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Bist du ein Konsument oder ein Erschaffer?

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Momentan läuft die Fußball-WM (Artikel vom 20.6.2014) und es ist kaum möglich, ihr zu entgehen. Ich bin nicht der große Fußball-Fan, lasse mich aber von diesen Großevents gerne ein wenig anstecken. Früher war es aber noch leichter möglich, dem ganzen Zirkus zu entfliehen. Aber da heute an jeder Ecke „Public Viewing“ stattfindet, ist das nicht mehr so leicht geworden.

Die Fußball-WM ist ein perfektes Symbol dafür, dass „konsumieren“ eine unserer echten Kernkompetenzen geworden ist. Also einfach gesagt: Viele Menschen nehmen das an oder auf, was wenige Menschen erschaffen haben. Ich war eine lange Zeit ein echter „Konsumationsexperte“. Nur wurde mir klar: Konsumation = Hamsterrad.

Ein paar Beispiele dafür, welchen großen Anteil das Konsumieren gegenüber dem Erschaffen hat.

  • Wir lesen Zeitungen und Magazine.
  • Wir sehen fern.
  • Wir gehen ins Kino.
  • Wir lesen Blogs.
  • Wir sind auf YouTube, Facebook & Co.
  • Wir gehen in die Schule, auf die Uni und in andere Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Wir gehen in Konzerte.
  • Wir hören Musik.

Viele Menschen lassen sich berieseln von dem, was wenige Menschen tun.

Verstehe mich nicht falsch. All das hat absolut Sinn. Manches mehr, manches weniger. Aber im Vergleich zur Konsumationsliste – bekommen wir auch so eine lange „Erschaffungsliste“ hin?

Momentan sitzt du vermutlich auf einem Stuhl oder einer Couch oder etwas ähnlichem. Das hat sich mal jemand ausgedacht, also erschaffen. Du fährst mit dem Auto, mit dem Bus, mit der Bahn oder was auch immer zur Arbeit. Diese ganzen Dinge hat sich einmal jemand ausgedacht. Auch bei der Fußball-WM hat jemand die Stadien gebaut, die Drähte für die Kameras über dem Spielfeld geplant, die Bannerwerbungen konzipiert etc.

Als ich vor einigen Jahren die ersten Inserate konzipierte und wusste, dass ein paar Tage später tausende Menschen sehen würden, was ich getan habe, fühlte sich das wirklich gut an. Obwohl ich diesen Job nicht sonderlich gern gehabt habe, das „Erschaffen“ von etwas, was andere sehen, hatte eine unglaubliche Faszination auf mich. Und damals hatte ich noch ganz wenig Ahnung von Leidenschaft- und Berufung-Finden.

Erschaffen ist der wahre Reichtum

Im Film „Cocktail“ sitzt Tom Cruise und philosophiert über die Möglichkeiten, reich zu werden. Und er sagt: „Wir sind umgeben von Millionären“. Als Beispiel nimmt er das kleine Plastikende an Schnürsenkeln und meint, dass sich das jemand ausdenken musste und auch produzieren musste. „Der ist jetzt sicher Millionär“.

Ich bin nicht ganz Tom Cruise’s Meinung. Wir sind nicht umgeben von Millionären. Wir sind umgeben von Menschen, die ihrer Leidenschaft folgen. Sieh dich um. Genau jetzt in diesem Augenblick. Und mache dir klar, dass all das, was um dich herum ist, von Menschen erdacht und erschaffen wurde. Von Menschen mit Leidenschaft und Begeisterung. Von Menschen, die ihre Berufung kennen. Von Menschen, dir ihrer Bestimmung folgen. Von Menschen, die etwas erschaffen.

Passender Artikel:  Erfolg macht nicht glücklich. Es geht einfacher.

Es gibt nichts, nichts, nichts Besseres als etwas zu erschaffen, wovon andere Menschen profitieren.

Ja, natürlich, ein Erschaffer braucht immer Konsumenten. Es gibt kaum Erschaffer, die nicht gleichzeitig Konsumenten sind. Aber es gibt viele Konsumenten, die nie etwas erschaffen.

Ich weiß, dass jeder Mensch einen Erschaffer in sich hat, auch du. Und ich weiß, dass du es schaffen kannst, diesen Erschaffer rauszulassen. Den Erschaffer, der eine Leidenschaft hat, eine Berufung. Lasse den Gedanken zu, dass du auch einer sein kannst. Einer von denen, die gerade jetzt alle um dich sind. Mit all den Dingen, die sie erschaffen haben.

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

17 Comments on “Bist du ein Konsument oder ein Erschaffer?

Nico
12. August 2016 um 13:18

Schöner motivierender Artikel. Erstmal gebookmarked für Zeiten in denen ich mir genau das wieder vor Augen halten muss. Danke dafür !

Antworten
Markus
14. August 2016 um 12:35

Danke Nico!
Lass es dir gut gehen!
M

Antworten
Jenny Jeans
23. Juni 2014 um 12:49

Dass jeder einzelne von uns ein Teil eines großen Ganzen ist und „der Sinn des Lebens“ nicht daraus besteht, ausschließlich dem zu folgen was andere erschaffen, war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meiner Seilbahnfahrt aus dem Tal. Wie großartig wir Menschen doch sind wenn man seinen Blick auf die Welt aus einer anderen Position einnimmt. Leider wurde mir als Kind nur eine Welt gezeigt, die von außen gesteuert wird und jeder von uns sich darin fügen muss – es sei denn er hat Glück. Erfolg und ein positives Leben wurden mir als Produkte des Glücks verkauft. Zum Glück (oh je, doch Glücksprodukte?) hat mich meine innere Stimme eines besseren belehrt und mich zum Erschaffen aufgerufen.

Viele Grüße, Jenny Jeans
(Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jeder das tun würde, was er liebt.)

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:11

schöner satz ganz am ende!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Tina
22. Juni 2014 um 21:00

Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich habe schon öfter an mir bemerkt, dass Konsum mich sogar unglücklich machen kann. Stundenlange Shoppingtouren schlagen mir aufs Gemüt. Aber was für ein Gefühl, wenn ich male, oder Gitarre übe, oder auch nur Ordnung (er)schaffe! 🙂

Antworten
Sarah
21. Juni 2014 um 10:21

Konsumieren um zu erschaffen. Das tun wir doch auch. Für unsere Blogs informieren wir uns, über verschiedenste Quellen beziehen wir unseren Input und lassen uns inspirieren. Wir schreiben dann für unsere Leser und inspirieren diese hoffentlich dann auch. Manchmal stiften wir sie wiederum an zum Konsumieren.
Ich könnte zum Beispiel ohne Musik nicht leben. Manchmal muss ich das Können Anderer konsumieren, weil sie zum Beispiel Musik machen können und ich nicht. So profitieren doch beide Seiten.
Aber natürlich hast du recht, dass es wichtig ist, nicht nur zu konsumieren. Selbst etwas zu erschaffen macht sicher glücklich. Aber nicht jeder ist dazu im Stande.
Wie immer ein inspirierender Artikel!

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:15

hi sarah, musik ist ein extra thema. ohne musik geht gar nix. null. nada
lg m

Antworten
Alina
20. Juni 2014 um 13:53

Hey Markus!
Danke für diesen Artikel.
„Es gibt viele Konsumenten, die nie etwas erschaffen.“ Das ist sehr inspirierend.
Wie es sich wohl anfühlen würde, etwas zu erschaffen, das einen selbst überlebt (wie die Plastikenden an Schnürsenkeln 😉 ).

Allen ein schönes Wochenende

Alina

Antworten
Damian Sulewski
20. Juni 2014 um 13:05

Danke für den Artikel. Ich bin ganz deiner Meinung. In uns allen steckt ein Erschaffer. Die Meisten schaffen jedoch den Sprung vom „Verbesserer“ zum „Erschaffer“ nicht. Nur sehr wenige sind in der Lage auf ein leeres Blatt Papier eine schöne Zeichnung zu zeichnen. Jedes Kind kann dagegen eine Malvorlage nach eigenen Wünschen ausmalen. So erschafft so durch Verbessern der Vorlage ein neues Kunstwerk. Für die Eltern ist dieses Werk sogar wertvoll. Die Kunst ist es das Erschaffene selbst als etwas wertvolles zu sehen. Diese Kunst verlernen wir vielleicht mit der Zeit.
Grüße,
Damian

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:16

wir verlernen sie nicht nur. sie wird uns wegtrainiert…
lg m

Antworten
Kevin Stephan
20. Juni 2014 um 12:36

Ein schöner Artikel, der mich spontan an einige Passagen in Nietzsches Werken erinnern (Nicht die verfälschten, von gewissen ethnischen Gruppen missbrauchten Passagen, sondern seine eigenen Kernaussagen). So in etwa: „Er [der Übermensch] erschafft Werte. Er sucht sich nicht einen Beruf, sondern fühlt sich berufen“

Es tut gut, auch mal diese Seite der Dinge zu sehen. Vielen Dank dafür von einem deiner Konsumenten 🙂

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:16

danke für den vergleich mit nietzsche… 😉
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Stephan Schurig
20. Juni 2014 um 12:27

Und ist Dir aufgefallen, daß konsumieren immer der Prozess von aussen nach innen ist, und erschaffen der Schöpfungsprozess von innen nach aussen (Der Wahnsinn in uns). Gegensätzlichkeit erlaubt uns ja erst zu erkennen, wer wir wirklich sind. Wenn Du erkennst, daß Du nicht nur Teil eines Ganzen bist sondern das Ganze selber, entsteht wahre Freiheit. Dann erfährst Du Dein Potenzial und SEIN. Exakt dort endet SUCHE :-). Love is. Walk on.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:17

danke für den außen-innen hinweis, war mir noch nicht so bewusst. hat aber was…
lg m

Antworten
Udo Hellermann
20. Juni 2014 um 9:49

Guter Artikel! Von Kindesbeinen an werden wir eher dahin erzogen, ein braver Konsument zu sein um das System am laufen zu halten. Die nächste Entwicklungsstufe ist tatsächlich „Erschaffer“. Aber, das ist nicht so einfach. Ich spüre täglich Widerstände, die mich eher wieder zum Konsumieren statt zum Erschaffen bringen. Von daher – Danke für den Weckruf!

Beste Grüße

Udo

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:18

ich bin gern der wecker, udo!
lg m

Antworten
Frieda Rosalia
3. Januar 2016 um 9:31

hallo Markus,
jo, am anfang hat mich das hier irritiert, weil ich mich darauf eingestellt habe, viel am computer bzw. social media sein zu müssen, um die kontakte zu kriegen. und das wird wahrscheinlich so sein müssen, obwohl ich zugebe, ich habe noch in keinen blog geschaut…
aber mit dem weiterlesen habe ich gemerkt, dass auch ich meinen fokus auf die zwischenmenschlichen beziehungen lege und meine berufung das tun ist. jetzt ein bisschen „größenwahnsinnig“, ich möchte, dass wieder mehr liebe und hoffnung zu den menschen kommt. und meine fotoprojekte dem dienen soll.
LG frieda

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Ja, das passt natürlich ;-)

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