In jeder Krise steckt ein Sinn – Veränderungen annehmen und lieben lernen

Krise Veränderungen

Manchmal wünsche ich mir, mein Leben wäre ein Film.

Dann könnte ich ihn mir immer wieder anschauen. Unangenehme Stellen würde ich einfach überspringen und immer wieder zu den schönen zurückspulen.

Ich könnte mir in Ruhe bestimmte Situationen ansehen und mich fragen, was anders gelaufen wäre, hätte ich mich dort anders verhalten. Andererseits wäre jedoch das Drehbuch festgelegt.

Ich hätte keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Als Beobachter würde ich mit etwas Abstand betrachtet bei mancher Szenen vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Weil ich in diesem Film manche Zusammenhänge nicht erkenne, immer wieder dieselben Fehler mache und scheinbar nicht daraus lerne, oder weil ich es mir selbst oft schwer mache.

Ja, wer wünschte sich nicht, im Vorfeld schon einen Eindruck davon gewinnen zu können, wie sich manche Dinge entwickeln werden.

Doch welchen Anreiz würde es bieten, wenn ich den Ausgang einer Situation bereits kennen würde?

Ich würde sicherlich den Weg des geringsten Widerstandes wählen und alle unangenehmen Situationen in meinem Lebensfilm vermeiden und alle damit verbundenen Gefühle.

Ohne Krisen keine Weiterentwicklung

Krise
Free-Photos / Pixabay

Somit hätte ich auf den ersten Blick ein einfaches und unbeschwertes Leben, welches allerdings keine Weiterentwicklung und Wachstum bieten würde.

Den grundlegendsten Fehler, den ein Mensch begehen kann ist die Ansicht zu vertreten, das Leben habe möglichst einfach, möglichst glücklich und ohne die geringste Anstrengung abzulaufen

Sehen wir uns die Vertreter dieser Denkansicht näher an stellen wir fest, sie gehören zu den unzufriedensten Menschen überhaupt, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben.

Denn die Vorstellung von ihrem Leben und der tatsächlichen Realität weichen ziemlich stark voneinander ab. Ich möchte damit nicht sagen, dass das Leben nicht auch einfach und glücklich sein darf.

Doch gelangen wir nicht hin und wieder an unsere eigenen Grenzen, können wir nie erfahren, welche Potenziale in uns stecken.

Wir erfahren eine Krise in den Situationen, in denen unser Verstand sich gegen Veränderungen und Weiterentwicklung wehrt. Er möchte es lieber beim Alten belassen. Schließlich kennt er sich damit aus und es bedeutet keine Gefahr.

Wenn wir uns auf neue Sachen einlassen wissen wir nicht genau, was alles passieren könnte. Doch das Leben besteht aus Veränderung. Die ganze Evolution ist Veränderung, sie kennt keinen Stillstand.

Und wird diese Veränderung nicht bewusst von uns herbeigeführt, wird sie uns in Form von Krisen, Schicksalsschlägen oder immer wiederkehrenden Situationen präsentiert. Bis wir entweder zusammenbrechen oder eine lebensverändernde Entscheidung treffen.

Wir Menschen sind ein offenes System. Wir erhalten von außen ständig Signale, Reize, Nahrung, Sauerstoff oder Licht. Wir sind immer und überall mit anderen Menschen verbunden und empfangen ihre Energie.

Gleichzeitig geben wir unsere Energie in Form von Gedanken-, Gefühls oder Handlungsenergie nach außen ab. Unser inneres System ist mit dem äußeren System verbunden.

Es bildet solange ein Gleichgewicht, wie diese Energiesysteme gleich sind, sozusagen wir auf einer Wellenlänge liegen.

Stimmen diese plötzlich nicht mehr überein, weil sich die äußeren Reize verändert haben und nicht mehr in Resonanz mit unserem inneren System sind, erleben wir dies als Spannungszustand oder auch Krise.

Die Wandlung in der Krise

Jetzt haben wir die Wahl.

Wir können bei unserer inneren Einstellung bleiben. Dann wird dieser Spannungszustand immer größer und es kann zum Zusammenbruch kommen.

Oder wir passen unsere Energie den äußeren Gegebenheiten an, entwickeln ein neues Gedanken- und Gefühlsrepertoire und bewirken somit letztendlich eine Veränderung unseres Bewusstseins.

Jedes Ökosystem passt sich Veränderungen in der Umgebung an und wird dadurch widerstandsfähiger. Der Mensch dagegen erwartet eine Anpassung der Umgebung an SEIN System.

Da dies ausbleibt gerät er mit seinem herkömmlichen Denken und Handeln langsam an seine kritische Grenze. Hält dieser Zustand lange genug an ohne das entsprechende Veränderungen stattfinden, kommt es zum Zusammenbruch des alten Systems.

Und jetzt passiert etwas bemerkenswertes.

Nach diesem ganzen Chaos und der Verzweiflung tritt plötzlich Stille ein. Dies ist der Moment, wo sich das System neu einstellt, um in einer besseren und höheren Variante einen Neustart zu erleben.

Die 8 Phasen der Wandlung

Krise
cocoparisienne / Pixabay

1.Phase: Sonnenphase

In dieser Phase ist alles toll und läuft wie am Schnürchen. Das System ist gerade auf einer neuen Entwicklungsstufe angekommen.

Die ganze Arbeit, die damit einherging, liegt zurück und ist schon fast wieder vergessen. Wir fühlen uns wie neugeboren und besitzen nun einen ganz anderen Blick für die Welt.

Wir sind gut drauf, lernen schnell dazu, kommen leicht mit unseren Mitmenschen in Kontakt und fühlen uns als die glücklichsten Menschen der Welt.

2. Phase: Plateauphase

Plötzlich wachen wir auf und es scheint etwas zu fehlen. Wir können nicht genau sagen was es ist.

Wir befanden uns lange Zeit in der Sonnenphase und da ein System danach strebt, ein einmal erreichtes Gleichgewicht zu erhalten, unser Geist aber nach Entwicklung strebt, kommen wir in eine Phase der Frustration.

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Einerseits möchten wir diese erlangte Sicherheit und den Komfort nicht missen und aufgeben, andererseits strebt es in uns nach weiterer Entwicklung.

Die Zufriedenheit bleibt aus, wir können nicht mehr die Erfolge erzielen und geniessen, wie in der Sonnenphase. Jeder Tag gleicht dem anderen. Wir lassen alles schleifen, was wir bisher gelernt haben.

Es scheint überhaupt keine Weiterentwicklung zu geben. Die Plateauphase dient dazu, sich vom letzten Wachstumsschub zu erholen und auf den nächsten vorzubereiten.

3.Phase: Enge

Es scheint, als würden wir keine Luft mehr bekommen und unser geistiger Horizont und unser Handlungsspielraum schrumpfen.

Unser Bewusstsein möchte sich dagegen entwickeln und ausbreiten. Es kommt uns vor, als würden wir in viel zu engen Sachen stecken und etwas viel größeres, was nicht mehr hineinpasst aus uns hinauswachsen.

Wir scheinen mit viel mehr Energie versorgt zu werden, als wir verarbeiten können. Nicht selten kommen wir mit Krisen im Außen in Kontakt oder mit Wirbelstürmen im Inneren in Form von Fragen und Emotionen.

Es fühlt sich alles einfach nur eng an. Unser altes Leben passt nicht mehr zu uns, das Neue ist aber auch noch nicht in Sicht.

Wir spüren, dass etwas Neues aus uns heraus entstehen möchte. Gleichzeitig besteht aber die Ungewissheit, was dieses Neue mit sich bringen wird.

Daher halten wir uns krampfhaft am Alten fest und wollen um keinen Preis loslassen, aus Angst vor einem hohen Fall.

4.Phase: Ohnmacht und Hingabe

Dies ist der Moment, nicht mehr gegen diesen Strudel, der sich durch die Enge gebildet hat, anzukämpfen.

Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand, um an etwas festzuhalten oder etwas zu verändern.

Nichts hat funktioniert.

Und jetzt kommen wir an einen Punkt, wo wir innerlich einfach loslassen. Wir müssen für uns anerkenne, dass wir nicht die Macht haben, uns aus eigener Kraft emporzuheben.

Wir geben uns ohnmächtig der Realität hin. Und es tritt Stille ein.

Wir befinden uns im Zentrum des Sturmes, noch nicht ahnend, wohin es uns führen wird. Wir stehen auf der Schwelle zu einem neuen Quantensprung der Entwicklung.

5.Phase: Inkubation

Jetzt befinden wir uns im Niemandsland. Das Alte ist weg. Das Neue noch nicht da.

Wir brauchen Zeit, damit es sich entwickeln kann. Wir benötigen tiefes Vertrauen in den Schöpfungsprozess und müssen äußerst wach bleiben.

Alles was wir brauchen, ist in uns und wird uns zur rechten Zeit in die richtige Richtung lenken. So können wir wahrhaft Neues erschaffen. In einer Form, die wir nie für möglich gehalten hätten.

6.Phase: Luftnummer

Haben wir dem Transformationsprozess nicht genügend Vertrauen und Zeit gewidmet kann es sein, dass unser neu erreichtes Level nicht die Kraft besitzt, die es eigentlich haben sollte.

Es kann sogar sein, dass wir uns auf einem niedrigeren Level wiederfinden. Wenn wir nicht darauf achten was gerade geschieht, entwickeln sich in uns Wut, Verzweiflung, Enttäuschung oder Hoffnungslosigkeit.

Wir verfallen wieder in alte Muster. Jetzt heißt es, diesen Rückschlag anzuerkennen und erhobenen Hauptes weiterzuschreiten.

7.Phase: Echte Auferstehung

Und dann wachen wir eines morgens auf und irgendetwas ist anders. Wir fühlen uns leicht und gedanklich voll klar.

Alles ergibt plötzlich eine Sinn und wir erkennen Zusammenhänge, wo wir vorher keine sehen konnten.

Wir befinden uns in einer neuen Sonnenphase, sind hochmotiviert und schauen lächelnd auf die anderen Menschen in dem Glauben, jetzt alles genau zu wissen und den totalen Überblick zu haben.

8.Phase: Die ewige Phase

Haben wir schon einige dieser Transformationsprozesse durchlaufen, können wir mit einem ganz anderen Bewusstsein an die Sache herangehen.

Wir können die leichten Phasen genießen und die herausfordernden Phasen willkommen heißen.

Wir durchlaufen diesen Zyklus in kürzeren Abständen und können alles Kommen, Werden und Vergehen als einen großen Schöpfungsprozess anerkennen.

Ich denke, jeder von uns hat diese Phasen bereits durchlebt. Mehr oder weniger bewusst.

Alle Krisen stell(t)en für uns im Moment ihres Auftretens eine große Herausforderung dar und wir dachten oft genug, dass wir sie nicht überstehen können.

Schauen wir aber zu einem späteren Zeitpunkt auf sie zurück, erscheinen sie uns nicht mehr so bedrohlich, und wir erkennen nicht selten den verborgenen Sinn dahinter.

Daher sollten wir jede Krise, jede Veränderung in unserem Leben willkommen heißen, egal was sie uns abverlangen werden.

Kämpfen wir dagegen an, werden wir leiden. Schauen wir ihnen mutig entgegen, werden sie unser Leben bereichern und uns zu neuen und ungeahnten Höhen emporheben.

In diesem Sinne – Lebe lieber außergewöhnlich

Deine Steffi

Artikel von

Steffi Emmelmann-Kupke

Steffi Emmelmann-Kupke

Als naturheilkundlich tätige Tierärztin habe ich schnell festgestellt, dass zu einem ganzheitlichen Ansatz auch der Tierbesitzer gehört. Häufig stellt dieser sogar eine Heilblockade dar. Also lag es nahe, mich auch mit der menschlichen Seite zu beschäftigen und so wurde ich schließlich Heilpraktikerin für Psychotherapie. Mittlerweile bin ich mehr lehrend tätig und beschäftige mich auf meiner Seite www.raumzurwandlung.de mit Veränderungen, Transformation, Psychosomatik und Selfleadership.

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Steffi Emmelmann-Kupke

Steffi Emmelmann-Kupke

Als naturheilkundlich tätige Tierärztin habe ich schnell festgestellt, dass zu einem ganzheitlichen Ansatz auch der Tierbesitzer gehört. Häufig stellt dieser sogar eine Heilblockade dar. Also lag es nahe, mich auch mit der menschlichen Seite zu beschäftigen und so wurde ich schließlich Heilpraktikerin für Psychotherapie. Mittlerweile bin ich mehr lehrend tätig und beschäftige mich auf meiner Seite www.raumzurwandlung.de mit Veränderungen, Transformation, Psychosomatik und Selfleadership.

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