Hast du einen (Marketing-)Plan für deinen Blog?

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Vermutlich werde ich mir mit dem heutigen Artikel wieder einmal ein paar Feinde zuziehen, denn es gibt ja auch die Meinung, dass Bloggen und Geld verdienen nicht zusammengehören, dass Bloggen eine offene Sache ist, die nicht zu sehr vermarktet werden sollte und, und, und. Nur denke ich, dass man durchaus mit dem, was man liebt,  auch Geld verdienen darf und dass es dafür dann ein wenig Struktur und Plan braucht.

Ich habe das erst letztes Wochenende bei der Meisterklasse “Am Rhein” wieder bemerkt. Bloggen und Business können eine perfekte Symbiose bilden. Wir sollten es nicht übertreiben, aber ein Mindestmaß an „Wo soll es wie hingehen?“ kann echt nicht schaden.

1) Positionierung & Co

Die erste Frage ist, ob du für dich die Marketing-Hausaufgaben gemacht hast. Bedeutet: Hast du eine Positionierung für dein Business? Kannst du in einem Satz erklären, worum es geht? Hast du Alleinstellungsmerkmale, Nutzen und Features definiert? Ist es klar, wen du ansprichst und wo du deine Zielgruppe findest? Ist dir klar, welches Problem gelöst wird und wobei du deiner Zielgruppe helfen möchtest? Hast du all das zu Papier gebracht und ordnungsgemäß niedergeschrieben? Wenn du all diese Fragen mit Ja beantworten kannst, hast eine gute Basis für deinen Marketingplan.

 2) Zielsetzungen

Ja, das leidige Ziele-Thema. Eines ist mir wichtig: Es geht beim Ziele-Setzen nicht automatisch um Zahlen. Es gibt viele Ziele, die du mit deinem Business und Blog verfolgen kannst. Mögliche Ziele sind:

Etwas erklären

Du hast ein Expertenwissen, bist begeistert von einer Sache und möchtest dein Wissen weitergeben. Dir geht es einfach darum, dass mehr Menschen von deinem Lieblingsthema erfahren. Denke aber auch hier stets an den Nutzen für den Leser.

Netzwerken

Dir geht es um Kommunikation, um den Austausch mit anderen Menschen. Es geht dir darum, Menschen kennenzulernen oder ein Netzwerk aufzubauen, durchaus auch, um Freunde zu finden.

Schreiben lernen/Autor werden

Schreiben macht dir Spaß und du möchtest einfach ein guter Autor werden, und zwar zu einem Thema, das dir selbst gefällt und dich interessiert, du willst vielleicht sogar über etwas mehr erfahren oder eine Fähigkeit erlernen und das mit deinem Blog dokumentieren.

Experte werden (Vorträge, Buchaufträge) 

Du bist ein echter Experte in einem bestimmten Bereich und willst einfach eine große Anzahl an Menschen erreichen. Verlage, Firmen etc. sollen auf dich aufmerksam werden und dich einladen, beauftragen oder buchen.

Basis für ein Business

Ein Blog selbst ist kein Businessmodel, sondern ein Marketinginstrument. Wenn du eine Leserschaft aufgebaut hast und deine Leser dir auch zu Recht vertrauen, kannst du Strategien einsetzen, deinen Blog zu Geld zu machen. Monetarisieren nennt man das in der Fachsprache. Egal welche Ziele du verfolgst, schreibe sie detailliert nieder. Terminiere sie und rufe sie dir regelmäßig in Erinnerung.

3) Redaktionsplan

Ein Redaktionsplan ist ein sehr umfangreiches Thema. Ich persönlich habe lange nach einer guten Lösung für mich gesucht. Diverse Tools habe ich ausprobiert und bin nun endlich fündig und glücklich geworden. Ich werde mich meiner Art des Redaktionsplanes in einem künftigen Artikel genauer widmen. Eines nur vorweg, all diese Elemente müssen idealerweise in einem Tool zusammenlaufen:

  • Material sammeln (Ideen, Zitate, Bilder, Headlines, Themen, Texte, Bilder, Audio, Video)
  • Thematisierte Ordnung
  • Artikel schreiben
  • Bildmaterial
  • SEO-Texte
  • Artikel timen
  • Artikel-Archiv
  • Gastartikel-Sammlung
  • Interview-Fragen
  • Kontakte zu anderen Bloggern oder Verlagen
  • Social-Media-Ideen

4) Statistiken

Statistiken können für einen Blogger die Hölle sein. Ich weiß, wovon ich spreche. Im ersten Blogger-Jahr habe ich für mich monatliche Kennzahlen definiert, was Leserzahlen und Abonnentenzahlen betrifft. Ich gebe es offen zu: Ich war ein Statistik-Junkie. Mittlerweile schaue ich ein Mal am Tag rein und fokussiere mich auf wichtigere Dinge. Für das erste Jahr war das für mich aber ein guter Weg.

Folgende Tools setze ich dazu ein:

  • Google Analytics
  • WordPress Analytics
  • Statistiken von GetResponse oder Active Campaign (Newsletter-Tools)
  • Statistiken von LeadPages oder Clickfunnels (Landing Page Tools)
  • Statistiken von Libsyn (Podcast-Hoster)
  • Facebook Insights

Ich bin der Meinung, dass zu einer ordentlichen Marketingplanung auch eine Zielsetzung gehört, was die Zahlen betrifft. Abhängig von deinen anderen Zielen – ob sie qualitativ oder quantitativ sind – spielen Statistiken mehr oder weniger für deinen Blog eine Rolle.

5) Social Media

Social Media ist eines der wichtigsten Instrumente, um deinen Blog zu bewerben. Definiere die Portale, auf denen du präsent bist, und integriere in deinen Redaktionsplan die Häufigkeit der Social-Media-Aktivitäten. Mache eine tägliche oder wöchentliche Routine daraus. Überlege dir, wo du deine Artikel sonst noch unterbringen kannst (Facebook-, XING-, LinkedIn-Gruppen) und schaffe Kooperationen mit anderen Bloggern, damit ihr euch gegenseitig unterstützen könnt. Erkenne, wann gute Zeiten sind, um zu posten und worauf deine Social Media Community am besten reagiert. Bringe das in den Redaktionsplan ein.

6) Gastartikel

Plane die Häufigkeit und die Funktion von Gastartikeln. Wie oft sollen andere zu Wort kommen, was willst du damit erreichen, was versprichst du dir davon? Auch hier greifen Redaktiopnsplan, Zielsetzungen und Statistiken zur Überprüfung zusammen. Mache dich dann auf die Suche nach möglichen Autoren, die nicht unbedingt nur Blogger sein müssen. Kontaktiere diese, mache den Nutzen für den Gastautor klar und umreiße immer sofort mögliche Regeln auf deinem Blog (Umfang, Du-Wort, üblicher Aufbau etc.), so dass dein Autor nicht doppelt und dreifach arbeiten muss. Achte darauf, dass sich die Gastartikel harmonisch in deinen Redaktionsplan einfügen.

7) Leserbefragungen

Eine Leserbefragung ist ein perfektes Werkzeug, um die strategische Ausrichtung deines Blogs zu überprüfen oder neu zu definieren, denn du musst einfach wissen, was deinen Lesern unter den Nägeln brennt. Erstens, um auf deinem Blog und für deine Kunden weiterhin das zu liefern, was deine Leser interessiert, und zweitens, um einen Anhaltspunkt für ein eventuelles Produkt oder eine Dienstleistung zu haben, mit der du dann auch Geld verdienen kannst.

8) Google Adwords & Facebook Ads

Auch wenn die Bewerbung eines Blogs via Facebook und Google Adwords Geld kostet, musst du dies trotzdem in Erwägung ziehen, abhängig wieder davon, welche Ziele du verfolgst. Und zwar dann, wenn dein Blog und das dazu gehörige Business schon eine Zeit lang online ist. Beide Möglichkeiten werden von unzähligen Bloggern & Online Marketern erfolgreich eingesetzt. Ich werde mich diesem Thema auch in Zukunft sehr intensiv widmen, um dir diesbezüglich Hilfestellung zu geben.

9) Newsletter-Strategie

Die Wichtigkeit einer guten Newsletter-Strategie werde ich nicht müde zu unterstreichen. Auch diesem Bereich werde ich mich in Kürze im Rahmen des Business-Guide intensiv widmen.

Klar ist aber, dass es nichts besseres gibt, um

  • deine Leser zu binden, sodass sie immer wieder kommen
  • mit deinen Lesern in Kontakt zu treten und zu bleiben
  • deinen Lesern Gutes zu tun, das heißt exklusive Inhalte zukommen zu lassen
  • deinen Lesern Produkte und Dienstleistungen von dir anzubieten (bitte nicht aufdringlich und marktschreierisch sein)

Auch hier ist es wichtig, dass Zielsetzungen und Statistiken ineinandergreifen.

10) Automatisierungen

Manche schwören darauf, manche lehnen es ab. Das Einsetzen von Automatisierungstools für deine Social-Media-Promotion. Von Hootsuite über Buffer, CoSchedule, Edgar bist Social Network Auto Poster gibts es unzählige Tools, die dir alle viel Arbeit abnehmen. Vergiss aber nicht, dass am Ende des Tages deine Leser nicht das Gefühl haben sollen, mit einer Maschine zu kommunizieren. Blogger sind Menschen und sollen das auch unter Einsatz des ganzen technischen Schnickschnacks  bleiben.

11) Produkte & Dienstleistungen

Ein großer Fehler, den viele Blogging-Neulinge machen, mich eingeschlossen: Zu lange warten, bis man mit einem Produkt oder einer Dienstleistung in den Verkauf geht. Denke bereits von Anfang an etwaige Produkte und plane sie im Redaktionsplan ein. Viele Faktoren wie Leserbefragungen, Newsletter-Zahlen, deine Ad-Strategie und natürlich dein Redaktionsplan spielen hier zusammen. Eines ist klar: Definiere den Start eines etwaigen Produktes oder einer Dienstleistung rund sechs Monate vorher, sodass du Schritt für Schritt darauf hinarbeiten kannst. Auch hierfür ist ein Artikel in Vorbereitung.

12) Kooperationen

Abgesehen von gegenseitigen Gastartikeln sind Kooperationen jeder Art, ob mit Bloggern, Verlagen, Medien, Firmen, Eventveranstaltern etc. immer wünschenswert. Perfekt ist, wenn du diese Gedanken in den Redaktionsplan einfließen lassen kannst, sodass etwaige Coops nicht für deine Leser als Werbung erscheinen, sondern sie stets ihren Nutzen dabei sehen. Kooperationen müssen stets für alle Beteiligten, in jedem Fall aber für deine Leser, einen Gewinn darstellen.

Ich weiß, das war heute eine Menge Holz, aber wie du in den diversen Hinweisen mitbekommen hast, werde ich mich einzelnen Themen noch intensiver widmen.

Aus einem Blog ein Werkzeug für ein erfolgreiches Business zu machen, ist ein dauernder Lernprozess, der zwar viel Spaß macht, aber auch Zeit- und Geldinvestment nötig macht.

Investiere in dich und deinen Blog und es wird sich tausendfach lohnen. Hole dir hier all meine Business-Strategien!

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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