Wie ich meine Leidenschaft in einem feuchten Keller gefunden habe

Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2022 von Markus Cerenak

Die Lage war haarig. Einen Haufen Schulden, ein veraltetes Produkt und die Kunden liefen uns in Scharen davon. Ich fühlte mich wie David Hasselhoff bei seinem letzten Comeback: völlig chancenlos.

Mein damaliger Chef machte mir, im Nachhinein betrachtet, das Angebot meines Lebens. Für nur eine D-Mark (in Zahlen ‚1‘!!!) bot er mir die ganze Firma an. Ganz ohne Schulden, die hätte er behalten.

Ich war 32 und habe mich nicht getraut. Ich habe das Hammerangebot nicht angenommen. Trotzdem hat mich diese eine Situation derart geprägt wie beruflich kein zweites Ereignis.

Zum einen säte dieses Angebot in mir die Samen für meine berufliche Zukunft. Mir war nach meinem ganzen Für und Wider eines sonnenklar: Ich wollte selbstständig sein, mein eigener Chef.

Der andere, noch wichtigere Aspekt betraf meine Selbstzweifel. Nachdem ich das Angebot abgelehnt hatte, blieb ich noch für zwei weitere Jahre in diesem Unternehmen. Nach einem Jahr war der Turn-Around geschafft und nach einem weiteren fuhren wir sogar wieder erste Gewinne ein. Ich hatte die Situation falsch eingeschätzt, zu viel an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt und auch nicht auf mein Bauchgefühl gehört.

Dank meiner Selbstzweifel habe ich mir diese einmalige Gelegenheit entgehen lassen. Das sollte mir in meinem Leben nie wieder passieren, nie wieder!

Jetzt kommen die feuchten Keller ins Spiel.

Mehr durch Zufall bin ich damals auf ein Franchisesystem gestoßen, welches sich mit der Sanierung von feuchten Kellern beschäftigt. Für mich damals ungefähr so interessant wie eine Abhandlung über die Vorzüge von Darmspiegelungen.

Auf eine Empfehlung habe ich es mir dann doch näher angesehen und war begeistert. Ein toller Markt und das Gebiet um meinen Wohnort war noch frei. Da war sie, die nächste Gelegenheit.

Komplett ohne Selbstzweifel und rein nach Bauchgefühl handelte ich blitzschnell. Ohne groß nachzudenken habe ich einen Vertrag unterschrieben und war damit einen Monat schneller als die Finanzierungszusage meiner Bank. Aber egal, ich wollte nicht noch eine Chance verpassen.

Das mit den feuchten Kellern war ein absoluter Glücksfall. Bis auf meine Geschäftsbeziehung mit dem Finanzamt (Steuernachzahlungen) und der Berufsgenossenschaft (Archaische Selbstgerechtigkeit) habe ich den Schritt nicht eine Sekunde bereut.

Besonders Spaß hat mir damals der Aufbau des Geschäfts gemacht. Als nach ein paar Jahren Routine aufkam, fühlte ich mich gelangweilt. Ich war doch jetzt selbstständig, war es nicht das, was ich immer wollte?

Anscheinend nicht. In den Phasen der Langeweile habe ich dann weitere Unternehmen gekauft oder ich hatte irgendwelche anderen komischen Ideen, wie meinen Blog oder die Internet-Marketing Agentur.

Heute weiß ich für mich: Meine Leidenschaft liegt im Neuaufbau. Ich bin ein „Creator“ und kein „Keeper“, ein Erschaffer und kein Verwalter. Sobald etwas zur Gewohnheit wird, ist die Langeweile nicht weit.

Jetzt Du!

Lasse Dich von Deinem Bauchgefühl, Deiner Intuition leiten und Du wirst Deine Leidenschaft finden. Ergreife Chancen, wenn sie sich bieten und vertreibe die Selbstzweifel.

Eins ist mir nach allen Irrungen und Wirrungen meines beruflichen Lebens klar: Wenn Du etwas wirklich willst und ‚all in‘ spielst, wird sich der Erfolg einstellen, 100% Pro!

Ich habe über 10 Jahre gebraucht, bis ich das verstanden hatte. Angefangen hatte es letztendlich in einem feuchten Keller…

Ein Gastartikel von Lars Bobach

Lass es dir gut gehen!

Wie du von deinen Träumen profitieren kannst 1

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

Damit es sich auch andere gut gehen lassen
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