Warum Geduld nicht immer eine Tugend ist.

Geduld ist eine Tugend

Bist du im Grunde deines Wesens ein geduldiger Mensch und gehörst zum Volk der geduldigen „alles-schleppenden Sherpas“, oder gehörst du eher zum Clan der „scharrenden Hufen“?

In diesem Blogartikel erfährst du, ob geduldige Menschen tatsächlich ein ruhigeres Leben führen, ob man Geduld lernen kann (oder sogar lernen sollte) und ob dich Geduld tatsächlich weiterbringt.

In meinen Kloster-Auszeiten höre ich oft den Satz: „Geduld habe ich schon – aber nur mit anderen, mit mir selbst bin ich weitaus ungeduldiger!

Sehr häufig entdecke ich bei meinen Klienten eine gewisse Frustration, wenn ich ihre Fragen auf die Gefühls-Ebene steuere:

  • Meine Geduld ist schon längst am Ende. Ich mag nicht mehr länger warten.
  • Ich MUSS ja Geduld haben, was bleibt mir denn anderes übrig.
  • Meine Eselsgeduld wird kolossal ausgebeutet.
  • Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr zu warten, weder auf bessere Zeiten noch auf den richtigen Mann noch auf den Erfolg.
  • Ehrlich gesagt habe ich keine Kraft mehr, wenn ich nur daran denke, dass ich schon wieder neu anfangen muss.
  • Meine Ungeduld ist eine Zumutung, nicht nur für mich selbst, auch für mein Umfeld, weil ich viel zu schnell das Handtuch werfe und mich und andere ausbremse.

Lass uns zunächst auf die starke Seite der Geduld schauen:

Geduld macht uns stark, wenn wir uns in einer Situation befinden, die wir selbst nicht direkt selbst beeinflussen können, weil sie von anderen Faktoren abhängt. Dazu gehören:

Geduld ist eine Tugend
Fotorech / Pixabay

Langfristige Ziele, die eine gewisse Zeit brauchen, um erreicht zu werden.

Rom wurde bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut. Wenn du ein langfristiges Ziel vor Augen hast, braucht es viel Geduld im TUN. Durch Ausruhen allein springen die Steine für den Turmbau nicht aufeinander, aber die Trockenzeit muss trotzdem ein- bzw. ausgehalten werden.

Finanzielle Situationen, die sich nicht einfach über Nacht erledigen lassen. Wir können zwar in einer kurzen Stunde Unachtsamkeit tatsächlich sehr viel verlieren, aber das Einsammeln von Kröten bedarf einer längeren Wanderung.

Wachstums-Ereignisse, die unter die Kategorie „Das Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst!“ fallen.

„Geduld hat nichts mit warten zu tun, man kann auch geduldig handeln.“ (Georg W. Exler)

Geduld kann uns auch enorm schwächen.


Wie erkennst du, wann du auf der schwächenden Seite der Geduld gefangen bist?

Dann, wenn du

  • unangenehme Dinge viel zu lange aussitzt und (meist erfolglos) darauf wartest, dass sich die Dinge und Situationen irgendwann von allein (oder von anderen) erledigen.
  • dich geduldig auf andere verlässt, statt aktiv auf das Geschehen einzuwirken
  • Wenn du immer den anderen den Vortritt lässt und geduldig im Hintergrund wartest
  • Wenn du dich ohnmächtig den Umständen ausgeliefert fühlst und deine Kraft und Freude verloren hast.
  • Wenn du zu vielem eher Ja und Amen sagst, und dich nicht traust, nein zu sagen.
  • Wenn Warten die einzige Option ist, die du dir erlaubst.
  • Wenn du immer öfter auf deine eigenen Ansprüche oder gar dein Recht verzichtest, „nur“ damit du deine Ruhe hast.
  • Wenn du deine eigenen Ideen und deine Kreativität verlierst und nicht mehr so richtig an dich selbst glaubst.
  • Wenn du immer öfter von einem schönen Leben träumst, statt mit Mut und Energie deine Träume realisierst.
  • Wenn du spürst, dass du „freiwillig“ länger in einer oder mehreren Situationen verharrst, die sich schon lange unangenehm anfühlen.
Passender Artikel:  Was ist Achtsamkeit?

Was kannst du selbst tun, um in dir die Geduld und Ungeduld in eine lebensbejahende und gesunde Balance zu bringen?

Mach dich auf die Suche nach den Auslösern für deine Geduld bzw. deine Ungeduld. Ein paar Ursprungsgedanken möchte ich dir hier gerne weitergeben:

  • Befreie dich aus sämtlichen bewussten und unbewussten Abhängigkeiten, dazu gehört auch

Die Abhängigkeit von der Zeit, die sich andere für dich nehmen oder eben auch nicht. Lerne, dich auf dich selbst zu verlassen und mach viel mehr von dem, was du selbst wirklich gut kannst.

Die Abhängigkeit von Technik. Das klingt in unserer automatisierten Welt vielleicht etwas drastisch und vielleicht sogar etwas „weltfremd“, aber es hat noch keinem geschadet zu lernen, das (eigene) Feuer anzufachen.

Die Abhängigkeit von Trends. Höre auf damit, dich von jedem Trend und Hype anstecken zu lassen. Entdecke wieder deine eigene Spur. In dir ist alles, was du brauchst.

Die Abhängigkeit von den Meinungen anderer. Wir alle haben einen ureigensten Fingerabdruck. Damit sind wir bereits einzigartig. Also sei dir deiner selbst sicher.

  • Beobachte ganz genau deine Gewohnheiten.

Prüfe, ob sie automatisiert ablaufen oder ob du vielleicht doch viel mehr Selbstbestimmung übernehmen kannst.  Du kannst vor Ungeduld ins Lenkrad beißen, wenn dich ein Stau ausbremst. Du musst es aber nicht. Du kannst dich über Gott und die Welt ärgern, du musst es aber nicht. Du kannst dir Zeit nehmen. Oder ihr hinterherrennen. Du kannst dich verrückt machen (lassen), du musst es aber nicht. Werde dir mehr und mehr deiner Selbstbestimmung bewusst.

  • Löse dich aus sämtlichen Erwartungshaltungen an Andere.

Erfülle dir deine eigenen Sehnsüchte selbst. Stecke dir Ziele, die du selbst erreichen kannst und auch tatsächlich erreichen willst. Halte immer wieder inne und frage dich, ob du deine Laune wirklich von anderen Menschen steuern lassen möchtest.

Geduld und Ungeduld zeigen sich in den unterschiedlichsten Facetten. Wenn du Unterstützung für genau deine Situation brauchst, dann scheue dich nicht, mir eine Mail zu schreiben. Ich bin mir sicher, wir finden gemeinsam eine Balance, mit der du dich wohlfühlst.

Nun liegt es an dir, zu erkennen, welche Seite der Geduld und Ungeduld du leben WILLST und wofür du vielleicht ein bisschen Hilfestellung brauchst. Wie sagte Curt Goetz, der dt. Schauspieler und Schriftsteller so schön:

„Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen, aber man sollte auch dafür sorgen, dass sie so kommen, wie man sie nehmen möchte.“

Ich bin gerne für dich da. WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzlichst

Silke

Artikel von

Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

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Ja, das passt natürlich ;-)

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Silke Steigerwald

Silke Steigerwald

Silke, die empathische LebensDolmetscherin®, übersetzt auf unnachahmliche Weise, wie dein Leben „tickt“ und wie du es wieder zu DEINEM Leben machst. Die Expertin für alltagstauglich umsetzbare Lösungen in Stress- und Krisenzeiten arbeitet seit 20 Jahren als Dipl.liz.Antistresstrainerin® und Seminarleiterin. Ihr Statement: Komprimierte, intensive Wochenend-Auszeiten sind weitaus effektiver als termin-aufwändige Einzel-Coachings. Als Vollblut-Trainerin setze ich seit vielen Jahren auf  kreative, persönliche „Live-Trainings“, immer auf Augenhöhe mit meinen Klienten. Silke ist verheiratet und Mutter von 2 erwachsenen Töchtern

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