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Der erste Schritt oder Was ich bereits nach 3 Tagen hier in den USA gelernt habe

Der erste Schritt

Ich bin zwar nicht zum ersten Mal in den USA, aber jedes Mal aufs Neue ereilt mich ein Kulturschock. Die Liste, warum das so ist, wäre lang und würde vermutlich diesen Blogartikel sprengen.

Aber eines ist mir sofort wieder klar geworden. Hier in den USA wird mehr gehandelt und weniger geredet. Probleme werden nicht diskutiert, sie werden angegangen. Risiken werden genommen. Ein Gespräch im Flugzeug mit einem Amerikaner, der auch lange in Europa gelebt hat, bestätigte es mir. Wenn wir in Europa neue Projekte angehen, schmieden wir Pläne, denken alles genau durch, überlegen Für und Wider, beginnen mögliche Eventualitäten einzubeziehen, überlegen uns Maßnahmen, wenn Situation A eintrifft oder wenn Aspekt B schiefgeht. Wir verwenden viel Zeit für/oder investieren in die Vorbereitung, was mit Zweifel und dem großen Thema „Aufschieben“ zu tun hat.

In den USA ist der Leitspruch klar:
„Go for it and fix the problems on the way“

Der erste Schritt

Es geht nicht darum, etwas zu überstürzen und blauäugig ins Verderben zu laufen, weil man keinen Plan hat. Es geht darum, dass die Amerikaner SOFORT den ersten Schritt machen. Ich habe für mich gelernt, dass der erste Schritt mitunter das Wichtigste an jedem Vorhaben ist. Alles andere kommt von selbst. Der erste Schritt hat mehrere Funktionen:

Der erste Schritt befreit

Du hörst auf zu denken und handelst, wenn du den ersten Schritt gemacht hast. Das Schöne ist: Du beginnst mit etwas, das du ohnehin liebst. Du hast deine Leidenschaft gefunden und zögerst, zweifelst und überlegst dir, was das bringen soll, ob dir das genug Geld bringt, ob du das schaffst? Mach den ersten Schritt und die Magie des Handelns stellt sich ein.

Der erste Schritt ist leicht

Es geht nicht darum, alles sofort zu machen. Es geht darum, die erste, vielleicht sogar kleine Maßnahme zu setzen, um deiner Leidenschaft näherzukommen. Es geht mehr um den symbolischen Wert des Anfangens. Überlege dir nicht, was der erste Schritt sein soll, sondern tu ihn einfach. Wenn du jetzt auf der Stelle aufstehst, um in die Küche zu gehen und dir einen Kaffee zu holen, denkst du nicht darüber, nach ob du mit dem linken oder rechten Fuß zu gehen beginnst. Du tust es einfach. Genauso ist der erste Schritt auf dem Weg zu deiner Leidenschaft, zu deinem Ich-Konzern. Tu es einfach.

Der erste Schritt eröffnet Möglichkeiten

Sobald der erste Schritt getan ist, fallen dir auf der Stelle die nächsten Dinge ein, die du in Angriff nehmen kannst. Während du Pläne machst, alles durchdenkst, wie du es angehst und jedes Detail abwiegst, gehen dir stets nur Dinge durch den Kopf, wie und warum du scheitern kannst. Machst du den ersten Schritt und kommst ins Handeln, eröffnen sich dir viele Möglichkeiten, wie du dein Ziel erreichst, wie dein Ich-Konzern funktioniert, wie du einen Schritt auf deine Leidenschaft zu machst und ein Frei(heit)schaffender wirst.

Passender Artikel:  Selbstdisziplin - Was du vermeiden musst, um zu früh aufzugeben

Der erste Schritt ist bereits der halbe Weg

Ihr denkt euch sicher, warum schreibt er Blogartikel, während er ein Monat durch Kalifornien fährt. Warum genießt er seinen Urlaub nicht und lässt das MacBook zu Hause. Meiner Meinung ist der Gedanke der Work-Life Balance ein Irrtum. Wenn ich davon ausgehe, dass ich eine Balance brauche zwischen „Gut“ (Life) und „Böse“ (Work) kann irgendetwas mit meinem „Work“ nicht stimmen. Für mich gibt es mein Leben, darin kommen verschiedene Elemente vor, die mir Spaß machen und ich nicht in „Gut“ und „Böse“ kategorisiere. Unsere gemeinsame kleine Rebellion gegen das Hamsterrad hat nicht zum Ziel, dass sich alle von heute auf morgen selbständig machen. Sie hat das Ziel, die Kategorien „Gut“ und „Böse“ aufzuweichen.

Daher sitze ich gerade um 5.30 früh in meinem Hotelzimmer in San Francisco und schreibe diesen Blogartikel, bevor ich mich ins Auto setze und über Cupertino (ich bin ein Apple-Fan) und San Jose weiter nach Santa Cruz fahre. Und ich empfinde keine Minute von dem, was ich gerade tue, als Arbeit. Es macht mir den gleichen Spaß wie gestern, mit meinem Ford Mustang (natürlich nur gemietet) über die Golden Gate Bridge zu fahren.

 

Es ist einfach, wenn wir die Grenzen im Kopf loswerden und den ersten Schritt zu dem tun, was unsere echte Leidenschaft ist.

Artikel von

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

16 Comments on “Der erste Schritt oder Was ich bereits nach 3 Tagen hier in den USA gelernt habe

Lydia Wilmsen
22. Juni 2016 um 17:37

Hey Markus,

das hast du fein geschrieben damals (is ja schon ein bisschen her). Aber immer noch hoch aktuell!!
Im Tun entwickelt sich so vieles weiter, da überholen sich viele Pläne, die man sich im vornhinein so gemacht hat.

Mir geht das auch beim Schreiben so, wenn mir gerade nix richtig einfällt oder nix voran gehen will, dann leg ich einfach los und mach schrifliches Blabla. Und auf einmal fängt es an sich zu sortieren und es kommt ein Flow rein. Das Blabla streich ich danach natürlich wieder 🙂

Vielen Dank für dein Wirken!
Lydia

Antworten
Birgit
12. August 2013 um 22:54

hallo markus!

ein freund von mir lebt seit jahren in den usa. beim letzten besuch hab ich zwei weisheiten mit nach hause genommen:
1: wenn es nicht länger als 2min dauert mach es sofort
2: es gibt keine probleme, nur herausforderungen.
schön, nicht wahr?
wünsche dir noch eine schöne zeit in den usa!

Antworten
markus cerenak
13. August 2013 um 19:13

hi birgit
zwei perfekte grundsätze!
lg m

Antworten
Ramona Fuchs
21. März 2013 um 13:06

Hallo Markus !
Und wie Du mal wieder herzerfrischend Recht hast ! Das (zuviel) Denken, welches uns ordentlich ausbremsen kann !
Pssst..ich muss mir immer selbst den ordentlichen Tritt zum Gehen geben….aber die Inspiration dazu, die hol ich mir (mit Verlaub) unter anderem von Dir !!! Lach !
Weiterhin alles Gute und ich freu mich, von Dir zu „Hören“ bzw. zu Lesen !

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markus cerenak
21. März 2013 um 13:16

lieber ramona,
danke für dein feedback. ja, wir denken zuviel… 😉

Antworten
Manfred Streipert
8. Februar 2013 um 21:30

Danke für diese Zeilen.Wieder eine gedankliche Stütze,wenn man nicht zum starten kommt.Ich habe früher auch mal gelesen und gelehrt bekommen- „die beste Idee ist ,die die Massen ergreift und zur materiellen Gewalt wird“. Dazu darf man natürlich nicht vergessen,wo und in was für einem System man integriert ist.Bin schon auf die weiteren geistigen Anregungen gespannt.
Danke.
Habe eine gute Zeit in den USA.

Manfred

Antworten
markus cerenak
9. Februar 2013 um 1:10

danke manfred, ich denke das karl marx beim heutigen system auch ein weniger andere dinge geschrieben hätte 😉

Antworten
markus cerenak
21. Februar 2013 um 1:45

lieber manfred, danke und ich werde weiter berichten 😉

Antworten
Flokati
8. Februar 2013 um 19:14

Das Bild mit dem Auto ist toll. Kenne auch noch einen passenden Spruch zum Thema: “ Am längsten dauert die Arbeit die man nicht anfängt!“

Antworten
markus cerenak
21. Februar 2013 um 1:45

super spruch!

Antworten
Patrick
8. Februar 2013 um 12:51

Ich bin auf jeden Fall auch fürs Handeln und man hat mich schon sagen hören: Einfach mal machen.
Doch für meinen Geschmack wird der Aspekt des Denkens hier zu sehr heruntergespielt. Es ist ja bekannt, dass auch bei den Amerikanern nicht alles gut ist. Viele ihrer Probleme könnten durch Denken behoben werden 😉

Grüße
Patrick

Antworten
markus cerenak
8. Februar 2013 um 15:41

hi patrick
in den USA ist natürlich vieles nicht gut. das sieht man hier auf den ersten blick. es geht auch nicht darum das denken abzuschatlen, da bin ich 100% bei dir. es geht darum aber nicht NUR zu denken, auf kosten der umsetzung. und ich bin deiner meinung: viele probleme können durch denken behoben werden. viele probleme aber entstehen auch erst durch denken.

Antworten
Tim
8. Februar 2013 um 12:50

Hi Markus,

danke für diesen schönen und wichtigen Artikel.

In Deutschland sagen die Leute manchmal: „die erste Million ist die schwerste, deswegen fang‘ ich gleich mit der zweiten an“.

Dabei geht es um den ersten Cent.

Den ersten Cent, den man mit dem Ding verdient, das man liebt. Der erste Cent befreit, motiviert, öffnet viel mehr Türen als jeder Plan und jede Hochrechnung in Excel-Sheets (was zum Beispiel im Online-Business ohnehin nur sehr bedingt funktioniert).

Wünsch‘ Dir eine weiterhin tolle Zeit bei Deinem Trip und mir, dass ich bald wieder was von Dir lesen kann.

LG

Tim

Antworten
markus cerenak
8. Februar 2013 um 15:44

lieber tim
ganz bei dir! freu mich auch schon bald wieder von dir zu lesen. lass es dir gut gehen!

Antworten

Guter Artikel Markus.

Ich merke es auch bei den meisten Kunden, dass sie seeeehr laaaange brauchen bis sie ins Umsetzen kommen.
Erst recht wenn es Österreicher sind 😉

Die Amis haben uns zwar mit diesem Denken die Finanzkrise beschert, dennoch kann man viel lernen und annehmen und auf die macht „des Ersten….“ setzen.

Das sieht man sehr oft bei bereits erfolgreichen Menschen. Wenn ein erfolgreicher und ein nicht so erfolgreicher die gleiche Info erhalten, dann hat der Erste meistens auch mit dieser Grundlage viel mehr Erfolg….weil er schon längst diese Info in die Tat umgesetzt hat, während der Andere noch überlegt, zweifelt…

Viel Spaß noch beim LIfe + Work in den USA,
Dejan

Antworten
markus cerenak
8. Februar 2013 um 15:42

lieber dejan,
man kann viel in den USA lernen. und man kommt ganz schnell dahinter, wie gut wir es in europa haben.

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Ja, das passt natürlich ;-)

Artikel von

Markus Cerenak

Markus Cerenak

Markus Cerenak hat die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad ins Leben gerufen. Er möchte mit dieser Webseite Menschen unterstützen ihre Leidenschaft im Leben zu finden. Das zu tun, was sie lieben und nicht eine Sekunde davon als Arbeit empfinden. Und dir helfen alle Hamsterräder endgültig aus deinem Leben rauszukicken!

Über die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad

Markus Cerenak hat gemeinsam mit seinen Lesern die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad angezettelt. Wenn auch du in einem Hamsterrad sitzt und raus willst, dann klicke unten auf den Button!

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