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Weniger ist mehr: Wie eine einfache Kiste dein Leben verändern kann

weniger ist mehr

Krempel soweit das Auge reicht

Regale voller Bücher, CDs, DVDs und irgendwelchen Andenken. Schubladen voller Krempel, Berge an Elektrogeräten und Kabeln. Kommt dir das auch bekannt vor? Wir haben eine riesige Menge an Dingen, in unseren Wohnungen herumstehen und häufig sind es viel mehr, als wir wirklich brauchen.

Unsinn?

Ja, so dachte ich auch einmal. Glücklich zwischen den Bergen aus Besitztümern glaubte auch ich daran, dass dies alles so seine Richtigkeit habe. Schließlich fühlt man sich gut, wenn man etwas Neues kauft und genau weiß: Wenn ich irgendetwas brauche, dann habe ich es da, egal wie unwahrscheinlich es auch ist, dass ich es je brauchen werde. Weniger ist mehr steht nicht auf der Agenda.

Interessanterweise besitzen die meisten Menschen in den wohlhabenderen Ländern im Durchschnitt 10 000 Gegenstände. Das klingt viel, oder? Ist es auch! In den vergangenen paar Jahren ist diese Zahl quasi explodiert. Geht man zurück in die guten 90er Jahre, so umfasste der Durchschnittsbesitz nur etwa 1000 Gegenstände. 

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum das überhaupt interessant ist und wieso ich dir das hier erzähle. Eigentlich ist das ganz einfach und doch, ist uns das nur selten bewusst:

Weniger ist mehr: Zu viel Besitz frisst Zeit, Geld und macht unglücklich.

Geld verdienen, Neues kaufen, mehr Geld verdienen, noch mehr Neues kaufen, aber macht dies wirklich glücklich? Ergibt das irgendeinen Sinn? Nein?

Aber es kommt ja noch besser: 

Gerne übersehen und doch da

Das ganze Elend beim Besitz fängt schon bei dem Bedürfnis nach etwas Neuem an. Hast du dich jemals wirklich gefragt, wieso du immer etwas Neuem hinterherläufst? Nein? Dann solltest du dringend damit beginnen. 

Spielen wir das offensichtliche Problem, beim Teufelskreis „Besitz“, einmal durch:

Du siehst etwas Neues und glaubst, dass du den Gegenstand auch unbedingt haben musst. Hierdurch entsteht das Bedürfnis nach diesem Gegenstand. Um das Bedürfnis zu befriedigen musst du Geld ausgeben. Geld, dass du mit deiner Freizeit und deinem Schweiß erarbeitet hast. Ist der Betrag vorhanden, gehst du los, kaufst das Objekt deiner Begierde und für einen kurzen Moment fühlst du dich befriedigt und glücklich. Das Gemeine ist: Sobald du das Objekt hast, suchst du dir in der Regel ein neues Objekt, das zu einem Bedürfnis wird und schon beginnt das Spiel von vorne. Daher: Weniger ist mehr.

weniger ist mehr

efes / Pixabay

Das ist schon ziemlich fies, ABER es kommt noch besser!

Neben dem Streben nach immer neuen Dingen, die du deiner Sammlung hinzufügen kannst, gibt es noch einen quasi unsichtbaren Haken, den die meisten Menschen gar nicht wirklich bewusst wahrnehmen können oder wollen. 

Jedes Objekt in deiner Wohnung buhlt um deine Aufmerksamkeit, kostet dich Zeit und Geld.

Hast du dir einmal darüber Gedanken gemacht, wie viel mehr Zeit es kostet ein Regal mit dutzenden von Büchern, CDs und DVDs zu säubern und wie schnell dies ginge, wenn du nur wenige Teile in dem Regal stehen hättest? Klingt im ersten Moment noch nicht so wirklich überzeugend, doch wenn du dir einmal darüber klar wirst, dass du diese paar Extraminuten jedes Mal investieren musst, dann bist du schnell bei einigen Stunden im Jahr und es bleibt ja auch nicht bei dem einen Regal. Es gibt da ja noch die unzähligen Kabel, die Schubladen voller Dinge, die Massen an Elektrogeräten und kleinen Andenken, die Accessoires und ach so nützlichen Helferlein, die nie jemand benutzt.

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Jedes Objekt in deiner Wohnung kostet dich, neben der Anschaffung, auch später noch massiv Zeit und Geld.

Dinge gehen kaputt, sind irgendwann veraltet und müssen repariert, ersetzt oder überholt werden. Selbst das Entsorgen der Gegenstände kostet dich im günstigsten Fall Zeit und im dümmsten Fall auch noch Geld. Und wieder einmal: Weniger ist mehr und macht auch glücklich und zufrieden.

Und wozu das Ganze?

Machen wir uns nichts vor, viele der 10 000 Gegenstände kommen nie wirklich zum Einsatz oder zumindest nicht so häufig, dass sich der Aufwand lohnen würde, sie instandzuhalten und zu pflegen. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem du dich schweren Herzens von einigen Dingen trennst und sei es auch nur, um Platz für neue Dinge zu schaffen. Auch dieser Prozess kostet dich Zeit und manchmal auch Geld. Die Dinge verschwinden nicht einfach, sondern du musst sie entsorgen. Hierbei ist der schnellste, gleichzeitig aber auch ungünstigste, Weg, die Gegenstände einfach in einer Mülltonne zu versenken. 

Ein neuer Berg Arbeit, wartet auf dich, sobald du dich für eine Trennung entscheidest.

Neben der Ressourcenverschwendung ist es vor allem der Trennungsschmerz, der uns daran hindert, diesen schnellen Weg zu gehen. Stattdessen möchten wir für unsere Schätze noch etwas als Gegenwert haben. Zumindest ein wenig Geld, darf es dann doch noch sein. Hier wartet dann schon der nächste Berg Arbeit auf uns. Aussortierte Dinge wollen gesäubert, instandgesetzt, fotografiert und veräußert werden, dazu kommen Mails, die beantwortet werden wollen, Käufer mit zum Teil schrecklichen Manieren, mit denen man sich herumärgern muss und am Ende steht nicht selten das Verpacken und Verschicken an. Hat man es dann endlich geschafft, kauft man sich mit den Einnahmen etwas Neues und weiß doch eigentlich schon ganz genau, dass auch für diesen Gegenstand die gleiche Arbeit wieder ansteht. 

Viele der Gegenstände, die verkauft werden, sind noch neuwertig und teilweise nie genutzt worden. 

Fassen wir das also einmal zusammen: 

Wir haben das Bedürfnis, Gegenstände zu besitzen, die wir womöglich niemals benutzen. Müssen Geld ausgeben und wenn wir sie haben, fressen sie unsere Zeit, einfach nur weil sie da sind. Trennen wir uns doch irgendwann von ihnen, beginnt das Spiel mit neuen Gegenständen gleich wieder von vorne.

Was tun?

Zuerst einmal musst du dein Konsumverhalten hinterfragen. Brauchst du die Dinge wirklich? Benutzt du sie auch wirklich? Wenn die Antwort ist, dann kauf die Gegenstände gar nicht erst.

Doch was tun wir nun mit all dem, was schon da ist?

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Eine einfache Lösung für einen schweren Weg

Aussortieren würde wieder nur unnötige Zeit fressen und so gehen wir einfach einen anderen Weg. 

Besorge dir eine Kiste, die dein Leben verändern wird.

Diese Kiste stellst du irgendwo auf, wo sie stehenbleiben kann und sie nicht stört. Der Trick ist nun, nicht wieder Unmengen an Zeit ins Aufräumen und Aussortieren zu stecken, sondern dies ganz einfach nebenbei zu machen. Immer wenn dir etwas in die Hand fällt, was du nicht mehr brauchst, schon länger nicht mehr gebraucht hast oder von dem du weißt, dass es ein unsinniger Kauf war, landet es direkt in dieser Kiste.

Ist die Kiste voll, kannst du den Inhalt einfach spenden, verschenken oder auch verkaufen. Dies spart dir viel Zeit und wird auf längere Sicht dafür sorgen, dass du weniger Geld brauchst, weniger Zeit für all deine Besitztümer aufwenden musst und sich der Berg deines Besitzes langsam aber sicher verkleinert.

Wer nur das besitzt, was er auch wirklich nutzt, lebt freier, hat mehr Zeit und Geld und ist zufriedener, als all jene, die von ihren angesammelten Besitztümern erschlagen werden.

Also worauf wartest du noch? Schnappe dir eine Kiste und stelle sie auf, der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.

Besitze weniger – lebe unbeschwerter.

Ein Artikel von Katharina Krause.

Artikel von

Katharina Krause

Katharina Krause

Solange ich zurückdenken kann, hat mich das Schreiben schon fasziniert. Geschichten, Artikel, Anleitungen und schließlich sogar ganze Romane. Was als Hobby begann, wurde dann im Jahre 2015 zu meinem Beruf. Seit 2017 schreibe ich im Bereich Schwangerschaft und Erziehung für ein Onlinemagazin, in dem ich aus praktischer Erfahrung mit 4 eigenen Kindern schreiben kann. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Möglichkeiten mich selber weiterzuentwickeln und ein zufriedenes und glückliches Leben führen zu dürfen.

One Comment on “Weniger ist mehr: Wie eine einfache Kiste dein Leben verändern kann

TOm O.
14. Mai 2019 um 20:23

Hallo Markus,

eine klasse Idee mit der Box. Ich kann dir voll und ganz zustimmen, dass ein minimalistischer Lebensstil seine Vorzüge hat.

Alleine einmal durch mit der „Pareto Brille“ durch seine Wohnung oder sein Haus zu gehen und zu hinterfragen, ob ich dieses oder jenes wirklich benutze kann wunder wirken.

Ich freue mich auf weitere Artikel von dir.

Viele liebe Grüße,
TOm

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Katharina Krause

Katharina Krause

Solange ich zurückdenken kann, hat mich das Schreiben schon fasziniert. Geschichten, Artikel, Anleitungen und schließlich sogar ganze Romane. Was als Hobby begann, wurde dann im Jahre 2015 zu meinem Beruf. Seit 2017 schreibe ich im Bereich Schwangerschaft und Erziehung für ein Onlinemagazin, in dem ich aus praktischer Erfahrung mit 4 eigenen Kindern schreiben kann. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Möglichkeiten mich selber weiterzuentwickeln und ein zufriedenes und glückliches Leben führen zu dürfen.

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