Close

9 gut gemeinte Ratschläge, die du bekommst, wenn du selbstbestimmt leben und arbeiten willst

Ratschläge

Weißt du, was das Gegenteil von „gut“ ist? Nein, nicht das Wort „schlecht“. Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“. Denn man meint es ja immer gut. Egal, was Menschen tun, wenn sie dir einen Rat geben, sie meinen es niemals böse.

Ein Ratschlag ist ein zweischneidiges Schwert. Denn einerseits gieren wir danach, denn er soll uns Entscheidungen leichter machen oder gar abnehmen. Aber andererseits bringt er uns in den seltensten Fällen so richtig weiter.

Du musst dir eines klarmachen: Niemand kann dir wirklich einen Rat geben, mit dem du etwas anfangen kannst. Denn alle Ratschläge kommen immer aus der Welt eines anderen Menschen. Jedes Mal, wenn ich höre:

„Also ich an deiner Stelle …“

oder

„Wenn ich du wäre, würde ich …“

könnte ich – sorry, kotzen!

Denn: Niemand ist an meiner Stelle. Und nein: Du bist nicht ich.

Und egal, ob es Ratschläge von erfahrenen Menschen sind, Menschen, die dir sehr nahestehen, Menschen, die dort sind, wo du jetzt sein möchtest, Menschen, die eine Vorbildwirkung auf dich haben etc. …

mache dir stets eines klar:

Es ist IMMER, IMMER, IMMER nur eine Meinung eines Menschen, der nicht ansatzweise so viel über das Thema des „Ratschlages“ weiß wie du. Dieser Mensch kann das nicht wissen, weil sie oder er stets aus der eigenen Gefühls- und Erfahrungswelt denkt, handelt und auch beratschlagt.

Nimm Ratschläge daher als das, was sie sind: Meinungen eines anderen Menschen. Und egal, ob sie dich bremsen oder nach vorne katapultieren: Erlaube den Ratschlägen nicht, allzu viel Bedeutung und Einfluss zu haben.

Besonders wenn es um das Thema „Hamsterrad verlassen, Begeisterung finden, selbstbestimmt leben und arbeiten“ geht, sind Ratschläge anderer Menschen entbehrlich. Denn meistens sind diese Ratschläge von Angst und Neid beeinflusst.

Denn Missverständnisse rund um das Thema „Selbständigkeit“ gibt es genug:

Denn der vermeintlich „gut gemeinte Rat“ ist oftmals lediglich Selbstschutz, weil der Ratschlag-Gebende selbst NIEMALS das eigene Hamsterrad verlassen würde. Es gibt eine ganze Bandbreite an klugen Ratschlägen diesbezüglich. Mein Vater sagte immer: „Gute Ratschläge habe ich einen ganzen Dachboden voll“.
Ratschlag

Free-Photos / Pixabay

Und genau dort gehören folgende Aussagen, die du mit Sicherheit kennst, auch hin:

Das würde ich mir nochmal überlegen: Du kannst deiner Berufung immer noch folgen. Aber im Moment musst du mal Leistung bringen.

Weit verbreiteter Mythos: Zuerst musst du mal in einem „ordentlichen Job“ Erfahrung sammeln und dann erst darfst du dein Ding durchziehen. Einfach eine andere Interpretation von „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ (furchtbarer Satz übrigens). Mir wurde diesbezüglich klar: Ich habe nie hart genug gearbeitet, um mir meine Berufungs-Belohnung irgendwann abholen zu dürfen. Also kann ich’s auch gleich machen.

Du musst dir schon klar sein: Mit einer Fixanstellung ist es doch viel sicherer.

Ein echter Schenkelklopfer. Ehrlich? Glaubt das wirklich noch jemand? Glaubt wirklich jemand, dass Willkür, Mobbing, Rationalisierung, Gesundschrumpfen, Umstrukturierung etc. eine Festanstellung sicher machen? Ein Festanstellung ist fremdbestimmt. Jemand anderes (in welcher Hierarchie-Ebene auch immer) hat die Entscheidungsgewalt. Punkt. Fertig. Ende. (Und so nebenbei, egal in welchen Lebensbereich: Sicherheit ist eine Lüge.)

Denke doch mal nach: Tun, was du gerne tust, und damit Erfolg haben? Das schaffen nur wenige.

Sagt wer? Welche Statistiken belegen das? Welche kompetente Quelle oder welche Erfahrungen werden bei diesem Satz zu Rate gezogen? Richtig. Keine. Denn es ist ein Glaubenssatz. Eine Prägung. Eine vermeintliche Erfahrung, obwohl der Ratgebende es NIEMALS selbst verifiziert hat. Und selbst wenn die Aussage richtig wäre und es nur wenige schaffen, wäre es den Versuch wert. Denn es spielen ja auch unglaublich viele Menschen Lotto.
Ratschläge

RobinHiggins / Pixabay

An deiner Stelle würde ich schon Folgendes bedenken: Zum Selbständigen muss man geboren sein.

Ich glaube nicht, dass es die Wissenschaft gefunden hat: Das Selbständigkeits-Gen. Ich glaube, dass der obenstehende Satz eines ist: Bullshit. Denn er fußt auf einem Bild von Selbstständigsein aus den 80er-Jahren. Denn Menschen, die das sagen, wissen nicht, was digitale Produkte sind, haben noch nie etwas von einem Online-Business gehört und denken, dass man von Bloggen nicht leben kann. (Kann ich deswegen so überzeugend sagen, weil ich so einer war.)

Du weißt schon, was das bedeutet: Eine ganze Menge Arbeit.

Jedes Mal, wenn ich das höre, könnte ich mich schieflachen. Als ob in einer Fixanstellung den ganzen Tag nur Milch und Honig fließen würden: keine Deadlines, keine unbezahlten Überstunden, kein Druck von oben. Dieses „Selbst & ständig“-Getue kann ich auch nicht mehr hören. Wenn du etwas tust, das dir Spaß macht, dann ist es keine Arbeit.

Also, ich würde mir mit so einer Entscheidung noch ein wenig Zeit lassen.

Das kennst du von dir selbst, aber wenn es jemand anderes sagt, dann ist es noch schwerwiegender. Die Aufschieberitis. Wenn du wartest, bist der richtige Zeitpunkt kommt, bis du X erledigt hast, Y hinter dich gebracht hast oder Z kannst, dann – du kennst das Ende des Satzes bereits – machst du es nie.

Ich würde nicht so einfach die ganze bisherige Karriere hinwerfen.

Super Argument: Mir geht mein Job fürchterlich auf den Senkel, aber nur weil ich ihn schon seit 10 Jahren mache, muss ich weitermachen. Ist doch logisch. Ernsthaft? Meiner Ansicht nach wirft man nicht alles hin, weil die ganzen Erfahrungen, Ressourcen und Fähigkeiten, die du hast, bleiben in dir. Die gibst du ja nicht, nur weil du deiner Berufung folgst, bei der Garderobe ab.

Hast du dir schon mal überlegt, was da alles schiefgehen kann?

Hast du schon mal überlegt, dass das Flugzeug auf die Malediven abstürzen kann? Hast du schon mal überlegt, dass du dir beim Sport das Genick brechen kannst? Hast du dir schon mal überlegt, das 60 % der Ehen geschieden werden? Hast du dir schon mal überlegt, dass Schokolade ungesund ist? Hast du dir schon mal überlegt …. O.k., es reicht. Du weißt, worauf ich hinauswill.

Hallo? Wach mal auf! Wenn das so einfach wäre, würde es doch jeder machen!

Killerargument. Nur weil es die anderen nicht schaffen, bekommst du das auch nicht hin. Der Umkehrschluss wäre: Wenn es die anderen schaffen, bekommst du es auch hin. Hm … Für welchen der beiden Sätze entscheidest du dich?

Vermutlich und leider gibt es noch einige mehr gut gemeinte Ratschläge. Was hilft dagegen? Einfach das tun, was ich mit den acht oben stehenden getan habe. Eine Minute nachdenken und den Bullshit-Detektor zuschlagen lassen.

22 Comments on “9 gut gemeinte Ratschläge, die du bekommst, wenn du selbstbestimmt leben und arbeiten willst

Lena
20. September 2016 um 16:25

Oh Gott, wie großartig! Markus, ich hab herzlich gelacht! 😀

Bei mir ist es ein Mix aus: Karriere hinwerfen für brotlose Kunst, von der man nicht leben kann und absoluter Geisteskrankheit so einen todsicheren Job an den Nagel zu hängen, der mir doch so viele Freiheiten beschert.

Danke! Ich lass es mir jetzt gut gehen. 🙂

Antworten
Markus
20. September 2016 um 16:31

Danke Lena, gut, dass du drüber lachen kannst!
Lass es dir gut gehen!
M

Antworten
Dario
9. September 2015 um 12:49

Hey Markus,

gut geschriebener Artikel. Ich hatte in den letzten Tagen zweimal eine solche Diskussion, dass Selbstständigkeit anstrengend, riskant und was auch immer ist.
Ich stimme mit dir in allen Punkten überein, was für mich aber das größte Argument für die Selbstständigkeit ist, ist dass ich nicht für jemanden arbeiten will, der mutig genug gewesen ist, um sein Geschäft erfolgreich auf zu ziehen.

Für mich ist die größte Angst die Frage, was wäre wenn… Die möchte ich mir niemals stellen müssen. Aus diesem Grund bin ich ein Befürworter der Selbstständigkeit.

Grüße
Dario

Antworten
Angelina
8. September 2015 um 21:47

Hallo Markus,
beeindruckend dargestellt und beobachtet.

Unsere Familie hat den Kindern schon Geld geschenkt, weil sie glaubt, dass mein Mann und ich sie nicht durchbringen können, weil wir uns eingebildet haben, uns noch selbstverwirklichen zu müssen…..

Sonst kann ich inzwischen aber ganz gut weghören, weil ich weiss, dass auch in anderen Bereichen meine Selbsteinschätzung gut genug ist.

Viele Grüße,
Angelina

Antworten
Chris Gsellmann
2. September 2015 um 10:02

Hey Markus,
danke für deinen Artikel! Schön zu sehen, wie reflektierend so ein Artikel sein kann. Mir hat vor meiner Selbstständigkeit immer der Spruch:
NIEMAND HAT DEINE ANTWORTEN
geholfen.

… und der Film „Peaceful Warrior“ – kennst du den schon?

Best wishes,
Chris von chrisgsellmann.at

Antworten
Maren
30. August 2015 um 19:25

Hallo Markus,

ich muss mich so viel dafür rechtfertigen, dass ich meinen Job gekündigt habe, um für mein Kind da zu sein UND mich selbst zu verwirklichen. Es ist ja unerhört glücklich zu sein! Andere wissen es ja immer besser. Jaja! 😉

Liebe Grüße,
Maren

Antworten
Glücksdetektiv
28. August 2015 um 19:08

Klasse Argumentation!
Genau so ist es…

Mir hilft dabei auch immer das folgende:

1) Die Erkenntnis, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt:
Wir sind alle unterschiedlich, haben unterschiedliche Werte, Prioritäten, Bedürfnisse und Charakterstärken. Natürlich sind dir deswegen andere Dinge wichtig als mir. Deswegen kümmerst du dich am besten um dein Leben und ich mich um meins.

2.) Das folgende Zitat:
„Lass dir von keinem Fuhrmann imponieren, der dir erzählt: „Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig Jahren so!“ Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen.“ – Kurt Tucholsky

In diesem Sinne: was wissen die anderen schon… Hör auf dein Herz!

Liebe Grüße,
Katharina

Antworten
Das tapfere Schreiberlein
27. August 2015 um 13:22

Sehr guter Beitrag, der mir aktuell aus der Seele spricht. Ich bin gerade dabei, mich beruflich neu zu orientieren und erhalte unentwegt „gute Ratschläge“ – allesamt finden sich in diesem Post!
Ich bin zum Glück ein selbstbewusster Mensch, der seine Ziele erreichen will, unabhängig davon, wie schwer dies auch sein mag. Zudem gehe ich meinen neuen Weg so kommunikativ an, dass ich jeden, der interessiert ist, daran teilhaben lasse. Wer mag, kann meine neue Karriere gerne unter http://agenturleben.blogspot.de/ verfolgen und kommentieren.

I am on my way und den ersten Fuß habe ich in der Tür. Die Geschichte des tapferen Schreiberleins beginnt!

Antworten
Katja
27. August 2015 um 12:41

hehehe, sehr schöner Artikel, Markus!
Da musste ich schmunzeln, vieles davon habe ich auch schon gehört.

Mein Contra bei „Hast du dir schon mal überlegt, was da alles schiefgehen kann?“:

Und was wenns gut läuft?

Habe mein Hamstrrad bisher zwar nur in Teilzeit verlassen, fühle aber mit! 🙂

Liebe Grüße
Katja

Antworten
Linda
27. August 2015 um 7:12

Hey Markus!

Oooh diesen Artikel liebe ich besonders 😀 sehr gute Kontersprüche! Da werd ich mir welche merken, denn du hast vollkommen recht! Danke für den Motivationsschub 🙂

Hugs,
Linda

Antworten
Denise Auerswald
26. August 2015 um 22:09

Hallo Markus,

viele dieser Floskeln kommen mir irgendwie total bekannt vor. 😉

Ein wunderbar kritischer Post.

Es kommt sicher darauf an, WER einem Ratschläge gibt und in welchem Kontext.

Viele sogenannte „gutgemeinte Ratschläge“ wie du sie entlarvt hast, sind leider bei vielen Menschen im Kopf eingebrannt und sehr allgemein gehalten.
Und wer die Meinung der Allgemeinheit annimmt, hat eh schon verloren. 😉

In diesem Sinne

schön, dass du hier mal aufräumst mit solchen Mythen.

Beste Grüße

Denise

Antworten
Jan
26. August 2015 um 10:58

Cooler Artikel. Die meisten „Ratschläge“ nerven wirklich, vor allem wenn sie ungefragt kommen (was ja meistens der Fall ist). Mich würde mal interessieren, ob diejenigen, die erkannt haben, dass fremde Ratschläge nerven, auch darauf achten, was sie selbst so für Ratschläge geben.

Die eigenen Ratschläge kommen einem ja sinnvoll vor (sonst würde man sie nicht geben). Ganz direkt gefragt: Hinterfragt ihr auch eure eigenen Ratschläge oder stört ihr euch nur an den Ratschlägen fremder Leute?

Viele Grüße, Jan

Antworten
Walter
25. August 2015 um 9:24

Hi Markus,

Mitten ins Schwarze. All diese Sätze habe ich gehört – nicht nur einmal. Von meinen Bekannten, Verwandten und auch von meinen Eltern.

Irgendwie hat mich doch meine Sturheit gerettet und ich habe nicht auf diese „guten“ Ratschläge gehört.

Ich kann einfach nicht gegen mein Herz handeln – egal, was die anderen sagen.

Danke für diesen Artikel, der mir aus der Seele spricht 😀

LG, Walter

Antworten
Gabi
25. August 2015 um 2:53

Einer deiner besten Artikel seit langem, Markus! Kompliment! Immer wieder lese ich dich mit Gewinn.

Zu meiner Vorrednerin Ina: Das Renten-Argument gehört wirklich zu den absoluten Killer-Argumenten. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der eine Generation, zu der Markus, ich und all die anderen aus den geburtenstarken Jahrgängen gehören, keine Ahnung haben, ob sie tatsächlich einmal nennenswerte Renten bekommen werden…

Antworten
Ina
24. August 2015 um 13:09

Lieber Markus,
toller Artikel, ich grinse immer noch.
Ich kenne alle Argumente, der beste Rat, den ich jemals zu hören bekommen habe ist „Denk an deine Rente“ 🙂
Ich lass es mir dann mal weiter gut gehen, auch ohne Fixgehalt…
Herzliche Grüße
Ina

Antworten
Babsi
24. August 2015 um 11:33

Toller Text!
Ich hab mich sehr lange von solchen „Ratschlägen“ von Zweiflern verunsichern lassen. Hab immer nur Dinge getan, damit ich auf der „sicheren“ Seite bleibe.
Bis am 1. November 2013. An dem Tag änderte sich mein ganzes Leben auf einen Schlag.
Seit dem lebe ich so, dass das Leben mir gefällt. Wenn heute die Zweifler mit so Sachen kommen, wie „Ja, glaubst du wirklich, dass…“ Dann antworte ich „Nein, das glaube ich nicht, das WEISS ich!“ 😉
Oder „Wenn es schief geht?“ Dann sage ich „Dann hab ich was gelernt. Aber wenn ich es nicht versuche, dann werde ich es nie erfahren“
Es lebt sich irgendwie ruhiger, zufriedener, glücklicher und vor allem viel freier…

Antworten
Philipp
24. August 2015 um 10:53

Vielen lieben Dank an Dich Markus und an alle, die diesen Artikel anerkennend kommentiert haben. 😉

Prächtig vor allem die Eselsgeschichte… 🙂

Ein selbstbestimmtes Leben, in welchen Lebensumständen und beruflichen Situationen auch immer, trägt nachweislich zu unserem Glück, unserer Gesundheit bzw. unserem Wohlbefinden und zu unserer Freude bei.

Und zuerst bei sich selbst anfangen anstatt alles um sich herum zu beurteilen ist eine zeitlose Weisheit, die schon sinngemäß in der Bibel steht:

Wir sehen sehr schnell und gerne den Balken vor den Augen der anderen, aber den Splitter im eigenen Auge leider selten – oder umgekehrt.

Ich wünsche Euch eine vorurteilsfreie, leichte und unbeschwerte Woche, in der Ihr die eigenen Macken und Irrtümer und die Meinungen der Umwelt mit Humor nehmen könnt.

Herzlichst

Philipp

Antworten
Anna
24. August 2015 um 10:28

Hallo, danke für diesen erfrischenden Artikel. Ich habe ein Problem:
Ich habe schon einmal eine Freundin verloren, weil die mich ständig nervte, ich soll doch in die Altenpflege gehen. Ich wurde nach dem dritten Mal sauer und sagte: Du kannst Dich auf den Kopf stellen und mit beiden Füßen wackeln, ich gehe nicht in die Altenpflege. Dann kommt das: Ja, dann bist Du auf Hartz IV und belastest die Gesellschaft(Meine Selbständigkeit entwickelt sich sehr bescheiden). Ich antwortete: Mit Deiner Neuseelandreise hast Du 5 Tonnen CO2 produziert, die Umwelt belastet die Allgemeinheit. Seitdem ist sie sauer.
Na ja, jetzt habe ich wieder eine gute Freundin, die geht mir auf die Nerven, dass ich nicht in die Puschen käme, Bewerbungen zu schreiben und ein Praktikum zu machen. Ich habe ihr aber schon erklärt, dass ich meine Selbständigkeit nicht für ein Praktikum aufgebe. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich meine Träume auch verwirklichen. Jetzt meine Frage: Wie bekomme ich es hin, dass ich diesen Menschen höflich Grenzen setze, ohne sie zu vergrätzen, ich aber meine Ruhe habe und das mir nicht immer anhören muss. Oder noch besser: Wie bekomme ich es hin, dass ich überhaupt nicht mehr genervt werde? Einen Fehler habe ich schon ausgemacht: Über meine Rückschläge nicht mehr reden. Vielen Dank.

Antworten
Lothar
24. August 2015 um 10:17

Hallo Markus,

ein gelungener Artikel! Ratschläge, Meinungen sind wie Du geschrieben hast Fremdbestimmt, also egal ob gut gemeint oder sehr gut gemeint, es betrifft nicht uns selbst. Nur Selbstbestimmt Leben können die wenigsten, denn das hat ihnen KEINER beigebracht, Sobald du damit anfängst, wirst du zum Außenseiter der Gesellschaft.

Also schön in der Mitte bleiben, denn keiner will dass du UNABHÄNGIG bist. Falls einer den Drang verspürt, aus seinem Hamsterrad auszubrechen, gibt es nur einen Weg.

Hilf Dir selbst, sonst tut es keiner!

LG Lothar

Antworten
Marc
24. August 2015 um 9:45

Hallo Markus,

vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel. Ein sehr schöner Ansatz für das Selbständigsein. Mir wird ganz warm ums Herz 🙂

Für mich ist es mittlerweile schon so, dass ich mir selbst diese Ratschläge gebe. Wobei es für mich eine starke finanzielle Entscheidung ist. Solange ich eine Job habe, habe ich ein berechenbares Gehalt dass plötzlich weg wäre, wenn ich mich selbständig machen würde.

Wie war das eigentlich bei dir? Hattest du ein Finanzpolster aufgebaut, oder hast du nebenher gestartet und erst als dein Business lief den Absprung gewagt?

Viele Grüße

Marc

Antworten
Barbara
24. August 2015 um 9:44

Hi, Markus,
SEHR gut – und passt mal wieder für 1000 andere Lebenslagen.
Ergänzend dazu den Spruch „Ratschläge sind auch Schläge“.
Man kann sich ja konstruktiv austauschen und dabei gegenseitig helfen und dazulernen.
Wenn, ja wenn dieser Austausch sozusagen „reinen Herzens“ erfolgt, sachlich und nüchtern. Genauso ist es mit sachlicher, also AUF DIE SACHE bezogener Kritik – dieser sollte man sich nie verschließen, sonst lernt man nicht mehr dazu, keine Frage.

In der Regel dienen gegebene Ratschläge oder kritische Anmerkungen aber nur und ausschließlich der Selbstdarstellung dessen, der sie gibt. Sorry to say. Lest mal Forenbeiträge daraufhin durch, beispielsweise. Da kann man seitenlang erfahren, (Herrschaftszeiten haben die Leut Zeit über!) warum X und Y dieses Problem NICHT haben, nämlich weil sie so clever, tüchtig, überlegen, belastbar und informiert sind im Gegensatz zum Frager… ok, DANKE für den Tipp.

Das muss man sich wirklich nicht antun.
Ich kenn die notorischen Rat-Schläger aus dem Bereich Freizeit-Pferdesport, ich kenn ihn aus dem beruflichen Bereich und sie hängen mir zum beim Hals heraus. Knackige gute, praktikable Infos bekommt man nur beim Experten, in seltenen Ausnahmefällen von sehr sehr unvoreingenommenen Freunden – oder erkämpft und erarbeitet sie sich selber.

Und erfahrungsgemäß machen allzu viele, ob erbetene oder unerbetene Ratschläge, auf Dauer nur wirr im Kopf. Abgrenzung zum richtigen Zeitpunkt ist ein Muss, will man erfolgreich überleben und weiterkommen.

Dazu gibt es diese Fabel vom uralten Griechen Aesop, kennt Ihr die?
Papa, Sohn und Esel ziehen zur Stadt. Papa reitet. Passant 1 motzt, weil der alte Sack reitet und der Junge hatschen muss.
Also tauschen die 2.
Passant 2 empört sich: Junge lässt sich vom Esel spazierentragen, der arme alte Mann muss zu Fuss gehen! Nein, diese versaute Jugend von heute!
Ok, der Junge rutscht schuldbewusst vom Esel und alle 3 wandern getrennt weiter.
Passant nr 3 lacht sich scheckig: Da hab ihr einen Esel und geht zu Fuss, ihr Deppen?
Ok, sie klettern zu 2 auf den Esel… das geht einen knappen Kilometer lang gut, da kommt Passant nr 4, und der ist militanter Tierschutzaktivist… Riesentheater.

Die 2 steigen ab, suchen eine Stange, legen den Esel trotz Protest aufs Kreuz, binden seine Hufe zusammen und tragen das Grautier.
Das findet die Situation aus seiner Sicht als Esel so unbequem wie unwürdig und zappelt. Justament beim Überqueren einer Brücke. Knacks, die Stange bricht, der noch immer gefesselte Esel fällt ins Gewässer und ersäuft dort trotz heldenhafter Gegenwehr…

Die Moral kaue ich Euch aus gutem Grund jetzt NICHT extra vor.

Liebe Grüße

Antworten
Matthias
24. August 2015 um 9:43

Besonders schön finde ich die scharfsinnige Beobachtung:
„Das kann nicht funktionieren, weil … das in der Branche keiner so macht / … das schon zu viele machen“

Den besten Rat hat mir meine Frau gegeben: „Mach es! Wenn es nicht klappt, bringt es uns nicht um. Und du würdest es ewig bereuen, wenn du es nicht machst.“
Dafür verneige ich mich noch immer!

Liebe Grüße,
Matthias

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

Zum Download

Kostenloser Online Workshop

Der Weg zu deiner Berufung

309 Shares
Teilen275
Pin34
Twittern