinflusst, die uns auf einen 20-jährigen (oder längeren) Weg zum beruflichen Unglück führen können.

Die 10 häufigsten Faktoren warum Menschen im falschen Beruf enden …

…sind diese:

1. Einseitiges und veraltetes Ausbildungssystem

Unser Schulsystem stammt aus dem 17 Jahrhundert und entstand um Fähigkeiten und Fakten zu vermitteln und gehorsame Soldaten.

Auf Emotionen, Talente und Kreativität wurde dabei kaum Wert gelegt. Der Fokus lag und liegt definitiv nicht auf Selbsterkenntnis.

Viel Raum zum Experimentieren gibt es da nicht. Aus begabten Wildblumen werden Tulpenbeete gemacht, die kaum Selbstvertrauen haben, weil nur nach Fehlern gesucht wird und nicht nach natürlicher Begabung.

Was kannst du also tun?

Schreibe dir die Antwort auf!

2. Einfluss und Druck von außen bei der Berufswahl

Wohlmeinende Familie, Freunde drängen dich in eine Karriererichtung von der sie glauben, dass sie das Beste für dich ist, die aber wenig mit dem zu tun hat, was du wirklich willst.

Weil du gar nicht gelernt hast darauf zu hören, was das ist.

Du spürst dich selbst nicht.

Und du merkst nicht, dass andere ihre einschränkenden Ängste auf dich übertragen. Wer nicht aus der Reihe ausschert, will oft nicht dass es jemand anderes macht.

Und neue oder ungewöhnliche Ideen werden von der grauen Mehrheit so gut wie immer für verrückt gehalten.

Was kannst du also tun?

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3. Falsche Leitbilder

Du wirst unglücklich weil du falschen Leitbildern nachlebst, obwohl du glaubst autark zu entscheiden. Weil du nach Werten lebst , die nicht deine sind.

Weil du dem Märchen geglaubt hast, dass wenn du nur fleißig bist, Karriere machst, eine Familien gründest und es in der Lebensmitte „geschafft hast“, das alles genießen können und glücklich sein wirst.

Und dann endest du hilflos und deprimiert weil das nicht eingetroffen ist.

Die meisten Menschen kopieren nur das Leben, das sie vorgelebt bekommen haben oder versuchen – falls die Kindheit nicht so toll war – eine überhöhte Idealvorstellung davon zu leben.

Die ziellose Rebellion – ohne Selbstkenntnis – dagegen führt ins andere Extrem.

Das Konzept an sich, wird selten in Frage gestellt. Es entspricht ja der Norm.

Wir übernehmen als Kinder und in der Jugend unreflektiert, was uns vorgelebt wird. Was die Werte dahinter sind und was uns damit versprochen wird, stellen wir nicht in Frage.

Denn es scheint ja zu funktionieren. Wir wurden von klein auf, auf Leistung getrimmt. Mit der Aussicht auf Belohnung. Und jetzt kommst du mit noch mehr Leistung nicht weiter.

Du  fragst dich hilflos und verwirrt nach dem Sinn und was du falsch gemacht hast.

Was kannst du also tun?

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4. Fehlendes Selbstvertrauen

falscher Job
fsHH / Pixabay

Wir alle kennen den Satz „ Du bist nicht gut genug“.

Er hält uns oft davor zurück Dinge auszuprobieren, zu denen wir sehr wohl fähig wären, vor denen uns aber die Angst vor dem Versagen und dem Urteil der Anderen zurück hält.

Wir limitieren uns selbst extrem.

Wir erfüllen die Wünsche anderer aber zu wenig unsere Eigenen.

Was kannst du also tun?

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5. Zu hohe (eigene) Erwartungen im Beruf

Hohe Ansprüche an dich selbst können dazu führen, dass du berufliche Entscheidungen triffst, die zum Ziel haben, diese zu erreichen.

Was schnell zu Enttäuschung und zu Erschöpfung führt.

Die Gründe dafür sind oft starke innere Antreiber aus der Kindheit.

Was kannst du also tun?

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6. Fehlende Persönlichkeitsentwicklung

Im Verlauf deiner Karriere fokussierst du immer weiter darauf Fähigkeiten zu erlernen,

die auf dem Arbeitsmarkt wichtig sind. Du vergisst dabei Erfahrungen zu sammeln, dich selbst besser kennen zu lernen und das zu finden, was deinem Leben Sinn gibt.

Du versäumst private oder berufliche Erlebnisse und Erfahrungen zu reflektieren und verlierst damit den Bezug zu dir und deinem Job.

Hast du eine Idee, was du tun kannst?

Schreibe dir die Antwort auf!

7. Fehlende berufliche Vision – oder sogar Lebensvision

Du wirfst das Netz zu weit aus um irgendeinen Job zu finden, statt erst einmal zu definieren, wie ein Job aussehen müsste den du liebst und für den du gerne am Morgen aufstehst.

Dir fehlt eine Vision.

Du weiß gar nicht wofür du arbeitest. (Wir reden hier nicht über Miete, zwei Mal Urlaub im

Jahr und ein neues Auto weil der Kollege auch ein neues hat).

Was könntest du tun?

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8. Nicht Zuhören

Du ignorierst – oft für Jahre – nicht nur deine innere Stimme die dir sagt, dass etwas nicht stimmt, sondern auch körperliche Anzeichen wie z. B. Erschöpfung, Migräne, Rückenschmerzen u. s. w.

Passender Artikel:  Ideen und Wünsche nicht einschlafen lassen - 7 Gründe, warum du jetzt handeln solltest

Und wenn du sie hörst, vertraust du ihr nicht und meinst du könntest das eventuell nur denken weil es dir jemand gesagt hat. Dir fehlt der Maßstab in dir selbst.

Was würde dir also helfen?

Notiere dir die Antwort!

9. Anerkennung durch Erfolg und Lifestyle

Du setzt dir Ziele aus den falschen Gründen, die dich auf Dauer nicht glücklich machen und schaffst deswegen einen Lifestyle den du permanent füttern musst.

Du überzeugst dich selbst davon dass es wichtig ist den zu erhalten. Dafür opferst du dich auf und wirst ständig unglücklicher.

Du kannst dir hier das Workbook „Ziele setzen, die glücklich machen.“ gratis herunter laden und sie zusammen mit der Meditation „Lebensvision“ machen. Hier findest du auch eine Werte Übung, mit der du aus 350 Werten deine Top 3 herausfindest.

10. Kultur und Werte passen nicht zusammen

Du nimmst einen Job in einem Unternehmen an, in dem die Unternehmenskultur gar nicht zu dir passt und wo du in einen Wertekonflikt kommst.

Und praktisch immer wenn wir unglücklich sind, liegt das an einem Wertekonflikt.

Jemand der als obersten Wert Freiheit hat, wird als Gefängniswärter todunglücklich werden.

Es gibt sicher noch mehr Gründe für die falsche Berufswahl aber das sind einige der wichtigsten.

„Toll“,  denkst du, „jetzt weiß ich die Gründe warum ich den falschen Beruf gewählt habe. Und jetzt?“

Wie finde ich einen Beruf, der zu mir passt?

falscher Job
Free-Photos / Pixabay

Viele überlegen dann eine Berufsberatung zu machen oder einen Berufungsworkshop.

Das bringt leider oft nicht viel.

Berufsberatung kratzte nur an der Oberfläche.

Sie setzt auf deinen Fähigkeiten auf, nicht auf deinen naturgegebenen Talenten und geht sehr Verstandesorientiert vor.

Damit landest du nicht weit von dem, wo du heute bist. Sie beschäftigt sich weder mit deiner inneren Stimme noch mit deinen Zweifeln und Ängsten und beschränkt dich im Denken und in dem, was heutzutage alles möglich ist.

Du sollst dich für EINEN Job entscheiden und das im alten System.

Berufungs Workshops sind oft (nicht immer) das andere Extrem.

Du sollt das mystische EINE finden, das dich glücklich macht.

Vor allem wenn du eine Scanner Persönlichkeit mit vielen Interessen bist, wird es da schwierig.

Mir ging es auch so – mich ließen sie mit undurchführbaren Ergebnissen zurück, was mich frustrierte. Ich hatte das Gefühl auf der Suche nach dem Heiligen Gral zu sein (und wehe den findest du nicht…).

Versuche erst einmal nicht deinen Traumberuf zu finden!

Sondern finde deinen „Sweet Spot“ heraus.

Das ist die Schnittmenge, wo deine Persönlichkeit, dein Talent, deine Erfahrung und dein Wissen zusammen kommen und die perfekte Mischung ergeben um das zu tun, was dir wirklich Spaß macht.

Das Besondere, das so nur du zu bieten hast. Und darunter ergeben sich viele Möglichkeiten.

Einige Hinweise hast du dir oben schon aufgeschrieben (das hoffe ich doch!). Hole also nach, was du versäumt hast. Vor allem, dich selbst besser kennen zu lernen.

Denn was du brauchen wirst sind Klarheit, Mut und einen Plan.

Was verhindern kann, dass du den Berufswechsel schaffst.

falscher Job
Maryam62 / Pixabay

Was ich dabei immer wieder höre und auch von mir selbst kenne ist der Satz:

„Im Kopf ist mir das alles schon irgendwie klar und ich hab auch eine vage Idee woran es liegen könnte aber ich schaffe es trotzdem nicht es zu ändern.“

Das ist normal, denn unsere Steuerungsprogramme, Glaubenssätze, Muster und Identitäten die wir in der Kindheit entwickeln, die uns andere überstülpen, laufen unbewusst ab.

Wir merken nur die Auswirkungen aber kennen nicht die Ursachen. Sie sind wie die Gitterstäbe eines unsichtbaren Käfigs, gegen die wir immer wieder prallen.

Das sind die Momente in denen du dich dann fragst: „Warum passiert mir das schon wieder?“

Das Leben fordert uns durch  Krisen immer wieder dazu auf, als Persönlichkeit zu wachsen.

Uns zu entwicklen und zu lernen.

Weil wir Menschen aber nicht gerne aus unserer Komfortzone gehen, brauchen wir leider immer auch Leidensdruck, um wirklich etwas zu verändern.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Es klingt absurd, aber Leid ist die Energie, die dich nach Erkenntnissen suchen lässt.

So, was kannst du noch tun um dich beruflich zu verändern?

Wissen ist Macht. Die folgenden Schritte helfen dir einen Beruf zu finden, der dich glücklich macht:

1) Frage dich: Wie schaffe ich mit meiner Arbeit Mehrwert?

Was motiviert und begeistert dich? Welches Problem auf der Welt würdest du gerne lösen? Wobei willst du Menschen helfen? Wie kannst du dich am besten einbringen? Zu wissen, wie und welche Art von Wert du liefern kannst, ist das, was dich jeden Tag mit deiner Arbeit zufrieden sein lässt.

2) Finde heraus in welchem Umfeld du am liebsten arbeiten würdest.

Wie sollen die Menschen dort sein? Wie ist dein Kommunikationsstil, Arbeitsstil, deine Lernpräferenzen? Wann bist du im Flow? Was sind  Lebensprioritäten, Leidenschaften und Interessen, etc. – sie alle bilden ein einzigartiges Berufsprofil. Je mehr du über sich selbst weißt, desto einfacher ist es, die Auswahlmöglichkeiten einzuschränken.

3) Überlege zu welchen Unternehmen/Branchen/Jobs du dich tatsächlich hingezogen fühlst und warum.

Hör auf die  Jobsuche so anzugehen wie bisher, also als würdest du auf den Schrottplatz gehen und einen Gebrauchtwagen aussuchen. Du hast versucht, die beste aus einem Meer von weniger als aufregenden Optionen auszuwählen. Drehe den Prozess um.

4) Suche dir Unterstützer.

Menschen, die vielleicht schon das machen, wovon du träumst. Baue dir ein Netzwerk auf. Dann wird es auch viel leichter deinen Traum umzusetzen.

Der wichtigste Rat um aus dem falschen Beruf herauszukommen.

Ok, vielleicht läuft dein Gehirn jetzt auf Hochtouren und beginnt Ideen zu spinnen, dir fällt wieder ein, was du als Kind geliebt hast, wann du die Zeit vergisst.

Garantiert kommt dann ein JA ABER, mit dem du deine Ideen sofort sabotierst.

Daher ein letzter Rat:

Hör auf damit!

Wenn du es wirklich willst und etwas findest, was dich begeisterst, wirst du auch Mittel und Wege finden es umzusetzen.

Ja, es ist Arbeit das herauszubekommen.

Ja, du brauchst vielleicht viel Durchhaltevermögen und musst Rückschläge wegstecken. Das mussten alle erfolgreiche Menschen.

Schaffen kannst du es trotzdem, wenn du es genug willst.

Dann wirst du automatisch viel Energie haben und Menschen und Gelegenheiten werden dir entgegen kommen.

Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Und du ziehst an, was du da raus gibst.

Sobald du den ersten Schritt machst, wirst du glücklicher sein als jetzt. Warte nicht auf die perfekte Idee. Fang an zu experimentieren. Damit kommst du weiter als weiter zu grübeln.

Viel Erfolg.

Artikel von

Jeannette Bouffier

Jeannette Bouffier

Ich bin Jeanette – Business Coach & Aufbruch Komplizin. Ich helfe Frauen wie dir, deinen Traumberuf zu finden und dein besonderes Talent in die Welt zu bringen, das so, nur du hast. Kurz: das Leben zu bekommen, das du verdienst. Du bekommst bei mir: 1. Selbsterkenntnis: Um zu wissen, was du wirklich willst, 2. Mut: Um dein Ziel auch zu erreichen, 3. Einen Handlungsplan: Um zu wissen, wie du dort hin kommst. www.jeanettebouffier.de Jeanette ist Systemischer Business Coach, ILP Coach, MindBody & Burnout Prävention Coach. Ihr Motto: Dein Leben. Deine Regeln.

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Jeannette Bouffier

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Ich bin Jeanette – Business Coach & Aufbruch Komplizin. Ich helfe Frauen wie dir, deinen Traumberuf zu finden und dein besonderes Talent in die Welt zu bringen, das so, nur du hast. Kurz: das Leben zu bekommen, das du verdienst. Du bekommst bei mir: 1. Selbsterkenntnis: Um zu wissen, was du wirklich willst, 2. Mut: Um dein Ziel auch zu erreichen, 3. Einen Handlungsplan: Um zu wissen, wie du dort hin kommst. www.jeanettebouffier.de Jeanette ist Systemischer Business Coach, ILP Coach, MindBody & Burnout Prävention Coach. Ihr Motto: Dein Leben. Deine Regeln.

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