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Heute bin ich mal so richtig uncool, bieder & spießig: Gedanken, die niemanden mehr interessieren

uncool

Es gibt kaum ein Wort, das die Gesellschaft, in der wir leben, besser beschreibt als das Wort „mehr“. Wenn du dich so umsiehst, dann geht es doch überall darum. Denn wenn es nicht mehr wird, dann bedeutet das Stillstand. Und Stillstand kommt einer Todsünde gleich. Probiere es mal aus und sage in irgendeinem Kontext:

„Ich habe genug. Ich will nicht mehr. Ich bin zufrieden.“

Noch besser: Sag den Satz „Ich verdiene genug Geld“ und sei einfach nur gespannt auf die Reaktionen.

Doch ich frage mich bei vielen Dingen, wie soll es da noch mehr geben? Fußballer-Gagen, Facebook-Likes, Menschenmassen bei Events, Schuhe im Schrank, Spenden bei Charity-Galas, Autos in der Garage etc.

Aber ist nicht irgendwann mal Schluss? Reicht es nicht irgendwann? Kann es noch Steigerungen geben? Geht nackter als nackt? Offener als offen? Schneller als schnell? Toleranter als tolerant? Higher als High? Reicher als reich? Party harder als Party hard?

Natürlich geht das, wenn man TV und Lifestyle-Magazine konsultiert. Geht locker.

Kann es aber nicht sein, dass eine extreme Gegenbewegung, ein neues Biedermeier, ein echtes handfestes Spießertum sich entwickelt, wo es darum geht, etwas in den Mittelpunkt des Lebens zu rücken, das schon lange in Vergessenheit geraten scheint?

Ich spreche von Tugenden.

Unter dem Wort „Tugend“ versteht man eine hervorragende Eigenschaft oder vorbildliche Haltung. Im weitesten Sinn kann jede Fähigkeit, als wertvoll betrachtete Leistungen zu vollbringen, als Tugend bezeichnet werden. In der Ethik bezeichnet der Begriff eine als wichtig und erstrebenswert geltende Charaktereigenschaft, die eine Person befähigt, das sittlich Gute zu verwirklichen. Damit verbindet sich gewöhnlich die Auffassung, dass dieser Eigenschaft und der Person, die über sie verfügt, Lob und Bewunderung gebührt.
Quelle: Wikipedia

Hm, klingt cool. Mir persönlich wäre sehr danach. Das Wort „Tugend“ haben wir alle schon mal gehört, nur konkret ein paar Tugenden aufzählen, geschweige denn danach auch leben steht nicht so weit vorne auf unserer Agenda, denn sie werden uns in den seltensten Fällen nahegebracht.

Daher bin ich mal mit der alten Leselupe ins angestaubte Biederkeits- und Spießer-Archiv gegangen und habe ein paar zusammengesucht. Mit den 13 Tugenden von Benjamin Franklin, den Rittertugenden und den preußischen Tugenden bin ich fündig geworden und habe dann noch meinen Senf dazugegeben.

Ich möchte hier nicht mit erhobenem Zeigefinger in der Gegend rumlaufen oder gar behaupten, dass alle diese Tugenden Einzug in meinen Alltag gehalten haben. Ich bin nur davon überzeugt, dass einige dieser Gedanken es wert sind, wieder Bedeutung in unser aller Leben zu bekommen.


Der Artikel zum hören:


Anstand

Anständig sein bedeutet langweilig sein. Ganz besonders im erotisch-sexuellen Kontext. Und niemand will heutzutage langweilig sein. Was dazu führt, dass Moral zu kippen beginnt und die Unanständigkeit zum Selbstzweck wird.

Aufrichtigkeit

Mein „P.S.“ nach jedem Artikel lautet: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.“ Wenn du aufrichtig sagst, was du willst und was du nicht willst, hast du es leichter. Und die Menschen um dich herum auch. Besonders, weil du dir nicht mehr merken musst, welche Story du wem aufgetischt hast.

Passender Artikel:  Mythos Authentizität: Musst du wirklich authentisch sein?

Demut

Nein, hier spreche ich nicht von „Shades of Grey“-artiger Unterwürfigkeit oder das Akzeptieren von religiösen Dogmen. Sondern für mich bedeutet Demut das Anerkennen von Größe, von Kompetenz, von herausragenden Fähigkeiten anderer.

Disziplin

Hier brauche ich nicht viel dazu zu sagen. Wenn du dir schon einmal etwas vorgenommen hast, zu Neujahr zum Beispiel, weißt du, wie es in unserer Gesellschaft mit Standhaftigkeit aussieht. Ein rares Gut, egal ob gegenüber dir selbst oder anderen.

Fleiß

Laut Benjamin Franklin geht es darum: Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit. Hmmm. Die Liste unserer unnützen Tätigkeiten ist lang, befürchte ich…

Gemütsruhe

Auch hier kommt Franklin in Spiel: „Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.“ Wenn wir etwas heute gut können, dann ist es das Aufbauschen von Nichtigkeiten und das Entwickeln von „Drama“!!!!

Geradlinigkeit

Besonders im Business-Kontext ist das nun wirklich in Vergessenheit geraten, nämlich die Zuverlässigkeit. Ich muss immer lächeln, wenn Business-Entscheidungen mit dem lapidaren Satz „Nimm es nicht persönlich. Es ist geschäftlich. Du musst beruflich und privat trennen können“ gerechtfertigt werden. Unter diesem Deckmäntelchen ist natürlich fast alles möglich.

Gerechtigkeit

Schöner Satz von Benjamin Franklin: „Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind.“ Hand aufs Herz: Wie wichtig ist dir Gerechtigkeit, wenn es um den eigenen Vorteil geht?

Höflichkeit

Zum einen sind uns scheinbar die grundlegenden Benimmregeln abhandengekommen (Grüßen scheint zum Beispiel teilweise völlig aus der Mode gekommen zu sein), zum anderen sind besonders rücksichtsvolle Verhaltensweisen gegenüber unseren Mitmenschen selten zu bemerken, wenn es eben um das wichtige Wort „mehr“ geht. Meistens hört man dann: „Sei doch nicht so empfindlich. Das habe ich doch nicht böse gemeint.“

Mäßigung

Oh ja. Oh ja. Hier ist es. Das Wort, das nun völlig weg vom Fenster ist. Benjamin Franklin beschreibt es mit „Vermeide Extreme!“ Wie uncool ist das denn? Extreme vermeiden? Nicht auffallen? Das ist es ja, worum es heute geht. Verdammt, wo wäre Red Bull ohne Extreme? Wo wäre die Pop-Musik, die Modeindustrie, das Event-Business, die Getränkeindustrie, die Drogen-Mafia oder der Life Ball, wenn niemand mehr auffallen wollen und man sich in Mäßigung üben würde? Unvorstellbarer Gedanke.

Ordnung

Auch das ist eine Tugend, die offenbar sehr spießig ist. Denn irgendwann kam jemand daher und hat Unordnung und Chaos mit Genie gleichgesetzt. Somit ist jeder, der Ordnung hält, kein Genie. Noch besser: Wenn deine Wohnung aufgeräumt ist, dann bist du gleich mal ein Monk.

Pünktlichkeit

Danke, liebes Mobiltelephon (Telephon mit ph – wie retro), dass du jede Art von Pünktlichkeit getötet hast. Denn jetzt brauchen wir nur mehr fünf oder gar eine Minute vor dem Treffen eine kurze SMS zu schreiben „Verspäte mich“ und alles ist gut. Pfeif‘ doch einfach auf die Zeit des anderen. Lass ihn ruhig warten. Die Zeit des anderen ist nicht so wichtig wie deine. Was soll’s? „Aber ich habe doch eh geschrieben, dass ich ein wenig später komme. Sorry, ich bin im Stress. Da kann das mal passieren.“ Sorry, aber das ist einfach nur respektloser Bullshit.

Passender Artikel:  Geht nicht gibt’s doch

Redlichkeit

Da musste ich jetzt selber nachschlagen. Redlichkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, über alles, was er tut, mit gutem Gewissen Rede stehen, von allem Rechenschaft ablegen zu können. Ich weiß, das Wort „Rechenschaft“ lässt viele zusammenzucken, aber ist es nicht ein schöner Gedanke, nur das zu tun, was du willst, und das auch mit gutem Gewissen gegenüber deiner Umgebung kundtun zu können?

Respekt

Meiner Meinung nach die Tugend, die gemeinsam mit der Mäßigung uns ganz besonders abhandengekommen ist. Es liegt mir hier fern, auf moralisch zu machen, weil ich mich da selbst an der Nase nehmen kann. Aber beobachte dich und andere, wie unwichtig respektvoller Umgang geworden ist. Besonders in Rahmen von beruflichen Hamsterrädern.

Schweigsamkeit

Danke, Mister Franklin: „Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.“ Großartig. Und sofort sind dadurch 7/8 der heutigen Medien von der Bildfläche verschwunden. Und meine Facebook-Pinnwand wäre auch irgendwie übersichtlicher.

Würde

Ein wunderschönes Wort, das völlig in Vergessenheit geraten ist. Ich finde den Gedanken schön, Dinge mit Würde zu tun. Ich setze das ab jetzt auf meine Agenda. Ich weiß zwar noch nicht konkret, wie das zu erreichen ist, aber ich halte dich auf dem Laufenden.

Zurückhaltung

Greift ein wenig mit Mäßigung zusammen und ist definitiv auch ein völlig vergessenes Gut: Nämlich Understatement zu üben. Mehr zu sein als zu scheinen ist sehr uncool. Heute gilt: Im Zweifelsfall übertreiben, höhere Zahlen nennen, Dinge in Aussicht stellen, die weit weg von realistisch sind und das exzessive Ausleben des Satzes: „Fake it till you make it“. Übrigens, wenn du nicht genau weißt, was Understatement bedeutet, und wie „mehr sein als scheinen“ aussehen kann, dann zieh dir ein paar Folgen der TV-Serie „Columbo“ rein.

Heute würde mich wirklich deine Meinung zu der von mir zusammengebastelten Tugend-Liste interessieren. Schreib einen Kommentar, was du darüber denkst, wie du die einzelnen Tugenden und ihre Präsenz im Alltag siehst und unbedingt auch, wenn ich wichtige Tugenden vergessen habe.

Ich spüre irgendwie einen Wertewandel, einen Shift in Richtung Einfachheit. Hie und da liest man von neuem Biedermeier, von der Rückbesinnung auf alte Werte. Ich mag den Gedanken. Der Grund dafür ist einfach. Das Vergessen dieser uralten Tugenden hat eines geschaffen: Nämlich, dass wir den Sinn unseres Lebens aus den Augen verloren haben. Das schafft unsere heutigen Hamsterräder.

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

87 Comments on “Heute bin ich mal so richtig uncool, bieder & spießig: Gedanken, die niemanden mehr interessieren

Karin Born
22. Juni 2017 um 8:46

Ja, das ist genau mein Denken, ich meine Art zu reden und zu leben!
Ich fasse es unter Achtsamkeit, mindfulness-awareness zusammen.
Ob in oder out, es ist die beste Chance für einen möglichen Weltfrieden!
Besonders wichtig finde ich den Punkt des Redens, alá „Lingva eterna“ und – in der Sprache liegt die Kraft!
In diesem Sinne einen schönen Tag und vielen Dank für die Beleuchtung dieses Themas!

Antworten
Judith Manok-Grundler
15. Januar 2017 um 14:41

Lieber Markus,
ich bin heute über Deinen Blog „gestolpert“ und habe mich ein bisschen umgesehen.
Der obige Artikel gefällt mir ausgesprochen gut; eine „Werte – oder Tugenddiskussion“ ist in der heutigen Zeit ja nicht unbedingt an der Tagesordnung. Häufig wird von einem Werteverlust gesprochen, der in den vergangenen Jahrzehnten passiert sei. Aber: Werte gehen nicht einfach verloren; nein, wir haben uns entschieden, sie nicht mehr zu leben. Insofern ist es Not wendend, uns unserer Werte zu vergewissern und sie (noch) mehr zu leben.
Einen Begriff würde ich Dir gern noch dazu legen: „GLEICHWERTIGKEIT“. Alfred Adler war dieser Begriff ganz besonders wichtig. Er lehrte: Alle Menschen haben den gleichen Wert – einfach weil sie Mensch sind. Der Wert eines Menschen ist dabei – nach Adler – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder Sonstigem. Da Sprache immer auch Interpretationsspielraum bietet und missverständlich sein kann, erweitere ich Adlers Begriff gern dahin gehend: „Alle Menschen haben den gleichen Wert und die gleiche Würde!“
Dabei ist mit Gleichwertigkeit nicht Gleichheit gemeint – denn Menschen sind unterschiedlich und diese Unterschiedlichkeit darf sein.
Liebe Grüße
Judith

Antworten
Johanna Leon
25. Juli 2016 um 10:41

Wichtige Worte und eine Freude sie hier zu lesen.

Eine Tugend die für mich ebenfalls Bedeutung hat ist Integrität oder Rechtschaffenheit. einerseits als die Übereinstimmung der eigenen Werte und Ideale mit der tatsächlichen Lebenspraxis, aber auch im Auftritt nach Außen. Integrität ermöglicht hier für mich Transparenz, Klarheit und auch Verbindlichkeit (noch so ein altmodisches und uncooles Wort ;-)) im Umgang miteinander.

beste Grüße, Johanna

Antworten
Markus
25. Juli 2016 um 16:00

Danke, Johanna, für das Feedback, freut mich natürlich! Und ja es gibt noch einige weitere uncoole, aber wichtige Worte
Lass es dir gut gehen!
M

Antworten
Ilona
18. August 2014 um 10:39

Wenn nun auch dem Gelesenen Taten folgen und nicht nur mit einem stillen „Ja so ist es wohl“ gekontert wird, wird das Hamsterrad sicherlich ein wenig langsamer, weil wieder ein Erwachter aussteigt!!
Der erste Schritt kann nur vom zweiten leben und dem Ziel „Alt-Bekanntem zu neuem Atem“ zu verhelfen.
Unsere Welt hat nicht den Ursprung von Modernem…Das Heute wurde aus der Wurzel einst gelebter Tugenden genährt…Das hat so manche von uns vergessen…“Modern und Laut“ ist gleich zu setzen mit: „Treten anständig ins Hamsterrad“ damit man die Richtung des „Wahren Seins“ verliert…sagt Ilona

Antworten
Erika
4. Juli 2014 um 10:26

Einfach grossartig dieser Artikel! Ich danke für den Beitrag! Ich habe mein Leben auf diese Tugenden ausgerichtet und spüre, es ist der einzig sinnvolle Weg. Namaste! Und alles Liebe weiterhin!

Antworten
Markus Cerenak
5. Juli 2014 um 18:07

danke, ebenso!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Claudia
3. Juli 2014 um 22:11

Markus du sprichst mir aus der Seele. Gerade in meiner Generation (um die 30) merke ich, dass ich mit der Einstellung „ich hab genug ich brauche nicht mehr und schon gar nix materielles“ ein ziemlicher Exot bin. Immer mehr mehr mehr aber wozu eigentlich?
Und dann fällt mir auch auf, dass die Leute auch reihenweise Raubbau an ihrem Körper betreiben. Mehr gilt nämlich auch hier. Mehr Party, mehr Alkohol, mehr Rauchen, mehr Spaß?
Ich lebe einfach und zufrieden inmitten der Natur und war noch nie so glücklich. Mit weniger statt mehr.

Antworten
Markus Cerenak
5. Juli 2014 um 18:05

ja, ich denke es wird da eine gegenbewegung geben…
lg m

Antworten
Jule
19. Juni 2014 um 11:59

Was mir u.a. im Leben auffällt, ist die Tatsache, dass wir (ich gehe aber stets von mir aus und verallgemeinere es einfach mal dreisterweise) uns oft die negativen Dinge und Vorkommnisse im Leben merken. Diese bleiben so lange im Gedächtnis verankert und mehren sich natürlich mit der Zeit. Die positiven Erleb- und Geschehnisse passieren zwar auch, und wir freuen und dann auch darüber und teilen sie auch anderen mit usw., doch sie sind nach allerspätestens einer Woche wieder vergessen. Was bleibt ist der ewige nervige Fluss der Dinge, die uns stören und ankotzen (Unfreundlichkeit, Respektlosigkeit und alles andere eben)…

Antworten
Eva Fischer
10. Juni 2014 um 8:26

Lieber Markus!

Wie immer, sprichst du mir aus dem Herzen! Egal, wie du es nennst – bieder, spießig…
Grundsätzlich glaube ich, dass solche Eigenschaften und Tugenden von den Menschen sehr gerne angenommen werden, nur machen sich die wenigsten darüber Gedanken, es selbst auch zu leben (und geben).
Ich bin absolut dafür. Zu der „Einfachheit“ des Lebens zurück zu kehren und „NUR“ nach der goldenen Regel zu leben.
Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst…

Sonnige Grüße aus Wels
Eva

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:44

danke, grüße retour!
lg m

Antworten
Niels
9. Juni 2014 um 10:58

Hallo Markus
Nachdem ich das hier gelesen hatte kam als Kurzschluss: sofort in meinem Linkedin Profil posten. Ich habe es dazu in ein PDF ge-switcht und ganz geringfügig gekürzt, daher dann mit : “ frei nach Markus Cerenak“ gezeichnet.
ICH KANN UNMÖGLICH ALLE POSTS LESEN DIE hier zu diesem Megathema eingegangen sind, aber sicher sie eines: Du hast einen wunden Punkt getroffen. Aller Ausstieg bedarf einer Richtung, der Zug hier scheint der einzig richtige für die Weiterfahrt, deshalb, und für alle Deine vorangegangenen Anregungen: Vielen aufrichtigen Dank.
Niels.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:46

danke für dieses lob, freuen mich sehr solche worte!
lg m

Antworten
Knut Habel
8. Juni 2014 um 3:29

Ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einem coolen Blogbeitrag Aufmerksamkeit erregen kann und Kommentare bekommt. Klasse 🙂

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:47

puh, wenn das die intention gewesen wäre 😉
lg m

Antworten
Steffen Krogmann
7. Juni 2014 um 17:40

Hey Markus,

toller und sehr mutiger Artikel!

Ich bemerke diesen Wandel auch, würde es aber nicht unbedingt Rückbesinnung auf alte Werte nennen.

Spießertum, Biedermeier… da denke ich auch nicht unbedingt an Tugenden.

Tugenden entwickeln bedeutet harte Arbeit. Spießertum ist auch irgendwie Stillstand.

Du schreibst, Stillstand kommt in unserer Gesellschaft einer Todsünde gleich. Stimmt. Ich habe es ausprobiert 😉

Schlimmer ist aber, dass Stillstand für einen selbst wirklich die Hölle ist.
Sich weiterzuentwickeln, zu wachsen, ist m.E. ein ganz fundamentales Grundbedürfnis.

Die von dir beschriebenen Bespiele wo es um „immer mehr“ geht, sind eigentlich immer nur Ersatzbefriedigungen.
Unsere gesamte Wirtschaft basiert eigentlich darauf, dass es uns scheiße geht und wir nach Ersatzbefriedigungen suchen.

Lange Rede kurzer Sinn:
Stillstand ist tatsächlich Mist.
Aber es geht vielmehr darum, die Entwicklung auf die Entwicklung der von dir beschriebenen Tugenden zu richten. Nach innen. Weniger nach außen.

Und so neu ist das wohl gar nicht.

Ließ Markus Aurelius‘ Meditations und Seneca. Wirst du lieben 🙂

Geschichte wiederholt sich.
Aber ich möchte gerne glauben, dass wir mittlerweile die Chance haben, das Steuer wirklich rumzureißen 🙂
Gibt bereits sehr viele tolle Beispiele dafür.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:47

danke für den lesetipp, gibts auch ein hörbuch? 😉
lg m

Antworten
aila
7. Juni 2014 um 12:49

Hallo Markus,

mir ist in diesem Zusammenhang der Satz eingefallen: „was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Ich weiß nicht von wem er stammt, aber ich kenne ihn, seit ich denken kann und meine, er bringt die ganzen Tugenden auf den Punkt.
Wenn ich mir dieses immer bewußt mache – und da gehört dann Einfühlungsvermögen, Empathie und grundsätzlich der Wille mir über das Wohlergehen anderer Gedanken zu machen dazu – werde ich mein Handeln entsprechend den Tugenden ausrichten.
Und das bringt mich dann auf den Punkt, dass ich zuallererst auch mich selbst achten, lieben, wertschätzen muss…. sonst funktioniert mein Satz auch wieder nicht 🙂
Grundsätzlich meine ich, dass diese Werte eminent wichtig sind für eine soziale, gesunde Gesellschaft. Eine „Geiz ist geil Gesellschaft“ in der es „in“ ist sich auf Kosten anderer zu bereichern, rücksichtslos zu sein… wird auf Dauer keine friedliche Gesellschaft sein können.

Liebe Grüße und schöne Pfingsten

Antworten
ina machold
7. Juni 2014 um 11:26

Hallo Markus,
mir aus der Seele…!
Was wir immer alles mehr wollen sollen… Vor einiger Zeit gab es eine sehr schöne Blogparade von Bettina Schöbitz und Petra Schuseil: Weniger ist mehr.
Ich musste dazu gleich eine Artikelreihe schreiben, weil mir so viel dazu einfiel:
http://konflikte-entfalten.de/weniger-ist-mehr-was-sonst-blogparade-von-schoebitz-petraschuseil-teil-1/
Der Punkt ist ja, dass dieses ewige Wachstum schlicht ein Irrglaube ist…
Herzliche Grüße
ina

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:48

danke ina, schöner blog übrigens!
lg m

Antworten
ina machold
4. Juli 2014 um 7:35

Danke 🙂

Antworten
Johanna
6. Juni 2014 um 23:17

Also ich finde diese Werte sind doch eigentlich selbstverständlich und in dem Umfeld, in dem ich mich bewege oder aus dem ich komme (kleinbürgerlich, bäuerlich, aber auch BoBo und Links-alternativ) sind sie noch recht häufig zu finden.
Und dass die Jugend heutzutage vor nichts und niemandem mehr Respekt hat, hat Sokrates vor 2000 Jahren auch schon behauptet. 😉

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:49

hi johanna, ja selbstverständlich sind sie vielleicht, aber ich glaube wir vergessen einfach drauf. nicht weil wir es böse meinen, sondern weil so viel um uns herum los ist
lg m

Antworten
Stefanie
6. Juni 2014 um 22:03

Oh man, bin ich uncool! Das ist ein großartiger Artikel und genau das, was wir uns immer wieder mal durch den Kopf gehen lassen sollten. Herzlichen Dank sagt
Stefanie

Antworten
Sterneneinhorn
6. Juni 2014 um 21:08

Danke Markus für diesen tollen Artikel.
Auch mich stimmt er nachdenklich und hilft mir weiter einen Schritt aus meiner aktuellen Situation heraus. Vielen Dank

Liebe Grüße
Dario 😉

Antworten
Sabine M.
6. Juni 2014 um 19:55

Hallo Markus,
auch ich stimme ein in den Kanon der Kommentatoren, die Deinen Artikel alles andere als „uncool“ und „spießig“ empfinden. Für mich stehen diese Werte, plus meines Herzenswunsches nach Wertschätzung, für einen Konservatismus in seiner besten, menschenfreundlichsten und öko-logischsten Form und ist damit hochmodern!!!
Wie schön, in diesem Forum Gleichgesinnte zu „treffen“.
Danke dafür Markus“, dass Du das Forum anbietest!

Sabine M.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:49

danke sabine, für die liebe worte!
lg m

Antworten
Michael
6. Juni 2014 um 14:45

Gar nicht uncool, Markus!
Und ich kann nachvollziehen, warum ein solcher Artikel zum richtigen Zeitpunkt passen muss.

Ich denke, dass es ja insgesamt einen „Wertewandel“ gibt, der ziemlich viele gerade erreicht. Und selbst in der jüngeren Generation (so die bis 30-jährigen, zu der auch mein Sohn gehört), der man ja immer nachsagt, sie hätte nur ihren Spass im Kopf, spielen diese Tugenden und Werte anscheinend „wieder“ oder „immer noch“ eine Rolle.

Danke für deine Worte, die es Wert sind, geteilt zu werden.
LG
Michael

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:50

danke retour, michael!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Birgit
6. Juni 2014 um 13:58

Hallo Markus,

einfach genial! Vielen vielen Dank für diesen Artikel.

Seit einigen Jahren versuche ich meine Tugenden zu leben: Achtsamkeit nach Innen & Außen, Ehrlichkeit, Respekt, Dankbarkeit, Großzügigkeit, Toleranz, Geduld…

Bewusst schreibe ich ‚versuche‘, denn der Alltag ist mitunter immer wieder eine große Herausforderung diesbezüglich. Auch ist das menschliche Umfeld öfter irritiert, da ich dann nicht dem mainstream ‚entspreche‘. Meine eigene Motivation zum Weitermachen ist dann in Richtung ‚ich wachse an meinen Aufgaben’…;-)

Bitte weiter so, deine Artikel sind IMMER Quellen der Inspiration für mich!

Birgit

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:50

danke brigitte, ich bin dran, dich weiter zu inspirieren!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Andy Schweigard
6. Juni 2014 um 13:35

Super Artikel!!

Was meiner Meinung nach dahinter steckt, warum diese Tugenden so „out“ sind: Sie werden Menschen aufgezwungen, damit sie eben ins Hamsterrad passen. Damit ein Krieg gewonnen wird, damit in der Schule der Unterricht nicht gestört wird oder damit man am Arbeitsplatz nicht negativ auffällt. Im Gegensatz dazu steht dann die Freizeitindustrie, die ein geiles Leben verspricht und alle Tugenden über Bord wirft. Damit haben diese vorbildlichen Haltungen eine negativen Aspekt in unserer Gesellschaft.

Dein Ansatz, diese Tugenden mit „gut gehen lassen“ in Verbindung zu bringen ist genial und führt in die richtige Spur, raus aus den Hamsterrädern, indem ich für mich selbst „tugendhaft“ lebe und mich dadurch toll fühle…

Viele Grüße
Andy

Antworten
David Goebel
6. Juni 2014 um 12:42

Hallo Markus,

passendes Zitat möchte ich beisteuern:
***Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel braucht ***

Viele Grüße,
David

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:51

true, true…

Antworten
Tina Marina
6. Juni 2014 um 12:34

Hallo Markus,

ich finde deinen Artikel sehr gelungen. Ich habe ihn von Anfang bis Ende gelesen und mir die Tugenden in mein Notizbuch geschrieben, das ich immer dabei habe.

Es schafft eine Ruhe und Ordnung in mir. Sehr hilfreich. Danke 🙂

Alles Gute weiterhin.
Tina

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:52

hi tina, danke für den kommentar, freut mich dass ich den weg ins notizbuch gefunden habe!
lg m

Antworten
Eleni
6. Juni 2014 um 12:21

Toller Artikel!
Ich entsinne mich allerdings an alte Zeiten bei einem Großkonzern – jährliches Personalgespräch – ich wollte keine Gehaltserhöhung und das wurde negativ ausgelegt – so als wäre man nicht ehrgeizig. So ein Quatsch. Das ist nun 10 Jahre her und seitdem bin ich permanent am „Downsizing“.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:53

haha, hätte gerne die gesichter gesehen 😉
lg m

Antworten
Bettina
3. Juli 2014 um 16:56

Personalgespräch……….na gut, dass ich das jetzt lese……..ich bin verärgert über meines, aber das war hier in dieser Firma sowieso das letzte

vollkommen sinnlos, ich hatte schon zweimal angegeben, dass ich mal was anderes tun möchte
ja klar muss ich auch selber nachhaken, aber dann kann ich mir das Mitarbeitergespräch auch gleich sparen

lg Bettina

Antworten
bormaennchen
6. Juni 2014 um 12:11

Hatte mich schon fast damit abgefunden, in der Hinsicht nicht nur ewig Gestrige, sondern auch fast allein zu sein. Hatte aber außerdem beschlossen, dass es mir egal ist. Ich halte an meinen Werten fest, und hoffentlich inspiriert es ja doch den einen oder anderen, zur nächsten Person, die es braucht, auch mal einfach nett zu sein.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:53

hi antje, nein, es gibt mehr von uns 😉
lg m

Antworten
Markus
6. Juni 2014 um 12:04

Hi Markus,
wieder einmal ein TOLLER Artikel…kann es nur unterschreiben, so schön formuliert.
Ich mag noch etwas ergänzen, auch wenn es in anderen Tugenden schon teils enthalten ist.
Ein ganz praktisches Beispiel aus meiner aktuellen Bewerbungsphase:
Da schreibt und feilt man stundenlang an einer Bewerbung, wartet dann wochenlang auf eine Antwort, wird evtl. eingeladen zum Vorstellungsgespräch bereitet sich dann wieder intensiv vor, man will ja alles „richtig“ machen…
Das Gespräch endet dann mit, “ wir melden uns in den nächsten Tagen bei Ihnen, wie wir uns entschiednen haben.“ Und was folgt? Gar nichts. Auf Nachfrage nach 6 Wochen hört man dann: „Ach hat Ihnen niemand bescheid gesagt? Wir haben uns schon vor Wochen für einen anderen Kandidaten entschieden.“
Ein sehr praktisches, aber ganz persönliches aktuelles Beispiel. Was mir hier eindeutig fehlt dürfte jetzt jeder gemerkt haben: Die WERTSCHÄTZUNG, wenigstens etwas davon, auch einem Bewerber gegenüber.

Schöne Pfingsten Euch allen und lasst es Euch gut gehen. 🙂

Antworten
Pointner Silvia
6. Juni 2014 um 11:45

Lieber Markus ,
chapeau !
Einer der besten Artikel die ich seit langem gelesen habe.
Ich glaube ohne einiger dieser Tugenden , vor allem Achtsamkeit , Respekt vor Menschen , Tieren und Natur, auch Demut im Sinne von Dankbarkeit dem Leben gegenüber gibt es kein sinnerfülltes Leben und mit mehr Schein als Sein keine Authentizität – von allem zuviel , aber nichts ist wahr- haftig . Ehrlichkeit , auch gegenüber sich selbst , erfordert allerdings Mut / für mich auch eine Tugend .
Genauso wie loslassen können , bon Menschen , Situationen , Gegenständen die nicht mehr gut tun ….
Simplify your life ist nicht nur ein gutes gleichnamiges Buch.
Es gäbe noch viel dazu zu sagen , aber ich werde die Tugend Mässigung üben

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:54

danke silvia, sowas geht runter wie öl ;-9
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Sabine
6. Juni 2014 um 11:39

Hallo Markus,
mal wieder danke für den Artikel.
Ich selbst laboriere gerade an dem Punkt Understatement herum. Klar ist es wichtiger, mehr zu sein als zu scheinen. ABER diese Haltung darf nicht dazu führen, dass das eigene Licht plötzlich unterm Scheffel steht und man sich selbst kleinmacht. Das ist dann nämlich sofort fehlende Selbstwertschätzung, und das kann nicht gesund sein.
Ich möchte Deinen Punkt Respekt deswegen gern um den Aspekt Respekt vor sich selbst ergänzen.
Hab einen schönen Tag!
Sabine

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:54

understatement kann so richtig spaß machen…
lg m

Antworten
Claus F. Berthold
6. Juni 2014 um 11:37

Wer unter Euch ist ohne Sünde, der werfe den ersten Stein…
…nein so gläubig bin ich nicht, aber ich bin mir bewußt bei all diesen Tugenden – und dafür sei Dir Dank gesagt lieber Markus – noch schwere Defizite zu haben.

Zudem finde ich viele dieser bei Menschen in meinem Umfeld, wenn auch nicht alle in einer Person vereint. Man kann daran arbeiten, wenn der Druck größer wird und man merkt dass es wichtigeres gibt als mehr mehr mehr.

Der „weniger“-Trend kommt, wie sollte es anders sein aus den USA zu uns hinüber, zumindest ist dies mein Eindruck. Minimalisten sind bei uns noch nicht so häufig zu finden, begibt man sich auf die Suche kann man ihnen aber begegnen.

Für mich steht der Wunsch nach Einfachheit im Zusammenhang mit der anscheinend immer komplexer werdenden Welt. Wir haben so viele Möglichkeiten wie keine Generation vor uns, haben aber nicht gelernt diese auch wirklich zu nutzen. Womit wir bei Thema dieses Blogs sind, wir können immer noch alle ganz gut das Hamsterrad bedienen.

Gestern, bzw. heute Nacht lief mal wieder Gandhi im Fernsehen und wenn ich mich recht entsinne sagte er einmal, sei die Veränderung die Du in der Welt sehen willst. Also wenn wir versuchen nach unseren Tugenden (Ob Franklin, Bibel, Ritter) zu leben, könnten alle davon profitieren.

In diesem Sinne ein angenehmes Wochenende allen hier.

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:55

hi claus, danke für den gandhi hinweis, muss ich mir wieder mal anschauen!
lg m

Antworten
Edina
6. Juni 2014 um 11:33

Ein toller Artikel. Endlich mal einer der es anspricht. Ich hoffe sehr, dass es einen Wandel in diese Richtung gibt, denn es ist erschreckend, wo die Gesellschaft grad steht. Ich merke das täglich bei den Kindern. Oft frag ich mich, welche Werte deren Eltern ihnen vermitteln, wenn man sieht, was heutzutage schon in der Grunschule abgeht.
Mir ist es bei meinen eigenen Kindern wichtig, dass sie Danke sagen, dass sie Guten Tag sagen. Nicht weil es sich so gehört, sondern weil es einfach Respekt dem Gegenüber entgegenbringt. Noch schlimmer finde ich es, wenn man grüßt und nicht zurückgegrüßt wird, respektloser gehts kaum noch. Unser gesellschaftliches Leben wäre um so vieles angenehmer, wenn einige sich mal dieser Tugenden besinnen. Nein, ich mach das auch nicht immer, oft hab auch keinen Respekt mehr und auch meine eigenen Werte vergessen, aber ich versuche mich auch zurück zu besinnen. Würde…so wichtig, hab ich meine auch in einigen Situationen verloren. ES REICHT…..in vielerei Hinsicht!

Danke für den Artikel, er hat mich auch zum nachdenken und handeln gebracht.

Antworten
Barbara Drucker
6. Juni 2014 um 11:20

Hallo Markus,

Vielen Dank für diesen längst überfälligen Artikel! Es tut gut, Gleichgesinnte zu entdecken.

Einen Wert ergänze ich unbedingt: VERBINDLICHKEIT. Irgendwie scheint das „Vielleicht“ derzeit ganz groß in Mode, aber für mich ist ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein. Erfordert natürlich auch Klarheit, Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungswille. Überhaupt dort, wo es etwas gratis gibt (z.B. Lehrveranstaltungen auf der Universität, Informationsvorträge, usw.) schreien viele Leute gleich einmal „hier!“, tauchen dann aber nicht auf. Unmöglich denen gegenüber, die es nur auf die Warteliste schaffen.

Die meisten deiner Werte unterschreibe ich sofort, bei manchen ist deine Neubewertung erfrischend. Pünktlichkeit etwa. Für mich war übertriebene Pünktlichkeit tatsächlich spießig und überkorrekt (offizielle Beginnzeiten wie Vorträge, Konzerte, etc. mal ausgenommen). Aber der von dir eingebrachte Aspekt, dass man anderen Leuten ihre Zeit stiehlt, hat etwas für sich. Werte kollidieren also auch manchmal (Gelassenheit vs. Wertschätzung anderer).

Was die neuen Werte von der Spießigkeit unterscheidet, ist meiner Meinung nach das Hinterfragen des Warum. Also der Wert nicht als sture Regel, sondern bewusst angenommene Leitlinie. Und dieses Warum ist für mich das eigentliche Highlight dieses Artikels.

Liebe Grüße
Barbara

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:55

Danke Barbara, für die Verbindlichkeit
lg m

Antworten
Nico
6. Juni 2014 um 11:12

Warum soll man sich überhaupt von anderen Menschen in irgendwelche Kategorien schieben lassen? Ob spießig oder nicht ist mir völlig schnurz. Entscheidend ist, wie es mir damit geht!
Die Punkte dieser Liste können nach meiner Erfahrung alle dazu beitragen, mein Leben zu verbessern. Das gilt aber nicht, wenn ich damit versuche, andere zu beeindrucken! Ordnung zum Beispiel muss eine Ordnung sein, die mir dabei hilft, effizient zu arbeiten. Das ist etwas ganz anderes als eine Ordnung, die andere Leute sofort als solche erkennen und anerkennen.

Antworten
Julian
6. Juni 2014 um 10:58

Wohl der beste Blogartikel den ich dieses Jahr gelesen habe.
Merci beaucoup, Markus!

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:56

*rotwerd*

Antworten
Bernhard
6. Juni 2014 um 10:39

Hallo Markus!

Danke für diesen Artikel der „Spießigkeit“. Ich wurde mit diesen Worten erzogen. Manche wurden nicht gelebt aber zumindestens ich – durch meinen Wissensdrang – wusste was sie zu bedeuten haben. Es hat mich nur zum Aussenseiter gemacht, womit ich dann den Weg der Masse eingeschlagen habe, der mich zum Burn Out führte. Der Weg zu mir Selber war dafür umso schwieriger und auch anstrengender, weil er nicht anerkannt wurde, anders als andere zu sein oder aus dem Hamsterrad ausbrechen zu wollen und auch zu können. Alles wurde und ist Oberfläche und nichts bei sich. Diese Tugenden waren einfach nicht en vogue und man merkt JETZT (seit geraumer Zeit) durch diverse Umbrüche, dass sie wieder WERTIGKEIT erlangen.
Ich möchte mich bedanken, dass du die DEMUT so schön treffend erklärt hast. Ich habe seit Langem nach einer passenden Definition gesucht und sie jetzt bei dir gefunden.
Weiter so!

Antworten
Claudia
6. Juni 2014 um 10:38

Moin Markus!

Ich lese hier immer wieder fleißig mit, auch wenn ich selten kommentiere. Dieser Artikel tickt gerade bei mir einige Gedanken an, mehr, als in einen Kommentar passen. Ich versuche es mal, etwas zusammen zu fassen. Das ist alles noch nicht ganz ausgegoren.

Warum tickert es?

Weil ich dir in ganz vielem zustimme. Uns fehlen Werte, wir leben in einer entmenschlichten Gesellschaft, ohne Respekt, in der die Probleme so offensichtlich sind, dass die Aufrechterhaltung des Scheines immer übertriebenere und skurilere Blüten treiben muss. In einer Gesellschaft, in der die Einhaltung grundlegender Regeln des Umganges miteinander wie Freundlichkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft, Zuhören, etc. einen Menschen zum Außenseiter machen; in der nicht die Stärken des einzelnen als Gewinn für alle gesehen werden, sondern als Bedrohung; in der von Individualismus geredet wird, der dazu führt, dass alle gleichförmig aus der scheinbaren Norm ausbrechen – und damit eine neue Norm schaffen; braucht es ein Umdenken, ein Besinnen auf die Werte, mit denen wir eine Gesellschaft aufbauen können, in der sich alle gemäß ihrer Persönlichkeit wohlfühlen und einbringen können.

Allerdings bin ich der Meinung, das eine unreflektierte Übernahme der Werte keinen Sinn macht. Der moralische Überbau war in der Biedermeinerzeit ein anderer als heute, und die Interpretation, was gerade zum Beispiel „Anstand“ beinhaltet, führt schnell zu einem enggeschnürten Korsett und Spießigkeit. Spießigkeit ist keine Tugend. 🙂

Für mich gibt es einige Grundtugenden, aus denen sich viele der anderen ergeben:
Achtsamkeit/Aufmerksamkeit,
Respekt,
Demut (in dem Sinne, wie du ihn oben beschrieben hast)/Dankbarkeit, Ehrlichkeit/Aufrichtigkeit/Wahrhaftigkeit.

Daraus ergeben sich viele andere von selber. Wenn ich mein Gegenüber respektiere, werde ich pünktlich sein, wenn ich einen Termin habe, oder aber, wenn ich durch einen triftigen Grund aufgehalten werde, mich angemessen entschuldigen, am besten so früh wie möglich. Gleichzeitig kann ich jederzeit zu dem, was ich tue, stehen, die Verantwortung übernehmen, etc.. Achtsamkeit führt zur Ordnung, weil ich die Dinge wertschätze und ihnen ihren Raum gebe. Und so weiter.

Ich habe etwas Schwierigkeiten mit den Punkten Disziplin, Fleiß, Mäßigung und ähnliche, was allerdings in meiner Persönlichkeit liegt, denn in ihnen liegt die Quelle einer Menge persönlichen Leides. Ich bin in meiner Natur gerne fleißig, arbeitsfreudig, etc., so dass die Forderung in meiner Erziehung dazu geführt haben, das ich verlernt habe, Pausen zu machen, mal nicht „effektiv“ sein zu müssen und ähnliches. Ich lerne zur Zeit mühsam, dass Nichtstun auch wichtig ist, dass die Motivation Dinge zu tun, nicht die Disziplin, der Fleiß, die Ordnung sein darf, sondern diese nur als Hilfmittel taugen, um zum Beispiel jeden Tag aufs neue anzufangen oder den ersten Schritt zu tun. Es ist sicher eine Frage der Definition, was man unter diesen Punkten versteht und des persönlichen Strickmusters, was damit ausgelöst wird.

Auf jeden Fall empfinde ich eines: Echte Werte schaffen Freiheit. Für alle. Und Lebensqualität. Nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen, für alles.

So, das als ersten, unsortierten Gedankenstrom zu diesem wertvollen Thema. Danke, dass du diesen Artikel gepostet hast,

liebe Grüße

Claudia

Antworten
Markus Cerenak
30. Juni 2014 um 10:57

dafür dass du nich oft kommentierst claudia, ist das recht umfangreich ;-9
lg m

Antworten
Sabine Herm
6. Juni 2014 um 10:28

Gefällt mir sehr, berührt mich und macht mir Mut, das die Tugenden auf die Art und Weise immer mehr in unsere Bewusstheit kommen.
Aus meiner Arbeit (und von mir früher) kenne ich von vielen, das sie sich gar nicht spüren und viele deshalb auch so unbewusst und teilweise zerstörerisch handeln. Suchend im Außen…

Und wenn wir uns wieder fühlen lernen, sind eben die Tugenden, die du so wunderbar beschrieben und aufgelistet hast, echt erfüllend.
Stille zu fühlen. Demut zu spüren.
Weniger ist mehr als erfüllend zu empfinden, weil ja Reichtum, Liebe, Begegnung, Resonanz, Freude, Spaß eh nicht zu kaufen sind ;-)….
Ich persönlich verliere mich manchmal noch in facebook und Co, zum einen liebe ich es, soviel zu erfahren und zu lesen und schnell mal in Kontakt zu sein, aber eben in Maße!
Mäßigung.
Echt schön. Danke!
herzlichen Gruß, Sabine

Antworten
Ruth
6. Juni 2014 um 10:14

Hallo Markus,

sehr schön deine Liste und auch die weiteren Ergänzungen der KommentatorInnen. Meine Wahrnehmung ist: JENSEITS von Medien und sonstigen ‚Ich will so erscheinen wie irgendein Abziehbild-Strömungen‘ gibt es und gab es immer eine Welt, die genau solche Werte nach wie vor hochhält und lebt. Da Menschen mit Understatement EINFACH DA SIND und ihre Werte leben OHNE viel Bohei darum zu machen, scheint das gerne mal übersehen zu werden. Aber naja, WIR (alle Menschen, die solche scheinbar altmodischen – ich würde eher sagen zeitlosen und immer modernen – Werte schätzen) sind die ganze Zeit da und wirken langsam aber nachhaltig – schön, wenn das ins Bewusstsein rückt 😉 das bedeutet einfach nur: Willkommen im Club 🙂 Und ja, solche Werte zu leben ist oft eine Herausforderung, bringt mir persönlich gleichzeitig großen Segen, Freude und echte Harmonie in mein Leben.
Herzlich Ruth

Antworten
Barbara
6. Juni 2014 um 10:10

Hallo Markus!
Der Artikel regt sehr zum Nachdenken an!!!! Den sollten sich viele Leute zu herzen nehmen.
Ich finde er hat nichts mit bieder sein zu tun. Es tut gut sich auf die wahren Werte im Leben zu besinnen
und sich selbst ein wenig an der Nase zu nehmen wie sehr man sich vom Strom der Masse und der Medien mitreißen lässt.

Antworten
Iris Austere
6. Juni 2014 um 10:10

Hallo Markus,

Du hast mir aus dem Herzen gesprochen und ich finde Deine Liste wunderbar! Ich hab´auch das Gefühl, dass wir langsam, aber stetig, wieder zu den alten Werten zurückfinden. Gerade die junge Generation scheint da aktiv zu werden. In meiner Praxis nenne ich das „authentisch werden“ und zurück zur wahren Sinnhaftigkeit des Lebens gehen – Deine Tugendliste ist toll, ich würde sie noch mit Mut ergänzen, da, gerade um wieder zu diesen Werten zurückzufinden auch Mut erforderlich ist.
Merci für Dein Engagement!
Love, Iris

Antworten
Markus Cerenak
3. Juli 2014 um 9:16
Jörg Mrusek
6. Juni 2014 um 10:08

Wäre schön, wenn die genannten Tugenden wieder mehr Beachtung fänden in unserer Gesellschaft. Früher war ja auch mal der „deutsche Kaufmann“ ein Synonym für Korrektheit, Ehrlichkeit und Fairness um Umgang mit den Geschäftspartnern und Kunden. Davon sind wir heute oftmals weit entfernt. Ich kann diese Rückbesinnung auf alte Tugenden und ein einfacheres Leben in meinem Umfeld leider nicht beobachten. Aber gut, ich wohne im Osten Deutschlands. Bei uns kam der Kapitalismus mit seinen negativen Auswirken bekanntlich erst viel später, dafür aber mit Turbogang. Vielleicht sind wir hier immer noch ein wenig erschlagen von all dem Glitter und Glammer. Und die Verlierer in dieser Entwicklung haben noch nicht wieder die Kurve gekriegt und den A… hochbekommen. Diese Leute lesen aber leider auch keine Blogs, wie diesen hier. Da stellt sich die Frage, wie man sie erreichen und „berühren“ kann.

Antworten
Gabriele
6. Juni 2014 um 10:07

Ganz wichtig für mich und etwas das mich in jedem Moment wieder ins Hier und Jetzt bringt, ist
ACHTSAMKEIT. Das widerspricht unserer Multitasking-Mentalität natürlich gehörig, aber iss mal alleine – ohne vor dem Fernseher, dem Computer, oder einer Zeitschrift daneben, dein Essen. Und das schöne an der Achtsamkeit ist, dass man sie bei jeder alltäglichen Tätigkeit üben kann.

Antworten
Danijela
6. Juni 2014 um 9:57

Lieber Markus,

ein großes Dankeschön für diesen Artikel.
Ich habe mich mittlerweile nicht nur uncool gefühlt sondern fast wie ein Alien!
Weil es heutzutage (wenigstens in meiner Umgebung) kaum noch Menschen gibt die diese Werte schätzen und leben.
Manchmal denke ich dass viele nicht mal mehr wissen was Anstand, Respekt, Würde ist…
Mir waren sie und sind immer noch sehr wichtig! Und daher ist es manchmal sehr schwer
„sich zu recht zu finden“ 🙂 oder auch eben nicht verletzt zu werden.

Gut, zugegeben, bei mir gibt es auch Verbesserungspotential bei einigen:
z.B. Mäßigung, Gemütsruhe… Aber ich arbeite daran 🙂
Vielen Dank und alles Liebe
Danijela

Antworten
Almuth Oellermann
6. Juni 2014 um 9:56

Guten Morgen Markus,
da bekenne ich mich doch gleich zur „Spießigkeit“,
die meines Erachtens aber nichts damit zu tun hat.
Diese Werte versuche ich zum Beispiel meinen Kinder zu vermitteln,
in meiner schamanischen Ausbildung waren das die wichtigen Dinge,
in meiner Praxis versuche ich genau diese Punkte einzuhalten.

Für mich fehlt noch die „Verlässlichkeit“,
also zum Beispiel Verabredungen nicht eine Sekunde vorher per sms absagen, Termine wirklich einhalten oder rechtzeitig absagen
und wenn ein Hilfeangebot angenommen wird, dazu stehen!

Schöner Artikel, danke sehr!

Grüße vom Schreibtisch
almuth

Antworten
Viktoria Hammon
6. Juni 2014 um 9:55

Diesen Artikel habe ich gerade Wort für Wort gelesen und mit einer kleinen geistigen Pause verbunden. Danke für diese umfangreichen, tiefgehenden Gedanken.

Den Wertewandel spüre ich auch – er macht mir Hoffung. Nein, ich setze sogar darauf, sammle Bestätigungen dafür. Dafür benutze ich gern die Formulierung „Wir müssen Viele werden“.

„Schweigsamkeit“, eine echte Tugend. In unserer lauten Welt dagegen eine Untugend, denn wie soll ich denn Gehör finden?! Zu allem etwas zu sagen haben, denn wer will schon unter gehen?!

„Danke“ ist auch nicht mehr besonders in. Wirklich echt, von Herzen „um Verzeihung zu bitten“, anstatt „ich habe mich doch entschuldigt, jetzt muss auch mal gut sein“, ist auch noch ausbaufähig.

Danke, dass ich mich hier mal etwas altmodisch äußern durfte …

Viktoria

Antworten
Markus Cerenak
3. Juli 2014 um 9:17

hi viktoria, immer wieder gerne. danke dass du so oft deine gedanken mit uns teilst!
Lass es dir gut gehen!
m

Antworten
Laura
6. Juni 2014 um 9:50

Hallo Markus,
du hast echt den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Tugenden, die du aufzählst, sind unter den meisten Menschen heutzutage kaum noch vertreten. Vor allem Respekt fällt mir da ganz groß ins Auge. Kinder und Jugendliche haben in der heutigen Zeit doch praktisch vor nichts und niemandem mehr Respekt. Oder vielleicht auch einfach keine Erziehung genossen. Auch Pünktlichkeit und damit irgendwo auch Zuverlässigkeit kommen viel zu kurz, was ich selber so erlebe. Es ist eigentlich wirklich traurig, dass diese Werte nicht mehr so präsent sind. Ich bin damit noch erzogen worden und bin mir auch recht sicher, dass ich weiß, was sich gehört und was nicht. Da ich damit aber oft allein zu stehen scheine, stoße ich oft auf Unverständnis und Probleme mit Mitmenschen. Weil es für mich auch einfach wichtig ist, dass die Menschen in meinem Umfeld ebenfalls noch Werte haben.
Kann man nur hoffen, dass das Bewusstsein der Menschen irgendwann wieder auf Tugenden und Werte aufmerksam wird.
Viele Grüße,
Laura

Antworten
Bettina Schöbitz | Respektspezialistin
16. Juni 2014 um 11:50

Liebe Laura,

beim Thema „Respekt“ möchte ich gerne mal einhaken. Ich habe vier Jahre lang Beurfsorientierung für Jugendliche aktiv durchgeführt – also ganze 8. Schulklassen (Alter zwischen 13 und 18 Jahre, je nach Schulform) beim Prozess der Jobfindung begleitet. Was mir dabei auffiel ist, dass viele Jugendliche selbst den Basisrespekt gegenüber sich selbst vermissen. Dass wir hier in unserem hochentwickelten Land jede Menge schwer vernachlässigter Jugendlicher haben. Dass gerade ältere Menschen gerne den Respekt vor den Jungen „fordern“, selbst aber Null Respekt vor jungen Mitmenschen haben.

Sobald wir diesen Jugendlichen mit einem klar formulierten Vorschuss an Respekt begegnen, ändert sich auch bei denen vieles. Meine Erfahrung wurde dadurch verstärkt: Respekt wirkt wie ein Spiegel. Was ich hineingebe, kehrt meist zu mir zurück.

Nein, ich halte jetzt kein Plädoyer, jederzeit alles und jedes unter dem Deckmantel des Respekts gut zu heissen. Sondern dafür, bei sich selbst anzufangen. Ein paar Kommentare weiter oben beschwert sich jemand, der im Auto mit dem Handy telefonierte, dass er rüde beschimpft worden sei.

Ja, das klingt auf den ersten Blick unangemessen. Doch schauen wir einmal genauer hin: Ein Mensch, der das Telefon am Ohr mit dem Auto spazieren fährt, merkt selbst oft nicht, dass und wie er gerade andere Menschen gefährdet. „Ach komm´, das mache ich doch so selten und jetzt ist es gerade mal wichtig…“ mag er denken. Doch Fakt ist: Er verhält sich in diesem Moment egozentrisch, es geht ihm um sich selbst. Und er nimmt aufgrund der telefonischen Ablenkung gar nicht wahr, wie abgelenkt er gerade im Straßenverkehr war…. (beim Spurwechsel nicht geblinkt, sinnlos langsamer gefahren usw… die anderen drumherum nehmen das durchaus wahr!).

Der alte Mann hingegen hat eh schon mal per se längere Reaktionszeiten und wer weiß: Vielleicht wurde in seinem Bekanntenkreis schon mal ein Kind von einem Handytelefonierer gefährdet oder gar angefahren. Vielleicht war er sogar selbst der Verursacher….?!? Und selbst, wenn die Situation weniger krass ist, so stossen in diesem Moment zwei Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen aufeinander. Könnten Sie in diesem Moment miteinander reden, so ließe sich klären, dass das Handytelefonat wirklich ein Notfall was (was es seltenst ist!) oder warum der alte Herr so empfindlich darauf reagierte. Denn Respekt hat immer zwei Seiten: Deine und meine. Und nur, wer sich Mühe gibt, die Beweggründe und Bedürfnisse des anderes zu verstehen, der kann auch respektvoll handeln. Wer hingegen nur sich selbst sieht, der ist respektlos.

So eben auch bei den Jugendlichen: Von ihnen wird jede Menge Respekt erwartet – doch er wird ihnen eben auch nur selten vorgelebt. Da sind Eltern, die zu Hause so über die Lehrer sprechen, als wären es dumme, wertlose Unwissende. Da sind Lehrer, die über Kollegen herziehen. Da sind Arbeitgeber, die junge Auszubildende als „Stift“ betrachten und behandeln….ich könnte noch lange so weitermachen.

Wenn wir uns mehr Respekt und Wertschätzung in unserer Welt, in unserem Leben wünschen, dann ist der zielführende Weg: Fang bei Dir selber an. Lebe Respekt vor. Mache Dir Deine eigenen Verfehlungen diesbezüglich bewusst und gehe achtsamer durch die Welt. Nimm Dich selbst weniger wichtig – und doch an den richtigen Stellen eben manchmal auch mehr. Denn wir müssen Respesktlosigkeit keinesfalls klaglos erdulden, sondern dürfen uns wehren.

Respekt hat zwei Seiten: Deine und meine. Und manchmal muss ich eben auch dem „DU“ gegenüber respektlos sein, um das „ICH“ zu schützen. Hauptsache, ich bin mir dessen wenigstens bewusst 😉

Antworten
Alfred
16. Juni 2014 um 15:20

Hallo Bettina,
deinem Kommentar kann ich nur zustimmen. Wir sollten immer bei uns selbst bleiben und aufhören, andere Menschen zu be- und verurteilen. Dazu gehört aber auch, sich selbst als göttliches Wesen zu lieben, achten und ehren.

Lg
Alfred

Antworten
Claudia
8. Dezember 2014 um 9:46

Hallo Laura,

selbst Mutter von je einem Teen und einem Twen, weiß ich, dass viele, vor allem ältere Leute, sich über die heutige Jugend und deren angebliche Respekt- und Anstandslosigkeit beschweren.
Dem möchte ich entgegen setzen, dass es zum größten Teil, wie hier auch schon geschrieben wurde, gerade die, die am lautesten schimpfen, sind, die selbst jeden Respekt eben vor der Jugend vermissen lassen, die alle über einen Kamm scheren und einfach nur ihre Wut und Frustration ablassen wollen.
Und unsere jungen Leute sind dann die Sündenböcke. Die meisten jungen Leute, die ich kenne, verhalten sich respektvoll gegenüber der älteren Generation.
Man muss halt auch mal sehen, welchen Schwierigkeiten, die auch hier schon beschrieben wurden, sich die Jungen gegenüber sehen, nämlich zum Beispiel selbst keine Aufmerksamkeit von den Eltern erhalten, weil diese oft überfordert sind mit der Erziehung. Oder auch als einfaches Beispiel die Einführung des G8 hier bei uns in Deutschland und welche Auswirkungen auf das Lernen dies auf die Schüler hat. Überhaupt unser ganzes Schulsystem. Undsoweiter undsofort.
Was ich eher sehe, ist, dass in unserer Geschäftswelt, mit ihrem höher-schneller-weiter-Credo, wie Markus und andere hier es auch beschrieben haben, eben diese „Tugenden“ nicht gelebt werden, als altmodisch und überholt abgetan werden. Und alle machen mit. Um nicht selbst als spießig zu gelten. Um nicht den Anschein zu erwecken, man sei dem Ganzen vielleicht gar nicht gewachsen. Zum Kotzen ist das. Wenn jeder Einzelne mehr Mut zum Anstand, Respektvollen Verhalten, usw. aufbringen würde, sehe es auch anders aus. Aber es gibt so viele Schafe, Mitläufer und Möchtegerns da draussen. Ganz schlimm. Und damit meine ich nicht unsere Jugendlichen.
Was ich auch echt schlimm finde, wie es auch Markus schon beschrieben hat, dass es in der Geschäftswelt dann oft heißt, nimm es nicht persönlich, das hat mit dir selber nichts zu tun … usw.
Es hat also mit mir nichts zu tun, wenn meine Kollegin es nicht für nötig hält, einfach normal „guten morgen“ zu sagen, wenn sie reinkommt? Ja, klar, sie ist halt schon in Gedanken an ihren Aufgaben, heißt es dann, das würde ich nicht persönlich nehmen. Na danke, wenn nicht mal mehr die einfachsten Benimmregeln mehr gelten, nämlich einfach zu grüßen, wenn ich wo reinkomme – na danke … beängstigend finde ich das.
Es hat auch nichts mit mir persönlich zu tun, wenn meine Chefin heute hüh sagt und morgen hott? Die ist halt so, man muss sie halt nur zu nehmen wissen? Und wenn du das nicht kannst, ihr ständig hinterherzuschleimen, tja, dann … biste wohl hier falsch am Platz …. echt schlimm!
Und in solch eine Arbeitswelt soll ich meine Kinder schicken? Nachdem ich sie jahrelang zu anständigen Menschen erzogen habe. Das war wohl falsch, wenn die heutige Arbeitswelt so bleibt, wäre es wohl besser gewesen, sie von Anfang an zu rücksichtslosen Egoisten mit Ellenbogenmentalität zu erziehen.

Antworten
Anke
6. Juni 2014 um 9:48

Hallo Markus,
Bisher habe ich nur still gelesen, was du geschrieben hast, nachgedacht und das eine oder andere für mich rausgezogen. Dieser Artikel heute sagt, was meiner Meinung nach die größten Probleme der heutigen Zeit sind. Deshalb ist es meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Artikel. Z.B. Respekt. Wenn man sich heute anschaut, wie zu einem sehr großen Teil miteinander kommuniziert wird, kann einen das sehr entsetzen. Neulich z.B. wurde ich aus einem vorbeifahrenden Auto von einem älteren Mann aufs übelste beschimpft, weil ich mein Handy am Ohr hatte. Ich war fassungslos! Ok, er hatte recht, beim Autofahren telefoniert man nicht. Aber beleidigt man Mitmenschen, weil sie eine „Ordnungswidrigkeit“ begehen? Oder Facebook, auch ein gutes Beispiel. Wenn man da schon mal Diskussionen über „heiße“ Themen mitliest, kann einem regelrecht schlecht werden, in Anbetracht der Schimpftiraden, die die Leute da so aufeinander loslassen (und das ohne sich persönlich zu kennen!). Oder Demut. Hat natürlich nichts mit Unterwürfigkeit zu tun. Meiner Meinung nach auch nicht wirklich etwas damit, andere zu würdigen, die etwas besonders gut können. Eher eine Form der Dankbarkeit, im Hinblick darauf, wie viel Gutes wir erhalten, ohne es zu erkennen. Und nicht in ständiger Kampfhaltung zu verharren, sondern annehmen, was einem gegeben ist, in Dankbarkeit. Demut der großen Sache „Leben“ gegenüber, ohne dass man das gleich religiös betrachten muss. Es tut Not, dass die Menschen sich dieser Tugenden, wie du sie hier beschrieben hast, wieder mal annehmen. Deshalb ist ein solcher Artikel, wie deiner, von unschätzbarem Wert! Und nichts davon finde ich uncool, bieder oder spießig. Im Gegenteil!
Viele Grüße
Anke

Antworten
Markus Cerenak
3. Juli 2014 um 9:27

danke für diesen langen kommentar, anke 😉
lg m

Antworten
Nils Terborg
6. Juni 2014 um 9:42

Wow, ein paar offene Worte! Beim durchlesen wird mir fast ein bisschen mulmig zumute, weil du den Kern der Sache so gut triffst.

Das Problem dahinter aus meiner Sicht: hinter vielen deiner Punkte stecken wahrscheinlich jahrelange Veränderungsprozesse und ich bin mir nicht sicher, ob es da eine Art rückentwicklung geben kann…

Antworten
Markus Cerenak
3. Juli 2014 um 9:27

ich denke es sind wellenbewegungen und der gegenstoß kommt…
lg m

Antworten
Tom
6. Juni 2014 um 9:40

Markus, das ist eine schöne Liste geworden. Die Aussagen von Benjamin Franklin gefallen mir gut. Denen könnte man die 10 Gebote beifügen und einige Forderungen aus der Französischen Revolution. Womit klar ist, dass kluge Menschen seit langem einfache Rezepte für ein gutes Leben miteinander kennen.

Auch ich spüre in meiner sozialen Umgebung einen Trend in Richtung Einfachheit. Weg mit Dingen, weniger haben usw.

Doch vielleicht ist das eine einseitige Wahrnehmung. Dank mp3 braucht keiner mehr die Regalwand voller LPs. Dank Dokumentenscanner, PDF und Kindle braucht man viele Bücher nicht mehr. Eine kleine Kompaktkamera ersetzt die ‚Fotoausrüstung‘. In Städten (okay, in Berlin, wo ich wohne) stehen überall Smarts zum Mieten. Das eigene Auto muss nicht mehr sein. Die Menge der eigenen Dinge kann erheblich reduziert werden.

Andererseits expoldieren an meinem Wohnort die Mieten. Die Leute müssen zusammenrücken. Immer häufiger geht das nur noch in WGs. Da passt es gut, wenn man weniger Dinge hat. Doch die Wohnungsvermieter bekommen mehr Kohle und damit Macht. Vielleicht ist das Reduzieren auch nur eine Art des sich Abfindens.

Antworten
Alfred
6. Juni 2014 um 9:55

Hallo Tom!

Vielleicht ist das „Reduzieren“ ein Weg, wieder mehr zu sich selbst und ins JETZT zu finden.
Ich lese gerade Eckhart Tolle „Leben im Jetzt“ und dort schreibt er darüber wie Stress verursacht wird: Du bist im „Hier“ (Gegenwart), während Du eigentlich „dort sein möchtest“, d.h. dich nach der Zukunft sehnst. Und dieser innerliche Konflikt droht uns zu zerreissen. Die Lösung dazu ist die Gegenwärtig zu FÜHLEN.

lg
Alfred

Antworten
Andreas Androsch
6. Juni 2014 um 9:34

Würde mich interessieren, was sich in den letzten Wochen geändert hat, sodaß jetzt die Zeit reif ist, den Artikel ins Netz zu stellen …?
Auf jeden Fall schön zu lesen, dass auch andere noch auf der Suche nach der „blauen Blume“ sind.
Du hast ja auch die Rittertugenden erwähnt – hier fehlt mir die Erwähnung der Minne 🙂
… ansonsten: grenzgenial wie immer vom Denkansatz her, weiter so!
Liebe Grüße,
Andy

Antworten
Markus Cerenak
6. Juni 2014 um 9:41

hi andreas, wenn ichs erklären könnte, was sie geändert hat, hätte ichs getan. btw: danke für die minne!
lg m

Antworten
Alfred
6. Juni 2014 um 9:32

Hallo Markus!

In einer spirituellen Heilmethode werden 9 Eigenschaften angeführt, die für eine vollständige Heilung im Leben, dem eigenen Herzen eingeflößt werden müssen. Einige hast du bereits erwähnt bzw. anders benannt, dennoch möchte ich sie einfach kurz ohne weitere Beschreibung anführen:
* Liebe
* Freude
* Frieden
* Geduld
* Freundlichkeit
* Güte
* Vertrauen
* Demut
* Selbstkontrolle

lg
Alfred

Antworten
Markus Cerenak
6. Juni 2014 um 9:42

hi alfred, danke für die ergänzung!
lg m

Antworten
Imke
8. Juni 2014 um 20:58

Wie heißt die Heilmethode, Alfred?

Antworten
Alfred
9. Juni 2014 um 10:22

Hier beziehe ich mich auf die Healingscodes von Ben Johnson und Alex Loyd.
Zu diesen Tugenden gibt es sehr interessante Infos über die zugehörigen negativen Emotionen sowie die Zuordnung zu Systemen im Körper, wo sich erfahrungsgemäß die Beschwerden dann zeigen.

Antworten
Bettina
10. Juni 2014 um 21:43

Das ist ja echt interessant mit den angeführten 9 Eigenschaften nach der genannten spirituellen Heilmethode. Mir kam die Aufzählung gleich bekannt vor – jetzt weiß ich auch wieder in welchem Ratgeber fürs Leben ich darüber schon vor Langem gelesen habe.

Es gilt als der Weltbestseller schlecht hin und enthält Weisheiten, die zu einem zufriedenerem Leben verhelfen und die heutigen „Hamsterräder“, wie Markus das so schön beschrieben hat, wieder zurückdrängen.

Es heißt dort auszugsweise:

„Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung.“ – Gute Nachricht Bibel, Galater Kapitel 5, Vers 1

Antworten
Alfred
11. Juni 2014 um 9:11

Allerdings können 3 verschiedene Arten von Heilungshemmern das Leben besonders schwer machen: das sind „Nicht vergeben“ können, besser formuliert vielleicht mit dem Verlangen nach Bestrafung, zerstörerische Glaubenssätze und Denkmuster, sowie „bewusste Konflikte“, d.h. etwas zu tun. das einem nicht gut tut oder etwas zu tun in dem Wissen, dass es falsch ist ( zwanghaftes oder Sucht-Verhalten)

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Ja, das passt natürlich ;-)

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