Wie du vertrauensvolle Beziehungen aufbaust- Privat und im Job

Vertrauensvolle Beziehungen

Wann vertraust du in zwischenmenschlichen Beziehungen?

Ich vertrauen dir.

Ich vertraue dir nicht.

Wir sagen das so oft aber was genau meinen wir damit?

Hängen vertrauensvolle Beziehungen nur vom Bauchgefühl ab?

Brauchen wir Beweise dafür?

Ich denke es ist beides.

Wen wir jemandem vertrauen, benutzen wir oft die Redewendungen: „Sie steht hinter mir“ oder „er gibt mir Rückendeckung.

Du hast nun mal hinten keine Augen. Wenn dort jemand stehen darf bedeutet das im übertragenen Sinne, dass du dich verwundbar machst und im Extremfall einem anderen Menschen dein Leben anvertraust.

Was zerstört Vertrauen?

Sagen wir Mal, du wurdest gerade von deinem Lebenspartner nach einer langjährigen Beziehung abserviert und es tut verdammt weh.

Kurz danach gehst du mit einer Freundin aus um über den Kerl lästern.

Um Mitgefühl von einer Verbündeten zu bekommen, 3-5 Margaritas zu kippen und dich ordentlich auszuheulen. Um emotionalen Stress abzubauen ist das im ersten Schock auch wunderbar.

Selbst wenn der Kerl eigentlich ganz ok ist – immerhin warst du mit ihm Jahre zusammen – willst du in dem Moment von deiner Freundin hören, was für ein verlauster Drecksack er ist um im Schmerz nicht alleine zu sein.

Statt sich hinter dich zu stellen, beginnt sie z. B. dir zu erklären wie du deine innere Haltung ändern solltest.

Lieber von „ich“ statt „man“ zu sprechen und doch auch ein wenig Verständnis für den Kerl aufzubringen, denn es seien ja immer zwei verantwortlich. Und in zwei bis drei Monaten würde es dir sicher besser gehen, wenn du anfängst Sport zu machen.

Alles praktische Ratschläge. Ohne jedes Mitgefühl.

Nicht in Verbindung zu gehen, ist Verrat von Vertrauen

Vertrauen
sweetlouise / Pixabay

Niemand will Mitleid – das tut auch beiden Seiten nicht gut.

Was hilft ist Mitgefühl. Statt Mitgefühl kann man auch Empathie sagen.

Dazu muss man sich aber mit einem Gefühl in sich selbst verbinden um den Raum für einen anderen Menschen halten zu können.

Entweder will oder kann deine Freundin das in dem Fall nicht. Stattdessen schafft sie Distanz durch ihre Ratschläge.

Zurecht.

Vertrauen wird in den kleinen, alltäglichen Momenten aufgebaut – und zerstört

Diese kleinen Momente sagen uns etwas über die Beziehung oder über die Person bei der wir überlegen ob wir ihr vertrauen.

Wenn man wählt mit einem Menschen nicht in Beziehung zu treten, auch wenn man es könnte, ist das Verrat.

Ein Beispiel? Du weißt, dass es einem Freund sehr schlecht geht weil seine Mutter gerade im Krankenhaus liegt. Als du ihn auf der Straße siehst, biegst du in eine Geschäft ab, weil du dir den Shopping Tag nicht ruinieren willst. Wenn es einem selbst schlecht geht, ist es besser das ehrlich zu sagen.

Vertrauen in Beziehungen entsteht, wenn sich jemand an die kleinen Dinge erinnert

Wenn deine Chefin weiß, wie deine Kinder heißen, dass deine Mutter eine OP hatte, wenn dein Chef hinter dir steht, auch wenn du einen Fehler machst. Wenn Freunde nicht vor deinem Schmerz wegscheuen sondern in mit dir fühlen. Wenn sie dir deinen Absichten das Beste unterstellen und nicht das Schlechteste.

Wenn dich jemand um Hilfe bittet.

Jemanden um Hilfe zu bitten baut tatsächlich Vertrauen auf

Dr. Brene Brown – die zu Vertrauen forscht – sagt dazu:

Wenn du nicht um Hilfe bittest, weil du dich dann klein und schwach und unzulänglich fühlst, wirst du auch andere so verurteilen, wenn sie dich um Hilfe bitten. Es ist nicht möglich nur dich selbst dafür zu verurteilen. Gesunde Beziehungen leben aber von Unterstützung. Privat und beruflich. Wenn Menschen ihren Wert daraus ziehen anderen zu helfen, aber sich nicht helfen lassen, untergräbt das Vertrauen. Vertrauen entsteht, wenn Hilfe gegenseitig ist, nicht bewertet und um Hilfe bitten nicht abgewertet wird.

Der Wissenschaftler Charles Feltman sagt in seinem Buch, “The Thin Book Of Trust; An Essential Primer for Building Trust At Work:

Vertrauen ist, wenn du etwas, das dir sehr wichtig ist, angreifbar für die Handlungen Anderer machst.

Warum Vertrauen zum Erfolg führt

Vertrauen
geralt / Pixabay

Weiter schreibt Feltman:

Wenn wir jemandem vertrauen, fühlen wir uns sicher, dass zu teilen, was uns wichtig ist, einschließlich unserer Gedanken, Ideen, Bemühungen, Hoffnungen und Bedenken. Wenn andere uns vertrauen, revanchieren sie sich in gleicher Weise.

Auf Vertrauen aufgebaute Arbeitsbeziehungen bringen bessere Ergebnisse mit weniger Stress.

Das bedeutet nicht, dass wir immer übereinstimmen, sondern nur, dass wir zuhören, respektieren und schätzen, was der andere zu bieten hat. In der Tat erlaubt uns das Vertrauen, dass wir uns gegenseitig widersprechen, debattieren und unser Denken testen können, während wir gemeinsam an Ideen und Lösungen arbeiten.

Auf Vertrauen aufgebaute Arbeitsbeziehungen ermöglichen es uns, bessere und schnellere Ergebnisse mit weniger Stress zu erzielen.

Wie leicht vertraust du?

Manche Menschen neigen dazu, anderen leicht Vertrauen zu schenken, und mit wenig oder gar keinen Beweisen ist es gerechtfertigt.

Sie entziehen ihr Vertrauen nur dann, wenn es verraten wird. Andere glauben, dass Menschen ihr Vertrauen verdienen müssen, indem sie Vertrauenswürdigkeit demonstrieren. Egal ob du dazu neigst Vertrauen mehr oder weniger leicht zu geben, du machst das, indem du die Wahrscheinlichkeit einschätzt, ob die andere Person das, was dir wichtig ist, in Zukunft unterstützen.

Oder dir zumindest nicht schaden wird.

Vertrauen ist eine Risikoabschätzung

In diesem Sinne ist die Entscheidung für Vertrauen oder Misstrauen eine Risikoabschätzung.

Das Schlimme am Misstrauen am Arbeitsplatz ist, dass die Strategien, die Menschen anwenden um sich zu schützen, sie daran hindern mit anderen effektiv zusammen zu arbeiten.

Menschen kennst du erst wirklich, wenn du ihre Werte kennst. Kannst du aus 350 Werten deine Top 2 nennen? Falls nicht: Werte steuern deine Handlungen und damit dein Leben. Sie sind  Kompass und Anker und helfen dir Krisen zu überstehen und schnell Entscheidungen zu treffen. Du kannst dir eine Werte Übung kostenlos herunterladen

Vertrauen ruht auf sieben Säulen

Vertrauen
scholty1970 / Pixabay

Das erklärt die Forscherin Brené Brown.

1.  Vertrauen entsteht, wenn du Grenzen achtest

Du achtest die Grenzen andere und deine eigenen. Du respektierst, wenn dir jemand Grenzen setzt und bist in der Lage anderen Grenzen zu setzen.

2.  Vertrauen braucht Zuverlässigkeit

Du tust was du versprichst. Nicht einmal, nicht zweimal sondern ohne Ausnahme. Wenn du etwas nicht tun willst, kommunizierst du das ehrlich und klar. Auch wenn das für einen unangenehmen Moment sorgen kann.

3.  Verantwortung übernehmen – das ist unabdingbar für Vertrauen

Du gibst Fehler zu, übernimmst die Verantwortung dafür und bist auch in der Lage sie zu verzeihen.

4.  Geheimhaltung – ohne sie ist Vertrauen nicht möglich

Was jemand mit dir im Vertrauen teilt, bleibt geheim. Unter allen Umständen.

Klatsch scheint zunächst einmal Vertrauen und Nähe zu schaffen. In Wahrheit untergräbt es Vertrauen. Denn die Person, die Geheimnisse verrät wird es auch bei dem machen, was du ihr anvertraust.

5.  Integrität schafft Vertrauen

Integer zu handeln bedeutet nicht nur über deine Werte zu sprechen, sondern kontinuierlich danach zu handeln. Denn Werte steuern dein Handeln. Es bedeutet Mut über Bequemlichkeit zu wählen. Das was richtig ist über das was schnell und einfach ist. Kannst du aus 350 Werten deine top 2 Werte nennen? Das kann kaum jemand obwohl es oft an einem Werte Konflikt liegt, wenn wir Vertrauen verlieren ; und fast immer wenn wir unglücklich sind. Hier findest du eine kostenlose Werte Übung.

6.  Nicht verurteilen

Du kannst vor jemandem zusammenbrechen, um Hilfe bitten, deinen inneren Kampf zeigen, deine Schwäche. Der Mensch, dem du vertrauen kannst, wir nicht über dich urteilen. Er wird helfen ohne eine Gegenleistung zu verlangen und vor allem ohne über dich zu urteilen.

Und was er ganz sicher nicht sagen wird: „Ich habe es dir ja gleich gesagt.“ oder „ wie konnte dir das bloß passieren?“

7.  Großzügigkeit schafft Vertrauen

Vertrauen gewinnst du und hast du, wenn du das Beste über die Absichten und Handlungen eines Menschen annimmst und umgekehrt.

Auf diesen Säulen beruht übrigens auch unser Selbstvertrauen. Wenn uns etwas Schlimmes oder Dummes passiert, sagen wir oft über uns selbst Dinge wie: „Ich traue mir selbst nicht mehr.“ Und gehen zeigen uns damit wenig Selbstliebe.

Frage dich in dem Fall ob du nach den 7 Säulen gehandelt hast.

Hast du – als Beispiel– deine eigenen Grenzen geachtet?

Hast du die eines anderen Menschen überschritten?

Weißt du, wann du es tust? Woher?

Wie behandelst du dich selbst?

Wenn du dir selbst nicht vertraust, kannst du anderen auch nicht vertrauen

Gerade in der heutigen schnelllebigen, anspruchsvollen und sich ständig verändernden (Arbeits-) Welt, ist es wichtig mit Menschen offen und konstruktiv über Misstrauen zu sprechen, wenn es nötig ist; und das Vertrauen zu anderen wieder herzustellen, wenn es gebrochen wurde.

In der Fortsetzung zu diesem Artikel erfährst du welche innere Haltung du brauchst um Vertrauen aufzubauen.

Artikel von

Jeanette

Jeanette

Ich bin Jeanette – Business Coach & Aufbruch Komplizin. Ich helfe Frauen wie dir, deinen Traumberuf zu finden und dein besonderes Talent in die Welt zu bringen, das so, nur du hast. Kurz: das Leben zu bekommen, das du verdienst. Du bekommst bei mir: 1. Selbsterkenntnis: Um zu wissen, was du wirklich willst, 2. Mut: Um dein Ziel auch zu erreichen, 3. Einen Handlungsplan: Um zu wissen, wie du dort hin kommst. www.jeanettebouffier.de Jeanette ist Systemischer Business Coach, ILP Coach, MindBody & Burnout Prävention Coach. Ihr Motto: Dein Leben. Deine Regeln.

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Ich bin Jeanette – Business Coach & Aufbruch Komplizin. Ich helfe Frauen wie dir, deinen Traumberuf zu finden und dein besonderes Talent in die Welt zu bringen, das so, nur du hast. Kurz: das Leben zu bekommen, das du verdienst. Du bekommst bei mir: 1. Selbsterkenntnis: Um zu wissen, was du wirklich willst, 2. Mut: Um dein Ziel auch zu erreichen, 3. Einen Handlungsplan: Um zu wissen, wie du dort hin kommst. www.jeanettebouffier.de Jeanette ist Systemischer Business Coach, ILP Coach, MindBody & Burnout Prävention Coach. Ihr Motto: Dein Leben. Deine Regeln.

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

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