Deine Geschäftsideen sind leider völlig wertlos

Wir kennen sie alle. Die Menschen, die dauernd darüber reden, was sie so am Laufen haben, welche Projekte und großartige Geschäftsideen in der Pipeline sind, was alles Großes ansteht und worüber sie jetzt eigentlich noch gar nicht reden sollten.

Und wo dann einfach nichts passiert.

Und du weißt es vermutlich von dir selbst: Du hast eine großartige Idee, die hundertprozentig funktioniert und ganz sicher einschlägt wie eine Bombe.

Oder du hast eine echte Marktlücke gefunden und du weißt, dass das wie das Amen im Gebet funktionieren muss.

Ich war jahrelang in der gleichen Situation: Es waren unzählige gute, ja großartige Ideen in meinem Kopf.

Ich habe dann Konzepte geschrieben, gefeilt, mit anderen Menschen darüber diskutiert und deren Meinung eingeholt, überarbeitet, perfektioniert und schlussendlich: NICHTS GETAN.

„Die Idee allein ist nichts, denn sie interessiert niemanden.“

Originalität bei Geschäftsideen ist überbewertet.

Business-Ideen haben den Mythos einmalig sein zu müssen. Großes Missverständnis. Nach dieser These dürften keine Restaurants mehr eröffnet werden. Weil einen Ort, wo man Essen bekommt, den gibt es schon. Warum gibt es Millionen Restaurants auf der Welt? Und, warum sind manche davon furchtbar erfolglos und manche herausragend?

Es liegt daran, WIE die Idee umgesetzt wird.

Vermutlich haben unzählige Menschen die Idee gehabt, mit einer Smartphone-App Fotos zu machen, diese mit coolen Effekten am Handy zu bearbeiten und dann in einem eigenen Social Media Netzwerk zu teilen.

Irgendwie hat es aber nur Instagram doch noch besser umgesetzt.

Warte also nicht, bis du eine Idee hast, die einmalig ist. Warte nicht auf eine Marktlücke, wenn du dich online selbständig machen willst

Das iPhone kam auf einem gesättigten Handy-Markt, wo sich große Player wie Siemens bereits zurückgezogen hatten, weil sie kein Potenzial mehr sahen.

Die Idee, „ein Apple Telefon“ zu machen ist nicht sonderlich kreativ.

Sondern wieder ist das WIE entscheidend.

Perfektion ist überbewertet.

Wenn die Idee in deinem Kopf verfestigt ist, reicht das noch nicht. „You have to nail the deal“ wie die Amerikaner sagen. Und da sind wir in Europa die Kaiser des Überarbeitens. Ich kenne es von mir.

  • Bevor du loslegst, musst du das noch detaillierter ausarbeiten
  • Bevor du loslegst, musst du alle Eventualitäten in Ruhe durchdenken
  • Bevor du loslegst, musst du noch eine Menge recherchieren
  • Bevor du loslegst, muss das Ganze wirklich perfekt sein

Tatsache ist: Perfektion ist einfach Sch****. Ich möchte hier nicht zur Qualitätslosigkeit aufrufen, aber der Perfektionismus-Gedanke bremst dich. Bei meinen US-Aufenthalten höre ich es immer wieder: „Go for it and fix the problems on the way“

Auch hier liegt der Teufel im Detail. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Details und der Perfektionismus machen eine Idee wertlos,
weil sie dadurch nie Realität wird.

Perfektionismus ist eine Hürde, die dich im Hamsterrad hält.

Planung bei Geschäftsideen ist überbewertet.
Die richtigen Antworten nicht.

Ich kenne das nur zu gut. Ich habe jahrelang meine Projekte und Ideen zu Tode geplant und sie dadurch nur verkompliziert. Projektmanagement-Tools, Brainstorming, Mindmaps, Milestones, Zieldefinitionen, Zeitpläne und weiß der Geier, was es da noch so alles gibt und mich nicht weiter gebracht hat. Versteh mich nicht falsch, ein Businessplan ist schon eine gute Idee, man sollte es nur nicht übertreiben.

Ich hatte dann einen Plan, aber gleichzeitig hatte ich keine Antworten auf wichtigen Fragen:

  • Wer ist das Publikum bzw. die Zielgruppe für das Produkt?
  • Was sind ihre Bedürfnisse und wie kann das Produkt sie unterstützen?
  • Sind Menschen bereit für dieses Thema Geld auszugeben?
  • Wo erreiche ich genau diese Menschen und keine anderen?
  • Was brauche ich an Fähigkeiten und Kompetenzen um zu „liefern“?
  • Wie verkaufe ich mein Produkt, ohne das ich es „verkaufen“ muss?

Die Fragen klingen teilweise banal. Ich habe die Erfahrung gemacht, das gerade deswegen niemand die Hausaufgaben diesbezüglich macht.

Wichtig war für mich mir klarzumachen, dass ein Business-, Projekt- und Zeitplan zu wenig ist. Und das die qualitative Beantwortung von bestimmten Fragen und das einfache Tun mich erheblich weiter bringt.

Idee x Tun = Erfolg mit Leidenschaft

Derek Sivers, Entrepreneur, Programmierer und Gründer von CD Baby hat in einem seiner Artikel „Ideas are just a multiplier of execution„eine kleine Rechnung aufgestellt.

(Allein, dass der Mann beim Zusammenfall der Musikindustrie einen Music Download Store aufgebaut hat, ist erstaunlich. Und dann auch noch mit Independent Music, also völlig losgelöst von den großen Plattenfirmen zeigt, dass seine Rechnung vielleicht gar nicht so schlecht ist).

Erfolg ist für ihn eine Gleichung mit zwei Variablen, nämlich Idee UND Tun. Er schlüsselt die Rechnung wie folgt auf:

 

FaktorWert
Furchtbare Idee = -1Nichts Tun = €1
Schlechte Idee = 1Wenig Tun = €1000
Geht so Idee = 5Normales Tun = €10,000
Gute Idee = 10Motiviertes Tun = €100,000
Tolle Idee = 15Begeistertes Tun = €1,000,000
Wahnsinns-Idee = 20Leidenschaftliches Tun = €10,000,000

 

Das führt dazu, dass eine „schlechte Idee“ mit „begeisterten Tun“ multipliziert, ein echt gutes Business ist. Und eine „Wahnsinns-Idee“ gepaart mit „Nichts Tun“ de facto auch nichts wert ist.

Daher drei einfache Schritte

  1. Entwickle die Idee – egal ob uralt oder bahnbrechend neu
  2. Halte die Planungsphase kurz und fokussiere dich
  3. Setze um. Tue. Mach. Komm ins Handeln

Oder wie im Untertitel von „Inbox Zero“ von Merlin D. Man zu lesen ist:

Cut the Bullshit. Do the Hard Stuff. Start Making Things You Love

Lass es dir gut gehen!

sig

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

(58) Kommentare

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