Wie du Sicherheit in unsicheren Zeiten findest

Sicherheit

Das Streben nach Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis und wir alle möchten uns in Sicherheit wiegen. Wir wollen uns auf etwas/auf jemanden verlassen können (Partnerschaft, Freunde, Politik, Arbeitsplatz usw.). Wir leben in einem sicheren Europa und müssen nicht um Leib & Leben fürchten.

Wenn wir krank sind können wir sicher sein, dass die medizinische Grundversorgung gewährleistet ist. Wer seinen Job verliert, findet Unterstützung beim Arbeitsamt. Auch privat sind wir gegen alle möglichen Risiken versichert. Bei uns muss keiner hungern und auch in schwierigen Lebenslagen werden wir aufgefangen. Uns geht es sehr gut und eigentlich müssten wir dankbar sein.

Wenn da nicht diese eine Sache wäre…

Die voranschreitende Digitalisierung, die unsere Sicht auf die bisher gewohnte Welt ins Wanken bringt. Die Welt verändert sich gerade in einem rasanten Tempo und der digitale Wandel bringt Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. Und plötzlich fühlen wir uns nicht mehr so sicher. Niemand weiß so richtig, wie sich die technischen Entwicklungen auf unser Leben auswirken werden. Es ist verständlich, wenn Menschen Angst vor der Zukunft und im speziellen, Angst vor dem Jobverlust haben.

Aber was gibt Halt und Sicherheit, wenn möglicherweise viele Jobs durch technische Fortschritte wegfallen? Was passiert, wenn unser Sicherheitsnetz reißt? Wie gehen wir dann damit um? Wo finden wir diese Sicherheit?

Die einzige Sicherheit, die ein Mensch haben kann, ist die Erkenntnis seiner inneren Kraft und seiner Berufung und eine starke Reserve an Wissen, Erfahrung und Können. Emil Oesch (Schweizer Schriftsteller & Verleger)

Wie gehe ich damit um? Ich habe ja auch schon Erfahrungen mit dem digitalen Wandel gemacht…

Als ich beschlossen hatte, die Reisebüro Tätigkeit einzustellen, wusste ich zu Beginn nicht, wie es weitergehen sollte. Mein „Sicherheitsnetz“ brach zusammen. Erstmals musste ich mir nach sehr langer Zeit Gedanken über meine berufliche Zukunft machen und damit auch, wie ich meinen Lebensunterhalt weiter finanzieren werde. In meinem Kopf hatte ich alle möglichen Szenarien durchgespielt. Doch was tun? Ich hatte die letzten 20 Jahre nichts anderes gemacht, als Reisen zu organisieren.

Ich grübelte & grübelte und fand eine Lösung. Noch während ich die letzten gebuchten Reisen gut abwickelte, begann ich meine Tätigkeit als Zeitungszustellerin in meinem Heimatort. Ich wollte meine Unabhängigkeit bewahren, weiter selbständig bleiben und so war dieser Job zu diesem Zeitpunkt genau richtig für mich. Viele Monate lang war ich eine dieser tüchtigen Damen & Herren, die früh morgens oder spät in der Nacht (wie immer man das sehen mag), ihre Arbeit aufnahmen und die man ganz selten zu Gesicht bekommt. Ganz egal ob Schnee, Glatteis, Regen oder Feiertage. Ich war für meine AbonnentInnen da. Sie konnten sich auf mich verlassen. Bei Tageslicht ging ich weiter meiner Arbeit im Büro nach.

Als ich damals diese Tätigkeit aufnahm, hörte ich von einigen Personen aus meinem Umfeld, wie das denn sein kann. Ich hatte doch mehrere erlernte Berufe vorzuweisen und nun fahre ich mit den Zeitungen! Es müsste sich doch etwas passendes finden lassen. Ich glaube, für einige war es ein sozialer Abstieg. Nicht für mich! Für einen Job habe ich mich noch nie geschämt. Nach neun Monaten hatte ich beschlossen, diese Tätigkeit zu beenden. Ich wollte mich um die „digitale Welt“ kümmern, mich weiterbilden, Neues dazu lernen, neue Wege gehen. Meinen eigenen Weg gehen. Und das ohne großem Sicherheitsnetz dahinter.

Sicherheit
Pexels / Pixabay

Meine größten Erkenntnisse aus dieser Zeit…

Durch die Zustelltätigkeit habe ich erneut erfahren dürfen, dass ich mich auf mich selbst immer verlassen kann (Lernerfahrung nach dem Burnout). Dass ich immer eine Möglichkeit finden werde, gut für mich & meine Lieben sorgen zu können.


Nur ich selbst kann mir die Sicherheit geben, die ich suche. Wenn auch alles im außen wegbricht, auf mich ist immer Verlass! Wenn es auch bedeutet ungewohnte Wege zu gehen. Wege, die vielleicht im ersten Moment nicht bequem scheinen und auch nur für eine bestimmte Zeit vorgesehen sind. Die Sicherheit die ich suche, kann ich nur in mir selbst finden.

Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft noch genügend Jobs haben werden. Auch für jene die so wie ich, keine Experten in technischen Belangen sind. Wenn auch durch Automatisierung u.a. Jobs wegfallen gibt es meiner Meinung nach Bereiche, die nicht von Maschinen übernommen werden können. Einfach dort, wo es „menschelt“. Wo Kreativität, Einfühlungsvermögen, Erfindungen usw. gefragt sind. Und wer weiß, vielleicht erschaffen sich die Menschen ihre Jobs in Zukunft selbst. Warum nicht auch du?

Wichtig ist es meiner Meinung nach, sich den neuen Gegebenheiten anpassen zu können und vor allem den Gedanken an den „sicheren Job“ und an die „Sicherheit von außen“, loszulassen. Es wird immer wichtiger werden, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Eigenverantwortung zu übernehmen. Und das in allen Lebensbereichen.

Ein Vorteil wird es auch sein, sich auf Veränderungen vorzubereiten. Das mag jetzt zwar paradox klingen, denn wie soll man sich auf etwas vorbereiten, dass man nicht kennt, Aber eines ist sicher, die Weichen für die Zukunft werden jetzt gestellt! Und wenn du die Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft beobachtest, macht es durchaus Sinn.

Es kann schon sein, dass ich hier zu weit nach vorne greife. Über Dinge nachdenke, die vielleicht nicht od. nicht in diesem Ausmaß eintreten werden. Ich will auch keineswegs den Teufel an die Wand malen. Das ist nicht meine Absicht. Den Kopf in den Sand zu stecken wäre auch nicht sehr hilfreich. Aber entscheide du selbst!

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Wie kannst du nun diese Sicherheit in dir finden?

Meine 3 Tipps:

1. Beobachte die Entwicklungen in deinem Jobumfeld/deiner Branche

Informiere dich regelmäßig über Neuerungen in deinem beruflichen Umfeld. Das ist wichtig, um rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben (damit meine ich alle Erwerbstätigen) wird es notwendig sein, so weit wie möglich am neuesten Stand zu sein. Ignorieren gilt nicht! (eigene Erfahrung)

2. Weiterbildung

Investiere aktiv in deine Weiterbildung und warte nicht darauf, bis du vielleicht irgendwann in ferner Zukunft dazu gezwungen wirst. Besuche Seminare, konsumiere Online Kurse die dich weiterbringen. Lies Bücher und eigne dir Wissen an. Es gibt so tolle Podcast Formate, die sich mit dem Thema „Zukunft der Arbeit“ und Persönlichkeitsentwicklung auseinander setzen. Alles was du jetzt in dich investierst, wird meiner Meinung nach ein Vorteil für deine Zukunft sein. Denn… Was in deinem Kopf ist, kann dir keiner mehr nehmen!

3. Bringe den Mut auf, so oft wie möglich deine Komfortzone zu verlassen

Mache Ungewöhnliches. Etwas, dass du vorher noch nie gemacht hast. Durch das Verlassen der Komfortzone bekommst du eine jede Menge Selbstvertrauen und Mut. Du wirst Grenzen überwinden und sie erweitern. Probier es einfach aus! Und, es muss ja nicht unbedingt ein Fallschirmsprung sein 😉 oder doch? Wie dem auch sei… Du merkst plötzlich, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst und traust dir einfach mehr zu.

Auf dich ist immer Verlass!

Alles Liebe,

Silvia

Artikel von

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus beendete 2018 nach fast zwei Jahrzehnten ihre selbständige Tätigkeit in der Reisebranche. Nun befasst sie sich mit den Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf Alltag- und Arbeitsleben und den Umgang mit Veränderung. Vor 12 Jahren war sie selbst von einem Burnout betroffen und hat damals alles verloren, was ihr wichtig war. Wie sie aus diesen beiden einschneidenden Erlebnissen wieder Kraft und Mut für den Neubeginn fand, möchte sie nun gerne weitergeben. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam Richtung Zukunft“.

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Silvia Ninaus

Silvia Ninaus

Silvia Ninaus beendete 2018 nach fast zwei Jahrzehnten ihre selbständige Tätigkeit in der Reisebranche. Nun befasst sie sich mit den Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf Alltag- und Arbeitsleben und den Umgang mit Veränderung. Vor 12 Jahren war sie selbst von einem Burnout betroffen und hat damals alles verloren, was ihr wichtig war. Wie sie aus diesen beiden einschneidenden Erlebnissen wieder Kraft und Mut für den Neubeginn fand, möchte sie nun gerne weitergeben. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam Richtung Zukunft“.

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