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Rituale – kraftvolle Inseln im Alltag oder reiner Hokuspokus?

Rituale

Welches Bild hast du im Kopf, wenn du das Wort Rituale hörst? Denkst du an ein Tierknochen-Orakel eines bemalten Schamanen oder an duftendes Räucherwerk und mystische Zeichen im Sand?

Oder erinnert dich das Wort an deine Kindheit, als es noch „echte“ Gute-Nacht-Geschichten gab?

Wie und wo ich Rituale kennengelernt habe.

Als ich vor gefühlten 100 Jahren den Begriff Ritual kennengelernt habe, war mein Weg noch begleitet von spirituellen Lehrern und Lehren. Ich begegnete Schamanen, Engel-Medien, einigen Heiligen und etlichen Scheinheiligen. Ich folgte neugierig spirituellen Ideen und auch einigen – wie ich sie heute nenne selbsternannte Meister.

Ich will ehrlich sein, ich möchte ich diese Zeit nicht missen, und bin gleichzeitig froh, dass mir meine klare, bodenständige Einstellung nie abhanden und meine gesunde Skepsis nie verloren gegangen ist, denn als alleinerziehende Mama war ich mir meiner Verantwortung bewusst. Ein „Ausbrechen“ aus einem konventionellen Leben kam – und dafür bin ich heute noch enorm dankbar – niemals in Frage. Dem Himmel sei Dank 😉 Dennoch sind mir ein paar wertvolle Rituale geblieben, die ich bis heute praktiziere und regelmäßig in meinen Alltag einbaue.

Pflegst du auch Rituale in deinem Alltag? Mal abgesehen von den sich alljährlich wiederholenden Geburtstagsfeiern, Jahrestagen und Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, etc. die man auch als mehr oder weniger liebgewonnene Gewohnheiten bezeichnen könnte.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Ritual und einer Gewohnheit?

Nun, die erste Tasse Kaffee am Morgen, der sonntägliche Krimi, der immer wiederkehrende Großeinkauf am Samstag, oder auch das sich wiederholende Stammtisch-Treffen könnte durchaus als Ritual bezeichnet werden. Wenn es vollautomatisiert und unreflektiert abläuft, ist es eher eine Gewohnheit.

Ein Ritual unterscheidet sich von einer Gewohnheit dann, wenn wir einen bewussten Vorgang daraus machen, der mit einer gewissen Absicht und einer tiefen Intention verknüpft ist. (Silke Steigerwald)

Rituale

rawpixel.com at Pexels

Brauchen wir Rituale?

Für Kinder sind Rituale sehr wichtig. Sie geben ihnen Halt und Sicherheit und sind zuverlässige Anker im Alltag, die uns bis ins Erwachsenen-Alter begleiten. Wer kennt sie nicht, die heiße Hühnersuppe oder die Wadenwickel bei Erkältung, oder die heiße Milch mit Honig, wenn wir nicht schlafen konnten.

Auch heute erlauben uns Rituale einen behutsamen Ausstieg aus unseren alltäglichen Handlungen und unbewussten Abläufen und öffnet für uns einen magischen Raum der Besinnung und inneren Einkehr. Rituale bringen uns zur Ruhe und bündeln unsere Energie auf das Wesentliche.

Müssen Rituale zeitaufwändig und kompliziert sein?

Als Expertin für alltagstaugliche Stress- und Konfliktbewältigung weiß ich um den Druck meiner Klienten. Ich weiß um ihr begrenztes Zeitvolumen, in dem kaum noch Platz für Rituale ist.

Dabei sind es gerade Rituale, die dich aus den gewohnten Abläufen für ein paar Momente innehalten lassen, um Zeit für dich selbst zu finden.

In meinen Kloster-Auszeiten zeige ich gerne einfache, und gut in den Alltag integrierbare Rituale, die auch ohne Räuchermischungen und Kristall-Kugeln funktionieren.

Ein paar dieser Rituale möchte ich dir gerne zeigen, nicht ganz ohne Hokuspokus 😉 aber mit einer gut erprobten und langfristig erfolgreichen Intention.

Ein monatliches Ziele-Ritual:

Vielleicht arbeitest auch du schon längst mit Mindsets und Collagen. Ein Ritual wird dann daraus, wenn du dich mindestens einmal im Monat (ich mache das immer am 1. Abend eines neuen Monats) wirklich mit diesen Zielen „verbindest“ und ganz bewusst überprüfst, was du dafür tun kannst oder getan hast, deine Ziele „im Auge zu behalten“.

Passender Artikel:  Geht nicht gibt’s doch

Am Anfang eines jeden Jahres kreiere ich eine Fengshui-Ziel-Collage. Diese unterscheidet sich von einer herkömmlichen Zielcollage oder einem Mindset insofern, dass die sichtbaren und unsichtbaren Energien aus der Fengshui-Lehre darin integriert sind. (Falls du diese ganz besondere Zielcollage näher kennenlernen möchtest: Im Januar 2020 gibt es dafür einen spannenden Workshop, in dem du dir dein eigenes Kraftpaket „Fengshui-Zielcollage“ kreieren kannst.

So wird meine Zielcollage zu einem Ritual: Zuerst zünde ich eine Kerze an und sorge dafür, dass ich in den nächsten Minuten nicht gestört oder abgelenkt werde. Ich setze mich vor meine Collage und verbinde mich gedanklich erneut mit meinen Wünschen und Zielen. Evtl. ergänze oder intensiviere ich meine Collage mit einem neuen motivierenden Spruch, einem Bild oder einem DANKE-Gedanken auf einem Post-it. Durch diese regelmäßige Orientierung und Fokussierung „wächst“ die Collage und hält dich auf deinem Weg. Mit dem Ergebnis, dass du deine Ziele deutlich schneller erreichen kannst, weil deine Motivation während des ganzen Jahres immer wieder konzentriert gehalten wird.

Ein Wochenend-Reichtums-Ritual:

Ich sammle schon seit langer Zeit 5-Euro-Scheine. Wann immer ich einen 5-Euro-Schein in der Hand halte, kommt dieser sofort in ein separates Fach meiner Geldbörse. Bestimmt hast du schon bemerkt, dass jeder Geldschein auf der einen Seite eine Brücke und auf der anderen Seite ein Fenster hat.  Vielleicht deshalb, damit wir das Geld nicht aus dem Fenster werfen? Gib dein Geld bewusst mit der Brücke nach oben an der Kasse aus und denke dir dabei „komm bald wieder!“ Hokuspokus? Vielleicht ja, vielleicht nein. Probiere es aus und berichte mir davon.

Aus dieser „Schein-Sammlung“ wird jedes Wochenende ein kleines Ritual, wenn du am Ende einer jeden Woche deine gesammelten 5-Euro-Scheine mit einem schönen Band bündelst und sie (wohlgemerkt mit der Brücke nach oben) in deine Urlaubskasse oder in eine Wunscherfüllungs-Box legst.

Je nach deinen persönlichen Möglichkeiten kannst du das natürlich auch mit allen anderen Geldscheinen machen 😉. Wichtig dabei ist, dass du deine ganze Wertschätzung mit hineingibst. Du wirst schon bald merken, dass sich dein Geldbewusstsein mehr und mehr von Mangel auf Fülle programmiert.

Ein wöchentliches Dankbarkeits-Ritual

Dieses liebgewonnene Ritual hat mein Leben im Lauf der Jahre komplett verändert. Es hat meinen Fokus auf all das gelenkt, das gut ist in meinem Leben.

Dankbarkeit ist ein Hochleistungs-Motor für ein glückliches Leben. (Silke Steigerwald)

Statt unserer häufig sehr „grantigen“ Aufmerksamkeit auf die Stolpersteine des Lebens, lenkt das folgende Dankbarkeits-Ritual deine Achtsamkeit auf das, was dir wirklich guttut. Denn wo deine Aufmerksamkeit ist, ist bekanntlich auch deine Energie. Du kannst dich schlecht fühlen, musst du aber nicht. Du kannst dich ärgern, aber du musst es nicht. Das ist einfacher gesagt, als getan. Vielleicht ist folgendes Ritual dir besonders dienlich, wenn du deinen Fokus bewusst auf das lenken möchtest, das dich wirklich stärkt.

Mein Ritual: Ich notiere mir auf kleinen Zettelchen Situationen, die ich in dieser Woche als gut erlebt habe. Ich denke an Menschen, die mir eine Freude schenkten. Ich notiere Sätze, die mich stärkten, Momente der Erfolge, Komplimente, Lob usw. All diese wöchentlichen Dankbarkeits-Zettelchen kommen in ein großes Glas, das ich mit einer kleinen Lichterkette beleuchte. Mein „leuchtendes Dankbarkeits-Glas“ eliminiert nach und nach immer deutlicher jeglichen Frust und Ärger und by the way ist es ein sehr tröstliches und „erleuchtendes Werkzeug“, wenn es mal nicht so gut läuft.

Passender Artikel:  Du bist nicht deine Vergangenheit oder warum du auf dein Weisheitskonto schauen solltest.

Mein tägliches Wege-Ritual:

Viele Wege führen nach Rom, heißt es so schön. Doch wohin führt DEIN Weg? Ich bin beruflich viel unterwegs. Früher fuhr ich viele meiner Strecken unbewusst. Unbewusst heißt nicht unaufmerksam, aber ich war sehr häufig mit meinen Gedanken entweder schon in meinem Seminar oder noch immer am Heimatort. Ich fuhr völlig automatisiert. Heute nutze ich meine Fahrten ganz bewusst und baue ein kleines Ritual ein:

Spätestens 10 km vor meiner Ankunft schalte das Auto-Radio ab und überlege: „Bin ich mit dieser Fahrt durch und durch bei mir und auf meinem Weg? Auf dem Weg, den ich wirklich gehen, bzw. fahren will? Möchte ich meinen Lebensweg genauso weiterfahren, oder braucht es irgendwann eine Korrektur?

Ich habe mittlerweile das große Glück, dass mein Weg genau dem Weg entspricht, den ich liebe. Bis heute schenkt mir dieses Ritual oft neue Ideen und Ansätze für meine kreativen Kloster-Auszeit-Seminare. Wenn auch du täglich viel unterwegs bist, dann nutze dieses Wege-Ritual (auch im Zug oder Bus) für neue Gedanken-Ströme und Lösungs-Ansätze.

Ein stündliches Punkt-Ritual:

Unser Gedanken-Automat ist ein wahrer Meister der Imagination. Als unermüdlicher Erschaffer neuer Ideen ist er unschlagbar. Er ist aber auch ein riesiges Grübeleien-Monster. Als ein freischaffender Künstler des Baustellen-kreierens braucht er immer wieder glasklare Grenzen. Wer diesem automatisierten Denker nicht ab und zu mal einen Punkt setzt, erlaubt ihm ohne Punkt und Komma und völlig ungefragt seinen unkontrollierten Trieb auszuleben. Erlaube ihm nicht, dich immer wieder zu irritieren, zu ängstigen oder dich ins Zweifeln zu bringen.

Dafür habe ich mir ein Punkt-Ritual angewöhnt. Zu jeder vollen Stunde halte ich für einen Moment inne und frage mich: „Will ich das denken, oder denkt es mich?“ Dann trinke ich einen Schluck Wasser und setze vor meinem inneren Auge einen großen Punkt an meine Gedanken und mache klare Ansagen, z.B. mit dem Satz: „darum kümmere ich mich, wenn es wirklich so weit ist!“. Ganz hervorragend lässt sich dein Gedanken-Automat mit der Frage irritieren: „Und was ist jetzt die Lösung!“ Danach arbeite ich konzentriert weiter. Übrigens: Wusstest du, dass unser Hirn klare Ansagen liebt? Es ist dafür ausgerichtet Lösungen zu erarbeiten. Erlaube nicht, dass es vor lauter Langeweile immer wieder die alten Geschichten wiederholt oder Baustellen kreiert, für die es noch nicht einmal eine Bauzeichnung gibt.

Wenn du noch weitere schöne Rituale kennenlernen möchtest, dann komm mit mir in eine Kloster-Auszeit. Dort zeige ich dir noch viel mehr kreative Übungen, mit denen du die vielen Hamsterräder genüsslich ausbremsen kannst.

Übrigens: Für viele meiner TeilnehmerINNEN sind die Auszeit-Wochenende mittlerweile liebgewonnene Rituale, die sie immer wieder bei sich ankommen lassen.

Wenn du Fragen hast, welches Ritual in deinen Alltag und/oder in deine Situation passen könnte, dann schreib mir einfach eine kurze Mail.

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzliche Grüße

Silke

Ein Artikel von Silke Steigerwald.

 

 

 

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin.Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten.Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

5 Comments on “Rituale – kraftvolle Inseln im Alltag oder reiner Hokuspokus?

Anna
15. August 2019 um 16:13

Das mit den Ritualen ist eine gute Sache. Vor allem wo du sie kennen gelernt hast und das monatliche Ziele Ritual haben mich sehr beeindruckt.

Antworten
Michel
12. August 2019 um 8:42

Liebe Silke,

vielen Dank für diesen wundervollen Artikel.

Früher dachte ich bei „Rituale“ tatsächlich an Hokuspokus.

Doch heute ist es für mich ein sehr liebgewonnenes Wort und auch Teil meines täglichen Daseins.

Besonders meine Morgenrituale bestärken mich für einen wundervollen Tag.

Meine Morgenrituale sind geprägt von Bewusstheit und tiefer Intention.

Die Idee mit dem monatlichen Ziele-Ritual finde ich interessant und werde ich auch mal in meinen Berufsalltag einfliessen lassen.

Das stündliche Punkt-Ritual starte ich noch gleich.

Jetzt ist es 8:41 Uhr.

Um 9 Uhr Uhr starte ich dann. 😉

Danke dafür.

Lieben Gruß, Michel

Antworten
Steffen Becher
12. August 2019 um 10:31

Hallo Michel,

du scheinst wohl ein Vollblutunternehmer zu sein, der sein Business richtig ernst nimmt. Das gefällt mir.

Guten Morgen, Silke!

Das Bild mit dem Föhn hat mich direkt angesprochen. Es erinnert mich an schöne warme Zeiten, als ich noch ein Kind war und am Freitagabend erst etwas später nach dem Baden ins Bett musste. Nach dem Baden gab es einen Schlafmantel an und dann ab auf die Couch und Knoff Hoff Show :-).

Das mit den Ritualen ist eine gute Sache. Vor allem wo du sie kennen gelernt hast und das monatliche Ziele Ritual haben mich sehr beeindruckt.

Ich werde mich heute Nachmittag selbst damit beschäftigen. Es ist hilfreich, dass du diesen Artikel für uns verfasst hast.

Liebe Grüße aus Feucht
Steffen

Antworten
Silke Steigerwald
13. August 2019 um 0:46

Hallo Steffen,
ich musste schmunzeln über „dein Föhn-Bild“! Stimmt, du hast recht, das kenne ich auch noch, Danke fürs Erinnern !!! ♥ Vielen Dank für deine Rückmeldung.Ich freu mich riesig. Lass mich bitte wissen, wie dich das Ziele-Ritual weiterbringt. Mich (und viele meiner Klienten) hat es ein enormes Stück weitergebracht. Der regelmäßige Fokus hält uns viel besser auf unserem Weg und baut hilfreiche Brücken, wenn’s mal holprig wird.

Herzliche Grüße
Silke

Antworten
Silke Steigerwald
13. August 2019 um 0:41

Hallo Michel, lieben Dank für dein tolles Feedback. Halt mich doch bitte auf dem Laufenden, wie es dir mit den neuen Ritualen geht. Und erzähl mir auch gerne von deinem Morgenritual. Ich bin eine „Langstreckenläuferin“ wenn es darum geht, in den Tag zu kommen. 😉 Vielleicht könnte ich mich mit DEINEM Morgen-Ritual anfreuden???

Herzliche Grüße
Silke

Antworten

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin.Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten.Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

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