“Shades of Grey”: Was du davon für dein Business lernen kannst.

Ich gebe es hiermit zu. Ich habe das Buch “Shades of Grey” gelesen. Genauer gesagt, ich habe das Hörbuch gehört. Vermutlich gehöre ich so zu einem verschwindend kleinen Prozent an Männern, die sich den Schinken reingezogen haben.

Ich dachte: “Wenn soviel Frauen das Ding lesen, wäre doch interessant, was sie daran so fasziniert”. Aber das wäre jetzt eine andere Geschichte und für andere Webseiten gedacht.

Egal, zurück zum Thema.

“Shades of Grey” hat innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Business geschaffen. Nach wie vor ist es so: Wenn du durch große Buchhandlung bummelst, bist du erstaunt, was es da so an Erotik- und SM-Zeug plötzlich gibt.

Die wenigsten wissen, dass “Shades of Grey” als eBook oder genauer als Fan-Fiction begonnen hat.

Was ist denn “Fan Fiction” wirst du dich jetzt vielleicht fragen. Auf Fan Fiction Portalen wie FanFiction.net schreiben Fans die Geschichte von Roman- oder Filmfiguren weiter.

Von de facto allen erfolgreichen Filmen und Romanen gibt es Vorgeschichten, Kurzgeschichten, Fortsetzungen etc. von Fans für Fans geschrieben die auf Webportalen ausgetauscht werden.

Nur ein Beispiel welche Ausmaße das annimmt: Auf FanFiction.net gibt es 30.000 Geschichten zu Star Wars, 20.000 zu Pirates of the Caribbean, 1.200 über James Bond und sogar 940 über Ice Age.

Bei Romanen ist das noch umfangreicher: 637.000 Harry Potter Geschichten gefolgt von über 200.000 Twilight Erzählungen. Da haben die Edward und Bella Fans so einiges zu lesen.

Genau so ein Fan Fiction zu Twilight war auch “Shades of Grey”. E. L. James hat die Geschichte zwischen dem dominanten Vampir und dem unterwürfigen Mädchen auf einem kleinen Fan Fiction Portal unter dem Titel “Master of the Universe” veröffentlicht.

Auf diesem Portal stieß sie auf wenig Gegenliebe. Es sei zu sexuell, zu pervers sagte man. Daraufhin nahm sie die Geschichte offline.

Da sich aber eine kleine Fangemeinde gebildet hatte, dachte sich E. L. James: “Mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause! Das versuche ich nochmal”.

Sie schrieb die Geschichte ein wenig um, genauer gesagt, sie erweiterte sie und machte drei Bücher daraus, entfernte das Vampir-Zeug, nannte die Protagonisten Christian Grey und Anastasia Steele und ihr Roman “Fifty Shades of Grey” war geboren.

Shades of Grey

ivanovgood / Pixabay

Sie suchte gar nicht lange einen Verlag sondern veröffentlichte das Buch als eBook und als gedruckte “Print-on-Demand” Ausgabe von Writer's Coffee Shop und begann es über Amazon & Co zu verkaufen. Marketing Budget gab es keines. Sie war auf Blogger, Social Media und Mundpropaganda angewiesen.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt.

Das ganze ging herum wie ein Lauffeuer, ein großer Verlag fand sich und das Buch wurde ein Mega-Seller. 60 Millionen verkaufte Exemplare, in 35 Sprachen übersetzt. Zusätzlich entwickelte sich nicht nur ein Merchandising-Imperium von erotischen Spielen und Soundtracks, sondern der gesamte Markt an erotischer und BDSM-Literatur erfährt einen extremen Boom.

Plötzlich ist es ok, in der U-Bahn zu sitzen und Bücher zu lesen, in welchen ein dominanter Mann eine Frau unterwirft. Alice Schwarzer und die ganze Emanzipationsbewegung müssen sich die Haare raufen.

Und das alles aus einem kleinen Fan Fiction eBook.

Shades of Grey für dein Business

 

Kurz zusammen gefasst, was du für deine moderne Selbständigkeit lernen kannst:

Sie hat es einfach getan, vermutlich ohne sich finanziellen Erfolg zu versprechen!

Wenn du eine Idee, eine Leidenschaft hast, wenn du etwas besser kannst als andere, dann ist es heute nicht mehr schwer ein Produkt daraus zu machen. Ein Buch, einen eCourse, ein Webinar etc. Finanzielle Hürden gibt es nicht. Ein Buch kannst du auf einem 10 Jahre alten PC mit dem Text Editor schreiben. Folge deiner Leidenschaft ohne an die Kohle zu denken. E. L. James hat riesigen Erfolg mit einem Buch wo sich Vampire fesseln und auspeitschen. Geht's verrückter?

Wenn es anderen nicht gefällt, was du tust, glaube weiterhin an dich.

Der Großteil der Fan-Community von Twilight fand das Buch gestört, abstoßend, pervers. E. L. James war das egal. Sie hat an ihre Geschichte geglaubt, den Kern behalten und es nur anders verpackt.

Du brauchst keinen Verlag und kein großes Marketing Budget.

E. L. James hatte nur sich und ihr Buch. Und ein paar Menschen, die Fans wurden. Und genau so wie sich diese Seite gegen das Hamsterrad Schritt für Schritt vergrößert, weil du und viele andere das gut finden, genauso hat sich (natürlich in größerem Rahmen) dieses Buch entwickelt. Nicht durch Werbebudgets, kluge Kampagnen, TV-Spots oder Plakatwände, sondern einfach weil das Produkt etwas Besonderes war und E. L. James auch. Ein Worddokument auf den Amazon Kindle Store hochladen kann jeder. Jeder. Jeder!

Vergiss den “das passiert nur den anderen”-Glaubenssatz
!

J.K. Rowling hat eine ähnliche Story mit “Harry Potter”. Es war ein Märchen für ihren Sohn und sie schrieb die Geschichten im Kaffeehaus, weil es zu Hause zu kalt war und sie sich die Heizung nicht leisten konnte. Hätte sich E. L. James gedacht, so eine “romantische” Entstehungsgeschichte passiert mir nie, wäre “Shades of Grey” nie groß geworden. Die Geschichte wäre eine von 200.000 Fan Fiction Erzählungen geblieben.

Es passiert immer wieder. Nebenberuflich. Jeden Tag. Oftmals von der breiten Masse unbemerkt. Aber täglich haben Menschen großen Erfolg mit ihrer Leidenschaft.

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

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