Willkommen in der „VUKA-Welt“

VUKA

Wir befinden uns gerade in einer echt chaotischen Zeitepoche. Gesellschaftlich, wirtschaftlich und auch privat durchleben wir den täglichen Wahnsinn, für den es kaum eine Beschreibung gibt. 

Wir leben in einer „VUKA-Welt“ 

…habe ich letzte Woche bei einer Fortbildung gelernt. 

Die Dozentin war doch sehr erstaunt, dass wir von diesem Begriff noch nichts gehört hatten. Doch schließlich kommt sie aus Berlin und wir waren gerade in einem kleinen Ort im Thüringer Wald. Da herrschen schon mal andere Zustände. 

Jedenfalls, als sie uns dann berichtete, was sich hinter diesem tollen Begriff verbirgt, ging ein „AAH“ durch die Reihen. Schließlich leben wir nicht ganz hinter dem Mond und machen auch so unsere Erfahrungen damit. Wie auch immer, jetzt hat das Kind einen Namen, und er findet auch seinen Weg zu uns. 

Also, für alle, die damit auch nichts anfangen können, machen wir es kurz. VUKA steht für:

V    Volatilität, Flüchtigkeit

Wir leben in einer Zeit ständiger Veränderung. Alles erscheint instabil und selbst kleine Veränderungen werden unvorhersehbar. Ereignisse verlaufen völlig unerwartet. Das Verständnis von Ursache und Wirkung wird mitunter unmöglich, da es scheinbar keine Zusammenhänge gibt.

U    Unsicherheit, Ungewissheit

Ergebnisse lassen sich kaum noch vorhersehen oder berechnen. Waren Prognosen und Erfahrungen in der Vergangenheit die Grundlagen sämtlichen Handelns und wichtig für die Gestaltung der Zukunft, ist es kaum mehr vorhersehbar, worauf man bauen kann. Die Planung von Investitionen, Entwicklungen und Wachstum wird fast unmöglich. Wo es heute noch sichere Arbeitsplätze gibt, weiß man morgen schon nicht mehr, wohin die Reise gehen soll.  

K    Komplexität

Unsere Welt ist komplexer denn je. Probleme und deren Auswirkungen sind nicht mehr so einfach zu durchschauen und schwerer zu verstehen. Es vermischen sich die verschiedenen Ebenen, und Zusammenhänge werden unübersichtlicher. Entscheidungen werden zu einem nicht mehr steuerbaren Geflecht aus Aktion und Reaktion. Die Entscheidung für den einen richtigen Weg ist kaum noch möglich.

A    Ambiguität, Mehrdeutigkeit, Uneindeutigkeit

Gab es früher den „einzig wahren Weg“, die „beste Methode“, ist heute etwas selten ganz eindeutig oder exakt bestimmbar. Nicht nur schwarz oder weiß, auch bunt ist eine Option. Die Anforderungen sind gerade in der Arbeitswelt widersprüchlicher und paradoxer denn je und stellen das persönliche Wertesystem komplett auf die Probe. Das „Was?“ tritt hinter dem „Warum?“ und dem „Wie? zurück. Entscheidungen fordern Mut, Bewusstheit und Fehlerfreudigkeit.


Und? Kommt euch bekannt vor, nicht wahr. Bringt eigentlich alles auf den Punkt. 

Jeder von uns kommt mit den Auswirkungen dieser Entwicklung in Berührung und hat so seine Strategie damit umzugehen. Und in all diesen turbulenten Zeiten scheint wohl der einfachste Weg zu sein, an dem festzuhalten, was wir besitzen, egal wie nützlich oder schädlich es sich auf uns auswirkt. Dazu gehört vor allem auch das Verharren im Hamsterrad. Wir sitzen mitten im Sturm in einem Boot und haben die Ruder eingezogen in banger Erwartung, wohin es uns wohl treiben wird.

Um mit dieser „VUKA-Welt“ zurecht zu kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Wir können sie ignorieren und weitermachen wie bisher. Vogel-Strauß-Taktik sozusagen. Was ich nicht sehe(n will), existiert nicht.
  2. Wir können dagegen ankämpfen, so nach dem Motto „Früher war alles besser“ und in den alten Vorstellungen stecken bleiben.
  3. Wir können uns anpassen und uns treiben lassen, mal schauen wohin uns diese Entwicklung bringt. Wir hängen sozusagen unser Fähnchen in den Wind und schließen uns dem an, was gerade  „In“ ist.
  4. Wir können sie uns schön trinken. Zugegeben nicht die beste Lösung, doch durchaus die gängigste. Partys, Feste feiern, Hoch die Tassen. Das hilft jedoch nur bis zu dem Augenblick, wenn uns am nächsten Montag Morgen wieder die Realität einholt.
  5. Wir können sie zu unserer persönlichen Entwicklung nutzen. Bedeutet allerdings viel Arbeit an uns selbst und ist tierisch anstrengend. Aber überaus lohnend und wertvoll.
Passender Artikel:  Meditation für Anfänger - Eine einfache Anleitung für Neueinsteiger

Das bringt uns zur nächsten Frage.

VUKA Welt
Free-Photos / Pixabay

Wie könnten wir denn die Zeitqualität der „VUKA-Welt“ nutzen?

Eine Antwortmöglichkeit steckt ebenfalls im Namen.

V    Vision

Wir erschaffen uns ein Bild von einer Zukunft, wie wir sie uns wünschen. Dieses Bild dient als Kompass und Orientierung, es stiftet Sinn und motiviert. Wir bringen unseren inneren und äußeren Antrieb in Einklang. Es bedeutet auch, eine Vision über unser kleines Selbst hinaus zu entwickeln. Für eine Gemeinschaft und letztendlich auch für die ganze Welt. Think nicht nur different, sondern auch big.

U    Understanding, Verständnis

Wir lernen, Zusammenhänge zu verstehen, Meta-strategisch zu denken und zu planen. Wir beobachten unsere Gedanken und Gefühle und das daraus resultierende Verhalten. Angst und Widerstand werden in produktive Energie umgewandelt. Selbstreflexion heißt hier das Zauberwort.

K    Klarheit, Einfachheit

Wir setzen unseren Fokus auf das wesentliche, auf das was zählt und wirklich wichtig ist. Das führt dazu, dass wir Vertrauen entwickeln, da Zusammenhänge und Prozesse transparenter werden. Unsere Kraft und Energie setzen wir genau dort ein, wo sich deren Wirkung am besten entfalten kann. 

A    Anpassung, Agilität

Die „das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität ist keine wirkliche Option mehr für uns. Wir lernen Entscheidungen zu treffen, auch wenn wir dabei Fehler machen und fördern damit eine konsequente Entscheidungs- und Fehlerkultur. 

Je dynamischer die Außenwelt, desto sinnvoller wäre eine ruhige klare Innenwelt. Nur so können wir langfristig sicherstellen, nicht von der VUKA-Welle mitgerissen zu werden. 

Viele Organisationen und Unternehmen begegnen der VUKA-Welt mit hoher Flexibilität und Innovationsbereitschaft. Doch auch sie sind nicht selten total überfordert und verunsichert von den Ansprüchen, die die VUKA-Welt an sie stellt. Und wir, als Teilchen im Getriebe, sind durch unser Agieren im Hamsterrad ein fester Bestandteil davon. Und treiben somit nicht selten führerlos auf dem großen Ozean der unbegrenzten Möglichkeiten. 

Wenn wir uns die Auswirkungen der VUKA-Welt so betrachten, geht es vielleicht gar nicht so sehr darum, wie wir aus diesem Wahnsinn heraus kommen und das Hamsterrad verlassen können. 

Stell dir mal vor, dass du vielleicht dort, wo du gerade bist, genau an der richtigen Stelle bist. Vielleicht besteht deine Aufgabe darin, die Einflüsse und Möglichkeiten der VUKA-Welt zu nutzen, um eine komplett neue Arbeitswelt mit zu erschaffen, die das Hamsterrad hinfällig macht. Und stell dir mal vor, du bist ein Teil der großen Veränderungen und kannst deinen ganz persönlichen Beitrag leisten. Das wär doch mal eine richtig große Vision, oder?

In diesem Sinne – Lebe lieber Außergewöhnlich!

Ein Artikel von Steffi Immelmann-Kupke

Artikel von

Steffi Emmelmann-Kupke

Steffi Emmelmann-Kupke

Als naturheilkundlich tätige Tierärztin habe ich schnell festgestellt, dass zu einem ganzheitlichen Ansatz auch der Tierbesitzer gehört. Häufig stellt dieser sogar eine Heilblockade dar. Also lag es nahe, mich auch mit der menschlichen Seite zu beschäftigen und so wurde ich schließlich Heilpraktikerin für Psychotherapie. Mittlerweile bin ich mehr lehrend tätig und beschäftige mich auf meiner Seite www.raumzurwandlung.de mit Veränderungen, Transformation, Psychosomatik und Selfleadership.

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Steffi Emmelmann-Kupke

Steffi Emmelmann-Kupke

Als naturheilkundlich tätige Tierärztin habe ich schnell festgestellt, dass zu einem ganzheitlichen Ansatz auch der Tierbesitzer gehört. Häufig stellt dieser sogar eine Heilblockade dar. Also lag es nahe, mich auch mit der menschlichen Seite zu beschäftigen und so wurde ich schließlich Heilpraktikerin für Psychotherapie. Mittlerweile bin ich mehr lehrend tätig und beschäftige mich auf meiner Seite www.raumzurwandlung.de mit Veränderungen, Transformation, Psychosomatik und Selfleadership.

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

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