Lebst du als Getriebener oder als Berufener?

Getriebener Berufener

Lass mich diesen Artikel mit zwei sehr persönlichen Frage beginnen: Was motiviert dich morgens aufzustehen? Was gibt dir die Kraft der Versuchung zu widerstehen auf die Snooze-Taste deines Weckers zu drücken?

Ich bin mir sicher, dass du die Antwort auf diese Fragen bereits kennst. Es ist deine Motivation. Motivation ist etwas, was dich antreibt. Sie ist so etwas wie der Kraftstoff für dein Auto.

In diesem Artikel werde ich zwei Konzepte, die dich motovieren etwas zu tun, gegenüberstellen.

Das erste Konzept ist das eines sogenannten getriebenen Menschen und das zweite Konzept ist das eines Menschen, der seiner Berufung folgt.

Es ist wichtig, dass du erkennst, ob du entweder deiner Berufung folgst oder dich von den Anforderungen der Gesellschaft treiben lässt. Es gibt hier keine Grauzone, es gibt nur ein entweder – oder.

Doch lass uns Schritt für Schritt vorgehen und entdecken, was einen solchen getriebenen Menschen charakterisiert.

Was charakterisiert den getriebenen Menschen?

getrieben
andreas160578 / Pixabay

Ein getriebener Mensch findet erst dann Befriedigung, wenn er sein Ziel erreicht hat.

Diese Tatsache versetzt ihn in einen Zustand der inneren Unruhe und Rastlosigkeit.

Darum nennt man ihn auch einen getriebenen Menschen. Er ist getrieben von dem, was die Gesellschaft und sein soziales Umfeld von ihm fordern, aber auch von der Angst das Ziel nicht zu erreichen oder am Ende als Versager dazustehen.

Folglich ist er ständig auf der Suche nach effektiveren Methoden und nach besseren Resultaten.

Bei einem solchen Menschen dreht sich alles um Erfolg.  Sein ganzes Denken und Handeln ist auf das oben erwähnte Ziel hin ausgerichtet.

Der schnelle Weg zum Erfolg wird mit der Zeit für ihn zum Lebensstil. Doch leider bleiben auf dem Weg zum Ziel oft Werte, Moral und zwischenmenschliche Beziehungen auf der Strecke. Natürlich haben getriebene Menschen Beziehungen zu anderen Menschen, aber hauptsächlich nur wenn diese dazu dienen, das Ziel zu erreichen.

Kommen wir nun zum Thema Statussymbole.

Diese sind für einen getriebenen Menschen extrem wichtig, denn sie dienen dazu, sich selbst und der ganzen Welt zu zeigen, wie erfolgreich er ist. Tatsächlich kann niemand leugnen, dass er Erfolg hat.

Allerdings ist dieser Erfolg nur äußerlich. In Wahrheit sind getriebene Menschen „in einem goldenen Käfig gefangen“.

Oft sind getriebene Menschen unberechenbar, was dadurch zum Ausdruck kommt, dass sie ihr Temperament nur schlecht beherrschen können.

Interessanterweise ist das soziale Umfeld oft bereit dies zu akzeptieren, was daran liegt, dass niemand den Erfolg dieses Menschen leugnen kann.

Hinzu kommt die Tatsache, dass uns oft der Mut fehlt, einem getriebenen Menschen die Stirn zu bieten, weil man sonst Gefahr läuft, selbst Opfer eines maßlosen Wutausbruchs zu werden.

Typisch für einen getriebenen Menschen ist außerdem, dass er weder Wartezeiten akzeptieren kann, noch sich Zeit nimmt, sich selbst zu reflektieren, denn dies würde ja nur wertvolle Zeit kosten, die verloren geht und ihm seinem Ziel, welches wie bereits erwähnt die oberste Priorität hat, nicht näher bringt.

Nur was ist, wenn ein solcher Mensch dieses Ziel erreicht hat?

Lass mich diese Frage anhand einer Geschichte erklären, die ich schon vor einiger Zeit in einem Buch von Alex Loyd gelesen habe. Alex berichtet hier von einem Freund, dessen Ziel es war einen Bestseller zu schreiben.

Er arbeitete dabei mit den üblichen Methoden, indem er sich ein Ziel setzte und sich dann Schritt für Schritt darauf zubewegte.

Und eines Tages hatte er es geschafft. Sein Buch erschien auf der Bestsellerliste!

Kurz darauf fiel die betreffende Person in eine tiefe Depression, denn nachdem er sein Ziel erreicht hatte, gab es nun nichts mehr, was ihn motivierte, irgendetwas zu tun.

Diese tragische Geschichte lässt uns tief in die Seele eines getriebenen Menschen blicken und sicherlich verstehst du nun das Bild von dem „goldenen Käfig“.

Das Leben hält mehr für uns bereit als selbstgesteckte Ziele zu erreichen.

Doch versuch das mal einem Menschen, der sich von den Anforderungen der Gesellschaft antreiben lässt, klarzumachen …

Warum gibt es so viele getriebene Menschen in dieser Welt?

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vvaniasantoss / Pixabay

Die Antwort auf diese Frage ist einfach.

Wir leben in einem System, welches perfekt auf getriebene Menschen zugeschnitten ist und in dem viele Dinge von getrieben Menschen gesteuert werden. Eine Ursache dafür sind die vielen Selbsthilfe-Bücher, die du in jeder Buchhandlung findest und die größtenteils nach demselben Prinzip funktionieren.

Schritt eins: Setzt dir ein Ziel.

Schritt zwei: Mache einen Plan.

Schritt drei: Setze diesen Plan um.

Passender Artikel:  Bist du ein Konsument oder ein Erschaffer?

Was die Verfasser dieser Bücher allerdings verschweigen ist die Tatsache, dass geriebene Menschen in einem „goldenen Käfig“ gefangen sind, nur wenig echte Freunde haben und maßlos geschäftig sind.

All diese Fakten sind dir schon aus dem ersten Teil dieses Artikels bekannt, hinzu kommt aber noch die Tatsache, dass getriebene Menschen ständig unter Stress stehen und dass ein solcher Lebensstiel langfristig ungesund ist.

Ja, getriebene Menschen sind erfolgreich, aber sie stehen unter ständigem Stress, haben keine echten Freunde, gelten charakterlich als sehr schwierig und oft ist das was sie tun moralisch sehr fragwürdig.

Dies sind natürlich keine positiven Aussichten. Darum lass mich nun dir ein komplett anderes Lebenskonzept präsentieren:

Leben als Berufener

geralt / Pixabay

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass das Wort Beruf von dem Wort Berufung abgeleitet wird.

Es ist tragisch, dass viele Menschen heutzutage lediglich einem Job nachgehen, anstatt ihrer Berufung zu folgen.

Doch lass uns entdecken, was einen Berufenen Menschen auszeichnet. Allerdings werde ich auch immer wieder auf den Lebensstil eines getriebenen Menschen verweisen und ihm weitere Charaktereigenschaften hinzufügen.

Im Gegensatz zu einem getriebenen Menschen hängt ein Mensch, der seiner Berufung folgt, nicht an Positionen oder dem was die Leute über ihn sagen.

Das, was er tut, macht er aus Überzeugung und mit Leidenschaft. Darum können berufene Menschen auch stundenlang an einer Sache arbeiten, ohne zu ermüden.

Auch berufene Menschen haben Erfolg, aber identifizieren sich nicht damit. Ihre Identität ist losgelöst von dem was sie tun oder wie andere Menschen dies beurteilen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass berufene Menschen sich von Leidenschaft antreiben lassen und dass getriebene Menschen unter anderem von Angst angetrieben werden.

Sicherlich verstehst du nun, dass es sich hier um zwei vollkommen gegensätzliche Konzepte handelt.

Menschen, die ihrer Berufung folgen, leben gesünder, weil sie sich bewusst Auszeiten nehmen (können). Es ist ihnen wichtig das, was sie tun, zu hinterfragen und zu reflektieren. In diesen Auszeiten pflegen sie ihre inneren Werte, diese stehen dem Prestigedenken eines getriebenen Menschen gegenüber.

Berufene Menschen sind bei ihren Mitmenschen beliebt. Sie wissen, dass sie lediglich Teil von einem großen Ganzen sind und reden positiv über Mitarbeiter und Kollegen. Getriebene Menschen hingegen pflegen, wie bereits erwähnt, nur oberflächliche Beziehungen zu ihren Mitmenschen.

Ein Grund dafür ist, dass sie hinter jedem dieser Mitmenschen einen Konkurrenten vermuten, der ihnen den Rang streitig machen könnte.

Eine der größten Herausforderungen für berufene Menschen ist, dass sie immer wieder lernen müssen, zu widerstehen. Denn sie stehen erstens immer in der Gefahr die Lager zu wechseln und zu einem getriebenen zu werden und zweitens aufzugeben bevor sie das Ziel erreicht haben.

Ja, auch berufene Menschen haben ein klares Ziel vor Augen auf welches sie hinarbeiten und welches sie antreibt und motiviert.

Das Lager wechseln – der erste Schritt vom Getriebenen zum Berufenen.

Wie wirst du zu einem berufenen bzw. getriebenen Menschen? Die Antwort auf diese wichtige Frage lautet, dass oft deine Herkunftsfamilie dich entsprechend geprägt hat.

Ich las einmal die Geschichte von einem Vater, der seinen Sohn zu einem Fußballspiel begleitete. Am Ende des Spiels stürmte der Sohn auf seinen Vater zu und rief „Papa, Papa ich habe ein Tor geschossen!“ Der Vater musterte den Junior mit einem strengen Blick und sagte dann: „Ja, das habe ich gesehen, aber ich habe auch gesehen, dass du drei Torchancen nicht genutzt hast.“

Wahrscheinlich wird sich dieser Junge später in die Reihe der getrieben Menschen in dieser Welt einreihen, weil er gelernt hat, dass man sich Anerkennung nur durch harte Arbeit verdienen kann.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du beim Lesen dieses Artikels einige Male an eine Person aus deinem sozialen Umfeld gedacht hast und dir plötzlich ein Licht aufging, denn nun ist es doch ganz deutlich, dass diese Person in einem „goldenen Käfig“ gefangen ist.

Doch wie steht es mit dir? Lebst du als Getriebener oder als Berufener?

Wie so oft im Leben beginnt alles mit einer Entscheidung.

Es ist vollkommen in Ordnung, wenn du als Getriebener lebst und weiterleben willst. Wenn du aber das Lager wechseln willst und als Berufener leben willst, ist der erste Schritt, dass du eine Entscheidung triffst und dich dann Schritt für Schritt von dem, was einen getriebenen Menschen charakterisiert lossagst.

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Artikel von

Sascha Jundt

Sascha Jundt

Mein Name ist Sascha Jundt. Ich verfüge über Qualifikationen als Personal Coach, Fachreferent und Online Redakteur und lebe mit meiner Frau Karin in Plauen / Vogtland. In meiner Freizeit höre ich viel klassische Musik und lese Sachbücher und Romane

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Mein Name ist Sascha Jundt. Ich verfüge über Qualifikationen als Personal Coach, Fachreferent und Online Redakteur und lebe mit meiner Frau Karin in Plauen / Vogtland. In meiner Freizeit höre ich viel klassische Musik und lese Sachbücher und Romane

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