Du Ja-Sager! Warum du Nein sagen darfst und gar nichts musst

Ja-Sager

Darf ich einfach Nein sagen?

Wer bin ich, dass ich kopfnickend allem zustimme, was von mir erwartet wird?

Ich muss dies und ich muss jenes… Was muss ich überhaupt?

Wie geht es dir, wenn du gesagt bekommst, was du tun sollst und was du besser lassen sollst?

Sind wir nicht schon groß genug, um selbst entscheiden zu können?

Und in welchen Phasen unseres Lebens, gelingt es anderen schneller uns zu lenken bzw. zu beeinflussen oder uns besser machen zu wollen? Sind es wirklich immer die anderen, die uns lenken und leiten?

Du darfst Nein sagen und du musst gar nichts!

Halten wir das mal fest.

Aber: „Was willst du?“ ist die eigentliche Frage.

Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir wissen, was wir wollen und wer wir sind, dann bekommen wir viel weniger Sätze zu hören, die mit „Du musst aber mal…“, „Jetzt könntest du aber…“, „Warum machst du das nicht lieber so…“ anfangen.

Wenn wir wissen, was wir wirklich wollen, haben wir ein selbstbewusstes Auftreten. Weder wir noch jemand anderes wird jemals anzweifeln, was wir tun oder tun wollen. Selbstbewusst treffen wir eine Entscheidung und los gehts.

Auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht! Vielleicht wird getuschelt oder man wird als mutig bezeichnet oder es wird sogar gesagt: „Wow, endlich mal einer, der…“

Irgendwie ist es doch immer ein und dieselbe Spirale. Oder? Alles führt auf das Selbstvertrauen, das Selbstwertgefühl und die Selbstliebe zurück.

Aber wie kommen wir nun dahin, selbstbewusst Nein sagen zu können und das zu machen was wir wirklich von Herzen wollen.

Müssen wir uns einfach nur trauen?

Wahrscheinlich müssen wir uns am Anfang einfach nur trauen. Es durchziehen. Und dann die Erfahrung machen, dass es sich gut anfühlt Nein zu sagen.

Vielleicht aber können wir auch ganz woanders anfangen.

Was wäre, wenn wir an unserer Einstellung zu uns selbst beginnen?

Dazu möchte ich dir gern eine Geschichte erzählen.

Maria möchte sich von ihrem Partner trennen. Sie merkt wie sie von Jahr zu Jahr immer unglücklicher wird und sogar in eine Depression rutscht.

Aber sie zwingt sich für ihre Kinder durchzuhalten. Sie kämpft jeden Tag gegen ihre Wünsche an und spürt, dass es ihr schlechter und schlechter geht.

Sie reflektiert an dieser Stelle schon gar nicht mehr, was sie eigentlich will und sie weiß auch gar nicht, was sie will. Vielleicht weiß sie mittlerweile schon gar nicht mehr wer sie ist. Sie funktioniert einfach nur noch.

Deshalb geht es ihren Kindern immer weniger gut. Sie werden in der Schule schlechter, fühlen sich gemobbt, haben Albträume und Verlustängste.

Aber Maria denkt nicht, dass es unmittelbar mit ihren nicht gelebten Wünschen zu tun hat und gibt sich noch mehr Mühe ihren emotionalen Zustand zu vertuschen. Sie bleibt bei ihrem Mann und ihren Kindern. Was würden sonst die Leute denken?

Mittlerweile meldet sich ihr Körper zu „Wort“. Sie bekommt psychosomatische Schmerzen, die es ihr bald unmöglich machen zu arbeiten.

Sie bleibt zuhause und fühlt sich nun noch mehr eingesperrt.

Die Kinder fühlen sich vernachlässigt, werden aufmüpfig und fast genauso depressiv, wie Maria selbst.

Jetzt geht für Maria nichts mehr, sie muss raus aus dieser Spirale und trifft die Entscheidung, die Kinder beim Vater zu lassen und auszuziehen.

Maria päppelt sich irgendwie wieder auf und nimmt psychotherapeutische Hilfe in Anspruch. Trotz allem hat sie ein schlechtes Gewissen und macht sich täglich Vorwürfe, dass sie ihre Kinder im Stich gelassen hat.

Das schlimmste für sie ist heute, dass ihre Kinder ihr dieselben Vorwürfe machen, wie sie sich selbst. Deshalb kommt sie aus der depressiven Stimmung und dem Gefühl von Burnout nicht wirklich raus.

Was wäre wenn? Das selbst gewählte Kreuzfeuer!

Ja-Sager
sasint / Pixabay

Wie wäre die Geschichte wohl verlaufen, wenn Maria viel früher – also als sie gemerkt hat, dass sie dieses Leben nicht mehr mit ihrem Mann teilen möchte – gegangen wäre? Was wäre, wenn sie ihren Bedürfnissen und Wünschen nachgegangen wäre? Wie hätten sich die Kinder entwickelt, wenn sie früher gegangen wäre?

„Was wäre wenn“ ist eine schreckliche Frage und bringt uns noch mehr in Selbstzweifel. Wir begeben uns ins eigene Kreuzfeuer.

Lass uns lieber vorstellen, Maria würde sich heute keine Vorwürfe mehr machen, sondern sich liebevoll eingestehen, dass sie die beste Entscheidung getroffen hat, die sie treffen konnte.

Denn sie hat für sich und ihre Kinder gehandelt! Richtig?

In dem Zustand damals, hätte sie gar nicht für die Kinder sorgen können – weil sie einfach keine Kraft mehr hatte.

In depressiven Phasen oder im Burnout ist es nicht mehr möglich sich auf die Kinder zu konzentrieren und ihnen das zu geben, was sie brauchen. Die Kinder würden auf sich gestellt sein. Und das ist für die Entwicklung fatal.

Also war es das beste, was sie tun konnte. Oder?

Wenn sie das Gefühl eine richtige Entscheidung getroffen zu haben und in Liebe zu sich und der Situation wäre, dann würde höchstwahrscheinlich die Kommunikation mit ihren Kindern und anderen Menschen heute sehr viel leichter sein – ohne Vorwürfe und Wut. Und vor allem ohne Ängste und Zweifel.

Was passiert, wenn wir unsere Einstellung zu uns selbst ändern?

In Marias Fall:

Sie würde sich nicht mehr rechtfertigen, weil sie sich in ihren Entscheidungen sicher fühlt. Deswegen kann sie auf allen Ebenen ihre Liebe zu ihren Kindern ausdrücken, ganz ohne Angst vor Ablehnung!

Den Unterschied machen wir wohl immer, wenn wir unsere Sicht und unsere Einstellung zu den Dingen anpassen bzw. wenn wir uns sortieren – unsere Einstellung überprüfen, hinterfragen und verändern.

Also stelle dir doch häufiger die Frage: „Was will ich wirklich?“

Denn was soll passieren, wenn du dein Ding durchziehst – außer, dass es dir endlich emotional gut geht?

Warum Nein sagen dazu gehört

Wenn du dein Ding machen willst, wenn du dir selbst sagen kannst, dass du das tun musst, was du tun willst, dann gehört eben auch dazu Nein zu sagen!

Manchmal denken wir, dass wir bestimmte Dinge tun müssen, weil die Gesellschaft etwas anderes nicht toleriert. Jetzt gilt es zu überprüfen! Ist das wirklich so oder denkst du das nur, weil irgendwer es so gesagt hat, du so erzogen wurdest oder du es einfach schon immer so gemacht hast?

In meinem Fall ist es so, dass mein Sohn nicht in die Kita geht! Als ich mit dieser Entscheidung selbst noch nicht ganz sicher war, war ich ständig mit Aussagen konfrontiert, dass er doch in die Kita MUSS, weil er sonst nichts lernen würde und ihm der soziale Umgang fehlt usw. (auch innerhalb der Familie).

Jetzt bin ich in meiner Entscheidung so sicher, dass kaum noch jemand nachfragt und wenn dann nur, warum ich diese Entscheidung getroffen habe.

Und ganz klar gibt es Regeln an die wir uns alle halten müssen: Wir können nicht einfach entscheiden heute mal auf der linken Seite Auto zu fahren. Oder andere Regeln einfach brechen. Das funktioniert nicht.

Aber wir können uns für jeden Gedanken, den wir denken selbst entscheiden. Wir entscheiden, was wir fühlen wollen und was nicht.

Es ist so schwer den eigenen Weg zu gehen

Wer erlaubt uns Nein zu sagen? Wer verbietet uns wir selbst zu sein?

Ich glaube, dass wir schon sehr, sehr früh unsere wirkliche Sicht auf die Dinge – unsere eigene Realität – unsere Klarheit – verlieren, weil wir gesagt bekommen, was falsch und was richtig ist.

Dennoch ganz gleich, wer was wann wie gesagt hat – wir sollten im Jetzt bleiben und darüber nachdenken, wie unsere eigene Lösung aussehen kann.

Wir Deutschen sind schon ein interessantes Volk, denn wir suchen immer erst nach einem Schuldigen, anstatt uns an die eigene Nase zu fassen und nach Lösungen zu suchen.

Warum? Und die Antwort darauf ist ganz menschlich: weil es einfacher ist.

Es ist unbequem zu schauen, wie meine eigene Einstellung zu mir ist – ohne mich sofort auf den vermeintlich Schuldigen zu stürzen, wütend und traurig zu sein.

Gehen wir in diese Gefühle hinein sind wir schwups in unserer Vergangenheit und vergangenen Emotionen gefangen und negativ gestimmt. Jetzt wird es unglaublich schwer in eine positive Schwingung zu kommen und lösungsorientiert zu denken.

5 Tipps dir zu erlauben, du selbst zu sein

Tipp 1: Traue dich Nein zu sagen, wenn du wirklich Nein sagen möchtest!

Überrede dich nicht Ja zu sagen, wenn es gegen dein Gefühl geht.

Übe das Nein sagen! Je öfter du zu dir selbst stehst und aus voller Überzeugung Nein sagst, desto einfach wird es und du wirst immer selbstsicherer.

Tipp 2: Stelle dir einmal mehr die Frage: „Was will ich wirklich?“

Was erwartest du von deinem Leben? Wie möchtest du dich fühlen? Wie willst du auf andere wirken? Was macht dir wirklich Freude? Was macht dich glücklich?

Tipp 3: Lass dich auf Dankbarkeitsübungen ein!

Echte Dankbarkeit verändert die Einstellung zu deinem Leben und deiner Umwelt. Probiere es aus! Als Anleitung möchte ich dir dieses Buch hier empfehlen.

Tipp 4: Wenn du dich blockiert fühlst, übe die Meditation!

Durch innere Ruhe und den Freiraum, der durch meditative Zustände geschaffen wird, kannst du leichter und ohne Vorwürfe reflektieren. Und es ist viel leichter Lösungen zu finden – sie fliegen dir quasi zu.

Tipp 5: Suche nicht nach einem Schuldigen für deine Gefühle!

Denke immer daran: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!“ So ist es! Denn deine Einstellung bestimmt deine Gedanken, deine Gedanken bestimmen deine Gefühle, deine Gefühle bestimmen deine Handlungen und deine Handlungen bestimmen deine Resultate.

Beginne also stets bei deiner Einstellung!

Alles Liebe für dich,

Passender Artikel:  Paradoxe Gebote: Warum Trotz und Unvernunft zutiefst gute Eigenschaften sind

Deine Kerstin

Artikel von

Kerstin Böcker

Kerstin Böcker

Als Autorin, Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie schreibt Kerstin über die Themen Burnout und Erschöpfung. Menschen auf ihrem Weg zur Heilung und zum Glück zu begleiten ist ihre Leidenschaft. Durch die eigene Burnout-Erfahrung in 2015 weiß sie ganz genau, was Betroffene brauchen um dort wieder herauszufinden. Sie lebt mit ihrer Familie in Mecklenburg-Vorpommern, ganz idyllisch inmitten wundervoller Natur. Schreiben, Meditieren und Yoga gehören in ihren Alltag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Kerstin Böcker

Kerstin Böcker

Als Autorin, Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie schreibt Kerstin über die Themen Burnout und Erschöpfung. Menschen auf ihrem Weg zur Heilung und zum Glück zu begleiten ist ihre Leidenschaft. Durch die eigene Burnout-Erfahrung in 2015 weiß sie ganz genau, was Betroffene brauchen um dort wieder herauszufinden. Sie lebt mit ihrer Familie in Mecklenburg-Vorpommern, ganz idyllisch inmitten wundervoller Natur. Schreiben, Meditieren und Yoga gehören in ihren Alltag.

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

STORYTELLing im online business

Teilen
Pin
Twittern
WhatsApp