Ade Schreibblockade – hallo Schreibfluss. Mit den richtigen Techniken funktioniert´s

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Welch Ironie: Ich will einen Beitrag über das Thema „Schreibblockade überwinden“ schreiben aber nichts Passendes fällt mir ein. Alles Mögliche kommt mir in den Sinn: In der Waschmaschine ist noch Wäsche, die ich aufhängen sollte, und das Geschirr stapelt sich in der Küche. Nein, nicht ablenken. Erst den Artikel schreiben. Also, überleg! 

Der Cursor blinkt und blinkt und blinkt. Ich setze meine Finger auf die Tastatur, und versuche erneut etwas Sinnvolles aufs digitale Papier zu bringen: Schreibblockade. Aller Anfang ist schwer. Am Anfang war das Wort…. Mir fällt nichts dazu ein…. bla, bla, bla. Wirrwarr im Kopf! Was ist los? Schreib doch einfach. 

Sie hat mich erwischt: die Schreibblockade. Dass auch bekannte Schriftsteller, wie Ernest Hemingway, Franz Kafka und Stephan King unter Schreibblockaden litten, beruhigt mich nur bedingt. Aber es zeigt, dass fast jeder, der schreibt, diesen Schreibhemmungen erlegen ist.

Was verursacht eine Schreibblockade?

Hauptgrund für eine Schreibhemmung ist Druck. Eigens gemacht durch die Angst zu versagen oder nicht rechtzeitig fertig zu werden. Ein weiterer möglicher psychologischer Grund, der den Schreibfluss hemmt, sind negative Erfahrungen. Der letzte Artikel war eher mittelmäßig. Selbstzweifel machen sich breit: Ist der Text gut genug? Kann ich das so schreiben? 

Oft liegt die Ursache der Schreibblockade auch in einer schlechten bzw. fehlenden Planung. Dabei spielen die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Der eine schreibt lieber ohne Planung drauf los, die andere erstellt erst mal ein Konzept. Bist du eher bei Ersterem zuhause, empfehle ich, Letzteres zu versuchen. Strukturiertes Arbeiten spart nicht nur eine Menge Zeit, es schont auch das Nervenkostüm und sorgt bei umfangreichen und komplizierten Beiträgen für ein leichtgängigeres Schreiben.

Und so überwindest du deine Schreibblockade

Okay, noch mal ganz von vorne und ein Schritt nach dem anderen. Dafür wende ich für mich die 3-Tage-Technik an. Die Regeln aus dieser Technik nutze ich für mich, je nach Abgabe und Umfang des Textes, in drei Phasen, deshalb nenne ich sie die 3-Phasen-Technik. Diese effektive Methode kann dir dabei helfen, wieder in deinen Schreibfluss zu kommen und zu bleiben. Da zwischen den einzelnen Phasen eine Pause eingelegt wird und du somit etwas Abstand gewinnst für die nächste Aufgabe. Probier’s aus. Es lohnt sich!

Schreibblockade
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Phase 1 – Die Recherche

Sammle Ideen und recherchiere die Inhalte für deinen Text. Das ist alles was du in dieser Phase zu tun hast. Allerdings solltest du dir über die Kernaussage des Textes im Klaren sein. 

Was möchtest du dem Leser sagen? Welchen Gewinn zieht der Leser aus deinem Artikel? Was kann der Leser tun, nachdem er deinen Beitrag gelesen hat? Wenn du von Anfang an weißt, was du konkret mitteilen möchtest, ist das Risiko dich zu verzetteln geringer. 

Pause

Mit Pause ist auch Pause gemeint. Steh auf, geh weg von deinem Computer, Laptop oder Schreibblock. Es sollte eine längere Pause sein. Also geh raus an die frische Luft oder was dir sonst einfällt. Wenn’s die Zeit nicht erlaubt, beschäftige dich mit anderen Arbeiten und befass dich später wieder mit deinem Text. 

Wenn’s die Zeit erlaubt, gönn dir eine Pause von deinem Beitrag bis zum nächsten Tag. 

Es ist wichtig, dass du deine Pausen bewusst festlegst. Nur so gewinnst du Abstand und gehst wieder mit frischem Elan und neuen Ideen an dein Werk. 

Phase 2 – Das Schreiben

Meistens quält man sich mit dem Anfang. Klar, Grammatik ist wichtig, sie kann dich allerdings einschränken, wenn Du mit dem ersten Satz alles perfekt machen willst. Beginne einfach irgendwo mittendrin und schreibe drauf los. So kommst du in den Schreibfluss und es entsteht der eine oder andere Einfall auf dem du aufbauen kannst. 

Eine Verfahrensweise, die mir dabei hilft, mich ausschließlich auf das Schreiben zu konzentrieren und mich dabei nicht ablenken lässt, ist die sogenannte Pomodoro-Technik. 

Die Idee dahinter: Du arbeitest in kurzen Intervallen und legst nach jeder Einheit eine kleine Pause ein. Durch die kurzen Einheiten bleibst du voll konzentrierst bei der aktuellen Arbeit, dem Schreiben, zugleich sorgt es für ein Erfolgserlebnis, wenn du eine Arbeitsphase erfolgreich abgeschlossen hast.

Passender Artikel:  Ein Beispiel wie ich ganz schnell und intuitiv Geschichten schreiben gelernt habe.

Für die Pomodoro-Technik benötigst du eine Eieruhr. Stelle diese auf 25 Minuten für den ersten Arbeitsintervall. In dieser Zeit schreibst du ohne zu pausieren. Anschließend machst du eine fünfminütige Pause.

Danach folgt erneut ein Intervall von 25 Minuten, dann eine Pause von fünf Minuten, noch eine Arbeitseinheit, dann Pause und noch ein Intervall. Nach der vierten Einheit beendest du den Durchgang und legst eine längere Pause ein. Anfangs kann es dir ungewohnt vorkommen, in so kurzen Phasen zu arbeiten. Jedoch zeigt sich in der Praxis, dass sich die meisten Anwender dieser Methode schnell damit anfreunden konnten und häufig nach einem Durchgang einen Text fertiggestellt haben.

Pause

Mach Pause! 

Wie zwischen der ersten und zweiten Phase – leg die Pause bewusst und nach deinem Gusto ein. 

Phase 3 – Das Redigieren

Um deinem Text den letzten Schliff zu geben, arbeite ihn noch mal durch, strukturiere die Inhalte, formatiere den Text und lies ihn Korrektur. Aber bitte erst mit etwas Abstand. Lass den Text ruhen. Schlaf mindestens eine Nacht drüber ansonsten besteht die Gefahr, dass du deine Zeilen überkritisch zusammenstreichst. 

Inhalt

Versetze dich beim Durchlesen des Textes in den Leser und frage dich:

1.) Hält der Text, was er verspricht? 

2.) Beinhaltet er einen Mehrwert für den Leser? 

3.) Entspricht er den Erwartungen? 

Botschaft

Sind die Kernaussagen des Textes deutlich genug? Sind Kernaussagen nicht plausibel herausgestellt, ist der Text langweilig und bedeutungslos.  

Fakten, Daten und Argumente

Sind Daten, Fakten und Argumente überprüft und begründet? Wenn dir irgendetwas verkehrt erscheint, überprüfe es noch einmal. 

Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion 

Sind Rechtschreibung, Grammatik korrekt? Überprüfe und korrigiere Schreibfehler, Grammatik und Zeichensetzung. Schreibst du Artikel für den wissenschaftlichen, juristischen, politischen oder wirtschaftlichen Bereich, ist es wichtig, auf die spezielle Fachsprache zu achten. Jedes Umfeld hat sein eigenes „Wording“ mit Lieblingsworten sowie Unworten. 

Ausdruck und Verständlichkeit

Ist der Text verständlich geschrieben? Beinhaltet der Text Fremdwörter und zu komplizierte Sätze?

Ist in deinem Artikel jedes Wort, jeder Satz so verständlich, dass die Mehrzahl der Leser den Artikel im gesamten verstehen? Wenn nicht, verbessere unverständliche Wörter und Sätze. 

Und: Formuliere so abwechslungsreich und farbig, wie du kannst. Dann macht es Spaß, deinen Text zu lesen.  

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren!

Ein Artikel von Gerlinde Gaub

Artikel von

Gerlinde Gaub

Gerlinde Gaub

Nach über 20 Jahren in der IT-Branche verließ Gerlinde das Hamsterrad und folgte ihrem Herzen. Schreiben, klopfte ihr Herz. Sie erfüllte sich diesen Traum mit einer Ausbildung zur Drehbuchautorin. Seither verfasst sie Artikel, Beiträge und Texte für ihre Kunden, arbeitet als Texterin mit Agenturen zusammen und schreibt an ihren eigenen Werken. Kreativität, und die Herausforderung, etwas zu erarbeiten um emotionale Reaktionen zu wecken - genau das ist es, das Gerlinde begeistert. Besondere Wege und das Zwischenmenschliche faszinieren sie. Ihr Interesse gilt allem, was Menschen unterhält, begeistert, ermutigt und ihnen hilft, Horizonte zu öffnen und sich weiter zu entwickeln.

3 Antworten

  1. Ahhh… ich finde diesen Artikel so super und so hilfreich.

    Den ich erwische mich oft selbst in dieser Zwickmühle.

    Dieser inneren Blockade.

    Besonders, wenn ich mir einen zeitlichen Rahmen gesetzt habe, bzw. mich unter Druck setze.

    In einem entspannten Zustand fliesst es nur so aus mir heraus.

    Und dann muss ich mir im Nachhinein teilweise klar machen, dass ich das gerade geschrieben habe.

    Doch in einem gestressten Zustand… in einem „erdrückenden“ Zustand… da ist es so klebrig… so schwer… so mühsam… so negativ.

    Daher kommt mir dieser Artikel wie gerufen.

    Vielen Dank dafür, liebe Gerlinde.

    Gruß, der-nun-weniger-blockierte-Michel

  2. Hallo Gerlinde und Markus

    das hast du bzw. ihr wunderbar geschrieben. Ich konnte daraus vieles für mich herauslesen. Zum einen habe ich mir auch oft Druck gemacht, auch wenn es nur unbewusst war. Man hat oft das Gefühl, man müsse ein gewisses Ergebnis in einer bestimmten Zeit abgeben.

    Darf ich fragen, wie lange ihr schon schreibst im Allgemeinen?

    LG Steffen und alles Gute weiterhin 🙂

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Gerlinde Gaub

Gerlinde Gaub

Nach über 20 Jahren in der IT-Branche verließ Gerlinde das Hamsterrad und folgte ihrem Herzen. Schreiben, klopfte ihr Herz. Sie erfüllte sich diesen Traum mit einer Ausbildung zur Drehbuchautorin. Seither verfasst sie Artikel, Beiträge und Texte für ihre Kunden, arbeitet als Texterin mit Agenturen zusammen und schreibt an ihren eigenen Werken. Kreativität, und die Herausforderung, etwas zu erarbeiten um emotionale Reaktionen zu wecken - genau das ist es, das Gerlinde begeistert. Besondere Wege und das Zwischenmenschliche faszinieren sie. Ihr Interesse gilt allem, was Menschen unterhält, begeistert, ermutigt und ihnen hilft, Horizonte zu öffnen und sich weiter zu entwickeln.

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