9 Tipps mit denen dir deine Leidenschaft nicht noch mehr Leiden schafft.

Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2022 von Markus Cerenak

„Bist du noch ganz normal? Ausgerechnet eine meiner „engsten Verbündeten“ (wer das war, erzähle ich dir ein paar Abschnitte später) setzte mich mit dieser Frage zielsicher und ziemlich schmerzhaft ins Aus.

Was war passiert?

Ich – damals, mehr oder weniger kraftvoll alleinerziehend, aber in sicherer Anstellung – wagte mich, mit beiden Armen wild balancierend auf mein Ideen-Trampolin.

Tänzelnd und sprungbereit erzählte ich meiner besten Freundin von meiner Leidenschaft und meiner – wie ich fand – grandiosen Idee, mich endlich aus dem Albtraum meines Angestellten-Daseins zu befreien und den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen.

Völlig überzeugt erwartete ich von ihr tosenden Beifall, jubelnde Begeistungs-Stürme und wäscheweich gefederte gute Wünsche.

Gute Wünsche schwingen leicht. Gute Wünsche tragen dich sicher in die Mitte des Trampolins und federn deinen Schwung nachhaltig in lichte Höhen. (Silke Steigerwald)

Doch ihre Reaktion katapultierte mich nicht in die weiche, federnde Mitte des Trampolins, sondern zerstörte jäh meine kühnen Träume. Urplötzlich verhakte ich mich in den schmerzhaften Schnüren der Randbefestigung.

Willkommen auf dem harten Boden des Lebens. Willkommen zurück in der Angst.

Mühsam krabbelte ich auf die Knie. Angestrengt suchte ich Halt und Verständnis für ihre Reaktion.

Doch meine Verbündete outete sich. Von guten Wünschen keine Spur. Zumindest nicht für mich. Ihre bis dahin von mir sehr geschätzte Vernunft zeigte sich auf einmal von einer ganz neuen Seite: Unausgesprochene Sätze drangen zu mir:

„Verändere dich bloß nicht, und bitte, bitte werde niemals anders als ich!“

Plötzlich wurde mein Trampolin zum Kerker der Vorwürfe.Du hast doch ein Rad ab!“ tobte sie. Mir war, als würde sich ein langer Stachel spürbar immer tiefer von meinem Kopf in mein Herz bohren, während sie zornig weitersprach:

„Du hast 2 Kinder. Du bist alleinerziehend. Du wirst doch nicht deinen sicheren Job an den Nagel hängen wollen und dabei auch noch mich hier in der Firma sitzen lassen? Das ist verantwortungslos!“

Ich bildete mir ein, dass sie schon vor Wut schäumte und mit ihrem Schaum vor dem Mund alle Samen meiner Träume, Ideen und Sehnsüchte nach einem selbstbestimmten Leben im Keim erstickt.

Spätestens an diesem Tag habe ich verstanden, dass sich nicht jede Verbündete automatisch mit der eigenen Intention verbündet. Aber ich verstand auch, WER sich hier mit wem verbündet hatte.

Meine rationale und ausschließlich auf Sicherheit bedachte allerbeste Freundin, hatte sehr wohl eine Verbindung zu meinen Innersten: Zu meiner eigenen Angst. Meinen eigenen Zweifeln. Mitten in meine eigene Unsicherheit.

Leidenschaft
DanaTentis / Pixabay

Ich gebe zu, es hat ein paar lange Monate gedauert, bis ich erkannte, dass ein Trampolin als Absprung in die Freiheit nicht der beste Ausgangspunkt ist. Es federt gnadenlos zurück.

Es hat auch noch ein paar Monate länger gedauert, bis ich mich von meiner vertrauten Verbündeten verabschiedete. Und ja, es hat weh getan.

Allerdings nicht lange, denn ich spürte auch, dass ich mich gleichzeitig von meinen eigenen Ängsten und Zweifeln verabschiedete. Dies zu erkennen hat richtig gutgetan! Ich suchte neue Verbündete. Nicht im außen, sondern tief in mir:  Plötzlich fand ich meinen Kampfgeist wieder, ich baute mein Vertrauen in mich auf und begann, wieder an mich selbst zu glauben.

Ich wagte mich erneut auf eine Absprung-Rampe.

Ohne Fallstricke und Sicherheits-Netz. Aber dafür mit einem doppelt stabilen Boden aus fundiertem Wissen und gut durchtrainiertem Knowhow.

Ich stieg sicheren Fußes aus meinem Hamsterrad aus, mitten hinein in meine Selbstständigkeit als Antistresstrainerin® und gründete ein paar Jahre später meine eigene Marke „LebensDolmetscherin®.

Gibt es Leidenschaft ohne Leiden? Ich glaube Nein. Eine große Portion Schmerz- und Frustrationsbereitschaft gehören dazu.

Gibt es ein Happyend? Ja. Eindeutig ja.

Vorausgesetzt, du berücksichtigst ein paar wichtige Tipps, damit du nicht vorzeitig in die Knie gehst, wenn du dich auf deine eigenen Beine stellst:

TIPP 1: Setze deinen Fokus nicht „nur“ auf dein Ziel, sondern auch ganz bewusst auf ein paar leuchtende Randbefestigungen auf deinem Weg! Damit du für den Fall der Fälle nicht überrascht auf dem Standstreifen liegen bleibst.

TIPP 2: Baue dir stabile Reißleinen, die dir im freien Flug immer wieder Halt und Orientierung geben!

TIPP 3: Knüpfe nicht nur ein Sicherheitsnetz im Außen, sondern sei dir auch deiner Selbst sicher!

TIPP 4: Lege dir eine zielgerichtete Route fest, auf der du dir ein paar Rastplätze einplanst, die nicht nur deine Müdigkeit und Bequemlichkeit auffangen, sondern dich auch mit reichlich Antriebs-Quellen versorgen.

TIPP 5: Erfinde dein eigenes Navigationsgerät, das dich sicher aus Sackgassen führt und dir auf deinem Weg zuverlässig deine Sehnsüchte am Leben erhält.

TIPP 6: Hole dir Verbündete ins Boot, die schon auf die Nase gefallen, aber wieder aufgestanden sind und dir sicher und vor allem (!!!) beweisbar zeigen können, wie du gut durch Stürme und Nebelwände kommst. Vertraue dabei nicht blind ausschl. auf das, WAS sie dir erzählen, sondern schau genau hin, WIE authentisch SIE tatsächlich leben.

TIPP 7: Mach dir bewusst: „Nicht das Rad ist schuld am Durchdrehen, es ist immer der Hamster (dieser geniale Spruch ist von ©Stefan Wittlin)

TIPP 8: Suche dir Vorbilder, aber VER-suche niemals eine Kopie zu werden. Mach dein eigenes Ding!

TIPP 9: Vertraue darauf: Nicht der leichteste Weg ist der Beste. Sondern der, den du dir selbst baust. (Und dieser Spruch ist von mir!)

Herzliche Grüße und alle guten Wünsche für dich. WEIL DU WICHTIG BIST!

Ein Artikel von Silke Steigerwald

 

Lass es dir gut gehen!

Wie du von deinen Träumen profitieren kannst 1

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

Damit es sich auch andere gut gehen lassen
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