Hunger vs. Gusto – Körper vs. Emotionen

Hunger

Unterscheide emotionalen Hunger, von echtem körperlichen Hunger, von hormonell getriggerten Hunger.

Fühlst du dich auch manchmal deinen Hunger- und Gustogefühlen hilflos ausgeliefert? Überkommen dich manchmal Heisshungerattacken?

Hier ein paar Wissenshappen,Tipps und Tricks, die dir helfen deinen Geist und Körper besser zu verstehen und dir den Umgang mit aufkommendem emotionalen Hunger/Gusto im Alltag erleichtern.

Der erste aufkommende Hunger überfällt die meisten von uns am Morgen – erster Gedanke : Frühstück !

Unser Hungergefühl wird zum Grossteil von dem Hormon Ghrelin gesteuert, das sich gerne zu den gewohnte Essenszeiten meldet um uns vor dem Verhungern zu beschützen. Das war in früheren Zeiten sehr hilfreich und notwendig.

Durch das Überangebot an Nahrung an jeder Ecke und zu jeder Tageszeit dient es heutzutage aber eher dem unerwünschten Fettaufbau und sämtlichen chronischen Zivilsationskrankheiten, die im Vormarsch sind.

Typische Situation:

Du bekommst am Morgen nach dem Aufstehen Hunger, weil du gewohnt bist jetzt dein Frühstück zu essen – das Hormon Ghrelin ist aktiv. Da spielt der Blutzuckerspiegel noch gar keine so grosse Rolle. Leichte Schwankungen sind aufgrund des am Morgen automatisch steigenden Cortisolspiegels normal, denn dieser erhöht sogar den Blutzuckerspiegel ein wenig um dein Energielevel zu steigern.

Evolutionsbiologisch verhält es sich so, dass unser Körper sehr gut eine ganze Weile ohne Energienachschub von aussen zurecht kommt und von den eigenen Energiereserven zehren kann, die da heissen:

Muskelglykogen (das sind nicht deine wertvollen Muskeln !) und Fettspeicher.

Wenn dem nicht so wäre, wären wir in den ersten Hungerszeiten in der Geschichte der Menschheit wohl sofort alle ausgerottet worden.

JillWellington / Pixabay

Trickse deinen Geist und Körper aus:

1.) Wissen ist Macht:

Hunger kommt immer in Wellen – im Gegensatz zu Gusto, der wie ein Tsunami auftaucht und bleibt. Mit diesem Wissen kannst du deine neuronalen Trampelpfade neu ebnen und wirst schnell Herr über deine Hungergefühle, kannst sie besser einschätzen und entsprechend effizienter behandeln.

2.) Hinterfrage WARUM du gerade Hunger verspürst.

Eine der häufigsten Faktoren ist Stress und Langeweile – selten echter körperlicher Hunger, weil der Körper tatsächlich gerade jetzt Energie benötigt. Die Mahlzeitintervalle in unserer heutigen industrialisierten Zeit werden leider immer kürzer und die Nährstoff- bzw. Kaloriendichte durch denaturierte Nahrungsmittel immer höher(ich schreibe hier absichtlich nicht von LEBENSmittel).

3.) Bewerte dein Hungergefühl nach einer imaginären Skala von 0 bis 10.

0 ganz unten bedeutet “Ich sterbe vor Hunger”  (typische Unterzuckerungsanzeichen wie leichtes Zittern, unkonzentriert, ungeduldig, gereizt, müde, Leistungstief,…). Die Zahl 10 bedeutet “Ich bin pappsatt und könnte mich jederzeit übergeben.”

4.) Gewinne Zeit indem du ein ganzes Glas (warmes) Wasser trinkst.

Es kurbelt den Stoffwechsel an, füllt den Magen ein bisschen, befriedigt zumindest kurz dein Gefühl etwas in den Mund bekommen zu müssen und dient dazu deine Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen, die bei vielen Menschen täglich sowieso unter dem optimalen Soll ist.

5.) Werde dir deiner Gedanken bewusst bevor du dir etwas in den Mund schiebst.

Was hat deinen Heisshunger ausgelöst? Ein Zuckerschock vor 1-2 Stunden in Form von Kuchen, Schokoladen, Knabberzeug und Weissmehlprodukten? Stress? Streit? Schlafmangel ? Überforderung?

6.) Lenke dich 10 Minuten ab:

a) geh eine kleine Runde um den Block spazieren,

Passender Artikel:  Neues lernen - mit dem Kursheft der Volkshochschule

b) erledige eine kleine Arbeit die ansteht.

c) lies ein Kapitel in einem Buch oder ein Magazin – kein Kochmagazin 😉

d) mache eine 3 minütige bewusste Atempause in der du dich alleine auf deinen Atem konzentrierst. Das kann deinen Cortisolspiegel, eines unserer Stresshormone, bis zu 42% senken. Oft bewirkt diese kleine Gewohnheit eine Änderung deiner Wahrnehmung und du brauchst anschließend keine zusätzliche Kalorienzufuhr mehr.

Stressituationen sind übrigens verschiedenster Natur:

Streit, Zeitdruck, psychischer Stress, das Gefühl nicht genug zu sein, Berg- und Talfahrt durch Nahrungsmittel, die den Insulinspiegel extrem triggern,…

Bewerte nach diesen 10 Minuten dein Hungergefühl nocheinmal…ist die Bewertungszahl niedriger – Gratulation !

Ist sie noch immer genauso hoch, dann iss deine geplante Mahlzeit oder gib deinem Gusto nach und gönn dir deine Rippe Schokolade, dein Tortenstückchen und iss nicht darum herum ! Letzten Endes siegen in diesem Falle häufig doch deine sich kreisenden Gedanken um das eigentlich begehrte Stück Naschwerk.

ABER: Genieße langsam und mit voller Aufmerksamkeit – NICHT NEBENBEI!

Alleine durch diese neue Gewohnheit wirst du bemerken, dass sich automatisch die Menge deines erkorenen Nahrungsmittels sich deutlich reduzieren kann.

Je öfter du dir diese Punkte bewusst machst und in deinen Alltag integrierst, desto schneller kreierst du neue gewohnte Trampelpfade deiner Nervenbahnen und bist nicht mehr Spielball deiner Emotionen, Gedanken und Hormone.

Du alleine entscheidest WANN du dir WAS in den Mund steckst. Wenn du besonders motiviert bist, dann lege dir ein Notizbuch zu oder notiere in deinem Handy jedesmal Datum, Uhrzeit und den Grund, wenn du emotionalen Hunger entlarvst und mach zusätzlich ein Plus dazu, wenn du ihm sogar widerstehst. Sei geduldig mit dir und sei stolz auf jeden entdeckten Notizpunkt !

kaboompics / Pixabay

Ein letzter Punkt zum Thema Mitmenschen und Selbstwert:

Lerne “Nein, danke.” zu sagen. Du musst niemanden einem Gefallen tun, indem du ein Stück Kuchen isst

“weil es sich so gehört” oder “weil du niemanden verletzten willst”.

Indem du deine Bedürfnisse missachtest und dein Körpergefühl übergehst wenn du gerade nichts essen möchtest, verletzt du dich selbst genauso ! Mit den richtigen Worten brauchst du dich weder grossartig erklären, noch Ausreden erfinden. Kläre zum Beisiel im Vorfeld, dass der Kaffee alleine für dich ausreichend ist. Somit vermeidest du enttäuschte Gesichter der Gastgeber, die für dich extra gebacken oder eingekauft haben. Torten und Kuchen sind etwas ganz Tolles, wenn sie eher die Ausnahme bleiben und nicht die Regel bei jedem Kaffeetratscherl sind. Liebe dich selbst genug um dich respektvoll zu behandeln und zu dir zu stehen.

“Never trade what you want most for what you want in the moment.”

“Tausche nichts was du langfristig erreichen willst für etwas ein,  das du nur in diesem Moment möchtest.”

Das gilt übrigens für sämtliche Themenbereiche 😉

Artikel von Tina Fried

Artikel von

Tina Fried

Tina Fried

Tina Fried ist Mutter von 2 Kindern und wohnt mit ihrem Lebenspartner seit 2002 in Wien. Sie ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, selbstständige Personal Trainerin, gewerbliche Masseurin, ausgebildete Ernährungsberaterin, Cardiotrainerin und selbst aktive Sportlerin.Sie begleitet Menschen bei ihrem körperlichen und mentalen Neustart bzw. ihrer Weiterentwicklung. Ihre BIG 5 sind: Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Regeneration, Mindsetoptimierung - Mehr dazu findest du auf: www.fitnesstina.at

4 Antworten

  1. Hallo Tina,

    ein wertvoller Artikel. Vor allem ist dieses Thema glaube ich wichtig, wenn man Eigenständig arbeitet so wie du und ich und man täglich gezwungen ist, Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen.

    Da spielt die Nahrungsaufnahme, was man zu sich aufnimmt und vor allem wann, eine große Entscheidung.

    Vielen Dank für deine lehrreichen Tipps. Man sieht, dass du echt Ahnung hast und dein Wissen ist mir eine große Hilfe.

    Vielen Dank und sonnige Grüße
    Steffen

    1. Hi Steffen !

      Vielen Dank für dein Lob.
      Freut mich,dass ich dir ein Stück weiterhelfen konnte !
      In kleinen Schritten neue Gewohnheiten zu implementieren und immer wieder seinen Alltag zu hinterfragen auf gelebte eigene Werte und die Notwendigkeit und Effizienz im Allgemein
      macht auf Dauer sehr viel Sinn….und Gesundheit im körperlichen wie auch im geistigen Bereich 😉
      LG Tina Fried aka Fitnesstina

  2. Hallo liebe Tina,

    das ist mal wirklich ein ausgefallener Artikel.

    Die 6 Tricks haben es bestimmt „in sich“.

    Ich habe sie sofort mal notiert und werde sie bei der nächsten Gelegenheit (wahrscheinlich heute) in meinen Alltag integrieren.

    Punkt.1 gefällt mir besonders gut. Der Gedanke, dass Wissen Macht ist zieht sich für mich wie ein roter Faden durch viele Bereiche des Lebens.

    Punkt 2 bringt uns so schön in den Zustands des Hier und Jetzt. Zu schauen, warum das jetzt in diesem Moment so ist wie es ist.

    Den Tipp mit dem warmen Wasser habe ich schon oft gehört und setze ihn regelmäßig um.

    Und Punkt Nr. 5 setze ich schon erfolgreich seit vielen Jahren um. Mir wirklich bewusst werden, was ich mir da in den Mund schiebe. Nicht einfach wahllos stopfen, sondern wirklich mit Bewusstheit.

    Danke für diesen tollen Artikel, der sicherlich vielen Menschen heute eine große Hilfe sein wird.

    Lieben Gruß, Michel

    1. Danke Michel für deine zustimmenden und motivierenden Worte !
      Ich freue mich immer sehr wenn ich Menschen beim
      Implentieren neuer Gewohnheiten unterstützen kann und dann Erfolgsberichte lesen darf.
      Step by step macht es langfristig am meisten Sinn 😉

      Alles Liebe –
      Tina Fried aka Fitnesstina

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Tina Fried

Tina Fried

Tina Fried ist Mutter von 2 Kindern und wohnt mit ihrem Lebenspartner seit 2002 in Wien. Sie ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, selbstständige Personal Trainerin, gewerbliche Masseurin, ausgebildete Ernährungsberaterin, Cardiotrainerin und selbst aktive Sportlerin.Sie begleitet Menschen bei ihrem körperlichen und mentalen Neustart bzw. ihrer Weiterentwicklung. Ihre BIG 5 sind: Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Regeneration, Mindsetoptimierung - Mehr dazu findest du auf: www.fitnesstina.at

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