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Wie ich meine Leidenschaft in einem feuchten Keller gefunden habe

LarsBobach

Die Lage war haarig. Einen Haufen Schulden, ein veraltetes Produkt und die Kunden liefen uns in Scharen davon. Ich fühlte mich wie David Hasselhoff bei seinem letzten Comeback: völlig chancenlos.

Mein damaliger Chef machte mir, im Nachhinein betrachtet, das Angebot meines Lebens. Für nur eine D-Mark (in Zahlen ‚1‘!!!) bot er mir die ganze Firma an. Ganz ohne Schulden, die hätte er behalten.

Ich war 32 und habe mich nicht getraut. Ich habe das Hammerangebot nicht angenommen. Trotzdem hat mich diese eine Situation derart geprägt wie beruflich kein zweites Ereignis.

Zum einen säte dieses Angebot in mir die Samen für meine berufliche Zukunft. Mir war nach meinem ganzen Für und Wider eines sonnenklar: Ich wollte selbstständig sein, mein eigener Chef.

Der andere, noch wichtigere Aspekt betraf meine Selbstzweifel. Nachdem ich das Angebot abgelehnt hatte, blieb ich noch für zwei weitere Jahre in diesem Unternehmen. Nach einem Jahr war der Turn-Around geschafft und nach einem weiteren fuhren wir sogar wieder erste Gewinne ein. Ich hatte die Situation falsch eingeschätzt, zu viel an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt und auch nicht auf mein Bauchgefühl gehört.

Dank meiner Selbstzweifel habe ich mir diese einmalige Gelegenheit entgehen lassen. Das sollte mir in meinem Leben nie wieder passieren, nie wieder!

Jetzt kommen die feuchten Keller ins Spiel.

Mehr durch Zufall bin ich damals auf ein Franchisesystem gestoßen, welches sich mit der Sanierung von feuchten Kellern beschäftigt. Für mich damals ungefähr so interessant wie eine Abhandlung über die Vorzüge von Darmspiegelungen.

Auf eine Empfehlung habe ich es mir dann doch näher angesehen und war begeistert. Ein toller Markt und das Gebiet um meinen Wohnort war noch frei. Da war sie, die nächste Gelegenheit.

Komplett ohne Selbstzweifel und rein nach Bauchgefühl handelte ich blitzschnell. Ohne groß nachzudenken habe ich einen Vertrag unterschrieben und war damit einen Monat schneller als die Finanzierungszusage meiner Bank. Aber egal, ich wollte nicht noch eine Chance verpassen.

Das mit den feuchten Kellern war ein absoluter Glücksfall. Bis auf meine Geschäftsbeziehung mit dem Finanzamt (Steuernachzahlungen) und der Berufsgenossenschaft (Archaische Selbstgerechtigkeit) habe ich den Schritt nicht eine Sekunde bereut.

Besonders Spaß hat mir damals der Aufbau des Geschäfts gemacht. Als nach ein paar Jahren Routine aufkam, fühlte ich mich gelangweilt. Ich war doch jetzt selbstständig, war es nicht das, was ich immer wollte?

Anscheinend nicht. In den Phasen der Langeweile habe ich dann weitere Unternehmen gekauft oder ich hatte irgendwelche anderen komischen Ideen, wie meinen Blog oder die Internet-Marketing Agentur.

Heute weiß ich für mich: Meine Leidenschaft liegt im Neuaufbau. Ich bin ein „Creator“ und kein „Keeper“, ein Erschaffer und kein Verwalter. Sobald etwas zur Gewohnheit wird, ist die Langeweile nicht weit.

Jetzt Du!

Lasse Dich von Deinem Bauchgefühl, Deiner Intuition leiten und Du wirst Deine Leidenschaft finden. Ergreife Chancen, wenn sie sich bieten und vertreibe die Selbstzweifel.

Eins ist mir nach allen Irrungen und Wirrungen meines beruflichen Lebens klar: Wenn Du etwas wirklich willst und ‚all in‘ spielst, wird sich der Erfolg einstellen, 100% Pro!

Ich habe über 10 Jahre gebraucht, bis ich das verstanden hatte. Angefangen hatte es letztendlich in einem feuchten Keller…

Ein Gastartikel von Lars Bobach

6 Comments on “Wie ich meine Leidenschaft in einem feuchten Keller gefunden habe

Lars Bobach
16. Februar 2016 um 19:24

Danke für Eure netten Kommentare 🙂

Volker Kortholt
14. Februar 2016 um 11:30

Danke Dir Lars:)

Lars Bobach
13. Februar 2016 um 21:45

Volker Kortholt Hier ist das mit der Leidenschaft 🙂

Jürgen
11. Februar 2016 um 22:51

ASTREIN!!!!! <3 🙂
SOOOOO geht das !!!!!!!!!!!!!

Ronja
29. Januar 2016 um 13:48

Hey Lars,

coole Story! 🙂 Vor allem deine Erkenntnis!!

Bei mir ist es eher so, dass ich mich zwar für sehr viele Dinge begeistere, aber ich arbeite sie dann auch „durch“ und wenn es nichts mehr zu tun und zu lernen gibt, naja dann ist das Thema nicht mehr interessant, sondern ausgeschöpft.^^

Ich denke aber dass nicht alle Chancen von alleine um die Ecke kommen, manchmal muss man ein bisschen auf sie zu arbeiten. 😀

Liebe Grüße,
Ronja

Anja
29. Januar 2016 um 13:18

Hallo Lars,
bei der Creator – Keeper Sache kann ich mich ganz gut wiederfinden. Ich brauche auch öfter mal was Neues, immer nur dasselbe langweilt mich. Neue Sachen anfangen und aufbauen mache ich hingegen immer mit ziemlich viel Begeisterung

Kommentarbereich ist geschlossen.

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Lars Bobach

Lars Bobach

Hallo, ich bin Lars Bobach. Am liebsten saniere ich feuchte Keller und helfe Firmen, Interessenten und Kunden im Internet zu gewinnen.Weil ich aber immer wieder andere komischen Ideen habe, blogge ich auch zu dem Thema ‚Produktiv in digitalen Zeiten‘ und kämpfe an vorderster Front auf dem Weg zum papierlosen Büro.Komm und vernetze Dich mit mir auf larsbobach.de

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