Dein inneres Stromnetz: Warum Zeitmanagement nutzlos sein kann

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Das Leben beschleunigt sich. Im Wirbel der Tage fällt es uns immer schwerer, Routine, Job und Privatleben erfolgreich zu meistern.

Völlig abgehetzt müssen wir dieses rasende Tempo halten, denn jegliche Verlangsamung das Aus für all unsere Pläne und Ziele bedeutet.

Wenn wir dazu grandiose Projekte zur Flucht aus dem Hamsterrad planen, so kommen wir sowieso ohne extra Zeit nicht aus.

Wer nicht aus dem Gleis geraten möchte, der greift gern auf spezielle Methoden zurück, um mehr Kontrolle über die Zeit zu erlangen, die nach wie vor die einzige Ressource bleibt, die sich weder anhäufen noch erneuern lässt.

Die Zeitstrategien sind tatsächlich ein gutes Ding, doch leider erweisen sie sich häufig als nicht so effektiv wie erwartet. Es sieht so aus, als ob diese Methoden nur mit Vorbehalt funktionieren.

Die einen sagen, sie seien nur am Anfang effektiv, dann gehe die Wirkung schnell verloren, und der langersehnte Durchbruch lasse sich kaum erkennen. Die anderen bemerken, dass Zeittechniken lediglich periodenweise funktionieren.

Es kann auch so vorkommen, dass deine Bemühungen etwas Zeit zu gewinnen gegen dich selbst allmählich zu spielen beginnen.

Du hast anscheinend alles berücksichtigt: Du hältst Disziplin, planst jeden Tag bis in die Minute und weißt genau, was du heute, morgen, in einem Monat oder in einem Jahr erreichen willst.

Dazu kümmerst du dich um deine Gesundheit, treibst Sport oder übst Yoga-Praktiken aus. Letztendlich gelingt es dir schlechthin nicht, deine alltäglichen Aufgaben zu bewältigen, geschweige denn zu deinem Ziel zu gelangen.

Liegt hier die Ursache in mangelhaften Techniken? Keinesfalls. Um dein Zeitmanagement effektiver zu gestalten, ist es wichtig, einen wichtigen Aspekt, und zwar deine Energie, nicht außer Acht zu lassen.

Warum bleibt der Effekt aus?

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PublicDomainArchive / Pixabay

Neben Zeit dreht sich alles in unserem Leben auch um Energie.

Sei es simpel oder kompliziert, aber grundsätzlich jede Handlung im Alltag erfordert etwas Energie.

Wenn dir die Energie nicht ausreicht, stoßen deine Ressourcen schnell an ihre Grenzen, wenn auch du die besten Methoden zum Zeitmanagement anwendest.

Es mag widersprüchlich klingen, aber um eigene Möglichkeiten überschreiten zu können, solltest du in erster Linie deine Möglichkeiten im Auge behalten.

Dein Körper ist mit einem Stromnetz vergleichbar, das für bestimmte Auslastungen ausgelegt ist. Wird die zulässige Leistung überschritten, kommt es zu Engpässen bzw. mangelnden Kräften, was sich im Endergebnis auf alle Bereiche deines Lebens negativ auswirkt.

Wenn dir etwas nicht gelingt, deutet es unter anderem darauf hin, dass dein inneres Netz die Last nicht aushalten kann. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen deinem Energielevel und der Umsetzung deiner Pläne.

Der Energiemangel, der sich hinter großen und kleinen Misserfolgen verbirgt, ist nichts andere als der falsche Energieverbrauch. Um daran etwas ändern und deine Absichten verwirklichen zu können, gilt es zunächst den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Tools, um das Energielevel zu messen

Wir leben im Zeitalter, wenn unzählige Aspekte in allen Lebensbereichen gemessen und ausgewertet werden, um bestimmte Vorgänge besser beeinflussen zu können.

Und wenn du einen bewussten Umgang mit deiner Energie erreichen willst, wäre es sehr hilfreich auch diesen Parameter deines Körpers einschätzen zu können. Das würde dir enorm helfen, den Verbrauch deiner Energie effektiver anzugehen.

Wie verstehst du, ob du über genug oder wenig Energie verfügst?

Es wäre heutzutage so gut wie unmöglich, dein Energielevel mit einem Gadget wie Smartwatch genau zu messen.

Wenn dir jedoch so was über den Weg läuft (der Fortschritt steht allerdings nicht still), empfiehlt es sich nicht, es aktiv zu verwenden.

Hier solltest du dich eher ausschließlich auf deine Empfindungen vertrauen. Ansonsten riskierst du den Kontakt zu dich selbst sowie deine Fähigkeiten zu verlieren, wie es normalerweise bei Fliegern geschieht, wenn der Autopilot stetig zum Einsatz kommt.

Etwas Ähnliches erleben auch Menschen, die sich immer blind auf eine fremde Meinung verlassen, statt über ein Problem zu grübeln und selbständige Entscheidungen zu treffen. Kurz gesagt, lass dich selbst zu Wort kommen, denn niemand hilft dir besser, außer dir selbst.

Jeder tickt anders

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jarmoluk / Pixabay

Es gibt unzählige Systeme und Theorien, die das Zirkulieren der Energie im Körper behandeln.

Das Problem liegt darin, dass sie zuweilen etwas verwirrend wirken und in Bezug auf einzelne Fragen einander widersprechen.

Außerdem können sie gerade auf deinen konkreten Fall nicht anwendbar sein, obwohl sie vermeintlich für alle Menschen gelten sollen.

Es ist aber offensichtlich, dass die Energiekurve im Laufe des Lebens, binnen eines Jahres, Monates sowie innerhalb des Tages schwankt.

Wenn es dir gelingt zu verstehen, wie es bei dir damit steht, so kannst du dieses Wissen auf dein Zeitmanagement hinarbeiten lassen.

Ständige Aufmerksamkeit und Fokussierung auf deine Gedanken, Gefühle und Körper führen dich unbedingt zur Klarheit.

Beobachte dich selbst binnen einigen Monaten, erforsche deinen aktuellen Zustand, vergleiche ihn mit dem von gestern und von morgen, horche einfach in dich hinein.

Und nach einiger Zeit wirst du das Folgende feststellen:

Deine Energie bald steigt, bald sinkt.

Innerhalb eines Monats verzeichnest du den starken Energieanstieg.

Nachdem die Energie ihren höchsten Punkt erreicht hat, kommt die nächste Phase, wenn dich dein Körper nicht mehr so energievoll anfühlt. Anschließend gibt es Anzeichen dafür, dass deine Energie noch niedriger wurde. Dem Absinken der Energie folgt der neue Anstieg. Diese Aufs und Tiefs wiederholen sich kontinuierlich. Überlege dir, wie lange dauert bei dir diese oder jene Phase.

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Die Eigenschaft der Energie verändert sich.

Die ständig wechselnde Energiemenge weist je nach Phase unterschiedliche Eigenschaften auf. Zum Beispiel, zuerst hast du es leicht, kreative Ideen zu generieren, dann arbeitest du schnell und konzentriert und am Ende des Zyklus hast du Lust auf körperliche Arbeit.

Das bedeutet noch lange nicht, dass es allen auch so ergeht.

Es sei nochmals erwähnt, dass die Eigenschaften die Veränderungen auf der energetischen Ebene mitbringen, individuell sind.

Hier solltest du herauszufinden, wie diese Änderungen in deinem Fall sind und wie sie sich auf verschiedene Bereiche deines Lebens auswirken.

Wie passen diese Information und dein Zeitmanagement zusammen?

Zeitmanagement
silviarita / Pixabay

Wenn du deine Zeit mit Rücksicht auf dein Energielevel planen wirst, gelingt es dir, deine Energie auf­recht­zuer­hal­ten und dein Zeitmanagement zu optimieren.

Diese Punkte zum Nachdenken sollen dich dabei unterstützen.

Regel 1: Auslastung auf deinen Energiekreislauf zuschneiden

Es versteht sich von selbst, dass wenn du etwas in Fülle hast, ist es auch viel zu leicht, es auszugeben.

So kannst du beim Anstieg der Energie aufwändigere Aufgaben planen, die viel Mühe erfordern. Wenn dein Energieniveau nach unten geht, so wäre es sinnvoll, einer weniger anstrengenden Beschäftigung den Vorzug zu geben, um deine Kräfte zu sparen.

Wenn du dich mit diesem Punkt näher auseinandersetzt, wird dir auffallen: Alles, womit du beim Hoch loslegst, wird höchstwahrscheinlich von Erfolg gekrönt sein und umgekehrt: Bei wenig Energie lässt das perfekte Ergebnis noch auf sich warten.

Finde heraus, wann du deine Hochs hast und mache dir Gedanken darüber, welche Tätigkeit dich am meisten Energie kostet.

Regel 2: Aktive Energie berücksichtigen

Das Rudern gegen den Strom führt wie bekannt zu riesigen Energieverlusten.

Wenn deine Tätigkeit mit der momentan aktiven Energie auseinandergeht, spürst du einen bedeutenden Widerstand.

Entscheidest du dich für Beschäftigungen, die mit der Eigenschaft deiner aktuellen Energie in Einklang stehen, kannst du dir den Synergieeffekt zunutze machen und mehr Freude bei der Arbeit haben.

Sobald du deine Energie gezielt ein paar Monate überwacht hast, wirst du unbedingt ein klares Bild von deren Eigenschaft bekommen.

Wie lässt sich diese Regel auf Praxis umsetzen?

Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen: Du liegst falsch, wenn du beispielsweise deine produktive Phase mit kreativen Einfällen für das Aufräumen deiner Garage verschwendest.

Oder wenn du vergeblich versuchst, ein Konzept auszuarbeiten, wenn deine Fantasie völlig erschöpft ist und dein Körper Bewegung will.

Regel 3: Aufgaben bewusst aufteilen

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11066063 / Pixabay

Große Aufgaben in kleinere aufteilen  – dieses Prinzip liegt vielen Zeitmethoden zugrunde.

Das Herangehen passt jedoch bei weitem nicht jedem und wird nur dann zugute kommen, wenn du leicht von Tätigkeit zu Tätigkeit wechselst, ohne dass du dich jedes Mal wieder einarbeiten musst.

Wenn es dir nicht besonders leicht fällt, dich zu konzentrieren, so sinkt massiv deine Produktivität beim Umschalten.

So oder so nimmt das Umschalten viel Energie in Anspruch und ist nicht lohnend, wenn dein inneres Netz ohnehin ausgelastet ist.

Regel 4: Umgebende Faktoren beachten

Wie reagierst du auf umgebende Faktoren?

Es ist kein Geheimnis, dass Wärme, Kälte, Essen und auch Emotionen anderer Menschen zu starken Energieverlusten führen können.

Wenn du das Energieloch vermeiden möchtest, dann bietet es sich an, bei gesunkener Energie mit diesen Dingen bedächtig umzugehen und womöglich auf etwas davon zu verzichten.

Regel 5: Das Eine statt des Anderen

Wie gesagt steckt hinter jeder Handlung Zeit und Mühe bzw. Energie.

Du solltest dabei nicht vergessen, dass auch nützliche Dinge viel Energie benötigen.

Sogar der Yoga-Unterricht, wohin wir uns begeben, um Energie zu tanken, oder das Fitnesstraining, das uns schön und gesund macht.

Stell dir vor: Dein Tagesplan platzt aus allen Nähten, du hast keine Minute frei, wenn auch du tatsächlich nicht beschäftigt bist.

Auch im Zug oder im Auto schaust du ununterbrochen auf dein Smartphone – stöberst durch Shops, liest Blogs oder hörst Musik.

Du tätigst Tausende von kleinen Aktionen, die dein inneres Stromnetz enorm beanspruchen und zu Energieverlusten beitragen. Diese kleinen Energiefresser sind besonders tückisch.

Glaubst, dich rette intensive Meditation? Falsch gedacht!

Du kannst nicht die Energie auf Vorrat meditieren und dann bei Bedarf für deine Ziele rausholen.

Dieser Energieüberschuss wird einfach verloren gehen, denn du brauchst wiederum Zeit, um diesen in eine Idee bzw. ein Projekt umzuwandeln.

Wenn du vom frühen Morgen bis zum späten Abend wirklich keine freie Zeit hast, raubst du dir selbst die Chance, dein Potenzial voll auszukosten.

Regel 6: Schweigen und Nichtstun

Diese Regel ergibt sich aus der vorherigen.

Denke daran, wie viel Zeit am Tage du mit dir selbst verbringst.

Vielleicht 10 Minuten in der Dusche und in der Nacht, die eigentlich nicht zählen soll, weil du schläfst.

Wenn du jeden Tag einige Minuten einfach in Ruhe alleine verbringst, wird dadurch die Auslastung deines inneren Stromnetzes reduziert.

Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.

Dalai Lama

Fazit

Da es um dein Leben geht, musst du dich in erster Linie von deinen Bedürfnissen und individuellen Möglichkeiten leiten lassen. Wenn du lernst in dich selbst hineinzuhören und verstehen, was für dich gut ist, dann werden dich Zeittechniken einen größeren Schritt voranbringen. So wirst du deine Pläne viel effektiver verwirklichen können.

Artikel von

Olga Kinnet

Olga Kinnet

Olga Kulmann ist beruflich im Bereich Online-Marketing tätig. Seit Jahren interessiert sie sich für Selbstentwicklung, Meditation und Buddhismus, insbesondere wie man wertvolle Methoden mit dem Alltag erfolgreich vereinen kann. Sie möchte gern eigene Beobachtungen dazu ans Licht bringen, die anderen helfen könnten, diese Frage für sich selbst zu beantworten.

Eine Antwort

  1. den Vergleich mit dem inneren Stromnetz bzw Energienetz finde ich total stimmig

    mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass jeder sein eigenes Zeitmanagement aus den passenden Zutaten selber mixen muss
    ich bin noch dabei, das für mich passende System zu finden

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Olga Kinnet

Olga Kinnet

Olga Kulmann ist beruflich im Bereich Online-Marketing tätig. Seit Jahren interessiert sie sich für Selbstentwicklung, Meditation und Buddhismus, insbesondere wie man wertvolle Methoden mit dem Alltag erfolgreich vereinen kann. Sie möchte gern eigene Beobachtungen dazu ans Licht bringen, die anderen helfen könnten, diese Frage für sich selbst zu beantworten.

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