Erledigt ist besser als perfekt. Warum Unvollkommenes online so willkommen ist

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Nov 04

Ich persönlich habe ja keine Ahnung, wer diese utopische Vorstellung von Perfektionismus in unsere Köpfe gepflanzt hat.

Vielleicht ist es der Drang, den uns die Gesellschaft gelehrt hat, immer der oder die Beste sein zu müssen. Und das Beste ist nun einmal perfekt. Alles muss perfekt sein:

  • Das perfekte Dinner.
  • Die perfekte Hochzeit.
  • Der perfekte Haushalt.
  • Der perfekte Verführer.
  • Der perfekte Freund.
  • Der perfekte Stil.
  • Der perfekte Kleiderschrank.
  • Der perfekte Seitensprung.
  • Das perfekte Weihnachten.
  • Der perfekte Athlet.
  • Ein perfektes Wochenende.
  • Die perfekte Lauftechnik.

Das alles findet sich auf Amazon. Offensichtlich ist in uns der Drang nach Perfektionismus stark ausgeprägt. Versteh mich nicht falsch. Etwas Herausragendes abliefern zu wollen, ist nicht verkehrt. Über sich hinauszuwachsen, ist ein guter Weg.

Leider führt Perfektionismus nicht nur zu Höchst-, sondern auch zu gar keinen Leistungen.

Durch ihren Perfektionismus geknechtet, bringt es Menschen dazu, niemals etwas „abzuliefern“, weil sie stets das Gefühl haben, dass sie, ihre Leistung, ihr Ergebnis oder ihr Produkt nicht gut genug und weit davon entfernt sind, perfekt zu sein.

Gemeinsam mit Aufschieberitis ist Perfektionismus der schlimmste Feind deines Business.

Aufschieben ist wie eine Kreditkarte. Es macht viel Spaß, bis du die Rechnung bekommst.

Ich kenne das von mir. Es gibt kaum eine Aufgabe, wo ich kein gutes Argument finde, es jetzt nicht zu tun oder noch schlimmer: es jetzt nicht fertig zu machen.

Aber dann hab ich eines erkannt:

Ein Lifestyle-Business, das online operiert, ist der beste Ort für Unvollkommenes.

„Hä? Was meinst du damit, Markus? Im Internet gibt es doch schon genug Junk!“

Es geht nicht darum, niedrige Qualität zu liefern. Es geht nicht darum, ein Produkt zu entwickeln, einen Blog zu schreiben oder eine Webseite online zu stellen, das/der/die schlecht ist. Was ich mit „Unvollkommenes“ meine, zeigen folgende fünf Punkte und ein paar Beispiele.

1) Der Weg ist das Ziel.

Es kann spannend sein, die Weiterentwicklung eines Menschen mitzuverfolgen. Benny von „Fluent in 3 Month“ hatte in der Startphase seines Blogs keinerlei Expertenstatus, was „Sprachen lernen“ betrifft. Aber er hat seinen Weg dorthin beschrieben. Er war alles andere als perfekt und trotzdem wurde sein Projekt erfolgreich. Der Weg vom Laien zum „Experten“ ist spannend. Andere Menschen können aus Fehlern lernen. Auch ich mache z. B. in der Podcast-Episode über den „Elevator Pitch“ klar, dass mein Weg ebenfalls steinig ist.

2) Es gibt keine Abkürzungen.

Wer glaubt, Dinge von heute auf morgen perfekt zu können, irrt. Wer damit wartet, bis er perfekt ist, der irrt noch mehr. Niemand erwartet, nach einer Fahrstunde Lewis Hamilton zu sein. Akzeptiere, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Und alle, die dir online versprechen, dass du erfolgreich über Nacht wirst, sagen eventuell, möglicherweise, vielleicht nicht ganz die Wahrheit.

3) Mit deinen Publikum gemeinsam etwas erschaffen

Als ich meinen ersten Online-Kurs „Starte einen erfolgreichen Blog“ ins Leben gerufen haben, wollten ich das Beste liefern, was es im deutschsprachigen Bereich dazu gibt. Schnell wurde klar, dass ich nicht alleine beurteilen kann, was es dafür braucht. Somit habe ich es im ersten Schritt so gemacht, wie ich es für richtig halte: habe einen Ablauf für die verschiedenen Module geplant, Video-Lektionen aufgenommen, Checklisten und Worksheets gemacht, ein Forum entwickelt etc. Für mich war das nun die Beta-Version, die wir an die ersten 50 Interessenten verkauft haben, mit dem Hinweis, mir so viel Feedback wie möglich zu geben. Durch das, was ich Tag für Tag von unseren Beta-Testern gelernt haben, wurde der Kurs noch ein Stück besser.

4) Nirgendwo ist Weiterentwicklung so leicht wie bei einem Online-Business.

Ich habe früher im klassischen Marketing gearbeitet und hatte oft das Vergnügen, in der Druckerei Folder, Plakate, ja ganze Bücher zum Druck freizugeben. Das Gefühl war nicht gut, weil ich wusste: Es werden Fehler darin enthalten sein. Der Gedanke „fuck, irgendetwas hab ich sicher übersehen“ war nicht aus meinem Kopf zu bekommen und natürlich gab es dann etwas, was mir sofort auffiel, sobald ich das fertige Ding in der Hand hielt.

Online ist das anders. Wenn den Beta-Testern Fehler auffallen oder sie uns sagen, was besser zu machen wäre, bricht nicht die Welt zusammen. Wir müssen nicht einen ganzen Druckauftrag einstampfen, es geht nicht viel Geld verloren. Wir machen den Teil einfach neu. Es sind digitale Produkte.

Es ist so einfach: File öffnen, verändern, speichern, veröffentlichen. So what …

5) Unvollkommenes ist menschlich.

Ganz ehrlich, kommt es dir nicht auch ein wenig suspekt vor, wenn jemand perfekt wirkt? Wenn alles passt, in allen Bereichen, wenn es keinen Fleck auf der weißen Weste gibt, keine Ecken und Kanten, keine Unsicherheiten? Ich bin dann immer sehr beeindruckt, weil ich mir denke „wow, da wurde ja an alles gedacht“ und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass dann zu viel an sich gedacht wurde (um perfekt zu sein) und zu wenig an mich (den Kunden, den Leser, das Publikum). Perfekt zu sein ist ein egozentrischer Anspruch. Mehrwert und Nutzen für Leser und Kunden zu liefern, ein Selbstloser. Ich persönlich mag es, bei anderen Kollegen kleine Unsicherheiten auf welcher Ebene auch immer zu bemerken. Ich lächle dann immer ein wenig in mich hinein und denke mir: „Oh, auch nur ein Mensch.“

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