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Vom Provinzkoch zum Autor

Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2022.

Als Wirtshauskind war meine Zukunft eigentlich vorherbestimmt. Ich absolvierte eine Lehre als Koch und es war klar, dass ich eines Tages den elterlichen Gasthof übernehmen würde. Für den jungen Kerl, der sein Leben noch vor sich hatte und dem wichtig war, dass er zum Fußballspielen frei bekam, war das auch absolut in Ordnung. Ich kannte nichts anderes und kam auch garnicht auf die Idee, mir über etwas anderes Gedanken zu machen.

Der Auslöser

Doch als ich mit 21 Jahren meine Mutter durch einen Gehirntumor verlor, stürzte ich in eine Sinnkrise. Wer bin ich? Was will ich? Was wünsche ich mir? Das waren die Fragen, die ich mir stellte, als ich mit dem Tod konfrontiert wurde und mir der Verlust meiner Mutter so heftig zu schaffen machte.

Durch den Kummer griff ich zum Stift, und therapierte mich nicht nur mit dem Schreiben, sondern beschrieb auch meine Vorstellungen vom Leben, der Liebe und das Menschsein, auch wenn bis dahin Literatur so gut wie keinen Stellenwert in meinem Leben hatte. Doch nach und nach merkte ich, wie toll es ist, mit Worten Welten zu kreieren und der Traum war geboren, eines Tages einen Roman zu schreiben.

Wozu fühlst du dich berufen?

Die Bücher, die ich bis dahin gelesen hatte, konnte ich an einer Hand abzählen. Und vom Handwerk des Geschichtenerzählens hatte ich überhaupt keine Ahnung. Aber ich spürte deutlich, dass das meine Berufung war. Ich erinnere mich gut daran, dass ich ein Buch von Hermann Hesse zur Hand nahm, irgendeine Seite aufschlug und ein paar Sätze las. Und dann dachte ich mir: All die Wörter, die er benutzt, kenne ich. Die Kunst besteht ja eigentlich nur darin, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Und das kann man lernen. Dank Internet, das Ende der Neunziger immer mehr auf dem Vormarsch war, konnte ich mich mit wenigen Klicks fortbilden und mich mit Leuten austauschen, die Erfahrung mit dem Handwerk hatten.

Ohne Schweiß kein Preis

Wenn etwas möglich ist, dann kann man es auch erreichen, wenn man es unbedingt will und mit Konsequenz verfolgt. Das ist bis heute mein Leitsatz und gilt für nahezu jeden Bereich. Vielleicht schafft man es nicht heute, auch nicht morgen, aber eines Tages, und vor allem dann, wenn die Zeit reif dafür ist. Denn erfüllt sich ein Ungelernter den Traum der Selbstständigkeit, wird er damit nicht glücklich werden.

Kurzum: Ich hatte einen Traum, wusste aber, dass ich erst das Handwerk erlernen musste.

Nachdem ich mich neun Jahre mit Büchern über das Schreiben fortgebildet hatte, in Schreibforen Kontakte geknüpft und Auseinandersetzungen gesucht hatte, viele meiner Werke zur Diskussion gestellt und mich intensiv mit der Verlagswelt beschäftigt hatte, war die Zeit reif und ich konnte einen kleinen Verlag für meinen Debütroman ‚Das Mondgeheimnis‘ begeistern.

Neue Träume

Als mir ein Jahr später ein Filmemacher schrieb, dass es ihm eine Ehre wäre, diesen Roman zu verfilmen, rutschte ich in das Filmgeschäft und ein neuer Traum war geboren: Ich wollte meine Geschichten auf der Leinwand und der Mattscheibe sehen.

Die ersten Jahre machte ich die bittere Erfahrung, dass es im Mediengeschäft  wesentlich härter zur Sache geht, man vielen Dampfplauderern auf den Leim gehen kann und die Chance, erfolgreich zu sein, unglaublich gering ist und hart erkämpft werden will. Zudem musste ich viel Neues lernen. Aber mir war klar, dass Aufgeben keine Option war: Schaffen das andere, kannst du es auch schaffen!

Entbehrungen

Nur musste ich für diesen Traum so reduziert wie möglich leben, um ihn so schnell wie möglich verwirklichen zu können. Ich begab mich in das Hamsterrad immer nur solange, bis es genug zum Leben abwarf. Die restliche Zeit wollte ich für meinen Traum ackern. Ich wollte weniger Gehalt, dafür auch weniger Arbeitsstunden. Ich opferte meine Urlaubstage, um meine Wochenstunden in meiner Arbeit weiter zu minimieren. Ziel war es, so viel Zeit wie möglich am Tag für das Schreiben zu haben, wie nur möglich. Lieber sechs Tage fünf Stunden arbeiten, als drei Tage zehn Stunden.

Risikobereitschaft

2010 kam ich mit meiner Freundin zusammen, zog zu ihr und nutzte so die Chance, mich selbstständig zu machen und alle Brücken zum bisherigen Leben abzubrechen. Mit dem Verkauf meiner Möbel, des Autos, und einem kleinen Erbe hatte ich ein gutes finanzielles Polster, das es mir ermöglichte, meine Zeit nicht mehr mit einer Arbeit zu vergeuden, die mich unglücklich machte und eben nur ein Job war. Aber es bedeutete natürlich auch eine gewisse Risikobereitschaft. Schließlich hatte ich zunächst mehr Ausgaben, als Einnahmen. Aber ich glaubte fest an mich. Trotzdem wurde es zum Wettlauf mit der Zeit, denn die Zeit war nicht so schnell reif, wie ich dachte. Mit den Jahren schmolz das Geldpolster weg, ohne, dass ich den Durchbruch schaffte.

Nicht nur auf eine Karte setzen

Ich machte natürlich auch viele Fehler. Einer davon war, sich nur auf ein Projekt zu konzentrieren. Ich verlor über ein Jahr, in dem ich an einem Drehbuch arbeitete, das längst begraben ist, ohne, dass ich auch nur einen Cent daran verdient hatte.

Daher betrieb ich daraufhin sehr viel Akquise über Portale wie Xing und Facebook, versuchte mich nicht nur mit Romanen und Filmen, sondern entwickelte auch Serien-Konzepte, Theaterstücke und Imagefilme. Zudem generierte ich zusammen mit meinem Drehbuchpartner Chancen um Chancen, um endlich einen Treffer zu landen. Ich war mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es endlich klappen würde.

Tod des Hamsterrads

Tatsächlich bekamen wir dann im Oktober 2014 den Entwicklungsauftrag für ein TV-Movie. Es war, als wäre das eine Art Startschuss gewesen. Denn plötzlich taten sich in vielerlei Hinsicht Möglichkeiten auf. Denn nach dem TV-Film ist bereits eine Kino-Komödie in Planung. Und etliche weitere Film- und Kinostoffe stehen in den Startlöchern. Daher ist es aktuell so, dass ich zwar in Arbeit ertrinke, aber diesen Tod genieße. Denn dafür habe ich mein Leben lang geackert. Rückblickend betrachtet ist also Geduld eine sehr wichtige Eigenschaft, um seinen Traum zu verwirklichen. Wobei ich zugegebenermaßen nicht sehr geduldig bin. An jedem Silvesterabend dachte ich mir nämlich immer wieder aufs Neue: Aber dieses Jahr werde ich davon leben können. 

Breit aufgestellt

Die Wahrscheinlichkeit auf eigenen Füssen stehen zu können vergrößert sich, wenn man mehrere Standbeine hat. Und wenn man es dann mal geschafft hat, gilt es, nicht nachzulassen und sich weiterhin breit aufzustellen.

Daher habe ich trotz meiner großen Liebe zum Film der Literatur nicht abgeschworen. Jemand sagte mir mal: Bevor deine Mutter in den Himmel kam, schenkte sie dir mit dem Schreiben den Himmel. Er hatte absolut Recht damit!

Und genau deshalb schreibe ich als Hommage an sie Liebesromane mit Seele, die ich in ihrem Namen veröffentliche. ‚Seelenkuss mit Himbeereis‘ ist nach ‚Traummänner und andere Hirngespinste‘ nun bereits der zweite Liebesroman, der unter dem offenen Pseudonym ‚Anna Fischer‘ erschienen ist und der es erfreulicherweise binnen zwei Wochen in die “Top 50“ der Amazon-Kindle-Charts geschafft hat. Vielleicht stand diese Veröffentlichung durch meine Mutter unter einem guten Stern. Wer weiß … 

Was mir geholfen hat

So komisch das klingen mag: Aber ich hatte nur sehr wenig Talent zum Schreiben. Und meiner Meinung nach dient ein großes Talent lediglich dazu, einen gewissen Vorsprung gegenüber Leuten zu haben, die nicht so talentiert sind und sich das erst erarbeiten müssen.

Das, was mir geholfen hat, waren meine Kritikfähigkeit, meine Lernbereitschaft und mein unbändiger Wille, es absolut zu wollen. Man sollte demütig mit Kritik umgehen und nicht glauben, dass man perfekt ist. Immer lernwillig sein und sich immer hinterfragen. Ich glaube, dass man sich nur so weiter entwickeln kann. Nicht nur im Schreiben, sondern auch als Mensch.

Am Ziel

Man lernt nie aus, heißt es oft fürs Leben. Und so ist es auch in kreativen Berufen wie dem des Autors. Ich werde nie auslernen. Das Handwerk ja, aber die Kunst ist dem Wandel der Zeit unterzogen, und morgen kann man über etwas schreiben, was es heute noch nicht gibt. Aber ich habe es geschafft, meine Berufung zu leben und ich möchte allen Mut machen, sich mit dem zu verwirklichen, zu dem sie sich berufen fühlen. Die Welt bestünde nur noch aus glücklichen Menschen. Wenn du dich zu etwas berufen fühlst, kannst du dich ohnehin bereits glücklich schätzen. Schließlich wissen viele Menschen nicht einmal, welche Talente in ihnen schlummern. Mit deiner Berufung hast du eine Chance, die du auch nutzen solltest. Daher vergeude keine Minute mit Zögern, sondern mach dich sofort auf den Weg. Mit jedem Schritt, den du getan hast, näherst du dich deinem Ziel. Niemand anders wird den Weg für dich gehen. Je eher du damit anfängst, desto schneller hast du ihn hinter dir.

Lass es dir gut gehen!

Wie du von deinen Träumen profitieren kannst 1

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

7 Sofortmaßnahmen gegen dein Hamsterrad

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Damit es sich auch andere gut gehen lassen
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3 Antworten

  1. Eine tolle Geschichte! Einen ähnlichen Traum hatte ich vom Linux-Systemadministrator und anschließend Linux-Entwickler werden.

    Mein Motivationsspruch, den ich anderen empfehle lautet:
    “Wenn Du etwas kannst oder davon träumst es zu können, fang damit an!”

    Es steht viel lernen am Anfang, aber wie der Autor es schon sagt, gibt es Menschen, die einen auf dem Weg zur Berufung unterstützen.
    Ich habe die Unterstützung nicht im Ausbildungsbetrieb, sondern in Foren und Communities gefunden, wo richtige Experten aus dem Gebiet unterwegs sind.
    In meinen sozialen Netzwerken bin ich auch fast nur mit solchen vernetzt und man kann sie immer fragen.

    Ich habe es inzwischen zum Linux-Systemadministrator geschafft und habe meinen ersten Traum zur Wirklichkeit werden lassen. Das ist vergleichbar mit dem Schritt zum Autor.

    Jetzt steht der Schritt zum Linux-Entwickler mit anschließender Selbstständigkeit vor mir. Das ist oben mit der Filmwelt vergleichbar. Mein Wunsch ist es irgendwann hauptsächlich für Communities zu arbeiten, selbst zu bestimmen, wann und wo ich was mache, und dafür bezahlt zu werden. Dafür muss man richtig gut sein!

    Deshalb werde ich noch richtig viel dafür lernen müssen und dann das Risiko eingehen müssen, dass ich mich selbstständig mache.

  2. Hallo Stefan,

    wahnsinn, wirklich beeindruckend und motivierend.
    Dein Umfeld war wahrscheinlich nicht immer motivierend.

    Solche Geschichten sind für uns alle Hamsterradler, die wir oft glauben nicht gut genug zu sein oder zu wenige Zertifikate zu haben, ein unglaublicher Antrieb.

    Danke auch an Dich Markus, das Du wieder mal einen tollen Menschen und eine tolle Geschichte ausgegraben hast.

    Liebe Grüße vom Ammersee, Zoltan

  3. Tolle Geschichte und ganz herzlichen Glückwunsch dazu, dass du das geschafft hast! 🙂
    Mein Traum ist auch vom Schreiben zu leben, das weiß ich jetzt endgültig, nachdem ich lange Zeit im Trüben gefischt hatte und ein paar mal vom Weg abgekommen bin.
    Aber wenn man wirklich mit dem Herzen dabei ist, dann schafft man das auch! 🙂

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