Die Gefahren der Selbständigkeit – einmal Selbstausbeutung und zurück

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Gefahren der Selbständigkeit

„Sicherer Arbeitsplatz, provisionsfrei abzugeben.“ Das war der Titel meines ersten Blog-Artikels vor zwei Jahren und zugleich der Start in meine Selbständigkeit.

Ich hatte meinen einstigen Traumjob als Art Director in einer Münchner Werbeagentur an den Nagel gehängt, um fortan auf eigene Rechnung Startups zu unterstützen. Gutes Design und cleveres Marketing als Treibstoff auf der waghalsigen Mission, die Welt verändern – das war uns ist bis heute mein Motto.

Fehlzündungen gab es eigentlich keine. Dank Empfehlungen, einem starken Netzwerk und nicht zuletzt meinem Blog hat mein kleines Business als Selbständiger schnell Fahrt aufgenommen. Endlich erwarteten mich wieder neue, spannende Abenteuer und fühlte mich frei, wie nie zuvor.

Doch über die Gefahren der Selbständigkeit kursieren viele Unkenrufe. Selbst und ständig, kein Urlaub, unsicheres Gehalt – du kennst die Vorbehalte sicher. Und nach zwei Jahren kann ich dir bestätigen, sie sind leider wahr.

Aber das Problem ist nicht die Selbständigkeit. Das Problem bist du selbst.

Du bist selbst dein strengster Chef

Fünf bis sechs Wochen bezahlter Urlaub im Jahr. Jeden Monat ein festes Gehalt – egal ob du in der Nase gebohrt oder tatsächlich gearbeitet hast. Feierabend um 18 Uhr. Dazu mögliche weitere Vorzüge, wie Dienstwagen, Handy, Betriebsrente. Das berüchtigte Hamsterrad hat auch seine guten Seiten.

Als Selbständiger musst du dir all diese Vorzüge selbst verdienen. Im doppelten Sinne: Du musst dir all das natürlich leisten können. Und dann musst du großzügig zu dir selbst sein. Du musst dir auch zugestehen, dass du all das verdient hast.

Das ist leichter gesagt, als getan. Ich selbst habe da meine größten Schwierigkeiten. Du identifizierst dich schließlich mit dem, was du tust. Du setzt höhere Erwartungen in dich selbst, als es irgendein Chef je tun würde. Es gibt immer etwas zu tun, etwas zu verbessern, noch eben diese eine E-Mail zu checken …

Die Gründe sind vielfältig. Das traurige Ergebnis ist, dass dich dein Life-Style-Business müde macht.

Was ist Erfolg?

Diese Frage habe ich mir im Frühjahr diesen Jahres stellen müssen. Ich hatte jede Menge zu tun. Mehr Aufträge als je zuvor. Mehr Anfragen, als ich bewältigen konnte. Und noch dazu eigene Projekte, wie mein erstes E-Book, das ich endlich schreiben wollte.

Im Mai übertraf mein Einkommen die magische 10.000 Euro Marke. Eigentlich ein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen.

Aber danach war mir wirklich nicht. Ich hatte die Monate davor geackert, wie noch nie. 10.000 Euro ist wahnsinnig viel Geld in einem Monat. Doch wenn du dafür 400 Stunden gearbeitet hast, kommst du trotzdem auf einen lausigen Stundenlohn.

Ein Freund gab mir den gut gemeinten Rat, den Blog doch einfach ein paar Wochen ruhen zu lassen. Doch das hätte sich angefühlt, wie aus einem Auto den Motor auszubauen, um Gewicht zu sparen. Funktioniert zwar, bringt dich aber auch nicht weiter.

Mein Problem lag woanders: Ich hatte zu viele Aufträge angenommen, die außerhalb meiner Kernkompetenzen liegen. HTML5-Banner erstellen? Powerpoint-Präsentationen überarbeiten? Eine Newsletter-Vorlage programmieren? „Ja, OK, für dich mach ich das.“

Meinen Lesern predige ich immer, wie wichtig eine messerscharfe Positionierung ist. Ich hatte meine eigene Positionierung aufgeweicht und mich mit Aufgaben überlastet, die mir nicht liegen.

Selbstausbeutung ist eine der Gefahren der Selbständigkeit. Es geht erstaunlich schnell, dein eigenes Hamsterrad zu zimmern. Erfolg sieht definitiv anders aus.

Gefahren der Selbständigkeit

Alexis / Pixabay

Gefahren der Selbständigkeit: Tipps gegen die Selbstausbeutung

Ich habe im Mai die Reißleine gezogen und erst einmal alle neuen Anfragen abgelehnt. Das war hart, aber bitter nötig. Natürlich hatte ich Angst, plötzlich ganz ohne Arbeit dazustehen. Doch als sich der angestaute Berg an Arbeit langsam wieder abflachte, war das eine unglaubliche Befreiung.

Zuvor war mir mein Lifestyle-Business zur Last geworden. Jetzt bekam ich allmählich die Kontrolle zurück – und gewann wieder Kraft für neue Projekte. Und die Anfragen ließen nicht lange auf sich warten. Blog sei dank. Der Motor läuft.

Doch einige wichtige Lektionen habe ich gelernt. Und die möchte ich dir nicht vorenthalten:

Bescheiß dich nicht selbst

Gerade habe ich erwähnt, dass ich für 10.000 Euro Einnahmen etwa 400 Stunden gearbeitet habe. Macht einen Stundenlohn von 25 Euro. Bei einer normalen Arbeitsbelastung von 160 Stunden im Monat wären dass doch immerhin auch noch 4.000 Euro Einnahmen.

Das ist doch nicht schlecht, oder?

Doch, ist es. Zum einen gehen davon noch alle deine Kosten ab. Steuern, Versicherungen, Hardware, Software, Miete, Büroausstattung, Telefon, Internet, Werbung, … die Liste ist lang. Und gerade am Anfang neigst du dazu, viele Punkte zu übersehen.

Bücher, wie 100 $ Startup von Chris Guillebeau, sind großartige Motivations-Hilfen. Viele vermitteln aber den Eindruck, dass dein Life-Style-Business quasi nichts kostet. Das ist ein Irrtum. Du brauchst zwar kein großes Startkapital. Aber die monatlichen Kosten summieren sich mit der Zeit erheblich.

Hinzu kommt, dass du NIEMALS 160 Stunden im Monat verrechnen kannst. Du musst davon noch jede Menge Zeit abziehen für Service, Entwicklung deines Business, Kundengewinnung, Gespräche mit Partnern, Fortbildung, Organisatorisches, Leerlauf, Urlaub und Zeit, die du auf Markus Blog verbringst – wobei, das zählt als Fortbildung. Ich würde daher niemals mit mehr 100 bezahlten Arbeitsstunden im Monat rechnen. Ich persönlich kalkuliere nur mit 70.

Deinen Stundensatz richtig zu kalkulieren ist eine der wichtigsten Grundlagen für dein Business. Das falsch zu planen ist eine der großen Gefahren der Selbständigkeit Wenn du hier zu niedrig ansetzt, landest du automatisch im Hamsterrad.

Deine Positionierung ist heilig

Eine messerscharfe Positionierung erfüllt viele Zwecke. Hier sind drei besonders wichtige:

  • Sie ermöglicht dir eine hohe Spezialisierung, so dass du herausragend gute Arbeit leisten kannst.
  • Als Spezialist bist du der bevorzugte Anbieter für deine Zielgruppe.
  • Und sie ermöglicht dir effizientes Arbeiten, weil du dich auf das konzentrierst, worin du wirklich spitze bist.

Gerade der letzte Punkt hat mir Anfang des Jahres große Schmerzen bereitet. Ich habe zu viele Aufgaben übernommen, die mir überhaupt nicht lagen. In Folge musste ich mich lange einarbeiten, habe mich durch die Aufträge gequält und am Ende doch nur durchschnittliche Ergebnisse erzielt.

So kam auch der mickrige Stundensatz von 25 Euro zustande. Deine Positionierung ist das effektivste Marketing-Instrument auf diesem Planeten. Sie sollte dir heilig sein.

Sag entweder „Hell, Yeah!“ oder „Nein!“

Doch auch wenn du deine Positionierung klar definiert hast, gibt es immer Versuchungen, die dich in eine andere Richtung locken. So viele Dinge, die du noch tun könntest. So viele Kunden, für die du noch arbeiten könntest.

Wie sollst du da zwischen den lohnenden und den unpassenden Projekten unterscheiden?

Die Antwort ist ganz einfach: Wenn ein Projekt dich von Anfang an überzeugt und du mit ganzem Herzen „Ja!“ sagst, dann mach es auch. Genauso ist ein Projekt, das dich nicht interessiert auch ein klares „Nein!“

Doch was ist mit den vielen Projekten, bei denen du abwägen musst? In den allermeisten Fällen kosten dich diese Projekte weit mehr Zeit und Nerven, als sie Wert sind. Bevor du noch dazu stundenlang abwägst, folge deinem Instinkt: Sag entweder „Hell, Yeah!“ oder „Nein!“ Ein vielleicht ist dann automatisch ein „Nein!“

Mach nicht ständig alles selbst

„Oh Gott, dann verliere ich ja jede Menge Kunden“ wirst du jetzt vielleicht sagen. Ja, das bedeutet, dass du auch Kunden abgeben musst. Aber es sind Kunden, die einfach nicht zu dir passen. Sicher gibt es andere Unternehmer, die sich darüber freuen.

Genauso gibt es Aufgaben, die dir eigentlich nicht liegen, die du aber zur Kostenersparnis selbst machst. Das ist am Anfang sinnvoll. Mit der Zeit solltest du aber immer mehr dieser Aufgaben an Profis abgeben. Bei mir waren das zunächst die Buchhaltung und Korrektur meiner Artikel. Aktuell bin ich dabei, die technische Betreuung meiner Website abzugeben.

Kunden abgeben, Aufgaben delegieren – all das kostest Geld. Ist aber notwendig, um dein Business voran zu bringen. Denn nur der Teil deines Business wächst, auf den du deine Energie investierst.

Richtest du deine Energie auf deine Ziele, rücken sie näher. Richtest du deine Energie auf deine besten Kunden, gewinnst du weitere solcher Kunden. Wenn du jedoch deine Energie auf deine Probleme fokussierst, wachsen deine Probleme. Und auch deine Problemkunden werden mehr oder überhäufen dich mit noch mehr Problemen, je mehr Energie du in sie investiert.

Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig abzugeben.

Wenn du deinen Tag nicht planst, planen ihn andere für dich

Auch dieses Problem hat mich in den letzten 12 Monaten sehr beschäftigt. Ich hatte meine To-Do-Listen, aber ständig kamen scheinbar dringende Aufgaben dazwischen, die mich von meiner Arbeit abgehalten haben. Wichtige aber nicht dringende Projekte haben sich endlos hingezogen. Wie zum Beispiel das Schreiben meines E-Books.

Inzwischen trage ich mir meine wichtigen Tätigkeiten im Kalender ein. Ich mache mir quasi eigene Termine für diese Dinge, in denen ich dann nicht für andere Aufgaben zur Verfügung stehe.

Wenn ich das nicht mache, drängen sich andere schnell in meine Zeitplanung. So kann ich effektiver arbeiten und auch meine Kundenprojekte verlässlicher planen. Und ganz ehrlich: Die allermeisten „dringenden“ Aufgaben entpuppen sich schnell als nicht so wichtig oder gar nicht so eilig, wenn man mal genauer nachfragt.

Entspannung ist genauso wichtig wie Anspannung

Ein gewisser Zeitdruck in eine effektive Arbeitsweise unverzichtbar. Sicher hast du schon mal das Parkinsonsche Gesetz gehört:

Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.

Wir Menschen sind nun mal unglaublich faul, wenn uns keine starke Motivation antreibt. Ein leichter Druck ist daher eine gesunde Sache. Ungesund wird es, wenn du anfängst, dich selbst auszubeuten.

Eine Zeit lang spielt dein Körper mit. Dann kannst du tatsächlich in einer 80-Stunden-Woche das doppelte Pensum leisten. Doch nach nur sehr kurzer Zeit rächt sich die Selbstausbeutung und deine Leistungsfähigkeit nimmt rapide ab. Irgendwann arbeitest du zwar das Doppelte, schaffst aber trotzdem deutlich weniger als zuvor. Dann steckst du wahrlich im Hamsterrad – du kannst bis zur völligen Erschöpfung rennen und kommst doch keinen Millimeter weiter.

Auch deine geistige Leistungsfähigkeit ist wie ein Muskel. Ein Muskel wächst durch regelmäßige Anspannung. Doch ohne Erholungspausen schadest du ihm und du machst deine Anstrengungen zu nichte.

Im März habe ich das am eigenen Leib erfahren. Als die Arbeitsbelastung bei mir am größten war, habe ich angefangen mit meiner Frau täglich joggen zu gehen. Davor habe ich immer gesagt: „Nein, ich habe keine Zeit.“ Doch als ich mich endlich darauf eingelassen habe, war ich überrascht wie viel produktiver ich durch diese eine Stunde Auszeit wurde.

Entspannung macht deine Arbeit besser. Nimm dir die Zeit, wann immer du sie brauchst.

Du bist der CEO

In deinem Life-Style-Business bist du der Chef. Die Gefahren der Selbständigkeit sind groß, dass du dich selbst zur Arbeitsbiene degradierst. Doch wenn das passiert, ist es allein deine Schuld. Es liegt nicht an deinen Kunden. Es liegt nicht an der Wirtschaft, nicht an deiner Konkurrenz und auch nicht irgendwelchen kosmischen Mächten, die sich gegen dich verschworen haben.

Die Verantwortung für dich und dein Business trägst zu 100 % du.

Sei dein großzügiger, vorausschauender eigener Chef. Dann ist Selbständigkeit die große Freiheit. Sei ein strenger und kurzsichtiger Chef und du wirst zum Herrscher deines eigenen Hamsterrades.

Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps aus den letzten zwei Jahren haben dir geholfen. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du dich und dein Business zur Marke machst, schau bei mir im Blog vorbei.

Lass uns die Welt verändern!

Matthias


Ein Gastartikel von Matthias Barth

Matthias Barth hatte nach sieben Jahren die Nase voll vom Werbeagentur-Alltag. Heute ist er CEO, Art Director und Chefredakteur der Multi-Billionen-Gehirnzellenschmiede „Startworks“ 😉  Seine Mission: Gründern helfen, Ruhm, Einfluss und Kunden zu gewinnen. Wie, das beschreibt er jede Woche in seinem Blog auf www.startworks.de. Weil es ihm Spaß macht. Weil er hier etwas bewegen kann. Und weil es noch viele kleine und große Ideen braucht, um unsere alles andere als perfekte Welt zu verändern.

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