9 Tipps mit denen dir deine Leidenschaft nicht noch mehr Leiden schafft.

Leiden schafft


„Bist du noch ganz normal? Ausgerechnet eine meiner „engsten Verbündeten“ (wer das war, erzähle ich dir ein paar Abschnitte später) setzte mich mit dieser Frage zielsicher und ziemlich schmerzhaft ins Aus.

Was war passiert?

Ich – damals, mehr oder weniger kraftvoll alleinerziehend, aber in sicherer Anstellung – wagte mich, mit beiden Armen wild balancierend auf mein Ideen-Trampolin.

Tänzelnd und sprungbereit erzählte ich meiner besten Freundin von meiner Leidenschaft und meiner – wie ich fand – grandiosen Idee, mich endlich aus dem Albtraum meines Angestellten-Daseins zu befreien und den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen.

Völlig überzeugt erwartete ich von ihr tosenden Beifall, jubelnde Begeistungs-Stürme und wäscheweich gefederte gute Wünsche.

Gute Wünsche schwingen leicht. Gute Wünsche tragen dich sicher in die Mitte des Trampolins und federn deinen Schwung nachhaltig in lichte Höhen. (Silke Steigerwald)

Doch ihre Reaktion katapultierte mich nicht in die weiche, federnde Mitte des Trampolins, sondern zerstörte jäh meine kühnen Träume. Urplötzlich verhakte ich mich in den schmerzhaften Schnüren der Randbefestigung.

Willkommen auf dem harten Boden des Lebens. Willkommen zurück in der Angst.

Mühsam krabbelte ich auf die Knie. Angestrengt suchte ich Halt und Verständnis für ihre Reaktion.

Doch meine Verbündete outete sich. Von guten Wünschen keine Spur. Zumindest nicht für mich. Ihre bis dahin von mir sehr geschätzte Vernunft zeigte sich auf einmal von einer ganz neuen Seite: Unausgesprochene Sätze drangen zu mir:

„Verändere dich bloß nicht, und bitte, bitte werde niemals anders als ich!“

Plötzlich wurde mein Trampolin zum Kerker der Vorwürfe.Du hast doch ein Rad ab!“ tobte sie. Mir war, als würde sich ein langer Stachel spürbar immer tiefer von meinem Kopf in mein Herz bohren, während sie zornig weitersprach:

„Du hast 2 Kinder. Du bist alleinerziehend. Du wirst doch nicht deinen sicheren Job an den Nagel hängen wollen und dabei auch noch mich hier in der Firma sitzen lassen? Das ist verantwortungslos!“

Ich bildete mir ein, dass sie schon vor Wut schäumte und mit ihrem Schaum vor dem Mund alle Samen meiner Träume, Ideen und Sehnsüchte nach einem selbstbestimmten Leben im Keim erstickt.

Spätestens an diesem Tag habe ich verstanden, dass sich nicht jede Verbündete automatisch mit der eigenen Intention verbündet. Aber ich verstand auch, WER sich hier mit wem verbündet hatte.

Meine rationale und ausschließlich auf Sicherheit bedachte allerbeste Freundin, hatte sehr wohl eine Verbindung zu meinen Innersten: Zu meiner eigenen Angst. Meinen eigenen Zweifeln. Mitten in meine eigene Unsicherheit.

Leidenschaft
DanaTentis / Pixabay

Ich gebe zu, es hat ein paar lange Monate gedauert, bis ich erkannte, dass ein Trampolin als Absprung in die Freiheit nicht der beste Ausgangspunkt ist. Es federt gnadenlos zurück.

Es hat auch noch ein paar Monate länger gedauert, bis ich mich von meiner vertrauten Verbündeten verabschiedete. Und ja, es hat weh getan.

Allerdings nicht lange, denn ich spürte auch, dass ich mich gleichzeitig von meinen eigenen Ängsten und Zweifeln verabschiedete. Dies zu erkennen hat richtig gutgetan! Ich suchte neue Verbündete. Nicht im außen, sondern tief in mir:  Plötzlich fand ich meinen Kampfgeist wieder, ich baute mein Vertrauen in mich auf und begann, wieder an mich selbst zu glauben.

Passender Artikel:  Finde deine Leidenschaft und empfinde Arbeit nie wieder als Arbeit

Ich wagte mich erneut auf eine Absprung-Rampe.

Ohne Fallstricke und Sicherheits-Netz. Aber dafür mit einem doppelt stabilen Boden aus fundiertem Wissen und gut durchtrainiertem Knowhow.

Ich stieg sicheren Fußes aus meinem Hamsterrad aus, mitten hinein in meine Selbstständigkeit als Antistresstrainerin® und gründete ein paar Jahre später meine eigene Marke „LebensDolmetscherin®.

Gibt es Leidenschaft ohne Leiden? Ich glaube Nein. Eine große Portion Schmerz- und Frustrationsbereitschaft gehören dazu.

Gibt es ein Happyend? Ja. Eindeutig ja.

Vorausgesetzt, du berücksichtigst ein paar wichtige Tipps, damit du nicht vorzeitig in die Knie gehst, wenn du dich auf deine eigenen Beine stellst:

TIPP 1: Setze deinen Fokus nicht „nur“ auf dein Ziel, sondern auch ganz bewusst auf ein paar leuchtende Randbefestigungen auf deinem Weg! Damit du für den Fall der Fälle nicht überrascht auf dem Standstreifen liegen bleibst.

TIPP 2: Baue dir stabile Reißleinen, die dir im freien Flug immer wieder Halt und Orientierung geben!

TIPP 3: Knüpfe nicht nur ein Sicherheitsnetz im Außen, sondern sei dir auch deiner Selbst sicher!

TIPP 4: Lege dir eine zielgerichtete Route fest, auf der du dir ein paar Rastplätze einplanst, die nicht nur deine Müdigkeit und Bequemlichkeit auffangen, sondern dich auch mit reichlich Antriebs-Quellen versorgen.

TIPP 5: Erfinde dein eigenes Navigationsgerät, das dich sicher aus Sackgassen führt und dir auf deinem Weg zuverlässig deine Sehnsüchte am Leben erhält.

TIPP 6: Hole dir Verbündete ins Boot, die schon auf die Nase gefallen, aber wieder aufgestanden sind und dir sicher und vor allem (!!!) beweisbar zeigen können, wie du gut durch Stürme und Nebelwände kommst. Vertraue dabei nicht blind ausschl. auf das, WAS sie dir erzählen, sondern schau genau hin, WIE authentisch SIE tatsächlich leben.

TIPP 7: Mach dir bewusst: „Nicht das Rad ist schuld am Durchdrehen, es ist immer der Hamster (dieser geniale Spruch ist von ©Stefan Wittlin)

TIPP 8: Suche dir Vorbilder, aber VER-suche niemals eine Kopie zu werden. Mach dein eigenes Ding!

TIPP 9: Vertraue darauf: Nicht der leichteste Weg ist der Beste. Sondern der, den du dir selbst baust. (Und dieser Spruch ist von mir!)

Herzliche Grüße und alle guten Wünsche für dich. WEIL DU WICHTIG BIST!

Ein Artikel von Silke Steigerwald

 

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

12 Antworten

  1. Liebe Silke,
    das kennen sicherlich viele von Kindesbeinen an. Die Verbündeten, die nicht Herz an Herz zu einem stehen, sondern Angst an Angst. Versucht man dann seine Angstketten zu sprengen, oder sprengt sie sogar, fühlen sich die Angstverbündeten verraten. Wer aus seinen Ängsten herauswächst muss das zwangsläufig auch mit diesen Beziehung tun, herauswachsen. Das ist schmerzhaft, man nennt es deshalb auch Wachstumsschmerzen.
    Alles Liebe
    Annette

    1. Liebe Annette,

      wie schön du das kommentiert hast. Danke für diese schöne Beschreibung von Wachstumsschmerzen.

      Zum Glück müssen diese nicht immer chronisch verlaufen, wenn man erst mal seinen Weg gefunden hat und ihn sicheren Fußes schmerzfrei gehen kann.

      Ein kleines verändertes Zitat ist mir dazu noch einfachllen: „Drum prüfe, wer sich ewig „verbündet“ mit dir.“ 😉

      Herzliche Grüße Silke.

  2. Liebe Silke, du schreibst mir aus der Seele. Und das nicht nur, weil wir uns kennen, weil ich deinen Schreibstil liebe. Die Geschichten die unser Leben formen und uns letztendlich zu dem werden lassen, wer und wie wir sind, die dürfen in die Welt und wenn man dabei von dir abgeholt wird, wie zu einem gemeinsamen Spaziergang….besser geht nicht. Abschließend: genau diese Erfahrung habe ich auch mit einer „besten Freundin“ und meinem Schritt in die Teilselbstständigkeit gemacht.

    1. Liebe Judith Julia, wie schön dich HIER zu lesen. Herzlichen Dank für deine so liebevollen Worte.

      Wie gut, dass auch du dich nicht von deiner „besten Freudin“ hast ablenken lassen auf deinem wertvollen Weg.

      Weiterhin viel Erfolg, bei allem was du tust.

      Herzlichst
      Silke

  3. Ein schönes Beispiel dafür, dass die besten Freunde und Familienmitglieder nicht immer die besten „Berater“ sind. Die uns sonst sehr lieben und wichtigen Menschen sind emotional zu nach an uns dran, wenn es um Entscheidungen geht, die Veränderung bedeuten. Veränderungen, die nicht nur Dich selbst sondern somit auch sie selbst betreffen.

    Und was die inneren Zweifel angeht:
    Wenn ich gefragt werde: „Meinst Du ich schaffe das (dieses oder jenes)?“, dann ist meine Antwort stets: „Wichtig ist was Du selbst glaubst, nicht was ich glaube.“

    Herzliche Grüße
    Sandra

  4. Liebe Silke,

    Danke für diese Einblicke. Das mit dem eigenen Weg … ja, das wär dann der Königs-Weg, oder? (für uns Mädels: der Königinnen-Weg). Nicht immer einfach, aber ich vermute ganz schwer: eigentlich der einzige Weg, der wirklich, WIRKLICH funktioniert.

    liebe Grüße, Frauke

    1. Herzlichen Dank liebe Frauke,

      und du vermutest (ganz leicht!!!) richtig. Den eigenen Weg gehen zu KÖNNEN ist eine Königinnen-Disziplin, (STOP: beim Wort Disziplin verkrampfe ich mich, grins) also anders gesagt:
      den eigenen Weg gehen zu KÖNNEN braucht Mut, manchmal Selbstüberwindung, und manchmal viiiiel Geduld. Aber es ist tatsächlich der Weg, der sich wirklich wirklich lohnt und mit dem wir uns selbst jeden Tag aufs Neue belohnen.

      Also dranbleiben, Königin !!!
      Dir weiterhin viel Erfolg auf DEINEM Weg.

      Herzlichst Silke

  5. Hallo Silke, hallo Markus,

    mir gefällt die Motivation, die aus dem Artikel entspringt.

    Die 9 Tipps bleiben mir leider zu vage. Vielleicht gibt es Folgeartikel, wenn Du konkretes vor Augen hast, Silke?

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,

      herzlichen Dank für dein Feedback. Und ja, ich hatte Konkretes vor Augen, als ich diesen Artikel schrieb:

      Meine Tipps sollen inspierieren. Sie sollen dir „Bilder“ schenken, die dich dazu ermutigen, genau zu schauen, was DU für deine eigene Hamsterrad-Rebellion vor Augen hast.

      Welche Reißleinen hast du für den Sprung ins Ungewisse, die dich im Fall des Falles auffangen?

      Welche Randbefestigungen sind dir dienlich, damit du in deiner Kraft bleibst?

      Welches Navigationsgerät kannst du für dich installieren, das dich sicher auf deinem Weg hält?

      Vielleicht ist es hilfreich, zunächst einmal mit meinen „Bildern“ zu spielen und zu schauen, welche Bilder sich DIR dabei zeigen. Ich bleibe gespannt 🙂 Alles Liebe für dich.

      Herzlichst
      Silke

  6. Hallo Markus,
    Hallo Silke,

    Was für ein toller Artikel!! Er gibt Inspiration für meinen gerade anzugehenden eigenen Weg aus dem Hamsterrad und er ist dazu noch so gut geschrieben.
    Danke euch!

    Hab mir direkt ein paar Landmarken für die nächsten Monate überlegt.

    Bleibt happy und vor allem dran

    Christin

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Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

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