Die drei größten finanziellen Hamsterräder und wie du ihnen entkommst

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Keine Frage: Dem Hamsterrad eher heute als morgen den Rücken zu kehren, wäre eine feine Sache. Einfach seiner Leidenschaft zu folgen und genau das zu tun, was man wirklich möchte.

Du würdest es ja auch tun, wenn … ja, wenn nur das Wörtchen wenn nicht wäre. Leidenschaft hin oder her, am Ende dreht sich doch alles um eine ganz profane Sache: Geld. Du brauchst schlicht und einfach Geld, um deine Rechnungen zu bezahlen und deinen Kühlschrank zu füllen.

Vielleicht hast du sogar eine gute Idee, wie du etwas, das du gerne tust, zu Geld machen könntest. Was aber, wenn das nicht funktioniert? Zumindest nicht so schnell, wie du es gerne hättest?

Klar ist: je mehr Geld du zum Leben (ver)brauchst, umso größer ist die Hürde, um den Schritt aus dem Hamsterrad wirklich zu wagen.

Und genau an dieser Stelle kommen drei finanzielle Hamsterräder ins Spiel, die du bisher vielleicht noch gar nicht als solche identifiziert hast, die dir aber den Weg in dein neues Leben verbauen können:

Finanzielles Hamsterrad Nr. 1: Das Eigenheim

Ein ganz emotionales Thema, das mitunter einen quasireligiösen Charakter hat. Das eigene Haus ist für viele der Lebenstraum schlechthin, von dessen Erfüllung man sich die absolute Glückseligkeit verspricht.

Dabei zeigen Studien, dass sich Wohneigentum in der Tat positiv auf die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation auswirkt, aber kaum die allgemeine Lebenszufriedenheit steigert.

Was nicht verwundert, wenn man sich ansieht, mit welchen (finanziellen) Verpflichtungen der Kauf einer Immobilie verbunden ist. Da der Kauf eines Eigenheims ohne Geld von der Bank nur selten zu bewerkstelligen ist, bedeutet jede Immobilienhypothek die langfristige Verpflichtung auf ein bestimmtes Einkommensniveau.

Eine Immobilie macht also nicht nur geografisch immobil, sondern auch finanziell. Falls du jemals jemanden hast sagen hören „Ich würde bei Firma XY am liebsten kündigen, aber wir haben gerade gebaut …“, weißt du, was ich meine.

Wie du diesem Hamsterrad entkommst

Solltest du mit dem Gedanken spielen, Wohneigentum zu erwerben UND das Hamsterrad zu verlassen, überlege dir, welches Anliegen wichtiger ist bzw. deine Lebenszufriedenzeit mehr beeinflusst: von deiner Leidenschaft leben zu können oder in den eigenen vier Wänden zu wohnen.

Hast du bereits Wohneigentum erworben und kannst dich grundsätzlich mit dem Gedanken an einen Verkauf anfreunden: jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt dazu. Die Preise sind in vielen Regionen in den letzten Jahren stark gestiegen, was einige Käufer aber nicht davon abhält, jeden gewünschten Preis zu bezahlen, und wenn er noch so hoch ist. Das ist deine Chance!

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Finanzielles Hamsterrad Nr. 2: Das Auto

Auch das Auto ist für viele Leute ein wichtiges Symbol dafür, es im Leben „zu etwas gebracht zu haben“. Und natürlich macht ein gut motorisierter Wagen mit allen Extras auch Spaß – sofern man damit nicht in einem der unzähligen Staus auf unseren Straßen steht.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Preis, der für diese mobile Extravaganz fällig ist.

Denn Autos, die in der Anschaffung teuer sind, sind dies meist auch im Unterhalt. Das bedeutet eine höhere monatliche Verpflichtung und damit einen geringeren finanziellen Spielraum für deinen Plan „Sprung aus dem Hamsterrad“.

Auch ich habe mir den Spaß gegönnt und habe drei Jahre lang ein durchaus komfortables Modell eines deutschen „Premiumherstellers“ durch die Lande bewegt. Ich kann nicht behaupten, dass ich mit dem Wagen unzufrieden gewesen wäre. Noch zufriedener war ich allerdings, als ich den Wagen wieder abgeben konnte und die letzte Leasingrate in Höhe von gut 500 € (pro Monat) abgebucht wurde.

Wieder ein Stück mehr finanzieller Spielraum … und auf wundersame Weise kommt unsere vierköpfige Familie nun völlig problemlos mit einem statt mit zwei Autos klar.

Wie du diesem Hamsterrad entkommst

Überlege dir, ob es nicht auch ein kleinerer Wagen tut. Oder nur einer statt zwei. Tausche Hubraum gegen ein Stück finanzieller Freiheit. Bei einem mehrjährigen Leasingvertrag ist die Sache natürlich nicht ganz so einfach.

Aus eigener Erfahrung kann ich deshalb nur davon abraten, dich auf diese Form der Autofinanzierung einzulassen.

Finanzielles Hamsterrad Nr. 3: Die Macht der Gewöhnung

Es ist ein schleichender Prozess, der sich nur schwer wieder umkehren lässt. Gemeint ist unsere Gewöhnung an die schönen Dinge im Leben, an einen höheren Lebensstandard, an Luxus.

Natürlich bietet ein 4-Sterne-Hotel mehr Annehmlichkeiten als eines der 3-Sterne-Kategorie. Das Bett ist breiter, das Bad größer und das Interieur einfach ne Nummer schicker. Nur: Braucht man das alles wirklich oder ist es eher „nice to have“?

Es sind vor allem unsere Ansprüche, die eine Menge Geld kosten. Wem nur das Beste gut genug ist, muss für diesen Anspruch auch bezahlen. Wieder fehlt damit Geld, das bei der Finanzierung deines Hamsterrad-Ausstiegs viel besser aufgehoben wäre.

Wie du diesem Hamsterrad entkommst

Mache dir klar, dass es nicht nur einen minimalen Lebensstandard gibt, sondern du durchaus auch einen maximalen Lebensstandard für dich definieren kannst bzw. solltest.

Stelle deine Ansprüche auf den Prüfstand und überlege dir, ob es hier und da nicht auch eine Nummer kleiner ginge.

Warum Kinder kein finanzielles Hamsterrad sind

Wer Kinder hat, fühlt eine besondere Verantwortung – auch in finanziellen Dingen. Natürlich kosten Kinder Geld und dieses Geld will jeden Monat verdient werden.

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Wenn aber jemand Verständnis für den Schritt aus dem Hamsterrad hat, dann sind es deine Kinder. Auch wenn dies mit finanziellen Einschnitten verbunden ist.

Kindern ist vor allem ein harmonisches Verhältnis zu ihren Eltern wichtig und dass dich das Hamsterrad unglücklich macht, bleibt ihnen kaum verborgen.

Wenn du glücklich bist mit dem, was du tust, dann sind es deine Kinder auch. Und wenn der Urlaub mal eine Nummer kleiner ausfällt oder gar nur auf Balkonien stattfindet … dann ist das eben so. Wo ist das Problem?

Das schönste Geschenk, das du deinen Kindern machen kannst, ist viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Zeit, die dir das Hamsterrad definitiv nicht gönnt.

Das Fazit

Um das klarzustellen: Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, als Immobilienbesitzer oder Sportwagenfahrer aus dem beruflichen Hamsterrad auszusteigen. Es macht die ganze Sache nur nicht gerade einfacher.

Wenn jeder Cent schon verplant ist, noch bevor du ihn verdient hast, und du keinerlei finanziellen Spielraum hast, wird es mit dem Ausstieg aus dem Hamsterrad verdammt schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Leider entwickelt sich bei vielen Menschen folgender Teufelskreis:

Haus, Auto und andere materielle Besitztümer entschädigen – bewusst oder unbewusst – für Frustration im Job und kompensieren dessen Sinnentleertheit.

Der dadurch entstehende Finanzbedarf zementiert wiederum den Status quo und macht ein Entkommen aus der Situation immer unwahrscheinlicher. Auf diese Weise wirst du Gefangener im goldenen Käfig deiner eigenen Ansprüche.

Gelingt es dir hingegen, deine materiellen Bedürfnisse schrittweise zu reduzieren, minimierst du gleichzeitig eine der größten Hürden beim Ausstieg aus dem Hamsterrad: die Angst vor dem finanziellen Scheitern.

Genauso wenig wie Geld nicht die Motivation sein sollte, dein Hamsterrad zu verlassen, sollte es dich auch nicht davon abhalten, genau diesen Schritt zu tun.

Ein Gastartikel von Holger Grethe

Artikel von

Holger Grethe

Holger Grethe

Holger Grethe bloggt und podcastet über private Finanzen und unterstützt Menschen dabei, erfolgreich Vermögen in Eigenregie zu bilden. Wenn du auf einfache und gelassene Weise mehr aus deinem Geld machen willst, schau doch mal auf zendepot.de vorbei.

33 Antworten

  1. Oh ja…..
    Zu Punkt 1, Da kenne ich auch so jemanden in unserer benachbarten Abteilung:
    Ein Kollege mittleren Alters. Frau, Kinder, ein großes Haus, das noch abbezahlt werden muss. Und sein Vorgesetzter ? Ein cholerischer Vollhorst, ein knurriges Wetterfähnchen den irgendwie niemand leiden kann und jeder aufatmet, wenn er den Raum wieder verlässt.
    Ich weiß nicht, wie und warum der Kollege das aushält. Wie dick muss seine Haut sein? Wäre ich an seiner Stelle, hätte es sicher schon längst ein „Unglück“ gegeben. Eigentlich sollte der Kollege, der gut qualifiziert ist, ziemlich leicht eine andere Arbeitsstelle bekommen können.
    Bleibt man nur dort, um seine Raten abzuzahlen ? Willkommen im Hamsterrad.

  2. Danke für den informativen Beitrag und den netten Aufhänger mit dem Hamsterrad.

    Es ist kein Geheimnis, dass echtes Glück und Zufriedenheit nicht aus den Dingen kommt, die man besitzt. Sonst müsste ja jeder der 2.000.000 Euro auf seinem Konto hat, doppelt so glücklich sein wie jemand, der es „nur“ auf 1.000.000 Euro gebracht hat.

    Natürlich gibt es viele Dinge, die das Leben angenehmer machen, die aber auch entsprechend Geld kosten. Da darf man sich ruhig mal die Frage stellen: „Brauche ich das alles wirklich?“ Es gibt zahlreiche Menschen, die ihr Leben vereinfacht haben und dann feststellten, dass sie danach wesentlich glücklicher waren.

    LG

  3. Hallo Holger,
    ich finde viele deiner Texte sehr informativ und inspirierend. Für die Organisation meiner Finanzen habe ich mir schon so Einiges übernehmen können. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Artikels gehöre. 😉
    Wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus für die Selbständigkeit bzw. für den Aufbau eines Lifestyle-Business entschlossen hat, dann gibt es wenig bis keine Reserven und kaum noch Einsparmöglichkeiten.
    1. günstigere Mietwohnung: auch ein Umzug kostet Zeit und Geld
    2. Auto abschaffen bzw. günstigeres Auto suchen: Okay, Hier gibt es potential, wenn man nicht beruflich auf das Auto angewiesen ist und die Familie in unmittelbarer Nähe wohnt.
    3. Lebensstandard ändern: Bei 2000 Euro im Monat für eine 4 köpfige Familie ist nicht viel einzusparen. Vor allem nicht, wenn man sich gesund ernähren will und in der Stadt wohnt.
    Ein wesentlicher Punkt, den ich bisher in keinem Text gefunden habe, ist das Thema Steuern und Sozialversicherung. Ich weiß nicht, wie dies in Österreich geregelt ist. In Deutschland sind die regelmäßigen Zahlungen von Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Krankenversicherung eine enorme Herausforderung, die schon so manchen motivierten Unternehmer das Genick gebrochen haben. Mal abgesehen von den übrigen gesetzlich vorgeschriebenen Sozialabgaben. Hiermit wird die Steigerung des Einkommens enorm erschwert.
    Ich versuche dennoch einen Weg zu finden, um meinen Traum von selbstbestimmten Arbeiten und Leben zu verwirklichen.
    Hast du zu den zuletzt genannten Themen einen Lesehinweis o. Ä.?

    Beste Grüße
    Lars

  4. Hallo Holger,

    danke für Deinen inspirierenden Artikel! Wir haben zum Glück keine Probleme unser Eigenheim zu finanzieren, würden es aber definitiv lieber loslassen als im Hamsterrad zu landen. Generell finde ich die Vorstellung erleichternd und ermutigend, dass man Dinge und Gewohnheiten, die Freiheiten rauben, ja auch einfach loslassen kann. Und schön, dass Du Kinder in jedem Fall als Bereicherung betrachtest 🙂

    Liebe Grüße!
    Sandra

    1. Hallo Sandra,

      das ist eine ehrenwerte Einstellung, dass ihr euer Haus zur Not auch „loslassen“ würdet. Sich mit diesem Gedanken anzufreunden, fällt nicht jedem Hausbesitzer leicht…

      lg, h

  5. Lieber Holger und alle anderen,

    erstmal danke für den tollen Beitrag, dem ich in vielen Punkten zustimme.
    Einen ganz wichtigen Punkt hast Du vergessen: Tiere. Sie gehören wie Kinder zur Familie, sind im allgemeinen sehr emotional besetzt, schenken uns unendlich viel – und kosten u.U. einen Haufen Geld. Gerade wir Frauen neigen dazu, aus schlechter Haltung dann noch eins dazu zu nehmen, und vielleicht noch eins….
    In meinem Fall sind es Pferde und Hunde, gerade die Kosten für Pferde sind in den letzten Jahren explodiert, und da bindet man sich dann natürlich extrem: eigener Hof (der am Anfang schuldenfrei war, jetzt belastet, da war allerdings noch eine kriminelle Steuerberaterin im Spiel, die sich grosszügig selbst bereichert hat), Auto, das einen Pferdeanhänger ziehen kann usw.
    Und wenn es dann eng wird, kann man sie nicht so einfach wieder abgeben, weil nicht mehr reitbar o.ä. und die Preise für Freizeitpferde sind seit Jahren im Keller.

    Aber ich denke, ein ganz wesentlicher Punkt bei vielen Frauen ist auch eine tief im Unterbewussten verankerte Wertlosigkeit bzw. die Überzeugung, dass nur Männerarbeit etwas wert ist und unser „Hobby“, eben das, was wir mit Begeisterung tun, kein Geld bringen darf. Das hat Markus auch schon öfter beschrieben.

    Auf der anderen Seite habe auch ich durch die finanzielle Knappheit viel gelernt, was wirklich wichtig für mich ist. Mut entwickelt, um Hilfe zu bitten. Erfahrungen gemacht, dass das, was ich wirklich, wirklich will, auch ohne Geld möglich ist, auch wenn ich es mir nicht hätte vorstellen können.

    Alles im Leben hat 2 Seiten, es kommt immer auf den Blickwinkel an. Wichtig ist, aus der Opferrolle rauszugehen und Selbstverantwortung zu übernehmen.

    Liebe Grüsse, Beate

    1. Liebe Beate,

      danke für die gute Ergänzung, an Tiere hatte ich wirklich nicht gedacht. Aber auch wenn sie (viel) Geld kosten, halte ich sie nicht für „Materialismus“, denn sie geben emotional ja viel zurück.

  6. Hallo Holger und verehrte Leser,

    ich finde zendepot nach wie vor toll und wie Holger schreiben kann erst recht. Aber genau die letzten Artikel haben mich „provoziert“. Seit dem bin ich ebenfalls Blogger, um beim Thema Baufinanzierung Hilfe zu leisten und bestimmte Aspekte („Magische Fünfeck der Immobilienfinanzierung“) aufzuzeigen.

    Jetzt zum Punkt 3, Gewöhnung, dem wichtigsten Punkt eigentlich. Die Formel für „Reichtum“ lautet – spare 10 % von Deinem Einkommen und lege die Hälfte der Gehaltserhöhung beiseite. Das kann ein Kind mit Taschengeld von 30,- Euro im Monat (verstehe mich richtig, das Kind sollte selber sparen, nicht das Du nur noch 27,- Euro gibst). Du kannst das mit Deinen 1.300,- oder 2.500,- auch. Wer das frühzeitig lernt, dem macht das Spaß!

    Punkt 2, Auto, hat ja auch damit etwas zu tun. Richtig schlecht wird es erst dann, wenn Du finanzieren musst.

    Punkt 1, Immobilie, nicht wohnen geht nicht – fragt sich nur, ob zur Miete oder im Eigenheim. Wer solide finanziert und alles vorher sorgsam plant – fährt besser! Der emotionale Aspekt noch nicht mit berücksichtigt. Also Mietzins lebenslang oder Zinsen an die Bank für 25 – 30 Jahre ?

    Bis bald Manfred Hennig

    1. Hallo Manfred,

      ich habe mich schon gewundert, dass in puncto Immobilie so wenig Widerspruch kommt. Auf zendepot geht´s ja immer hoch her, wenn ich das Thema anschneide 😉

      Die Pauschalaussage: mit Wohneigentum fährt es sich grundsätzlich besser, halte ich – meine Meinung dürfte dir bekannt sein – für irreführend.

      Der Punkt in diesem Artikel ist der, dass eine lang laufende Immobilienfinanzierung nur schlecht die kurzfristige finanzielle Flexibilität ermöglicht, die beim Sprung in die Selbständigkeit für die allermeisten notwendig ist.

      1. Zu dem Punkt mit den Mieten muss ich aber auch noch sagen, wer auf dem Land lebt, hat natürlich eine gerinere Miete, dafür mehr an Fahrtkosten und kann dadurch auch nicht auf das Auto verzichten. Gerade da, wo ich wohne, sind die Busverbindungen so schlecht, dass ich auf das Auto angewiesen bin. Und wenn ich vergleiche, was ich für 20 km Entfernung für 2 Leute hinlegen muss, ist das Auto immer noch besser.
        Zu den anderen Punkten: Ich habe mich SEHR beschränkt, um selbständig zu sein. Aber ab einem gewissen Punkt geht auch hier nichts mehr mit zur-Seite-legen.
        LG
        Sybille

  7. Lieber Holger,

    dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
    Das Problem, das ich immer wieder sehe ist, dass die Ausgaben proportional zu den Einnahmen steigen. Mehr Gehalt bzw. Geld = teureres Auto , größere Wohnung usw.
    Somit wird der finanzielle Spielraum verspielt und es wird schwieriger aus dem Hamsterrad auszubrechen.

    Deshalb ist es so enorm wichtig, genauso wie du schreibst, einen maximalen Lebensstandard zu definieren.

    Danke für diesen wertvollen Artikel.
    Alles Liebe
    Robert

  8. Lieber Holger,

    Danke für deinen Beitrag, dem ich in Vielem zustimme. Dass der Verzicht auf ein Auto finanzielle Freiheit bedeutet, kann ich nur bestätigen, allerdings tut sich da eine Wienerin mit einem ausgesprochen guten öffentlichen Verkehrsnetz sehr leicht, auf dem Land sähe das schon wieder anders aus. In puncto Wohnung spielt für mich neben der finanziellen tatsächlich auch die geografische Unabhängigkeit eine große Rolle. Am schwierigsten ist für mich der Verzicht auf Luxusprodukte (oder zumindest hochpreisige) bei Kleidung und Accessoires 😉 Das wäre nämlich ECHTER Verzicht.

    Allerdings verstehe ich auch die Einwände hier bezüglich Ausgaben nicht mehr reduzieren können, ein Ansatz, der sowieso extrem frustrierend ist. Sicher macht es Sinn, bei unnötigen Ausgaben anzusetzen, auch mich würde aber interessieren, wie ich mit kleinem finanziellem Spielraum Geld gut anlegen kann. Denn à la longue will ich schon auch wieder einen BMW 😉

    Für mich kommt es darauf an, ob ich mir etwas wirklich leisten will, und das bringst du m.E. sehr schön auf den Punkt. Weder ein tolles Auto, noch eine schöne Immobilie noch Luxusprodukte sind per se schlecht. Es kommt nur darauf an, ob ich mich durch sie beschränke, oder mir damit ECHTEN Genuss verschaffe.

    Liebe Grüße
    Barbara

  9. Im Prinzip ja ein guter Gedankenanstoß, nur leider etwas einseitig. Ich habe weder Eigenheim noch sonderliche viele „Gewohnheitskosten“. Sicher lässt sich auch bei mir noch etwas einsparen – wenn ich könnte, würde ich z. B. umziehen, um etwas Kohle bei der Miete sparen zu können. Nur ist leider das Geld für die Umzugskosten nicht vorhanden bzw. für die Selbständigkeit verplant. Also bleibt die „teurere“ Wohnung (die bei den Preisen hier im Übrigen dennoch eher günstig ist).

    Ich habe durchaus noch finanziellen Spielraum jeden Monat, aber ich frage mich, wer so viel verdient, dass er einen so hohen finanziellen Spielraum hat, um sich dann damit relativ problemlos selbständig machen zu können? Meine Finanzen reichen dafür nicht.

    1. Hallo Sarah,

      sich „relativ problemlos selbständig machen“ können in der Tat wohl nur die wenigsten. Es ist immer ein Wagnis und mit (finanziellen) Risiken verbunden.

      Haben es Angestellte, die gut verdienen, diesbezüglich wirklich leichter? Ich bin mir da nicht so sicher, denn wer viel verdient, hat auch viel zu verlieren.

      Und was die Selbständigkeit angeht, muss es ja nicht nur schwarz und weiß geben. Man kann sich ja erst einmal „nebenbei“ selbständig machen und so sein Geschäftsmodell in Ruhe entwickeln und testen.

      lg, h

      1. Hallo Holger,

        sicher kann man sich auch nebenbei selbständig machen, aber dafür muss man auch in einer Firma arbeiten, die das zulässt. Ich würde gerne meine Geschäftsidee erstmal in abgesicherter Form testen, aber mein jetziger Arbeitgeber würde das nicht wollen. Also bleibt nur ganz oder gar nicht und versuchen, sich im Zuge der Selbständigkeit noch einen Nebenjob bzw. eine Halbtagsstelle zu suchen.

  10. Hallo Holger,

    das hast du wunderbar knapp auf den Punkt gebracht! Wer seine Ausgaben reduziert, kann auch mit weniger Einkommen leben. Je geringer die monatlichen Fixkosten um so freier und damit luxuriöser ist mein Leben. Passt. Wer geschickt vorgeht kann auch „mit leerem Beutel große Sprünge machen“.

    Aber natürlich wirst du immer reichlich Widerspruch ernten, wenn du gegen Mainstream-Denke Massen-Glaubenssätze angehst. Macht nix – muss ja keiner!

    Herzliche Grüße
    Ralf

    1. Du sagst es: Wer seine Ausgaben reduzieren KANN. Kann aber nicht jeder. Man braucht ein Minimum an Einkommen, um seine Ausgaben zu decken. Ich finde es nicht richtig, die hier eingestreuten Zweifel oder Nachfragen als „Widerspruch“ zu bezeichnen und die Kritiker in die Schublade „Ach, die denken halt Mainstream“ zu werfen.
      Ein Beispiel mit Zahlen würde ich mir von dir mal wünschen: Wie viel Geld braucht der Mensch, um große Sprünge zu machen?

  11. Materielle Bedürfnisse herunter zu schrauben ist wirklich das Beste, was man machen kann! Nachdem ich mich damit arrangiert hatte, dass ich anstatt 300 Euro nur noch 100 Euro neben den Fixkosten im Monat zur Verfügung hatte, war ich so glücklich, wie noch nie.
    Man fängt an, sich genau zu überlegen, was man braucht und merkt dann, dass außer dem Essen fast nichts wirklich gebraucht wird.

    lg, Arne

  12. Sehr wichtiges und vor allem, wenn umgesetzt, ein sehr befreiendes Thema. Bei mir war es ähnlich. Habe trotz oder zum Glück meines jungen Alters (27) bereits eine abgezahlte Eigentumswohnung. Ebenso gab’s bis vor einiger Zeit den „üblichen“ Straßenkreuzer einer deutschen Premiummarke. Nun wohne ich zusammen mit einem Kumpel in meiner Wohnung, wir teilen uns gemeinsam einen Kleinwagen einer asiatischen Marke und sparen dadurch natürlich Geld. Soviel Geld, dass ich nun von zuhause aus Teilzeit 20 Std die Woche arbeiten kann und die gesparte Zeit und das gesparte Geld in mein eigenes kleines Business stecken kann.

  13. Hallo Holger,

    Danke für diesen sehr guten Beitrag:
    Dein Zitat: „Tausche Hubraum gegen ein Stück finanzieller Freiheit“ gilt auch zu 100% für das Hamsterrad „Großer Traktor“ bei den Landwirten. Ich bin selbst einer, ich darf das sagen. 😉
    Ich werde ihn auf meinem Blog verlinken!

    Herzliche Grüße aus dem Allgäu

    Alois

  14. Netter Artikel – aber leider keine große Hilfe für Menschen mit Durchschnittsgehalt. Ein Haus hab ich nicht, aber eine (Miets-)Wohnung, die bereits günstiger kaum geht (im Gegenteil, wenn ich mal Kinder haben will, bräuchte mindestens ein Zimmer mehr). Auf mein Auto (wir habe nur 1) bin ich angewiesen und es ist bereits ein günstiges Modell (sogar mit Autogas) – Verkehrsanbindungen sind bei mir auf dem Land nicht sehr gut, und ich hätte keine Möglichkeit, zur Arbeit zu fahren.
    Urlaub fiel in den letzten Jahren trotz Vollberuflichkeit aus, den einzigen Luxus, den ich mir gegönnt habe, waren meine Hochzeit und anschließend Flitterwochen.
    Was ich samit sagen will: Je mehr ich mich mit dieser Thematik beschäftige, desto mehr verfestigt sich der Eindruck, dass es eigentlich immer um gut verdienende Menschen geht, die sich teure Autos und zwei Mal im Jahr Urlaub leisten können.
    Wer schon überall spart, kann selten noch mehr sparen. Ich hätte mir Tipps gewünscht, um die Einkommensseite aufzubessern, statt noch mehr Einschnitte auf der Ausgabenseite hinzunehmen, die ohnehin schon bei mir extrem eng bemessen ist.

    1. Hallo Annika,

      wenn du auf der Ausgabenseite nicht mehr sparen kannst, ist es in der Tat sinnvoll, sich auf die Einkommensseite zu konzentrieren und dort eine Verbesserung anzustreben.

      Zum Beispiel, indem du dir nebenbei ein Business aufbaust, um weitere Einkünfte zu generieren. Wie das funktioniert, erklärt dir Markus mit seinen Inhalten.

      lg, h.

      1. Hallo Holger,
        schon klar. Also ich HABE mir „nebenbei“ ein Business aufgebaut, wenn du so willst, ich bin nämlich Schriftstellerin. Blöderweise ist es mit belletristischen Büchern extrem schwer, gutes Geld zu verdienen, bei der hohen Anzahl an Konkurrenzprodukten. Sicherlich wäre ein anderer Weg finanziell lohnender, aber Schreiben ist meine Leidenschaft und ich würde nie etwas anderes machen wollen. Nur, damit ich mehr Geld habe, will ich meine Zeit nicht in den Aufbau eines weiteren Businesses stecken, und ich denke, das ist auch nicht das Ziel dieses Blogs („erfinde irgendeine Nebentätigkeit, um dein Einkommen aufzubessern“).

        Ich möchte einfach bewusstmachen, dass viele Menschen ohnehin schon sparen, wo sie können, auf Kino, Urlaub und eine größere Wohnung verzichten und beim Lesen eines solchen Artikels sich wohl fragen, was für Luxusprobleme andere Menschen haben müssen, die sich nicht vom Zweitwagen trennen wollen. Mir ist die Darstellung einfach zu einseitig.

    2. Liebe Annika,
      du hast ja so recht!
      Auch ich kann bei den Ausgaben nicht mehr einsparen.
      Ich bin ein recht genügsamer Mensch, brauche nicht viel um glücklich zu sein.
      Ich besitze kein Auto, im Auslandsurlaub war ich noch nie – sogar meine Hochzeitsreise steht nach 24 Jahren noch aus – und einen Platz zum Wohnen gibt es nur auf einer einsamen Insel günstiger.
      Auf meine Leidenschaft, zu schreiben kann und will ich nicht verzichten – es ist das, was mich erfüllt.
      Da gilt es, daraus Einnahmen zu lukrieren, mit Ideen, die meinen Mitmenschen Nutzen bringen. Daran arbeite ich, allerdings ist die Branche in Österreich eng und die Konkurrenz groß.
      Viel Erfolg auch Dir mit Deiner Liebe, dem Schreiben!

  15. Hallo,

    Interessanter Artikel.
    Der 1. Punkt mit der Immobilie hängt jedoch von der Sichtweise ab: du kannst auch behaupten, dass du genau *durch* eine Immobilie aus deinem finanziellen Hamsterrad entkommen kannst. Durch eine Immobilie erwerbst du Eigentum, und wirst nicht bis an dein *Lebensende* in ein Fass ohne Boden einzahlen (Miete).

    Liebe Grüße

    -Klaus

    1. Hallo,
      erst einmal vielen Dank für diesen Artikel, es ist eine Klasse Idee, dass Holger hier ein weiteres Mal zu Wort kommt.

      Bezüglich deines Kommentars Klaus:
      Auf seinem Blog beschreibt Holger in mannigfaltiger Form das Thema Pro und Contra Immobilie. Tatsächlich ist es zwar individuell zu betrachten, allerdings ist eine fremdfinanzierte Immobilie in vielen Fällen teurer, als die Miete für die gleiche Zeit und eine vergleichbare Wohnung, vorausgesetzt, der Mieter investiert die Ersparnis der Miete gegenüber der Kreditrate in eine gemäßigt verzinste Anlage.
      Im Detail gibt es die Diskussion hier:
      http://zendepot.de/8-immobilien-irrtuemer-teil-1/

      Beste Grüße,
      Kevin

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Holger Grethe

Holger Grethe

Holger Grethe bloggt und podcastet über private Finanzen und unterstützt Menschen dabei, erfolgreich Vermögen in Eigenregie zu bilden. Wenn du auf einfache und gelassene Weise mehr aus deinem Geld machen willst, schau doch mal auf zendepot.de vorbei.

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

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