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Was ich glaubte, sein zu müssen

Was ich glaubte

Ich dachte immer, ich müsste genauso toll tun wie die anderen um mich herum. Jemand sein. So tun, als ob ich schon alles geschafft hätte. Immer im Stress sein, immer zu viel zu tun haben – mit täglichem 16-Stunden-Arbeitstag und rund-um-die-Welt-Reisen.

In der Modebranche fiel ich mit meinen 180cm auf, hatte einen Image-Job mit großem schwarzen Auto und schwarzem Anzug und irgendwie auch viel schwarz in meinem Kopf.

„Welch eine schöner Job!“ sollte ich denken, tat es aber nicht! Ich bekam Dauerkopfschmerzen, Herzschmerzen und eine depressive Grundstimmung. Ich habe vergessen, was mir wirklich wichtig war!

Was ich eigentlich will …

… ist der stille Sonnenaufgang am Horizont… die Ruhe… die Naturwiesen… die Weite… gut gelaunte, positive Menschen…

Ich musste mein Leben ändern!

So konnte es nicht weiter gehen! Ich glaube nur halb an ein Leben nach dem Tod, aber bin felsenfest von einem Leben VOR dem Tod überzeugt! Zum Glück durfte ich drei Kinder, darunter Zwillinge bekommen. So fiel mein Kartenhaus von Karriere, Beruf und Jetset-Leben nämlich von einem Tag auf den anderen über mir zusammen. Den Gedanken, weit raus ans „Ende der Welt“ zu ziehen, traute ich meinem Umfeld gar nicht zu sagen.

Was andere meinten, mir mitteilen zu müssen

„Das geht nicht!“
„Auf dem Land kannst du kein Geld verdienen!“
„Und mit drei Kindern! Die sind immer krank! Das klappt nie!“
„Und überhaupt, Redner gibt es wie Sand am Meer, dich braucht keiner!“

Mein persönliches Fazit

So fiel es mir schlussendlich noch leichter ans Ende der Welt zu ziehen. Heute lebe ich statt in Paris oder Nürnberg oder Leipzig im herrlichen Vogtland. Und plötzlich sah ich meinen Himmel wieder und wusste, wo Süden und Norden war.

Wie der Geruch von Sommer und Heimat duftet, wie Naturwiesen aussehen. Ich fühlte mich frei und geborgen und verstanden und geerdet – ICH war wieder da!!!

Meine Werte, mein Selbst, meine Liebe zum Leben konnten sich wieder frei entfalten! Ich hatte meine Kraft und meine Wurzeln wieder.

Seit einigen Jahren schreibe ich, um das ganze Hätte-Müsste-Thema zu verarbeiten, mein Tages-Fazit. Darin versuche ich täglich auf positivste Weise meine Erfahrungen (ja, auch „Fehler“, davon gibt es sogar einige!!) in einem Satz zu formulieren, und was ich Gutes für den Rest meines Lebens daraus lerne.

Hilft. Sehr sogar.

Ein Leben gefüllt mit Liebe

Das Geniale an Wurzeln und Kraft ist, dass man Dinge schaffen kann, an die man selbst vorher gar nicht dachte. In meinem Fall wusste ich lange Zeit nicht einmal, dass es den Beruf Redner/Speaker überhaupt gibt. Dazu kamen noch ein paar staatliche Institutionen, die mir sagten, mein Beruf stehe nicht in ihrer Liste und existiere also nicht.

Aber, und das ist ein sehr wichtiges Aber: ICH konnte nicht anders, als vor Menschen zu stehen und mit ihnen zu sprechen.

Erst mit Schülern, dann mit Studenten, dann mit Führungskräften, dann vor großem Publikum. Erst mit 5 Personen, dann mit 300.

Ich habe übrigens mehrmals versucht, mit meinem Job aufzuhören, aber immer wieder wurde ich begeistert irgendwo angefordert, weil mir alle zuhörten (was sonst anscheinend nicht immer der Fall ist?!).

Also musste ja irgendetwas dran sein, an diesem herrlichen, neuen, liebevollen Leben. Meine Kinder lernten meinen verrückten Beruf lieben, weil Mama alle unmöglichen Termine möglich machen konnte, sie Mittagskind sein durften und die Mama in vielen Fällen auch noch ziemlich gute Laune hat.

Manchmal dürfen sie mich sogar zu Vorträgen begleiten. Sie schreiben sogar mittlerweile – total inspiriert von ihrer verrückten Mutter – eigene Bücher!

Es ist mir wichtig, dass es mir gut geht!

Ich finde immer, uns selbst können wir wenig ändern, aber die Situation um uns herum – die können wir leicht ändern. Also passe ich auch beruflich immer wieder an, was mir, meinen Lieben und meinem Leben gut tut.

Mittlerweile arbeite ich ausschließlich für Projekte, die mir Spaß machen. Schüler-Vorträge, Lehrer- und Eltern-Vorträge… Eine eigene Band habe ich auch, mit der ich mit eigenen Shows Menschen zu mehr Liebe in ihrem Leben begeistern darf … Es war, wie schon geschrieben, ein langer, harter Weg.

Aber ich genieße! Jede Sekunde der Freiheit, der Liebe zu meinem Tun, zu diesem herrlichen Glücksgefühl! Nur deshalb kann ich meine Fans mit diesem Gedanken anzünden – weil ich selbst leidenschaftlich brenne!

Liebe Leser und Leserinnen,

ich habe mein Leben lieben gelernt, weil ich machen darf (ohhh, was das für eine Arbeit war und ist!), was mir gut tut. Mein Job tut mir gut, meine Familie tut mir gut und mein ach so sehr geliebtes “Ende der Welt” tut mir gut.

Und ich achte täglich darauf, Dinge zu tun, die mir gut tun. In meinen Vorträgen ist jeder Satz erlebt, im Leben erarbeitet, durch Tränen und Lachen zustande gekommen.

Keine oberflächlichen Tschaka-Rufe und „Wie werde ich bis morgen erfolgreich?“-Floskeln – nein, ich lebe und liebe jeden Satz!

Und weil ich lebe, was ich auf der Bühne mit euch bespreche, und mir das ganze auch noch riesigen Spaß macht, weil ich immer dazulernen darf und immer ganz viele tolle Menschen kennenlernen darf, werde ich niemals, aber auch wirklich niemals aufhören, das zu tun, was mir so gut tut, weil ich merke, dass es andere Menschen so herrlich ansteckt!

So, das war heute aber mal ehrlich. Ehrlich macht mir echt mehr Spaß als immer so tun, als ob. Also auf, lasst uns das Leben mit echter Liebe füllen – da lebt es sich doch viel angenehmer! Schön, dass ihr das hier lest und ich für euch schreiben darf. Schon wieder etwas Schönes in meinem Leben!

Ein Gastartikel von Janet Schaer

Artikel von

Janet Schaer

Janet Schaer

Rednerin. Autorin. Illustratorin. Herzerwärmerin. Mutter von 3 Kids. Power ohne Ende und ganz schön wahnsinnig. Auf ihrer Webseite, in ihren Reden und Büchern hilft sie Menschen dabei mit neuem Tatendrang ihrem (All-, Arbeits-, Schul-) Tag zu erleben,  den Augenblick wieder lieben zu lernen und Entspannung zu finden sowie mit viel Lieben, Lachen, Leidenschaften ihre Potentiale zu erkennen! Du findest mehr auf http://www.janetschaer.de/

3 Comments on “Was ich glaubte, sein zu müssen

Janet
16. Februar 2016 um 11:49

Markus, ich danke dir für diesen herrlichen Platz auf deiner Seite und in deiner Arbeit!
Danke Leute, dass mein Leben euch inspiriert!

Ganz viele frühlingsfrische Grüße,
Eure
Janet

Alexandra
12. Februar 2016 um 14:22

Hallo Janet,

vielen Dank für diesen tollen und ehrlichen Artikel, der vor Lebensfreude gerade so strahlt :-).

Für mich ist das so gut nachvollziehbar, auch meine Prios haben sich geändert und das ist wohl das Gute an ausgelaugten und kraftlosen Zeiten mit verstimmten Gefühlen. Aussagen à la „man muss …, man hat …, man braucht …“ nerven mich noch immer. Wenn es mich aber glücklicher macht, in der Natur zu sein, „nur“ einen 40- statt 70 h-Job zu haben, ich gerne auf eine Handtasche im Wert eines Kleinwagens verzichte, weil mir das Logo nichts bedeutet, dafür lieber verreise und trotzdem nicht ausschlafe, weil mich die aufsteigende Sonne und die Ruhe vor Tagesanbruch ebenso faszinieren wie Menschen mit positiver Energie, dann frag ich mich, was denn für mich wohl richtig ist :-).

Eine gute Zeit mit ganz vielen sonnigen Augenblicken 🙂

lg Alexandra

Janet
16. Februar 2016 um 11:47

Liebe Alexandra, ich finde mittlerweile frohen Herzens: Lass uns nur das tun, was uns gut tut. Ich sehe täglich in meinen Seminaren, was passiert, wenn wir das nicht tun!

Ich glaube, wir 2 würden uns allein am Strahlen unserer Augen erkennen – das sieht und liest man nämlich auch bei dir 🙂

Ganz viele Grüße zu dir, heute mal von meinem Ende der Welt, wir haben nämlich Ferien!

Janet

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Janet Schaer

Janet Schaer

Rednerin. Autorin. Illustratorin. Herzerwärmerin. Mutter von 3 Kids. Power ohne Ende und ganz schön wahnsinnig. Auf ihrer Webseite, in ihren Reden und Büchern hilft sie Menschen dabei mit neuem Tatendrang ihrem (All-, Arbeits-, Schul-) Tag zu erleben,  den Augenblick wieder lieben zu lernen und Entspannung zu finden sowie mit viel Lieben, Lachen, Leidenschaften ihre Potentiale zu erkennen! Du findest mehr auf http://www.janetschaer.de/

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