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Ziele umsetzen und Blockaden beseitigen: Wie du von der Idee im Kopf zur Umsetzung in der realen Welt kommst

Ziele umsetzen

Gestern hatte ich einen ganz tollen Einfall beim Joggen. Doch nach dem Duschen war er wie aus dem Gedächtnis ausradiert, ich konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Ich wusste nur, dass dieser Einfall so genial war, dass er mich hätte reich machen können. Also bin ich heute wieder joggen gegangen, nahm mir vor, jeden Gedanken fest zu halten, und an der Stelle, wo mir gestern dieser tolle, kreative Gedanke kam, lief ich zwei Mal auf und ab und da war mein Gedanke wieder da und ich hielt den Gedanken im Kopf fest, dachte ihn weiter bis vor die Haustür.

Zu Hause schrieb ich mir die Idee und mein Ziel dazu gleich in mein „Laufideenbuch“, eine wunderschöne Kladde mit diesem symbolträchtigen Bild vorne drauf, die mir meine Freunde mal zum Geburtstag geschenkt hatten. Jahre später fiel mir dieses Büchlein wieder in die Hände. Ich las fasziniert und sagte mir: „Was hatte ich doch für gute Ideen, aber wie wenig davon habe ich konsequent umgesetzt. Ja, der Stress im Betrieb, die Kinder … der Hausbau … der neue Chef …, wie schade.“

Kommt dir da was bekannt vor? Oder hast du deine Ziele, zumindest die wichtigen, stets in der Realität zum Leben gebracht? Die meisten Menschen schreiben ihre Ziele erst gar nicht auf, dann gehen sie komplett verloren. Wenn du deine Ziele aufschreibst, hast du die erste Stufe der Materialisierung von Gedanken schon erklommen, es steht schwarz auf weiß auf dem Papier. Wenn du das, was du dir mal vorgenommen hattest, später wieder durchliest, hast du ja immerhin noch die Chance einen erneuten Anlauf zur Verwirklichung zu unternehmen (Manch einer würden hier sagen „zu versuchen“, aber das tun wir hier nicht, da damit das Scheitern schon mitgedacht ist.)

Machen wir uns also auf den Weg. Den ersten Schritt nach der Idee und deren schriftlicher Fixierung solltest du spätestens 72 Stunden nachdem du den ersten Gedanken daran aufgeschrieben hast TUN, sonst ist die Chance auf Verwirklichung verschwindend gering.

Wie also kommst du jetzt gleich vom Überlegen in das konkrete TUN? Was steht dir dabei im Wege und wie überwindest du diese Hindernisse?

„Probleme sind noch nicht formulierte Ziele“

Ziele so formulieren, dass dein Gehirn sie leicht verstehen kann

Ich biete dir an, eine Zielvisualisierungsübung auszuprobieren, die dir eine klare Vorstellung von deinem Ziel vermittelt und dein Unterbewusstsein dahingehend steuert, dass du der Zielerreichung unaufhaltsam und stetig entgegengehst.

Wähle dazu zunächst einen Ort, der für dich Ruhe und Entspannung signalisiert, und stelle sicher, dass du dort eine halbe Stunde ungestört diese Übung durchführen kannst. (Handy und Telefon ggf. Türklingel ausstellen) Schaffe dir eine angenehme Atmosphäre, mit meditativer oder ruhiger Musik (wenn das für dich stimmig ist), evtl. gedämpftes Licht oder Kerzenschein. Du kannst auch einfach raus in die Natur ziehen und dort einen „Kraftplatz“ z.B. unter einem frei stehenden Baum mit Blick in die Ferne aufsuchen. Nimm einen Ausdruck dieser Übungsseiten mit und auch Stift und Papier.

Passender Artikel:  Ziele setzen: 8 schnelle und sehr einfache Techniken, die dir dabei helfen

Wenn du deinen Platz gefunden hast und es dir dort bequem gemacht hast, lasse innerlich den Gedanken kreisen, dass du dir einen Teil der dir zur Verfügung stehenden Zeit für dich selbst reserviert hast, dass du jetzt etwas ganz für dich selbst tust. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, atme dabei bewusst in den Bauchraum.

Wenn du das Gefühl hast, ganz bei dir selbst, ruhig und entspannt zu sein, lasse ein Bild von dir selbst entstehen, wie du in der Situation, in der du dein Ziel erreicht hast, handelst.
Nimm nun Stift und Papier beziehungsweise dein „Zielebuch“ zur Hand.

Lies dir die  „Anforderungen an Ziele“   im nächsten Abschnitt durch und schreibe dein Ziel entsprechend diesen Zieleigenschaften auf.
Prüfe nach, ob deine Formulierung des Ziels den Anforderungen entspricht. Ändere und/oder ergänze die Formulierungen falls nötig.

Anforderungen an Ziele

1. Positiv formuliert ‑ keine Vergleiche

  • Was genau will ich erreichen?
  • Was ist mein Ziel

2. In sinnlicher Erfahrung demonstrierbar

  • Woran werde ich erkennen, dass ich mein Ziel erreicht habe?
  • Woran erkenne ich, dass ich mich meinem Ziel annähere?
  • Was werde ich dann sehen, hören, fühlen und tun?

3. Spezifiziert und für genauen Zusammenhang beschrieben

  • Wo, wann und mit wem will ich mein Ziel erreichen?
  • Wo, wann und mit wem will ich mein Ziel nicht erreichen?

4. Innerhalb der eigenen Kontrolle

  • Liegt es in meiner Macht, mein Ziel zu erreichen?
  • Über welche Ressourcen zur Zielerreichung verfüge ich bereits?
  • Welche Ressourcen benötige ich noch und wie kann ich sie mir erschließen?
  • Womit kann ich noch heute beginnen, um mein Ziel zu erreichen?
  • Was kann ich kontinuierlich tun, um mein Ziel zu erreichen?

 5. Ökologie (Verträglichkeit) ‑ Test

  • Was wird mir mein Ziel bringen?
  • Welche Vor‑ und/oder Nachteile werden damit verbunden sein?
  • Wie wirkt sich das auf mein privates und berufliches Umfeld aus?
  • Welche eventuellen Zielkorrekturen werden dadurch erforderlich?

rawpixel / Pixabay

Zielvisualisierung

Wenn du mit deiner Zielformulierung zufrieden bist, gehe zum Abschnitt mit den Zielvisualisierungen und führe und stelle dir deine Zielerreichung lebhaft vor. Achte dabei darauf, lebhafte, farbige und freudige innere Bilder entstehen zu lassen. Erlaube dir, Gefühle frei fließen zu lassen und auszukosten. Wenn dir innere Bilder weniger klar erscheinen, konzentriere dich auf deine Gefühle.

1. Was genau ist mein Ziel? 

Vergegenwärtige dir dein Ziel, das du in der vorangehenden Stufe formuliert hast.

2. Überprüfung

Überprüfe deine Zielformulierung nochmals auf die folgenden Kriterien:

  • positiv (d.h. vermeide Worte wie: nicht, könnte, mehr oder weniger)
  • konkret: was? wann? wo? mit wem?
  • aktiv: (statt: „Ich will weniger Hektik um mich herum.“
    besser: „Ich schirme mich gegen Hektik ab, indem ich ….“)
  • in meiner eigenen Verantwortung (d.h. ich bin der/die Handelnde)
  • realistisch
  • im Präsens formuliert (tu so, als ob das Ziel schon verwirklicht ist)
  • vermeide Vergleiche mit dem was du nicht willst, (keine Komparative!)
  • ändere ggf. deine Zielformulierung
Passender Artikel:  Berufliche Ziele reichen nicht. Das brauchst du für einen erfüllten Lebensplan.

3. Visualisierung des Ziels

Stell dir vor, dass du aufwachst und dein Ziel ist bereits erreicht
Erlebe es mit allen Sinnen, wie sieht es aus? Was hörst du? Wie fühlt es sich an? Wie schmeckt es? Wie bewegst du dich?

Was ist neu?

  • Wie gestaltest du jetzt dein Leben?
  • Welche Fähigkeiten hast du erreicht?
  • Was glaubst du von dir? Wer bist du?

    Woran merkst du zuerst, dass du dein Ziel verwirklicht hast?

  • Wer außer dir bemerkt es, ohne dass du etwas sagst? Wer zuerst?
  • Wer gewährt dir Unterstützung?

    Frage Dich: „Was möchte ich in der Zukunft von dem, was bisher gut war und jetzt gut ist, beibehalten?“

  • Was muss ich für mein Ziel aufgeben?
  • Ist mein Ziel noch erstrebenswert, realistisch und gut, wenn ich beibehalte, was ich beibehalten möchte und aufgebe, was ich aufgeben muss (denke dabei auch an Menschen, die dir wichtig sind)?
  • Ändere deine Zielvisualisierung und deine Zielformulierung so, dass deine Einwände berücksichtigt und gewürdigt werden.
  • Stell dir dein Ziel-Bild nochmals intensiv vor und fühle die intensive Freude über das Erreichte.

Gehe vom Ziel-Bild langsam zurück in die Gegenwart und finde heraus, welche Schritte du auf dem Weg zum Ziel gegangen bist und was der erste Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zu deinem Ziel war. (Notizen machen!)

4. Belohnung:

  • Finde jemanden, dem du zuerst mitteilen möchtest, wenn du dein Ziel erreicht hast.
  • Mit wem und in welcher Weise möchtest du deinen Erfolg feiern?

Ich wünsche dir viele attraktive und begeisternde Ziele, die dein Leben bereichern und große Freude und gute Stimmung bei der Umsetzung.

Ein Artikel von Hans Bechheim

Artikel von

Hans Bechheim

Hans Bechheim

Ich bin seit 5 Jahren im sg. Ruhestand. Habe vorher mich aber nur in wenigen Stresszeiten im Hamsterrad gefühlt, da ich das, was ich beruflich tat immer geliebt habe (Englischlehrer und Beratungslehrer in einem Förderzentrum für blinde und sehbehinderte Schüler-innen in Marburg). Während meiner Berufszeit hatte ich das Glück, parallel zur Berufstätigkeit einige Ausbildungen genießen zu können. So wurde ich NLP-Master und Suggestopädietrainer und einiges mehr. Nach meiner Pensionierung begann ich sofort eine Weiterbildung zum "Schulmediator" und bin seitdem mit Begeisterung an einer Schule erhrenamtlich tätig bei "Seniorpartner in Schools". Auch hier habe ich die Möglichkeit, laufend an weiteren Fortbildungen teilzunehmen. Seit mehreren Jahren schreibe ich auch Bücher über Fotografie, die ich als Kindle und Taschenbuch bei Amazon veröffentliche. Wenn du meine Art zu schreiben erkunden möchtest, schau mal in einem meiner Bücher nach. Auf der Basis meiner Erfahrungen als Beratungslehrer habe ich im letzten Jahr auch ein Buch zum visuellen Gedächtnistraining geschrieben.www.makro-foto.com

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Hans Bechheim

Hans Bechheim

Ich bin seit 5 Jahren im sg. Ruhestand. Habe vorher mich aber nur in wenigen Stresszeiten im Hamsterrad gefühlt, da ich das, was ich beruflich tat immer geliebt habe (Englischlehrer und Beratungslehrer in einem Förderzentrum für blinde und sehbehinderte Schüler-innen in Marburg). Während meiner Berufszeit hatte ich das Glück, parallel zur Berufstätigkeit einige Ausbildungen genießen zu können. So wurde ich NLP-Master und Suggestopädietrainer und einiges mehr. Nach meiner Pensionierung begann ich sofort eine Weiterbildung zum "Schulmediator" und bin seitdem mit Begeisterung an einer Schule erhrenamtlich tätig bei "Seniorpartner in Schools". Auch hier habe ich die Möglichkeit, laufend an weiteren Fortbildungen teilzunehmen. Seit mehreren Jahren schreibe ich auch Bücher über Fotografie, die ich als Kindle und Taschenbuch bei Amazon veröffentliche. Wenn du meine Art zu schreiben erkunden möchtest, schau mal in einem meiner Bücher nach. Auf der Basis meiner Erfahrungen als Beratungslehrer habe ich im letzten Jahr auch ein Buch zum visuellen Gedächtnistraining geschrieben.www.makro-foto.com

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